Panorama

Hitler auf dem Etikett Wirt bekommt Ärger wegen "Führerwein"

Der "Führerwein" wird von Sommeliers vermutlich nicht empfohlen, Ewiggestrige dürften dennoch ihre Freude an den Flaschen mit dem Hitler-Etikett haben. Einem Wirt aus Bayern wird das geschmacklose Getränk nun zum Verhängnis.

47797767.jpg

Hitler verkauft sich gut. Nicht nur auf Zeitschriftentiteln, sondern auch auf Weinflaschen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Wirt aus Lechhausen bei Augsburg hat es mit dem Staatsschutz zu tun bekommen, weil er in seiner Gaststätte besonders geschmacklosen Wein präsentiert hat. Einem Besucher waren im Tresenbereich Weinflaschen mit dem Konterfei Adolf Hitlers aufgefallen. Auf einer war auch der Schriftzug "Sieg Heil" zu lesen. Der Mann erstattete Anzeige, bei einer Razzia wurden daraufhin vier Flaschen beschlagnahmt. Die "Augsburger Allgemeine" berichtete über den Fall.

In Norditalien ist der sogenannte "Führerwein" ein Verkaufsschlager, diverse Winzer etikettieren ihre Erzeugnisse mit Hitler-Portraits, nationalsozialistischen Parolen oder Hakenkreuzen. Mussolini oder Stalin sind ebenfalls beliebte Motive. An Tankstellen an der Brennerautobahn werden die Flaschen häufig als Souvenirs angeboten und sorgen bei deutschen Reisenden bisweilen für Irritationen. In Deutschland ist das öffentliche Zurschaustellen von Nazi-Motiven verboten, man kann die entsprechenden Weine aber problemlos aus dem Ausland bestellen, zusammen mit "Führer-Bier" oder "Wehrmachtsschnaps".

Der Gastwirt gab an, die Flaschen geschenkt bekommen zu haben. Er habe sie als "lustig" empfunden und nichts von dem Verbot gewusst. Doch Unwissen schützt vor Strafe nicht: Gegen den 49-Jährigen wird nun wegen eines Verstoßes gegen Paragraph 86 a des Strafgesetzbuchs, "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" ermittelt. Darauf stehen Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Freiheitsentzug. Um Knast dürfte der Wirt aber herumkommen. Nach Angaben der Polizei gebe es bislang keine Hinweise auf Verbindungen zur rechtsradikalen Szene.

Quelle: ntv.de, ino