Panorama

Schock in japanischem TierparkZoomitarbeiter äschert Ehefrau in Ofen für Tierkadaver ein

29.04.2026, 15:57 Uhr
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Forensiker sicherten Spuren in dem Zoo. (Foto: AP Images/The Yomiuri Shimbun/Masaki Furumaya)

Der Asahiyama-Zoo im Norden Japans ist schon länger bekannt und beliebt, weil Besucher den Tieren dort ganz nah sein können. Mit seinem grausigen Verhalten macht ein Mitarbeiter die Einrichtung jetzt noch bekannter.

Ein Zoomitarbeiter in Japan hat offenbar die Leiche seiner Ehefrau in einem Verbrennungsofen für Tierkadaver eingeäschert. Das teilte die Verwaltung des Asahiyama-Zoos in Asahikawa mit. Sie unterstützt die Ermittlungen der Polizei, hieß es in der Mitteilung. Dafür sei es notwendig, die Einrichtung mindestens bis zum 1. Mai geschlossen zu halten.

Bereits Ende März meldete eine Freundin die Frau als vermisst. Die Polizei auf der Insel Hokkaido begann daraufhin die Suche nach ihr, jedoch ohne Erfolg, wie die Zeitung "The Asahi Shimbun" berichtete. Am 23. April vernahmen die Ermittler den Mann der Vermissten. Im Verlauf des Gesprächs gestand der Mann, der in den Dreißigern ist, seine Tat. Er habe die Anlage zum Verbrennen von Tierkadavern und Müll "ein paar Stunden lang" genutzt, um den Körper zu verbrennen, hieß es. Wie die Frau zu Tode gekommen war, wurde nicht bekannt.

Am Tag nach der Vernehmung wurde der Zoo, der regulär seit dem 8. April und bis zum heutigen Mittwoch für den Frühjahrsputz und notwendige Wartungsarbeiten geschlossen war, von Polizisten durchsucht. Am 26. April suchten sie zudem die Wohnung des Geständigen nach Hinweisen zu der Tat ab.

Nun eröffnet der Zoo frühestens am Wochenende wieder. Bis dahin würden die Mitarbeiter psychologisch betreut werden, zudem sollen die Sicherheitssysteme überprüft werden. Möglich sei, dass die Schließung noch länger andauere. Auch spätere Schließungen könnten möglich sein, erklärte der Zoo unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen.

Bürgermeister bekommt Post von Zoo-Fans

Die Zoo-Verwaltung entschuldigte sich für die "großen Unannehmlichkeiten". Ein hochrangiger Stadtbeamter sagte der japanischen Zeitung, dass die Reaktionen der Öffentlichkeit jedoch "eher unterstützend als kritisch" gewesen seien. Der Bürgermeister sagte, er habe zahlreiche ermutigende Nachrichten von Fans des Zoos aus dem ganzen Land erhalten. Sie seien "eine große Stütze für den Zoo und seine Mitarbeiter" gewesen.

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Im Asahiyama-Zoo sind Menschen den Tieren besonders nahe. (Foto: AP Images/The Yomiuri Shimbun/Yosuke Hayasaka)

Trotz der Ermittlungen und der für die Mitarbeiter verstörenden Situation gehe es allen Tieren in dem Zoo gut. Die Pfleger würden sich weiter um die Pinguine, Eisbären und Co. kümmern, für die der nördlichste Zoo Japans bekannt ist. Der Tierpark existiert seit 1967. Im vergangenen Jahr zählte er 1,33 Millionen Besucher. Viele planten einen Besuch am heutigen Mittwoch, der in Japan ein nationaler Feiertag ist. Traditionell startet der Asahiyama-Zoo an diesem Tag in die Sommersaison.

Die Einrichtung ist für ihre innovative Gestaltung der Gehege bekannt. In kaum einem anderen Zoo kommen Besucher so nah an die Tiere heran wie in Asahikawa.

Quelle: ntv.de, mpa

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