Panorama

"Du hast sie umgebracht!" Yagmurs Vater rastet vor Gericht aus

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Yagmurs Vater soll tatenlos mit angesehen haben, wie seine Frau das Mädchen zu Tode quälte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ohne sichtbare Regung verfolgt Yagmurs Vater den Prozess um den Tod seiner Tochter. Schließlich soll auch er Mitschuld tragen. Als der Richter jedoch ein Video von dem Mädchen zeigen lässt, übermannen ihn die Emotionen.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Mädchens Yagmur aus Hamburg hat der mitangeklagte Vater schwere Vorwürfe gegen seine Frau geäußert. Als Reaktion auf ein Video, das das Mädchen spielend zeigte, warf er eine kleine Kette auf seine Gattin und schrie auf Türkisch: "Du hast sie umgebracht, warum weinst Du?" Zu Prozessbeginn vor wenigen Wochen hatten sowohl Vater als auch Mutter noch von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

Die 27 Jahre alte Angeklagte warf keinen Blick auf die Aufnahmen ihrer toten Tochter; die Mutter verbarg ihr Gesicht die meiste Zeit hinter ihren Händen. Der Vater schaute sich die Videos des fröhlich tanzenden Mädchens wie versteinert an, bis er explodierte. Der Vorsitzende Richter unterbrach die Verhandlung vorübergehend. Danach blieb der Vater stumm und ließ die Verhandlung mit hängendem Kopf an sich vorbeiziehen.

Die Kammer hörte im Verlauf des Prozesstages eine Gerichtsmedizinerin als Zeugin, die den mit blauen Flecken übersäten Körper des Mädchens untersucht hatte. Die Sachverständige berichtete, wie sie in die Wohnung gerufen wurde, wo eine Notärztin das Kind vergeblich wiederzubeleben versucht hatte. Yagmur habe auch an Körperstellen blaue Flecken gehabt, die nicht mit Stürzen erklärbar seien. Zudem seien einige der Verletzungen mit Schminke überdeckt gewesen. Das Mädchen sei an inneren Blutungen gestorben, verursacht von stumpfer Gewalt wie Schlägen mit der Hand.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter Mord aus Hass auf ihre Tochter vor. Der Vater soll tatenlos mitangesehen haben, wie seine Frau die Dreijährige immer wieder misshandelte. Yagmur war am 18. Dezember 2013 in der Wohnung ihrer Eltern zusammengebrochen, sie starb an inneren Blutungen infolge eines Leberrisses. Yagmur lebte erst seit wenigen Monaten bei ihren leiblichen Eltern. Zuvor war sie bei einer Pflegemutter und in einem Kinderschutzhaus untergebracht.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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