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Vor allem an unbewachten Badestellen kann es zu tödlichen Unfällen kommen.
Vor allem an unbewachten Badestellen kann es zu tödlichen Unfällen kommen.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 13. September 2018

Männer besonders gefährdet: Zahl der Badetoten steigt auf Höchststand

Im diesjährigen Sommer sind so viele Menschen ertrunken, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft sieht viele Gründe für den drastischen Anstieg - und rechnet mit noch mehr Toten.

Mindestens 445 Menschen sind seit Jahresbeginn bereits in deutschen Gewässern ertrunken - 148 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies sei der höchste Stand seit zehn Jahren, teilte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im niedersächsischen Bad Nenndorf mit.

"Angesichts der Zunahme in den ersten Monaten des Jahres rechnen wir bis Ende 2018 mit deutlich mehr Opfern als im vergangenen Jahr", erklärte DLRG-Präsident Achim Haag. Grund für das Ertrinken sei vor allem das Baden in unbewachten Binnengewässern. Dort ereigneten sich in den vergangenen Monaten 82 Prozent aller Badeunfälle - 370 Fälle insgesamt. Einen Anstieg an Badetoten gab es zudem in Schwimmbädern. 29 tödliche Badeunfälle wurden dort bislang gezählt - 19 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Unter den 445 Toten waren 360 Männer, ein Anteil von rund 80 Prozent. Gründe dafür sind nach Angaben der DLRG vor allem Selbstüberschätzung und Alkohol. Von 13 auf 26 stieg die Zahl der tödlichen Badeunfälle bei Vor- und Grundschulkindern. Dies sei das Ergebnis von Bäderschließungen und fehlendem Schwimmunterricht in den Schulen, erklärte Haag.

Quelle: n-tv.de