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Mordprozess von Höxter Zeugin wirft Wilfried W. Geldgier vor

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In dem heruntergekommenen Haus lebten Wilfried und Angelika W. von Hartz IV.

(Foto: dpa)

Er sprach von Liebe und wollte wohl vor allem ihr Geld. So sieht es eine 51-Jährige, die auf eine Kontaktanzeige von Wilfried W. geantwortet hatte, heute. Dabei hatte sie noch Glück.

Im Prozess um die tödlichen Misshandlungen im sogenannten Horror-Haus von Höxter hat eine ehemalige Freundin dem Angeklagten Wilfried W. Geldgier vorgeworfen. Heute sei ihr klar, dass es wohl nur ums Finanzielle ging, sagte die 51-Jährige aus Niedersachsen vor dem Landgericht Paderborn. "Ich habe zwischen 15.000 und 16.000 Euro verloren." Wilfried W. habe von ihr Geld zum Beispiel für ein Auto gewollt.

Die Frau aus Neuenkirchen-Vörden hatte den Beschuldigten im Herbst 2010 über das Internet kennengelernt. Über ein halbes Jahr habe es Treffen in der Wohnung von Wilfried W. gegeben. Im Zeugenstand beschrieb sie den 47-Jährigen als liebevoll und nett. Sie hätten auch heiraten wollen. Allerdings habe es dauernd Streit wegen Kleinigkeiten gegeben. Wilfried W. habe sie mit Anrufen unter Druck gesetzt und etwa wegen ungemachter Betten kritisiert. Körperliche Gewalt habe aber keine Rolle gespielt.

Ähnliches hatte Anfang April bereits eine andere Zeugin berichtet. Die 61-Jährige sagte vor Gericht, alles sei gut gewesen, bis sie Wilfried 3500 Euro für einen Autokauf geliehen habe. "Jetzt im Nachhinein ist mir klar, dass es wohl nur um das Geld ging. Denn anschließend begann der Streit, es war nicht mehr so wie vorher." Angelika W. habe sie aufgefordert, weiteres Geld für die Anmeldung des Autos zu zahlen. Die Angeklagte habe zudem behauptet, das Geld sei geschenkt und nicht nur geliehen. Angelika und Wilfried W. waren zeitweise verheiratet, wurden dann aber geschieden und gaben sich den Opfern gegenüber als Geschwister aus.

Über Jahre hinweg sollen Wilfried W. und seine mitangeklagte Ex-Frau Angelika W. Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Die beiden sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Bislang haben sich beide gegenseitig beschuldigt, die treibende Kraft gewesen zu sein. Der Prozess wird am 2. Mai fortgesetzt.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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