Panorama

380.000 Philippiner auf Flucht Zahl der Toten nach Taifun steigt auf 375

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Mehr als 380.000 Menschen sind vor dem Taifun geflohen, mindestens 500 Menschen wurden verletzt.

(Foto: dpa)

Mit bis zu 195 Kilometern pro Stunde trifft Super-Taifun "Rai" auf die Philippinen. Immer mehr Menschen können nur noch tot geborgen werden, inzwischen hat sich die Zahl fast verdoppelt auf 375. Noch immer werden mehr als 50 Menschen vermisst, mehr als 380.000 müssen fliehen.

Die Zahl der Todesopfer durch Taifun "Rai" auf den Philippinen ist auf mehr als 375 gestiegen. Wie die staatliche Polizei mitteilte, starben bei dem Durchzug des bislang heftigsten Wirbelsturms in diesem Jahr 375 Menschen. Die Opferzahl könnte allerdings weiter steigen: 56 Menschen werden den Angaben zufolge vermisst.

Mehr als 380.000 Menschen mussten fliehen, viele von ihnen können nicht in ihre Häuser zurückkehren. Rund 500 Menschen wurden laut Polizei verletzt. Zahlreiche Dächer flogen von Häusern, Strommasten stürzten um, mehrere Dörfer wurden überflutet. In vielen Gebieten wurden die Stromversorgung und das Telefonnetz lahmgelegt. Auch Krankenhäuser wurden beschädigt.

"Wir sind so verzweifelt", sagte Ferry Asuncion, ein Straßenverkäufer aus der zerstörten Küstenstadt Surigao. Die Bewohner bräuchten dringend Trinkwasser und Lebensmittel. Eine der am stärksten betroffenen Provinzen ist die Insel Bohol. In der Küstenstadt Ubay, wo viele Holzhäuser und Fischerboote zerstört wurden, wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

Riesiger "SOS"-Hilferuf auf Straße

In der Stadt General Luna auf der Ferieninsel Siargao, auf der sich zur Vorweihnachtszeit viele Surfer und andere Urlauber aufhielten, schrieben verzweifelte Bewohner einen riesigen "SOS"-Hilferuf auf eine Straße. "Es gibt kein Wasser mehr", sagte Marja O'Donnell, Besitzerin einer Ferienanlage, dem Sender CNN Philippinen. In der Nachbarschaft habe es bereits Plündungen gegeben.

Große Schäden richtete der Sturm auch auf den Inseln Dinagat und Mindanao an. "Wir sind froh, am Leben zu sein", schrieb die Inselbewohnerin Aimee Antonio-Jimeno auf Facebook an ihre Schwester. "Unsere Häuser haben kein Dach mehr, aber wir sind nicht hoffnungslos!"

"Rai", von den Einheimischen "Odette" genannt, war am Donnerstag und Freitag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen. Die Einstufung als Super-Taifun entspricht einem Hurrikan der Kategorie fünf in den USA. Weltweit ereignen sich in der Regel etwa fünf Stürme dieser Stärke pro Jahr. "Rai" traf die Philippinen zum Ende der Taifun-Saison. Die meisten heftigen Wirbelstürme entwickeln sich zwischen Juli und Oktober. Wissenschaftler warnen seit langem, dass Taifune durch den menschengemachten Klimawandel an Stärke zunehmen.

Das philippinische Rote Kreuz erklärte, viele Küstengebiete seien völlig zerstört. Der Sturm habe Häuser, Krankenhäuser und Schulen "in Fetzen gerissen". Mehr als 380.000 Menschen mussten fliehen, viele von ihnen können nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Quelle: ntv.de, chl/joh/AFP

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