Panorama

Tote und Verletzte nach Unglück Zwei Züge kollidieren im Erzgebirge

Auf einer eingleisigen Zugstrecke nahe dem tschechischen Bäderort Karlsbad stoßen zwei Züge frontal zusammen. Mindestens zwei Menschen verlieren bei dem Unglück ihr Leben - darunter ein Deutscher. Ein Lokführer wird festgenommen.

Beim Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge auf einer Strecke durch das Erzgebirge zwischen Tschechien und Deutschland hat es Tote und Verletzte gegeben. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes in Karlsbad (Karlovy Vary), Radek Hes. Neun Menschen seien schwer und 15 leicht verletzt worden, darunter sowohl tschechische als auch deutsche Staatsbürger. Unter den Opfern des Zugunglücks ist ein Deutscher, wie eine Sprecherin der Polizei in Karlsbad bestätigte.

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Die Unglücksstelle in einem Waldstück war für die Rettungskräfte nur äußerst schwer zugänglich.

(Foto: imago images/Bernd März)

Die Unglücksstelle in einem Waldstück nahe der Gemeinde Pernink im Westen Tschechiens war für die Rettungskräfte nur schwer zugänglich. Der eine Zug war auf der eingleisigen Strecke unterwegs vom westböhmischen Bäderort Karlsbad ins sächsische Johanngeorgenstadt, der andere in umgekehrter Richtung. Die kurvenreiche und hügelige Trasse führt über den Erzgebirgskamm. Die beiden Züge sollten sich eigentlich erst im nächsten Bahnhof kreuzen.

Die Polizei nahm einen der beiden Lokführer fest. Der Verdacht laute auf fahrlässige Gefährdung der Allgemeinheit, sagte eine Sprecherin. Er soll zu früh losgefahren sein. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die Feuerwehr musste die Verletzten wegen des unzugänglichen Geländes über die Gleise zu Fuß in den nächsten Bahnhof tragen. Mehrere Rettungshubschrauber waren im Einsatz, darunter auch einer aus dem benachbarten Sachsen, um die Schwerverletzten in Kliniken der Region zu bringen. Diese wurden in Alarmbereitschaft versetzt.

Auf Fotos war zu sehen, dass die beiden Fahrerbereiche komplett demoliert waren. Der umliegende Wald wurde nach Verletzten abgesucht, die möglicherweise unter Schock weggerannt waren. Der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek eilte umgehend an den Unglücksort. Er sei "zutiefst bestürzt", schrieb er bei Twitter und forderte umfassende Aufklärung. Der Betrieb auf der Strecke wird im sogenannten vereinfachten Nebenbahnbetrieb durchgeführt, das heißt ohne besondere sicherungstechnische Einrichtungen.

Quelle: ntv.de, agr/dpa