Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:11 Selenskyj: Ukrainische ballistische Raketen könnten Russland schon im Herbst treffen +++

09.08.2026, 00:01 Uhr

Ballistische Raketen des ukrainischen Unternehmens Fire Point könnten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj voraussichtlich in zwei bis drei Monaten einsatzbereit sein. Die kleinere FP-7 befinde sich nach Angaben des Unternehmens derzeit im Zertifizierungsverfahren des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Dieses solle noch im August abgeschlossen werden. Die größere FP-9 könnte laut Fire Point im Spätherbst verfügbar sein. Das Unternehmen gibt für das System eine Reichweite von bis zu 855 Kilometern an – genug, um von Teilen der Ukraine aus Ziele in Moskau zu erreichen. Unabhängige Nachweise für diese Leistungsdaten oder einen vollständigen erfolgreichen Flugtest der FP-9 liegen bislang nicht vor.

+++ 21:04 Kiews Drohnenkommandeur fordert Schwächung von fünf Elemente russischer Kriegsmaschinerie +++

Das Ende des russischen Angriffskriegs hänge davon ab, ob der Kreml seine Fähigkeit verliere, den Krieg fortzuführen, erklärte Robert Browdi, Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme. Russland müsse demnach die Möglichkeit verlieren, den Krieg zu finanzieren, Waffen zu produzieren, rückwärtige Gebiete zu schützen, Personal zu rekrutieren und innenpolitisch den Eindruck von Stabilität und Kontrolle aufrechtzuerhalten. Die Ukraine müsse diese fünf Elemente der russischen Kriegsmaschinerie systematisch und asymmetrisch schwächen, sagte Browdi. Er rief die Bevölkerung zugleich zum Durchhalten auf: Es werde "noch schwieriger werden". Entscheidend seien intellektuelle und technologische Vorteile. Browdi steht als Kommandeur der ukrainischen Drohnenkräfte für eine auf skalierbare Drohnensysteme und Angriffe auf russische Kräfte im Hinterland ausgerichtete Strategie.

+++ 20:33 Selenskyj: 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom +++

Der jüngste russische Großangriff auf die Region um die ukrainische Küstenstadt Odessa hat in der Nacht zum Sonntag für einen massiven Stromausfall gesorgt. "Am Morgen waren mehr als 300.000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom; mittlerweile ist ein Drittel wieder mit Strom versorgt", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und zur Beseitigung der Schäden dauerten an. Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen waren mindestens sechs Menschen verletzt worden.

+++ 19:58 Russland zerstört Lager der Weltgesundheitsorganisation in Dnipro +++

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Dnipro ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein humanitäres Lager mit medizinischen Notfallvorräten zerstört worden. Das Lager sei am Freitag getroffen worden und habe Hilfsgüter für medizinische Einrichtungen in Frontnähe enthalten, schreibt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nun auf X. WHO-Mitarbeiter und Fahrer hatten nach Angaben Ghebreyesus’ zuvor 130 von rund 300 Paletten in Sicherheit gebracht. Verletzte seien nicht gemeldet worden. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bezeichnete den Angriff als schweren Schlag gegen lebenswichtige Medikamente für Krankenhäuser und Menschen an der Front.

+++ 18:42 Huss: "Ukraine blickt auf schwierigen Winter" +++

Russland nimmt gezielt die kritische Infrastruktur der Ukraine ins Visier, so etwa die Energie- und Wasserversorgung. Bereits jetzt zeichne sich deshlab ein "schwieriger" Winter ab, sagt die Politikanalystin Oksana Huss im Gespräch mit ntv.

+++ 17:36 Ukrainische Militäranalysten melden russische Vorstöße bei Kramatorsk und Bachmut +++

Russische Truppen sind nach Angaben der ukrainischen Militäranalysten von DeepState nahe Illiniwka im Bezirk Kramatorsk sowie in Tschassiw Jar im Bezirk Bachmut vorgerückt. DeepState zufolge verstärken die russischen Streitkräfte zugleich den Druck auf den Ballungsraum Slowjansk-Kramatorsk. Die Analysten berichten von anhaltenden Angriffen mit gelenkten Fliegerbomben, Raketenartillerie, Shahed-Drohnen und FPV-Drohnen; besonders nachts dauere der Beschuss nahezu ununterbrochen an. Auch andere Berichte dokumentieren den fortgesetzten russischen Vormarsch in Richtung Kramatorsk sowie schwere Angriffe auf die Stadt und die Region.

+++ 16:48 Ukrainische Drohnenkräfte melden Angriff auf Luftverteidigungssystems S-400 Triumf +++

Die ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme haben nach eigenen Angaben in der Nacht eine Stellung des russischen Luftverteidigungssystems S-400 Triumf bei Gelendschik in der Region Krasnodar angegriffen. Kommandeur Robert „Magyar“ Browdi erklärte in sozialen Netzwerken, die Stellung sei nach dem Angriff rund drei Stunden lang in Brand gewesen. Zudem seien in derselben Nacht ein Tor-System in der Oblast Rostow, ein Pantsir-S1-System nahe Jeisk in der Region Krasnodar sowie die Radarstationen Podljot-K1 und Kasta-2E2 in der Oblast Rostow angegriffen worden.

+++ 15:54 Selenskyj erwartet Einsatz von bis zu 50.000 nordkoreanischen Soldaten +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, den Einsatz Zehntausender nordkoreanischer Soldaten vorzubereiten. Es sei eine Entscheidung getroffen worden, 30.000 bis 50.000 Nordkoreaner auf russischem Territorium zu stationieren, schreibt Selenskyj auf X. Dies seien mehr als noch im Juli geschätzt. Woher er diese Informationen habe, führt er nicht aus. Selenskyj erklärt, die Ukraine würde sich sehr über Unterstützung aus Südkorea in einem Bereich freuen, in dem es einen Mangel gebe. Damit bezog er sich auf Systeme zur Luftverteidigung. "Wir sind bereit, auch am 'Drohnen-Deal' und in anderen Bereichen zu arbeiten", sagt er. Ukrainische Diplomaten stünden mit Seoul in Kontakt, um mögliche Geschäfte voranzutreiben. Zur Begründung seiner Sorge sagt Selenskyj, in der Ukraine seien bereits nordkoreanische Raketen gefunden worden. "Es ist absolut klar, dass Nordkorea weiterhin Erfahrungen in der modernen Kriegsführung sammeln, Lizenzen von Russland erhalten und alle Arten von militärischem Gerät von ihnen bekommen wird."

+++ 15:05 Putin telefoniert angeblich mit Kommandeur - der ist aber schon tot +++

Der Kreml hat ein Transkript eines angeblichen Telefonats zwischen Präsident Wladimir Putin und dem Kommandeur der 76. Garde-Luftlandedivision veröffentlicht. Darin berichtet der Gesprächspartner über die Lage seiner Einheit im Raum Dobropillja und behauptet Geländegewinne in Richtung Pokrowsk, darunter in Hryschyne, Nowooleksandriwka, Wassiliwka und Schewtschenko. Die Stimme stellt sich in der Aufnahme als Oberst Abdulasis Schichabidow vor. Mehrere russische Quellen hatten jedoch bereits im Mai 2025 seinen Tod gemeldet. Demnach war er am 10. März 2025 getötet worden. Als aktueller Kommandeur der 76. Garde-Luftlandedivision wird Denis Schischow genannt. Putin selbst spricht den Gesprächspartner im veröffentlichten Telefonat nicht mit Namen an.

+++ 14:29 Zahl der Verletzten in Charkiw steigt auf 37 +++

Die Zahl der Verletzten nach einem russischen Angriff auf Charkiw ist offenbar auf 37 gestiegen. Das meldet das Portal Ukrainska Pravda unter Berufung auf den Bürgermeister der Stadt. Unter den Verletzten ist demnach auch ein fünfjähriger Junge. Eine Person sei getötet worden. Zuvor hatten Behörden von zwei Toten gesprochen.

+++ 14:00 Papst fordert Schutz für Zivilisten in Ukraine und Russland +++

Papst Leo beklagt die Tötung unschuldiger Menschen in der Ukraine und in Russland und fordert ein Ende des Konflikts. Er erneuere seinen eindringlichen Appell, das humanitäre Völkerrecht zu achten und die Angriffe auf zivile Ziele auf beiden Seiten einzustellen, sagt das Kirchenoberhaupt vor Gläubigen, die sich in der Vatikanstadt versammelt hatten. "Die tragischen Vorfälle nehmen zu und fordern eine stetig wachsende Zahl ziviler Opfer, darunter auch Kinder", sagt das Kirchenoberhaupt.

+++ 13:29 Russland meldet Einnahme von zwei Dörfern in Region Donezk +++

Russland hat nach Angaben seines Verteidigungsministeriums die Ortschaften Wasjutynske und Torezke in der ostukrainischen Region Donezk eingenommen. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur RIA. Die Angaben lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen.

+++ 12:51 Selenskyj schätzt russische Schäden auf "Billionen Rubel" +++

Die Ukraine beendet ihre 40-tägige Operation gegen die russische Energie-Infrastruktur. Präsident Wolodymyr Selenskyj zieht jetzt Bilanz: Er bezeichnet sie als "sehr erfolgreich", die Verluste gingen in die "Billionen Rubel".

+++ 12:15 Selenskyj wirft Russland "ballistischen Terror" vor +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland "ballistischen Terror" vor und erklärt, 61 Raketen verschiedenen Typs seien in den vergangenen Tagen auf die Ukraine abgefeuert worden. "Mehr Druck, mehr Sanktionen gegen Russland und mehr Luftabwehr für die Ukraine sind nötig", schreibt er auf X.

+++ 11:30 Bericht: Russland greift Ölraffinerien in Sumy an +++

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Ölraffinerien in der nordostukrainischen Region Sumy angegriffen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Interfax. Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA berichtet, der Angriff habe Ölförderanlagen im Bezirk Ochtyrka zum Ziel gehabt. Die Angaben können bislang nicht unabhängig überprüft werden.

+++ 11:08 Selenskyj: Acht Verletzte nach Angriff auf Hafen von Odessa +++

Bei einem russischen Angriff auf den ukrainischen Hafen von Odessa sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj acht Menschen verletzt worden. Die Hafenanlagen seien in der Nacht beschädigt worden, sagt Selenskyj. "Damit führen die Russen Krieg gegen die weltweite Ernährungssicherheit." Die Häfen von Odessa sind die Hauptroute für die umfangreichen Agrarexporte der Ukraine. Zuvor hatten Behörden sechs Verletzte gemeldet (siehe Eintrag um 07:10 Uhr).

+++ 10:28 Behörden melden drei Tote bei ukrainischem Angriff auf Belgorod +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod sind in der Nacht offenbar drei Menschen getötet worden. Dies teilen die örtlichen Behörden mit. Unterdessen steigt die Zahl der Verletzten demnach auf 25. Zuvor war von 13 Verletzten die Rede gewesen (siehe Eintrag um 05:01)

+++ 09:54 Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei +++

Die Ukraine kauft in der Türkei ein größeres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst. Zu dem Geschäft gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M270, mehr als 2500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47.000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition, wie das ukrainische Militärportal "Militarnyj" berichtet. Es stützt sich dabei auf die offizielle Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress zu dem geplanten Weiterverkauf. Demnach befürwortet die US-Regierung das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar (245 Millionen Euro). Es gilt als genehmigt, wenn die Parlamentskammern Senat und Repräsentantenhaus nicht binnen 30 Tagen widersprechen. Die Türkei wolle Waffen älterer Bauart verkaufen, heißt es. Die Ukraine wiederum könne ihre Feuerkraft bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges damit verstärken.

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Eine Einheit der 8. US Armee feuert eine Artillerie-Kurzstreckenrakete vom Typ ATACMS ab. (Foto: picture alliance/dpa/yonhap)

+++ 09:17 Russische Angriffe auf ukrainische Schwarzmeer-Häfen +++

Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht die ukrainische Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer angegriffen. In den Häfen von Odessa und Tschornomorsk sowie in nahegelegenen Ortschaften seien Treibstofflager getroffen worden, teilt das Ministerium mit. Diese seien für die Versorgung des ukrainischen Militärs genutzt worden. Die Angaben lassen sich bislang nicht unabhängig überprüfen.

+++ 08:17 Bericht: Zwei Tote bei russischem Angriff auf Charkiw  +++

Bei einem russischen Angriff auf Charkiw sind offenbar zwei Menschen getötet worden. Das berichten ukrainische Medien mit Verweis auf den Gouverneur der Region. Zudem sei eine Person mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. 

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Ein Wohnhaus in Charkiw, das von einer russischen Drohne getroffen wurde. (Foto: REUTERS)

+++ 07:10 Ukraine meldet sechs Verletzte nach russischem Angriff auf Odessa +++

Bei einem russischen Raketenangriff auf Odessa sind in der Nacht offenbar sechs Menschen verletzt worden. Das schreibt die Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf den Leiter der Militärverwaltung der Stadt. Demnach wurden Wohngebäude und Infrastruktur beschädigt. 

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Rettungskräfte sind in Odessa nach einem russischen Raketenangriff im Einsatz. (Foto: REUTERS)

+++ 06:25 Rheinmetall-Chef unter Personenschutz: "Kneifen gilt nicht" +++

Rheinmetall-Chef Armin Papperger, eine der meist geschützten Persönlichkeiten Deutschlands, lässt sich von möglichen Anschlagsrisiken nicht einschüchtern. "Kneifen gilt nicht in dem Bereich", sagt der Chef des größten deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall der Deutschen Presse-Agentur. "Die Jobs müssen gemacht werden, und wer einknickt, der gehört nicht in so einen Job." Papperger steht wegen möglicher russischer Mordpläne seit längerem unter Polizeischutz und hat Personenschützer, die auch in der Düsseldorfer Konzernzentrale stets an seiner Seite sind. Das Schutzniveau für den Rheinmetall-Chef gleicht jenem für den Bundeskanzler. "Es ist bekannt, dass man mein Gartenhäuschen abgebrannt hat und dass es Demonstrationen vor meinem Haus gab", sagte der Rüstungsmanager. "Wenn das eine Bedrohung ist, ja - dann müsste ich mich vielleicht bedroht fühlen." Auf der anderen Seite schütze ihn der Staat so weit, wie es irgendwie möglich sei. "Aber in einem anderen Job hätte ich sicherlich eine geringere Bedrohungslage", so Papperger. Rheinmetall liefert umfangreich Waffen an die von Russland angegriffene Ukraine und baut dort auch Werke auf.

+++ 05:01 Massiver Drohnenangriff auf Belgorod +++

Das ukrainische Militär hat offenbar einen großangelegten Drohnenangriff auf das russische Belgorod gestartet. Online kursieren zahlreiche Videos und Bilder, die Einschläge und Brände in der Stadt zeigen sollen. Getroffen wurden laut dem unabhängigen russischen Telegram-Kanal Astra Gebäude in der Nähe eines FSB-Hauptquartiers und eines Wärmekraftwerks. Der Gouverneur der Region spricht von 13 Verletzten. Belgorod liegt gut 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.

+++ 03:22 Dobrindt: "Sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung" +++

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will die Forschung zur Drohnensicherheit ausbauen. "Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können", sagt er der "Bild am Sonntag". Am 18. August solle am Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt in Sachsen-Anhalt eine Forschungseinrichtung für Drohnensicherheit errichtet werden. Deutschland befinde sich nicht im Krieg, "aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung", so der CSU-Politiker. "Spionage, Sabotage, Cyberangriffe oder verdeckte Aktionen fremder Mächte mit dem Ziel, Deutschland zu destabilisieren oder direkt Schaden zuzufügen, sind ständige Realität."

+++ 01:10 Europa laut Studie unzureichend auf russische Drohnenkampagne vorbereitet +++

Europas Drohnenabwehr wird laut einer Studie der derzeitigen Bedrohungslage nicht gerecht. "Die Erkennung ist uneinheitlich, rechtliche Zuständigkeiten sind fragmentiert, Reaktionsmöglichkeiten sind häufig unverhältnismäßig, und die Zuordnung der Verantwortlichkeit erfolgt weiterhin zu langsam, um eine rechtzeitige Abschreckung zu ermöglichen", heißt es in einer Stellungsnahme des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London zusammen mit der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, aus der der "Tagesspiegel" zitiert. Laut der Studie des ISS wurden zwischen August 2024 und Februar 2026 insgesamt zwölf verdächtige unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) im Luftraum von zwölf Nato-Mitgliedstaaten sowie Irland festgestellt. "Wir bewerten es als wahrscheinlich, dass mit Russland verbundene Schiffe und die sogenannte 'Schattenflotte' als Start- und Rückholplattformen für UAVs genutzt wurden, als Teil des umfassenderen unkonventionellen Krieges des Kremls gegen Europa", heißt es in dem Papier.

+++ 23:36 Selenskyj: USA werden monatlich Patriot-Raketen liefern - aber nicht genügend +++

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mit den USA eine Vereinbarung über monatliche Lieferungen von Patriot-Abfangraketen getroffen. Die zugesagten Mengen reichten jedoch nicht aus, um den Bedarf der ukrainischen Luftverteidigung zu decken, sagt Selenskyj bei einem Treffen mit Journalisten. Wie viele Raketen die Ukraine monatlich erhalten soll, lässt Selenskyj offen. Er warnt zugleich, dass 2026 weniger Patriot-Raketen verfügbar sein würden. Die Ukraine fordert seit Monaten zusätzliche Abfangraketen, sie vor allem zur Abwehr russischer ballistischer Raketen nötig sind.

+++ 22:16 Türkei: Russland und die Ukraine sollen Angriffe im Schwarzen Meer stoppen +++

Nach mehreren Angriffen auf Handelsschiffe hat die Türkei von Russland und der Ukraine einen vorläufigen Stopp der Angriffe im Schwarzen Meer gefordert. Der türkische Außenminister Hakan Fidan forderte in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu "die Einrichtung eines Mechanismus, um die Vereinbarung eines Moratoriums zu ermöglichen". "Der Konflikt hat sich auf das gesamte Schwarze Meer ausgeweitet", sagte Fidan zur Begründung. Das Ziel der Angriffe seien erst Häfen und Kriegsschiffe gewesen, mittlerweile würden "ohne Unterschied" auch Handelsschiffe angegriffen. Auch türkische Schiffe und Schiffe unter türkischer Flagge seien schon betroffen gewesen. Am Montag waren im Schwarzen Meer zwei Schiffe türkischer Reeder mit Drohnen angegriffen worden, mehrere Besatzungsmitglieder wurden dabei verletzt. Ankara hatte die Angriffe am Dienstag verurteilt und vor einer weiteren Gefährdung der zivilen Schifffahrt gewarnt.

+++ 21:01 Belgische Firma bleibt trotz Verbots in russischer Drohnenzone aktiv +++

Ein belgisches Unternehmen betreibt weiterhin ein Werk in der russischen Sonderwirtschaftszone Alabuga, obwohl EU-Unternehmen ihre dortigen Aktivitäten grundsätzlich bis zum 25. Januar 2026 beenden mussten. Für einen weiteren Betrieb beantragte die Firma nach Angaben des ukrainischen Portals Kyiv Independent eine Ausnahmegenehmigung. Nach Angaben des belgischen Föderalen Öffentlichen Dienstes Wirtschaft wurde bislang keinem belgischen Unternehmen eine solche Genehmigung nach der einschlägigen EU-Sanktionsverordnung erteilt. Betroffen ist auch der Hygieneartikelhersteller Drylock Technologies, dessen Werk weiter in Alabuga aktiv ist. Die Sonderwirtschaftszone gilt als zentraler Standort der russischen Drohnenproduktion. Dort werden unter anderem Geran- und Shahed-Drohnen gefertigt.

+++ 19:52 USA setzen General für Koordinierung der Ukraine-Unterstützung ab +++

Das Pentagon hat Generalleutnant Charles Costanza, Kommandeur des V. Korps der US-Armee und zuständig für die Koordinierung der US-Militärhilfe für die Ukraine, laut US-Medienberichten vorzeitig abgesetzt. Das teilweise in Polen stationierte Korps koordiniert zudem US-Militäroperationen in Europa und die amerikanische Präsenz an der Nato-Ostflanke. Die Gründe für Costanzas Absetzung knapp zwei Monate vor dem vorgesehenen Ende seiner Amtszeit blieben zunächst unklar. Brigadegeneral John B. Mountford führt das V. Korps vorübergehend; Generalmajor Thomas Feltey soll im Oktober übernehmen. Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle war die Entscheidung nicht politisch motiviert.

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