Politik

Kinder und Kranke zuerstBundesregierung organisiert Flugzeuge zur Evakuierung von Touristen

02.03.2026, 15:40 Uhr
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Eine-Rauchwolke-verursacht-durch-einen-iranischen-Angriff-ist-im-Hintergrund-zu-sehen-waehrend-Flugzeuge-der-Emirates-nach-der-Schliessung-des-Flughafens-auf-dem-Dubai-International-Airport-geparkt-sind
Unweit des Flughafens in Dubai sind Rauchwolken zu sehen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Tausende Deutsche sitzen in der Golfregion fest. Die Bundesregierung will "vulnerable Gruppen" bei Rückflügen unterstützen, die von privaten Airlines wie der Lufthansa durchgeführt werden sollen. Bundeswehr-Maschinen sollen nur im Notfall aktiviert werden.

Die Bundesregierung will Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken, um von dort in Nahost gestrandete deutsche Reisende auszufliegen. Bundesaußenminister Johann Wadephul nannte die Hauptstädte der beiden Länder, Riad und Maskat, "also Orte, von denen noch geflogen werden kann". Wadephul habe dazu bereits mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen. Demnach habe die Airline "grundsätzlich Kapazitäten".

"Wir wollen Deutschen helfen, nach Hause zu kommen", sagte der Außenminister. Man sei in einer Großkrise, in der auch viele Deutsche betroffen seien. Neben der Lufthansa sei man auch mit TUI und dem Deutschen Reiseverband in Kontakt. Ein besonderer Blick gelte der Rückholung vulnerabler Personen wie Kinder, Kranke oder Schwangere. Die Bundesregierung könne auch Privatmaschinen aus Steuerzahlerkosten chartern und als letztes Mittel auf Flugzeuge der Bundeswehr zurückgreifen. Details müssten aber noch geklärt werden. So sei offen, wie viele Menschen an die jeweiligen Orte kommen könnten, von denen noch ausgeflogen werden könne.

Außenminister Wadephul teilte weiter mit, dass das Auswärtige Amt Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai entsenden werde. "Weitere Teams erkunden die Lage an den Grenzübergängen." Dabei gehe es um die Möglichkeit des Grenzübergangs in Richtung von Ländern wie den Oman und Saudi-Arabien, deren Luftraum noch geöffnet sei. Ein Team der deutschen Botschaft in Kairo unterstütze den Grenzübertritt aus Israel.

Luftraum im Nahen Osten weitgehend gesperrt

Die Fluggesellschaft Condor streicht unterdessen wegen der Angriffe im Nahen Osten mehrere Verbindungen aus ihrem Programm. Flüge zwischen Berlin sowie Stuttgart und Dubai würden bis einschließlich 5. März ausgesetzt, teilte die Airline in Frankfurt mit. Verbindungen von und nach Sulaymaniyah im Irak finden zudem bis einschließlich 3. März nicht statt.

Condor wolle betroffene Passagiere direkt informieren. Für Flüge von und nach Dubai, Beirut oder Sulaymaniyah mit Abflugdatum bis einschließlich 28. März biete Condor zudem kostenfreie Umbuchungen auf alternative Ziele im Streckennetz an. Gäste, die ihren Flug über eine Pauschalreise gebucht hätten, sollten sich an ihren Reiseveranstalter wenden.

Condor stehe in engem Austausch mit Behörden und Partnern und beobachte die Entwicklung kontinuierlich, teilte die Airline mit. "Abhängig von der Lage kann es in den kommenden Tagen zu weiteren Anpassungen im Flugplan kommen." Die Sicherheit der Gäste und Besatzungsmitglieder habe oberste Priorität, betonte Condor.

Wegen der Angriffe im Iran ist der Luftverkehr im Nahen Osten stark gestört. Auch die Lufthansa hat Flüge zu mehreren Zielen in der Region bis 8. März ausgesetzt und meidet den Luftraum im Nahen Osten weitgehend.

Quelle: ntv.de, bho/dpa/rts/AFP

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