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"Werde keine Geldstrafe zahlen" Wirt am Tegernsee öffnet trotz Lockdown

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Viele Gastwirte sind sauer. Ein Wirt am Tegernsee sagt: Der Lockdown ist für ihn beendet.

(Foto: picture alliance / Andreas Gebert/dpa)

Die Lockdown-Verlängerung zehrt an den Nerven von Gastronomen und Geschäftsinhabern. Ein Bistro-Inhaber am Tegernsee beschließt nun, dass der Lockdown für ihn zu Ende ist. Für Montag nimmt er bereits Reservierungen entgegen. Gegen drohende Geldstrafen will er sich vor Gericht wehren.

Aus Protest gegen den Corona-Lockdown will ein Gastronom ab Montag sein Bistro in Gmund am Tegernsee wieder öffnen. "Ich möchte einfach ein Zeichen setzen, dass die Maßnahmen der Politik nicht verhältnismäßig sind. Sie zerstören die Gastronomie", erklärte Betreiber Hans Becker auf Anfrage. Zuerst hatte die "Tegernseer Zeitung" über die geplante Öffnung von "Das Becker's" berichtet.

Die Polizei und das Landratsamt suchen schon vorab das Gespräch mit dem Betreiber, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. "Es ist nicht zulässig, dass gastronomische Betriebe öffnen. Wir hoffen, dass die Einsicht siegt." Die Beamten und zwei Vertreter des Landratsamtes werden das Bistro ansonsten am Montag kontrollieren, kündigte eine Sprecherin des Landratsamtes an. "Sollten dabei Verstöße festgestellt werden, werden diese konsequent geahndet." Laut Bußgeldkatalog droht dem Gastronom eine Strafe von 5000 Euro.

"Ziehe bis zum Europäischen Gerichtshof"

"Natürlich zahle ich nicht. Im Zweifel ziehe ich bis zum Europäischen Gerichtshof", sagte Becker, der sich ausdrücklich von der rechten Szene distanziert. Er leugne nicht die Existenz des Virus und wolle sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten, um seine Gäste nicht zu gefährden. Zwei Besucher hätten trotz drohender Geldstrafe von 250 Euro schon für Montag reserviert. Zuletzt hatte ein Sportartikelhändler angekündigt, seine Läden ab Montag zu öffnen. Nach Zuspruch aus der rechten Szene machte er dann aber einen Rückzieher.

Der Tegernseer Gastronom verwies in seinem Facebook-Beitrag auf die bundesweite Initiative "Wir machen auf": "Durch die völlig verfehlten und zwischenzeitlich immer absurderen Maßnahmen durch die Bundes- und Landespolitik geraten immer mehr Unternehmer, Gewerbetreibende und Selbständige wie z.B. Einzelhändler, Gastronomen, Friseure, Kosmetikstudios, Künstler usw. an den Rand des finanziellen und psychischen Ruins", schrieb der Inhaber zur Begründung für seinen Widerstand.

Quelle: ntv.de, mau/dpa