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Statistik zu Abtreibungen Weniger Frauen brechen Schwangerschaft ab

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Auch Pro Familia bietet die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftskonfiktberatung an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Inmitten der Debatte um den Paragrafen 219a berichtet das Statistische Bundesamt, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche zurückgeht - eine Überraschung, wenn man die Vorjahresstatistik betrachtet.

Rund 24.200 Schwangerschaftsabbrüche sind zwischen Juli und September in Deutschland gemeldet worden. Das sind 1,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Knapp drei Viertel der Frauen waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 18 Prozent und damit fast ein Fünftel zwischen 35 und 39 Jahre. Knapp acht Prozent waren mindestens 40 Jahre alt und drei Prozent jünger als 18 Jahre, wie die Behörde erklärte.

Abtreibungen sind in Deutschland meist rechtswidrig - sie werden aber unter bestimmten Bedingungen nicht bestraft. Die Schwangere muss dann selbst den Abbruch verlangen und sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff in einer staatlich anerkannten Stelle beraten lassen. Außerdem dürfen seit der Befruchtung nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein.

2017 stiegen die Zahlen

Derzeit wird in der Großen Koalition über den Paragrafen 219a diskutiert, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche untersagt. Die Bundesregierung will das umstrittene Werbeverbot beibehalten, jedoch ergänzen.

Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, meist in Praxen, aber auch in Krankenhäusern. Mit 96 Prozent wurden die meisten Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung vorgenommen, ansonsten lag ein medizinischer oder kriminologischer Hintergrund vor.

Im gesamten Jahr 2017 waren in Deutschland 101.209 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet worden, das war ein Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Im ersten Halbjahr 2018 war die Zahl im Jahresvergleich mit 0,2 Prozent leicht gesunken.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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