Panorama

Kriminelles Milieu in Bremen Zwei Polizisten geraten bei Razzia in Fokus

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Insgesamt wurden mehr als 20 Wohnungen durchsucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein anonymer Brief kommt beim Landeskriminalamt in Bremen an und legt ein kriminelles Netzwerk in der Stadt offen - mit Drogen, Bestechung und Geldwäsche. Bei einer Razzia werden nun mehrere Personen festgenommen. Auch gegen zwei Beamte wird ermittelt.

Bei einem Großeinsatz in Bremen im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft auch gegen zwei Polizisten. Der Verdacht richte sich gegen zwei Beamte im Alter von 36 und 40 Jahren, teilten das Bundeskriminalamt (BKA) sowie Polizei und Staatsanwaltschaft in Bremen gemeinsam mit.

Gegen den beschuldigten 36-jährigen Polizisten besteht der Verdacht der Bestechlichkeit, Verletzung von Dienstgeheimnissen, Geldwäsche und Betrugs. Die ebenfalls beschuldigte 40-jährige Polizistin wird lediglich die Verletzung von Dienstgeheimnissen zur Last gelegt. Beide sich inzwischen suspendiert beziehungsweise vom Dienst entbunden.

Der Verdacht gegen die beiden Beamten ergab sich nach Angaben der Ermittler intern im Zuge eines größeren Ermittlungskomplexes aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Dieser richtet sich gegen zwölf Beschuldigte wegen bandenmäßigen Drogenhandels und Geldwäsche durch Investitionen in Immobilien. Am heutigen Donnerstag rückte die Polizei in Bremen und Umgebung zu einer Großrazzia aus.

23 Wohnungen durchsucht, SEK im Einsatz

Dabei wurden 23 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht sowie vier Verdächtige auf Grundlage bereits vorab erlassener Haftbefehle festgenommen. Bei der Aktion, an der sich auch Spezialkräfte beteiligten, wurden unter anderem Vermögenswerte in Höhe von einer halben Million Euro beschlagnahmt. Zudem wurden Waffen und Munition gefunden.

Die Ermittlungen begannen bereits Mitte 2019. Diese waren nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wiederum eng mit weiteren Ermittlungskomplexen verbunden, die teils auch in den Bereich der Clankriminalität führten. Eine eigene Ermittlungsgruppe bearbeitete die Fälle, es gab bereits zuvor Durchsuchungen.

Nach Information des "Spiegels" würden in einem weiteren Strang die Geschäfte eines Unternehmers untersucht, dem die Staatsanwaltschaft gewerbsmäßige Geldwäsche vorwerfe. Der Unternehmer soll enge Kontakte nicht nur zum 36-jährigen Polizisten, sondern auch tief in die Finanzwelt gepflegt haben. Wie der "Spiegel" berichtete, habe der Unternehmer Menschen aus dem kriminellen Milieu bei der Finanzierung von Immobilien geholfen.

Ein Teil der Ermittlungen befasse sich mit Clankriminalität und Drogenhandel, hieß es im "Spiegel"-Bericht weiter. Die Ermittler seien der Bremer Bande schon seit Längerem auf der Spur. Doch geholfen haben am Ende die französischen Kollegen. Das Bundeskriminalamt hatte mehr als ein Jahr lang die Daten der von den Franzosen geknackten Kryptohandys ausgewertet - die offenbar oft die Tatverdächtigen in Bremen zum Einsatz brachten.

Quelle: ntv.de, cls/ysc/AFP

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