Panorama

"Keine gute Nachricht" Zahl kiffender junger Männer stark gestiegen

98248018.jpg

Auch bei männlichen Jugendlichen erhöhte sich der Cannabiskonsum.

(Foto: picture alliance / Daniel Karman)

Heute greifen deutlich mehr junge Männer in Deutschland zu Cannabis als noch vor zehn Jahren. Jeder Vierte zwischen 18 und 25 Jahren hat in jüngerer Vergangenheit die Droge konsumiert. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung äußert sich besorgt.

Der Cannabiskonsum bei jungen Deutschen ist in den vergangenen Jahren gestiegen - vor allem bei Männern. In einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gaben rund 17 Prozent der Gefragten zwischen 18 und 25 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis genommen zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch rund 12 Prozent.

Besonders deutlich ist der Anstieg bei jungen Männern in dieser Altersgruppe. Etwa jeder Vierte gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. 2008 waren es nur etwa jeder Siebte. Auch bei männlichen Jugendlichen erhöhte sich der Cannabiskonsum. Aktuell geben etwa 10 von 100 Befragten zwischen 12 und 17 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis genommen zu haben - vor sieben Jahren waren es nur 6 von 100.

"Cannabis nicht verharmlosen"

Das sei "keine gute Nachricht", warnte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler von der CSU. Es zeige einmal mehr, dass Cannabis nicht weiter verharmlost werden dürfe. Die Dauerdebatte um die Legalisierung der Droge "führt in die falsche Richtung". "Sie suggeriert gerade den Jüngeren, Cannabis sei eine ungefährliche Substanz - das ist schlicht und einfach falsch", erklärte Mortler zum Weltdrogentag am 26. Juni. Heutiges Cannabis habe mit der vergleichsweise schwachen Droge von vor 20 Jahren wenig gemein.

Die Leiterin der Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung, Heidrun Thaiss, warnte, Cannabis könne die Gehirnentwicklung beeinträchtigen und zu Persönlichkeitsstörungen führen - insbesondere, wenn bereits in jungen Jahren regelmäßig konsumiert werde. Für die Studie wurden zwischen März und Juni 2016 insgesamt rund 7000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 25 Jahren befragt.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP

Mehr zum Thema