Panorama

Platzmangel wegen Corona-Regeln Wildcamper strapazieren Nordsee-Badeorte

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Campingplätze erfreuen sich aktuell erhöhter Beliebtheit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Entfernte Reisen sind derzeit eingeschränkt, dementsprechend boomt der Deutschland-Urlaub mit dem Campingwagen. Die Abstandsregeln limitieren die Stellplätze, so mancher Urlauber schlägt sein Domizil daher in freier Wildbahn auf. Einige Ferienziele drücken ein Auge zu, andere müssen improvisieren.

Die Nachfrage nach Wohnmobil-Stellplätzen ist derzeit hoch, die Verfügbarkeit geringer als üblich - Orte an der Nordseeküste in Niedersachsen reagieren zum Pfingstwochenende mit besonderen Maßnahmen auf Wildcamper. "Wir haben zu Himmelfahrt weit über 100 Wohnmobile gezählt, die nicht auf ausgewiesenen Plätzen standen", sagte Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena.

Vor allem im Badeort Hooksiel gab es viele, die wild kampierten. Für das Pfingstwochenende wurden nun Flugblätter vorbereitet, die an Wildcamper verteilt werden sollen. Solange die Fahrzeuge den Verkehr nicht behindern oder an gefährlichen Orten wie dem Hafen bleiben, will die Gemeinde Kulanz zeigen.

Auch im Kreis Aurich gibt es Verständnis für die Urlauber. "Wir haben ein erhöhtes Aufkommen gegenüber den Vorjahren, aber deutlich weniger nutzbare Stellplätze durch die Verordnung", erklärte der Geschäftsführer der Tourismusorganisation in Dornum, Rolf Kopper. Maximal 60 Prozent dürften besetzt werden.

Ferien auf dem Parkplatz

Um die Lage zu entspannen, kann vorübergehend auch eine Wiese neben dem Campingplatz genutzt werden. Dort ließen sich immerhin Chemietoiletten und Müll entsorgen und Abstände kontrollieren, erklärte Kopper: "Auf dem Supermarktplatz oder am Waldweg stehen die eventuell dicht an dicht." In Greetsiel wird in der Nähe des eigentlichen Campingplatzes ein öffentlicher Parkplatz für Wohnmobile freigehalten. Allerdings nur fürs Parken, betonte der Sprecher der Gemeinde Krummhörn, Fritz Harders: "Campingstühle und -tische dürfen nicht ausgepackt werden."

"Die vorhandenen Stellplätze könnte ich drei- bis viermal vermieten", sagte der Geschäftsführer der Tourismus und Bäder der Stadt Norden, Armin Korok. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt betreiben einen Wohnmobilplatz. Ein Sicherheitsdienst überwacht nun den benachbarten Pkw-Parkplatz, auf den abgewiesene Wohnmobil-Fahrer gern mal auszuweichen versuchen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa