Angriff auf den Iran im Liveticker+++ 06:15 Grüne und Linke kritisieren Wadephul scharf +++
Mit Blick auf die schleppend anlaufende Rückholung deutscher Staatsbürger aus der Krisenregion üben Grüne und Linke scharfe Kritik am Vorgehen von Bundesaußenminister Johann Wadephul. "Was wir derzeit im Nahen Osten erleben, ist eine Eskalation, die sich seit Wochen als mögliches Szenario abgezeichnet hat", sagt die Grünen-Außenexpertin Luise Amtsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Dass die Bundesregierung in dieser nun akuten Gefährdungslage dennoch unvorbereitet ist und überfordert wirkt, ist erschütternd." Der Schutz der eigenen Bürgerinnen und Bürger gehöre zu den Pflichten einer Bundesregierung. "Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus."
Die Krisenkommunikation der Bundesregierung sei mangelhaft, sagt Linken-Außenpolitikerin Cansu Özdemir. "Mit der aktuellen Äußerung von Außenminister Wadephul, zunächst nur ältere Menschen, Kinder, Kranke und Schwangere evakuieren zu wollen, schürt die Bundesregierung weitere Verunsicherung." Es müssten schnellstmöglich Pläne vorgelegt werden, wie eine Evakuierung für alle rund 30.000 Menschen erfolgen könne.
+++ 06:08 Ölpreise steigen dritten Tag in Folge +++
Nachdem der Iran gedroht hat, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die Straße von Hormus zu durchfahren, steigen die Ölpreise den dritten Tag in Folge. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte um ein Prozent auf 71,97 Dollar zu.
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+++ 06:00 Auswärtiges Amt: Deutsche sollen Nahen Osten meiden +++
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Israel, in die palästinensischen Gebiete, den Libanon, Jordanien, Syrien, den Irak, den Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar und den Jemen. Deutsche Staatsangehörige vor Ort werden aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste des Ministeriums einzutragen. Zudem sollten Warnungen vor Luftangriffen ernst genommen werden. "Suchen Sie bei Alarm umgehend nahegelegene Schutzräume oder das Innere eines Gebäudes auf und bleiben Sie Fenstern fern", teilt das Ministerium mit.
+++ 05:42 Rubio nennt Israels Angriffspläne als Grund für US-Angriffe +++
US-Außenminister Marco Rubio nennt eine weitere Begründung für den Beginn der US-Angriffe gegen den Iran: die israelischen Angriffspläne. "Wir wussten, dass es ein israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten, höhere Verluste erleiden würden", sagt Rubio vor Journalisten im US-Kapitol. Hätten die USA auf den Angriff des Iran gewartet, "hätten wir wesentlich höhere Verluste erlitten".
Die Demokraten reagieren mit scharfer Kritik. Rubios Äußerungen würden darauf hindeuten, dass Israel "US-Truppen in Gefahr gebracht hat, indem es auf einem Angriff auf den Iran bestanden hat", schreibt der Abgeordnete, Joaquin Castro auf X. "Das ist inakzeptabel für den Präsidenten und inakzeptabel für ein Land, das sich als unser Verbündeter bezeichnet."
+++ 05:31 US-Botschaft in Riad angegriffen +++
Die US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad wird nach vorläufigen saudischen Angaben von zwei Drohnen angegriffen. Es sei ein "begrenztes Feuer" ausgebrochen, aber nur geringer Sachschaden entstanden, teilt ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums auf X mit. Die US-Botschaft empfiehlt ihren Landsleuten in dem Königreich, sich sofort in Sicherheit zu bringen und die Botschaft bis auf Weiteres zu meiden.
+++ 05:22 Netanjahu: Iran-Krieg wird kein "endloser Krieg" +++
Der Krieg der USA und Israels gegen Iran wird nach den Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu kein "endloser Krieg" werden - als "Forever Wars" werden in den USA vor allem die Kriege in Afghanistan und im Irak bezeichnet. "Es kann einige Zeit dauern, aber es wird keine Jahre dauern", sagt Netanjahu dem Sender Fox News. Der Einsatz werde "eine schnelle und entschlossene Aktion" sein. Netanjahu führt aus, die Angriffe auf den Iran seien notwendig gewesen, da das Land "neue Standorte, neue Anlagen und unterirdische Bunker" gebaut habe, wodurch "ihre Raketenprogramme und ihre Atombombenprogramme innerhalb weniger Monate unangreifbar" gewesen wären. "Wenn jetzt keine Maßnahmen ergriffen worden wären, hätte man in Zukunft keine Maßnahmen mehr ergreifen können", fügt er hinzu.
+++ 04:51 Ökonom: Regimewechsel im Iran könnte deutsches Wachstum um 0,5 Prozent steigern +++
Der designierte Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr sieht in einem möglichen Regimewechsel im Iran erhebliche Chancen für die deutsche Wirtschaft. Ein Ende des Mullah-Regimes könne das deutsche Wirtschaftswachstum um 0,5 Prozent beschleunigen, sagt der Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung der "Welt". Dies sei deutlich mehr als die 0,1 bis 0,2 Prozent, die er vom Mercosur-Abkommen mit Lateinamerika erwarte. Kurzfristig führe der Iran-Krieg jedoch zu höheren Energiepreisen und längeren Lieferzeiten. "Gerade bei einer schwachen Konjunktur in Deutschland brauchen wir solche zusätzlichen Verwerfungen wie einen Kropf am Hals", so Felbermayr. Langfristig biete der Iran mit rund 90 Millionen überwiegend gut ausgebildeten Einwohnern ein "gewaltiges wirtschaftliches Aufholpotenzial". Mit der Aufhebung der Sanktionen hätten deutsche Exporteure wieder direkten Zugang zum iranischen Markt. Zudem könne iranisches Gas über Aserbaidschan per Pipeline nach Europa exportiert werden.
+++ 03:58 CDU-Politiker: Deutschland soll USA und Israel gegen Iran unterstützen +++
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert von der Bundesregierung eine aktive Unterstützung der USA und Israels bei ihrem Vorgehen gegen den Iran. "Wir müssen die USA und Israel in ihrem entschlossenen Vorgehen vollumfänglich und aktiv unterstützen", sagt Kiesewetter der "Augsburger Allgemeinen". Deutschland solle dabei "nichts ausschließen" - von logistischer Unterstützung über Luftverteidigung bis hin zu offensiven Maßnahmen gegen die militärische Infrastruktur des iranischen Regimes. Der Iran sei auch für Deutschland ein Kriegsziel, betont der Unionspolitiker.
+++ 03:21 Israelische Armee meldet Angriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut +++
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge mehrere Angriffe gegen Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in Libanons Hauptstadt Beirut verübt. Sie greife derzeit "Kommandozentralen und Waffenlager der Hisbollah in Beirut an", berichtet die israelische Armee am frühen Morgen. Der Hisbollah-nahe Sender Al-Manar erklärt auf Telegram, die israelische Armee habe sein Büro in dem Gebiet Harat Hreik im Süden Beiruts attackiert. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner von 31 Dörfern im Süden des Libanon zur Evakuierung aufgerufen und Einsätze gegen die Hisbollah angekündigt.
+++ 02:39 Kuwaits Armee meldet erste Todesopfer +++
Das Militär des Golfstaats Kuwait hat die ersten beiden Todesopfer in den eigenen Reihen seit Beginn der iranischen Gegenangriffe in der Region gemeldet. Zwei Marinesoldaten seien heute im Dienst bei einem Militäreinsatz ums Leben gekommen, teilt der Generalstabschef der kuwaitischen Armee mit. Details dazu, wo und wie genau die Soldaten ums Leben kamen, werden nicht genannt.
+++ 01:38 General der Revolutionsgarden: Iran wird jedes Schiff bei Durchfahrt durch Straße von Hormus "verbrennen" +++
Ein General der iranischen Revolutionsgarden droht damit, "jedes Schiff" zu "verbrennen", das die Straße von Hormus passieren will. "Wir werden auch Ölpipelines angreifen und nicht zulassen, dass auch nur ein Tropfen Öl die Region verlässt", erklärt General Sardar Dschabbari auf Telegram. "Der Ölpreis wird in den kommenden Tagen 200 Dollar erreichen."
+++ 01:08 US-Bürger sollen Nahen Osten verlassen +++
Das US-Außenministerium fordert US-Bürger zur sofortigen Ausreise aus mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten auf. Dies solle auf regulärem Weg geschehen, teilt die zuständige Abteilungsleiterin Mora Namdar mit. Auf der Warnliste stehen Bahrain, Ägypten, der Iran, der Irak, Israel, das Westjordanland und der Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, der Libanon, der Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Jemen.
+++ 00:39 Iranische Angriffe: Israel meldet Entwarnung +++
Israel ist nach Militärangaben in der Nacht erneut aus dem Iran mit Raketen angegriffen worden. In Tel Aviv und anderen Gebieten des jüdischen Staates heulten die Sirenen. Inzwischen dürfe die Bevölkerung die Schutzräume jedoch wieder verlassen, nachdem zuvor die Luftabwehr im Einsatz war, teilt die Armee mit. Die Menschen sollten sich jedoch weiter in der Nähe der Schutzräume aufhalten. Der Iran feuert trotz der massiven amerikanisch-israelischen Angriffe auf das Land weiter Raketen auf Israel.
+++ 23:55 Bericht: US-Militär dementiert Sperrung der Straße von Hormus +++
Einem Bericht des Senders Fox News zufolge widerspricht das US-Zentralkommando (Centcom) der Darstellung des Iran, die Straße von Hormus sei gesperrt. Die wichtige Schifffahrtsroute sei weiterhin offen, meldet der Sender unter Berufung auf das Militär. Eine direkte Stellungnahme von Centcom liegt zunächst nicht vor. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden erklärt, die Meerenge sei blockiert und jedes Schiff werde beschossen.
+++ 23:31 Explosionen in Teheran: Israel greift iranischen Staatsrundfunk an +++
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle auf Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran gestartet. Augenzeugen berichten von heftigen Explosionen. Der Staatssender PressTV berichtet, das Gelände der IRIB-Rundfunkanstalt sei attackiert worden. Zuvor hatte ein Sprecher der israelischen Armee auf Persisch im Internet alle Bewohner des Stadtteils Evin aufgerufen, sich angesichts unmittelbar bevorstehender Bombardierungen in Sicherheit zu bringen. Dazu wurde eine Karte der Hauptstadt mit dem markierten Gebiet veröffentlicht. In dem Gebiet liegt die iranische Rundfunkanstalt.
+++ 23:19 EU sagt weiteres Ministertreffen in Zypern ab +++
Die EU verschiebt wegen des Iran-Kriegs ein weiteres in Zypern geplantes Ministertreffen. Wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilt, werden die Kulturminister nicht wie ursprünglich vorgesehen an diesem Donnerstag und Freitag in dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer zusammenkommen. Zuvor war bereits ein für diesen Montag und Dienstag terminiertes Europaministertreffen abgesagt worden. Hintergrund der Entscheidung sind die Sicherheitslage und mögliche Beeinträchtigungen des Luftverkehrs in der Region.
+++ 22:24 Rubio: USA momentan nicht auf Bodeneinsatz im Iran eingestellt +++
Die USA sind nach Angaben von Außenminister Marco Rubio derzeit nicht für einen Einsatz von Bodentruppen im Iran aufgestellt. Präsident Donald Trump verfüge jedoch über entsprechende Optionen, sagt Rubio vor Reportern. Die US-Regierung gehe davon aus, dass die gesetzten Ziele auch ohne den Einsatz von Bodentruppen erreicht werden könnten.
+++ 22:14 USA melden zwei weitere tote Militärangehörige +++
Die Zahl der seit Beginn des Angriffs auf den Iran getöteten US-Soldaten steigt von vier auf sechs. Wie der US-Generalstab mitteilt, wurden die Leichname zweier weiterer Soldaten geborgen. Es handelt sich demnach um Opfer der ersten iranischen Gegenangriffe.
+++ 22:04 Zahl der verletzten US-Soldaten steigt auf 18 +++
Nachdem am Samstag und Sonntag vier US-Militärangehörige im Zuge der Angriffe auf den Iran ihr Leben verloren haben, gab es am Montag neue Zahlen. Der Sender CBS berichtet unter Berufung auf den US-Generalstab, dass es bislang 18 schwer verletzte Mitglieder der US-Streitkräfte gebe.
+++ 21:50 Irans Außenminister: "Wir greifen nicht unsere Nachbarn an" +++
Ungeachtet der zahlreichen Angriffe Irans auf das Territorium mehrerer Golfstaaten mit zahlreichen Verletzten und einigen Toten beteuert Irans Außenminister Abbas Araghtschi, sein Land sei "nicht im Krieg mit Ländern der Region". Der Iran wolle mit den Angriffen Druck auf die USA "ausüben", so Araghtschi. "Wir greifen nicht unsere Nachbarn an, wir greifen US-Militärbasen an." Tatsächlich richteten sich mehrere Angriffe aber auch gegen zivile Ziele, die Angriffe haben zudem verheerende Auswirkungen auf die Tourismusbranche und die internationalen Flughäfen der Region. Hinzu kommt die Störung der Handelsschiffsroute durch die Meerenge von Hormus, die auch den Öl- und Gasexport der Golfstaaten trifft.
Die betroffenen Länder widersprechen: Die iranischen Angriffe seien eine "äußerst schwerwiegende" Verletzung des internationalen Rechts, erklären die sechs Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Jordanien beim UN-Menschenrechtsrat in Genf. Die Angriffe Teherans bedrohten die regionale Stabilität.
+++ 21:36 Kuwait: ein Toter und 19 Verletzte durch iranische Angriffe am Montag +++
Kuwait ist am Montag schwer von iranischen Geschossen getroffen worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden mindestens 19 Menschen verletzt. Eine Sprecherin des Energieministeriums erklärte, ein Treibstoffcontainer sei nach einem Drohnenangriff von Trümmerteilen getroffen worden. Auch aus der Raffinerie Mina al-Ahmadi, einer der größten des Landes, wurden Granateinschläge gemeldet. Früher am Tag gab der Generalstab der Armee den Tod eines Marine-Soldaten während eines Einsatzes bekannt. Im kleinen, ölreichen Kuwait sind seit den 1990er Jahren US-Soldaten stationiert. 1990 hatte das Nachbarland Irak das Land besetzt - woraufhin eine von den USA angeführte Militärkoalition einen Krieg gegen den Irak begann, der nach rund sechs Wochen mit der Niederlage des Irak endete.
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