Panorama

Versteckt in Bananenkisten Zoll beschlagnahmt Hunderte Kilo Kokain

Ein Teil eines großen Kokainfunds wird während einer Pressekonferenz von der Polizei gezeigt. Foto: Christian Charisius/Archivbild

In diesem Jahr zogen die Sicherheitsbehörden in Hamburg bereits etwa 7,14 Tonnen Kokain aus dem Verkehr.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Dem Zoll gelingt im Hamburger Hafen ein Schlag gegen die Drogenkriminalität: In einer Lagerhalle finden die Beamten 700 Kilogramm Kokain. Mehrere Verdächtige werden noch vor Ort festgenommen. Einen weiteren spürt die Polizei in Nordmazedonien auf.

Rauschgiftfahnder von Polizei und Zoll haben im Hamburger Hafen eine weitere Großlieferung mit rund 700 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Die Drogen entdeckten sie nach Polizeiangaben bereits im April nach Hinweisen in einem mit Bananen beladenen Frachtcontainer und nahmen anschließend mehrere mutmaßliche Täter fest. Vor wenigen Tagen erfolgte nun die Festnahme eines letzten bekannten Verdächtigen in Nordmazedonien.

In diesem Jahr zogen die Sicherheitsbehörden in Hamburg somit bereits etwa 7,14 Tonnen Kokain aus dem Verkehr. Das ist etwa das Doppelte der Menge aus dem bisherigen Rekordjahr 2017, als die Ermittler im Hamburger Hafen etwa 3,8 Tonnen entdeckten.

Zum Wert der nun entdeckten 700 Kilogramm machte die Polizei keine Angaben. Dieser ist abhängig von der Reinheit. Je höher das Rauschgift konzentriert ist, desto mehr Verkaufsportionen lassen sich nach der üblichen Streckung mit anderen Substanzen daraus herstellen. Sollte es sich um hochreines Kokain handeln, läge der Straßenverkaufswert bei etwa 160 Millionen Euro.

Verdächtiger in Nordmazedonien aufgespürt

Nach der Entdeckung der Drogen im April hatten die Ermittler der gemeinsamen Rauschgiftermittlungsgruppe von Polizei und Zoll nach eigenen Angaben beobachtet, wie mehrere Verdächtige den Kühlcontainer mit den Bananen zu einer in Frachtpapieren nicht vermerkten Lagerhalle in Hamburg fuhren, wo ein weiterer Kühlcontainer mit "Austauschbananen" bereitstand. Anscheinend sollten die Kartons mit den Drogen unbemerkt entnommen werden.

Drei Männer wurden gleich vor Ort festgenommen, später folgten der Lastwagenfahrer sowie zwei weitere Verdächtige, die in der Hafenlogistik arbeiteten und laut Ermittlern als sogenannte Innentäter den Schmuggel ermöglichten. Flüchtig blieb der den Beamten namentlich bekannte, wegen Drogendelikten einschlägig bekannte Käufer des zweiten Kühlcontainers. Er hatte sich nach Nordmazedonien abgesetzt und versteckte sich in einem Feriengebiet.

Dort spürten Zielfahnder des Hamburger Landeskriminalamts den 54-jährigen Deutschen auf, der bereits seit Jahrzehnten aus Drogengeschäften im Bereich organisierter Kriminalität bekannt ist. Am Mittwoch nahmen nordmazedonische Polizisten ihn in seinem Versteck auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls fest. Damit sei nun auch der letzte identifizierbare Verdächtige aus dem Schmuggelversuch gefasst worden, teilte die Polizei mit.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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