Große Evakuierung beendetWeltkriegsbombe in Dresden entschärft
Es ist bereits die dritte Bombenentschärfung an den Trümmern der eingestürzten Carolabrücke in Dresden. Erneut müssen Tausende für Stunden ihre Häuser verlassen. Diesmal sind besondere Anstrengungen nötig, da der Zünder stark verrostet ist.
Die Entschärfung einer Weltkriegsbombe an der ehemaligen Carolabrücke in Dresden nach einer großangelegten Evakuierung ist erfolgreich verlaufen. Am Nachmittag gaben die Spezialisten des Kampfmittelräumdiensts Entwarnung, wie die Polizei in der sächsischen Landeshauptstadt mitteilte. Große Teile der Innenstadt waren zuvor geräumt worden, rund 18.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Nach Aufhebung der Sperrungen konnten die Anwohner zurück in ihre Häuser.
Die 250-Kilogramm-Bombe britischer Bauart mit Zünder war am Dienstag bei Räumungsarbeiten nach dem Teileinsturz der Carolabrücke vom September 2024 entdeckt worden. Von der Evakuierung waren große Teile der Innenstadt, unter anderem mit Zwinger, Frauenkirche und Terrassenufer, Wohnhäuser sowie viele Hotels und Behörden wie das Landgericht und die Sächsische Staatskanzlei betroffen.
Die Polizei begann um 9 Uhr mit der Kontrolle der Sperrzone, um sicherzustellen, dass das Gebiet vollständig geräumt wurde. Dabei kamen auch eine Drohne und ein Hubschrauber zum Einsatz. Der Verkehr wurde umgeleitet. Neben Feuerwehr und Rettungsdiensten waren zeitweise mehr als 400 Polizisten im Einsatz. Mehrere hundert Menschen kamen in einer Notunterkunft in der Messe Dresden unter.
Die Entschärfung dauerte rund zwei Stunden. Laut Polizeiangaben setzte der zuständige Sprengmeister ein Wasserschneidgerät ein, um den stark verrosteten Zünder aus der Bombe zu lösen. Der Zünder konnte letztlich gegen 15.10 Uhr entfernt und anschließend gesprengt werden.
Bereits im Januar und im August 2025 waren bei den Arbeiten an der Einsturzstelle der Brücke Weltkriegsbomben entdeckt und entschärft worden. Auch damals waren tausende Menschen von Evakuierungen betroffen. Die Elbbrücke war bei dem Unglück im September 2024 so stark beschädigt worden, dass ein kompletter Abriss und Neubau nötig wurden. Ausgelöst wurde das Unglück durch Korrosionsschäden.
In Dresden werden wie auch in anderen Städten in Deutschland immer wieder Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die sächsische Landeshauptstadt wurde am 13. und 14. Februar 1945 von den Alliierten bombardiert. Dabei wurden große Teile der Altstadt zerstört, bis zu 25.000 Menschen starben.
