3,4 Millionen Euro StraßenwertZollbeamte entdecken 52 Kilogramm Kokain

In Bremerhaven ist die Polizei in einem Gebrauchtwagen-Container auf Kokain gestoßen. Häfen sind häufig Schauplätze von Drogenschmuggel. Üblicherweise bemühen die Täter sich dabei gar nicht erst um komplizierte Verstecke.
Zollbeamte haben bei der Kontrolle eines Frachtcontainers mit Gebrauchtwagen im Hafen von Bremerhaven 52 Kilogramm Kokain entdeckt. Die aus 45 Paketen bestehende Sendung habe sich in einer Sporttasche neben der Ladung befunden und einen Straßenverkaufswert von etwa 3,4 Millionen Euro, teilte das Zollfahndungsamt Hamburg am Mittwoch mit. Die Sicherstellung erfolgte demnach bereits am 7. November.
Für welchen Empfänger das Kokain bestimmt war, ist den Angaben zufolge unklar. Der Schiffscontainer befand sich auf der Reise von Long Beach in den USA nach Kleipeda in Litauen. Bremerhaven war dabei nur eine Zwischenstation.
Transport ohne ausgeklügeltes Versteck
Die Art des Drogen-Schmuggels in schnell entnehmbaren Taschen oder Paketen wird in Fachkreisen auch "Rip off" genannt. Die Täter verstecken das Rauschgift dabei gar nicht erst aufwändig, sondern deponieren es einfach vorn in Containern oder in Verstecken an Bord von Seeschiffen.
Irgendwo auf dem Transportweg nehmen Komplizen die Drogen dann in einem unbeobachteten Moment an sich. Bisweilen klappt dies nach Erkenntnissen der Ermittler allerdings nicht. Im September etwa stießen Mitarbeiter einer Logistikfirma in Wörth am Rhein in einem Container mit Motorteilen aus Brasilien auf etwa 300 Kilogramm Kokain in neun Sporttaschen, die die Täter nach der damaligen Einschätzung der Ermittler im Anlandehafen nicht wie geplant an sich bringen konnten.
Koks-Container fallen gar nicht auf
Für Schmugglerbanden ist die "Rip off"-Methode trotz des höheren Entdeckungsrisikos attraktiv, weil sie einfacher umzusetzen ist und wesentlich weniger Rückschlüsse auf die dahinter stehenden Verteilstrukturen zulässt als aufwändig getarnte Lieferungen. Die Drogen müssen nicht zwingend an bestimmte Endpunkte transportiert und dort eventuell noch einmal bearbeitet werden, sondern können quasi jederzeit heimlich entnommen werden. Die Täter setzen dabei schlichtweg darauf, dass die Container mit ihrem Schmuggelgut in der Masse der global umgeschlagenen Güter nicht auffallen.