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Biontech-Gründerin im Interview "Wir werden noch eine Weile mit Corona zu tun haben"

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"Wir werden, denke ich, noch eine Weile mit Corona zu tun haben", sagt Özlem Türeci.

(Foto: AP)

Özlem Türeci und Uğur Şahin haben Geschichte geschrieben. Das Forscher-Ehepaar hat die Formel für den weltweit ersten zugelassenen Corona-Impfstoff entwickelt und wird für diese Leistung nun mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Im Interview mit ntv.de spricht die Biontech-Mitbegründerin über ihren Kampf gegen das Virus und verrät, ob die Mitarbeiter von Biontech inzwischen geimpft wurden.

ntv.de: Frau Türeci, hätten Sie vor einem Jahr erwartet, dass Ihre Forschungsarbeit mit dem höchsten deutschen Orden geehrt wird?

Özlem Türeci: Natürlich konnten wir das nicht voraussehen. Wir haben vor einem Jahr im Januar gesehen, dass wir mit unserem ganzen Team etwas tun müssen. Wir haben uns in ein uns unbekanntes Territorium gewagt, um einen Impfstoff gegen ein neues Virus zu entwickeln. Und all das, was dann folgte, war nicht vorherzusehen. Wir sind einfach vorangeschritten.

Wie war der Moment, als Sie feststellten: Wir sind die Allerersten, die jetzt tatsächlich den Impfstoff auf den Markt bringen, die Allerersten, die die Zulassung erhalten haben?

Noch wichtiger war für uns der Moment, als wir die klinischen Daten der Phase-III-Studie erhalten haben. Sie zeigten, wie effektiv der Impfstoff tatsächlich war und wie gut er gegen Covid-19 funktioniert. Das war ein ganz wichtiger Scheideweg, an dem sich entschieden hat, ob man überhaupt etwas zulassen kann und ob man einen Unterschied machen und etwas im Kampf gegen die Pandemie beitragen kann. Das war ein ganz wichtiger Augenblick für uns. Der Zeitpunkt der Wahrheit sozusagen.

War Ihnen in diesem Moment auch Ihre Verantwortung bewusst?

Wir haben aber natürlich auch die Bürde gefühlt, die die Ergebnisse der Studie bedeuteten: Nämlich, dass wir dann auch den Impfstoff in einer Menge und in einer kurzen Zeit herstellen müssen, welche es uns und dem Impfstoff ermöglicht, ihn in der Pandemie tatsächlich wirksam werden zu lassen.

Ihr Mann hatte mir bei unserem letzten Interview im Dezember gesagt, er hoffe darauf, dass sich auch bald die Angestellten von Biontech impfen lassen dürfen. Hat es geklappt? Sind Sie selbst inzwischen geimpft?

Ja. Wir haben in unserer Firma ein Programm gestartet und unsere Mitarbeiter und auch uns geimpft. Wir waren sehr glücklich, dass wir alle den Zeitpunkt, bis wir dann dran waren, so überstanden haben, dass unsere klinische Entwicklung und unser Up-Scaling, das Verfügbar-machen des Impfstoffes, nicht tangiert worden sind. Für uns hat das bedeutet, dass unsere Mitarbeiter unter enormen Schutzbedingungen gearbeitet haben, welche sich natürlich auch bis in ihre Familien hinein weiter fortgesetzt haben. Das hat aber dafür gesorgt, dass sie arbeitsfähig geblieben sind und sicherstellen konnten, was wir jetzt den Impfstoff liefern können.

Für die Zeit nach Corona: Was ist das nächste große Forschungsziel von Ihnen und Ihrem Mann?

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Wir werden, denke ich, noch eine Weile mit Corona zu tun haben. Wir arbeiten an weiteren Thematiken. Das Thema Varianten zum Beispiel beschäftigt alle. Da haben wir auch unsere Aktivitäten. Und ein anderes wichtiges Thema, das uns lange beschäftigt und eigentlich der Schwerpunkt unserer Firma war und nach wie vor ist, sind Krebstherapien. Wir haben da eine Palette von innovativen, immun-therapeutischen Ansätzen gegen Krebs, die auch schon weit fortgeschritten in der klinischen Testung sind und die auch weitergeführt worden sind. Wir freuen uns darauf, dass wir mit größerer Kraft und mit einem stärkeren Fokus das wieder aufnehmen können.

Mit Özlem Türeci sprach Liv von Boetticher

Quelle: ntv.de

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