Panorama

Zynisches Angebot Zimmerman versteigert Mordwaffe

Ein Sammlerstück wird auf einer Versteigerungsplattform für Waffen angeboten. Es handelt sich um die 9mm-Pistole, die den 17-jährigen Trayvon Martin das Leben kostete. Der Anbieter ist der Schütze von damals.

George Zimmerman erschoss 2012 den Teenager Trayvon Martin. Mit der Waffe, mit der er dem Jugendlichen tötete, hat er nun Besonderes vor. Er bietet die Pistole als ein "Stück amerikanischer Geschichte" bei einer Versteigerung an. Auf gunbroker.com wurde damit geworben, dass dies die Waffe sei, "die verwendet wurde, um mein Leben zu verteidigen und die brutale Attacke von Trayvon Martin zu beenden". Der 17-jährige Schwarze war unbewaffnet auf dem Heimweg, nachdem er Eistee und Süßigkeiten gekauft hatte. Zimmerman tötete Martin, weil er vermutete, dass der "nichts Gutes im Schilde führte", mit einem einzigen Schuss in die Brust.

Zimmerman schrieb in der Artikelbeschreibung, dass er die 9mm-Waffe erst kürzlich vom Justizministerin voll funktionsfähig zurückerhalten habe. "Viele haben Interesse bekundet, die Waffe zu besitzen und auszustellen, unter anderem das Smithsonian Museum in Washington. Das ist ein Stück amerikanischer Geschichte." Die Waffe sei auch in mehreren Publikationen bereits vorgestellt worden, er habe sich jedoch mit den bisherigen Angeboten für die Pistole und ihre weitere Verwendung nicht wohl gefühlt.

"Ein freier Amerikaner"

Die Kel-Tec PF-9 9mm wird nun als Sammelfeuerwaffe zu einem Startpreis von 5000 US-Dollar angeboten. Dem US-Sender Fox sagte Zimmerman, es sei Zeit, sich von der Waffe zu trennen. Ich habe beschlossen, mich nicht wegzuducken", sagte Zimmerman. "Ich bin ein freier Amerikaner. Mit meinem Besitz kann ich machen, was ich will."

Zimmerman, der zu einer Nachbarschaftswache gehörte, war wegen Martins Tod freigesprochen worden. Der Fall löste dennoch Proteste und eine Debatte über die Rassenbeziehungen in den USA aus. Sein Angebot beendet Zimmerman mit dem lateinischen Satz: "Si Vis Pace Para Bellum", was bedeutet: "Wenn du den Frieden willst, musst du dich auf den Krieg vorbereiten." Die Trayvon Martin-Stiftung reagierte mit einer kurzen Stellungnahme: Sie werde ihre Mission fortsetzen, die sinnlose Waffengewalt in den USA zu beenden.

Quelle: n-tv.de, sba

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