Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:55 "Respektlosigkeit von Trump löst viel Wut in Kiew aus" +++
Dass Donald Trump offen Wolodymyr Selenskyj anzweifelt, sorgt in der Ukraine nicht nur für Fassungslosigkeit. Wie ntv-Reporterin Kavita Sharma vor Ort in Kiew erfährt, steigt auch die Angst vor noch mehr Druck seitens der USA.
+++ 09:37 Kiew ruft Einwohner auf, sich Vorräte anzulegen +++
Die Behörden von Kiew rufen die Einwohner der Stadt auf, Vorräte an Wasser, Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern anzulegen, für den Fall, dass verstärkte russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zu weiteren Ausfällen bei der Strom- und Wasserversorgung führen. Das meldet die Nachrichtenseite "New Voice of Ukraine". Die Stadtverwaltung von Kiew habe mitgeteilt, dass Fachkräfte der Energieversorger rund um die Uhr daran arbeiten, die Stromversorgung wiederherzustellen.
+++ 09:23 Kiew und Umland ohne Strom +++
In Kiew und in der Region rings um die ukrainische Hauptstadt hat der Netzbetreiber Ukrenerho Notabschaltungen durchgeführt. Damit seien die üblichen Fahrpläne für die Stromversorgung nicht gültig, meldet die Nachrichtenseite RBC. Infolge des massiven Beschusses mit Raketen und Drohnen ist die Stromversorgung vor allem der Hauptstadtregion eingeschränkt. Neben planmäßigen Unterbrechungen kommt es immer wieder auch zu Notabschaltungen.
+++ 09:04 Nach ukrainischen Angaben hat Russland weitere 1900 Soldaten verloren +++
In den letzten 24 Stunden sind nach Zählung der ukrainischen Armee mehr als 1900 russische Soldaten gefallen oder schwer verwundet worden. Der Generalstab der ukrainischen Armee schreibt in seinem morgendlichen Bericht, Russland habe 1930 Soldaten verloren. Der Verlust der russischen Armee seit Beginn des Kriegs beläuft sich nach dieser Zählung auf mehr als 1,55 Millionen Menschen, genau 1.552.840. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen.
+++ 08:37 BSW-Politikerin fordert deutschen "Diesel-Deal" +++
Das BSW setzt sich für russische Energielieferungen nach Deutschland ein. "Auch Deutschland braucht einen Diesel-Deal mit Russland", sagt Claudia Wittig, stellvertretende BSW-Fraktionsvorsitzende im Landtag in Sachsen-Anhalt. Die Preise an deutschen Tankstellen seien ein Skandal. "Die Sanktionspolitik gegen Russland, die vor allem uns schadet, ist auf ganzer Linie gescheitert."
Die hohen Spritpreise sind allerdings eine Folge der Blockade in der Straße von Hormus, die wiederum eine Folge von Trumps Iran-Krieg ist. Russisches Öl importiert Deutschland bereits seit Jahren nicht mehr.
+++ 08:20 Ukraine schießt 94 Drohnen ab +++
Die ukrainische Luftabwehr hat in der Nacht nach eigenen Angaben 94 von 116 russischen Drohnen abgewehrt, berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform. 95 der 116 Drohnen waren von der neuartigen Variante mit Düsenantrieb, die der ukrainischen Luftabwehr seit einiger Zeit verstärkt Probleme bereitet. Von den Düsen-Drohnen konnten dem Bericht zufolge 74 abgewehrt werden.
+++ 07:55 Wer ist Putins Marionette? "Hillary Clinton hatte recht" +++
Die "Republicans against Trump" haben auf X ein altes Video aus dem Wahlkampf von 2016 gepostet. Es zeigt ein TV-Duell von Trump und der damaligen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Putin habe keinen Respekt vor dieser Person, sagt Trump darin und zeigt auf Clinton. Die entgegnet, Putin wolle halt lieber "eine Marionette" im Weißen Haus. "Sie sind die Marionette. Nein, Sie sind die Marionette", entgegnet Trump. Clinton wirft ihm vor, Putin nach dem Mund zu reden, die Nato zerstören zu wollen und generell "alles zu machen, was er will". Offenbar mit Blick auf den jüngsten Diesel-Deal von Trump und Putin bilanzieren die Anti-Trump-Republikaner: "Hillary Clinton hatte recht."
+++ 07:11 Drittes Yandex-Zentrum in Russland nach Drohnen-Angriff vom Netz +++
Ein Rechenzentrum des russischen Technologieunternehmens Yandex ist nach einem offenbar ukrainischen Drohnenangriff vollständig abgeschaltet worden, berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass. Der Angriff ist dritte, der sich gegen Yandex-Rechenzentren in Russland richtet: Bereits am 8. und 9. Oktober gab es Angriffe auf andere Standorte des Unternehmens.
Am 8. Oktober hatte Präsident Selenskyj erklärt, die Ukraine reagiere damit auf russische Angriffe gegen ukrainische Rechenzentren. "Wir reagieren immer auf gleiche Weise", sagte er.
+++ 06:46 CDU fordert von SPD Rauswurf Schröders +++
Der CDU-Sozialflügel fordert die SPD auf, Altkanzler Schröder nach seinem Putin-Besuch aus der Partei zu werfen. "Die SPD sollte die Causa Schröder final für sich klären und ihn endlich vor die Tür setzen", sagt CDA-Chef Dennis Radtke dem "Tagesspiegel": "Ein ehemaliger Bundeskanzler, der angeblich zu krank ist, um einem Untersuchungsausschuss beizuwohnen, aber mit Putin Geburtstag feiert und einen neuen Nebenjob in Russland antritt, ist eine Schande für unser Land. Wie kann man diesen Fall von moralischer Insolvenz als SPD noch verteidigen?" Nach dem Scheitern früherer Versuche sei er skeptisch, sagt Ulf Kämpfer, Vorsitzender der SPD Schleswig-Holstein, der Zeitung: "Ob mit oder ohne Parteibuch: Die Wege der SPD und von Gerhard Schröder haben sich schon vor vielen Jahren getrennt." Ratschläge aus anderen Parteien brauche die SPD dazu sicher nicht, betont Kämpfer, der Kieler Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist. Schröders Besuch von Putins Geburtstagsfeier sei "an Zynismus nicht zu überbieten, aber auch nicht überraschend". Schröder lebe "schon lange in seiner eigenen Welt".
+++ 05:43 Kind bei russischem Angriff auf Dnipropetrowsk getötet +++
Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf das Gebiet Dnipropetrowsk wurde ein Kind getötet und fünf weitere Personen, darunter zwei Kinder, verletzt, wie die der "Kyiv Independent" berichtet. Nach Angaben regionaler Beamter wurde der Junge getötet, als russische Streitkräfte eine Munition aus einer Drohne auf die Ortschaft Pokrovske im Bezirk Nikopol abwarfen. Unter den Verletzten befanden sich ein zehnjähriges Mädchen und ein zwölfjähriger Junge, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Auch ein 47-jähriger Mann und zwei Frauen im Alter von 49 und 61 Jahren wurden verletzt. Russische Streitkräfte griffen das Gebiet Dnipropetrowsk im Laufe des Tages mehr als 30 Mal mit Drohnen und Artillerie an, schreibt Gouverneur Oleksandr Hanzha.
+++ 04:40 Republikaner will Trumps Diesel-Deal im US-Kongress stoppen +++
Der republikanische Abgeordnete Brian Fitzpatrick will den Diesel-Deal zwischen Donald Trump und Wladimir Putin im US-Kongress stoppen. Fitzpatrick kündigt an, dass in den kommenden Tagen ein überparteilicher Gesetzesentwurf eingebracht werde, der alle Käufe von russischem Öl untersagt. "Wir werden einen überparteilichen Gesetzesentwurf einbringen, um jegliche Käufe von russischem Öl zu unterbinden. … Er wird dem Repräsentantenhaus per Antrag vorgelegt und mit überwältigender Mehrheit verabschiedet werden", schreibt der Republikaner auf der Plattform X.
+++ 03:53 Bericht: Selenskyjs Berater geschockt von Trumps Drohungen +++
Der Reporter der "Bild"-Zeitung, Paul Ronzheimer, berichtet aus Kiew, die Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seien geschockt von den Nachrichten aus Washington. US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Diesel-Deal mit Putin einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert. Ein enger Selenskyj-Berater habe ihm gesagt, ihnen sei klar gewesen, dass die Ukraine während des Wahlkampfs für die US-Zwischenwahlen im November wieder in den Fokus geraten würden, berichtet Ronzheimer auf der Plattform X. Aber damit hätten sie nicht gerechnet. Die größte Sorge sei, dass Trump tatsächlich die Geheimdienstkooperation beende, womit er gedroht hatte, sollte die Ukraine weiterhin Ölanlagen in Russland angreifen.
+++ 02:50 "Widerwärtig und lächerlich": Boris Johnson greift Trump an +++
Der frühere britische Premier Boris Johnson hat den Diesel-Deal zwischen Washington und Moskau mit scharfen Worten kritisiert. "Es ist widerwärtig, dass die USA nun die Sanktionen gegen russischen Treibstoff aufheben, und durchschaubar lächerlich, die Ukraine für den Preisanstieg zu verantworten, der offensichtlich mit der Schließung der Straße von Hormus begann", schreibt Johnson auf X. "Putin ermordet täglich unschuldige ukrainische Zivilisten. Die Ukrainer kämpfen um ihr Leben. Und doch scheint das Weiße Haus entschlossen zu sein, amerikanische Autofahrer zu zwingen, Putins Massaker zu finanzieren. Es wird nicht funktionieren, und ich bezweifle, dass es viel am Preis des Treibstoffs ändern wird."
+++ 01:49 Strack-Zimmermann: Trump stellt sich auf Seite des Mörders +++
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat den Ruf von US-Präsident Donald Trump nach einem Präsidentenwechsel in der Ukraine scharf zurückgewiesen. "Wenn Trump Selenskyj zum Rücktritt auffordert, stellt er sich unmissverständlich auf die Seite des Mörders", sagt die FDP-Politikerin dem "Tagesspiegel": "Über die Führung der Ukraine entscheiden alleine die Ukrainerinnen und Ukrainer in freien Wahlen, nicht das Weiße Haus und schon gar nicht der Kreml." Strack-Zimmermann fügt hinzu: "Putin gehört nach Den Haag, seine Opfer unterstützt." Mit seinen erneuten Attacken auf Verbündete und demokratische Institutionen schwäche Trump den Westen und beschädige die Demokratie. Das sähen auch viele US-Amerikaner so. "Europa muss daher unbeirrt klaren Kurs halten und zur Ukraine stehen, auf die USA ist momentan kein Verlass", sagt sie.
+++ 00:47 Nach Schlagabtausch mit Trump: Burnham bekundet Selenskyj "uneingeschränkte Solidarität" +++
Nach einem Schlagabtausch zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump stellt sich der britische Premierminister Andy Burnham hinter Selenskyj. Burnham telefonierte nach Angaben seines Büros in der Londoner Downing Street am Samstag mit Selenskyj und bekundete seine "uneingeschränkte Solidarität". Die vergangenen 24 Stunden seien für die Ukraine "schwierig gewesen", sagte Burnham demnach. Burnham und Selenskyj sprachen den Angaben zufolge auch darüber, wie wichtig es sei, "den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten". Burnham habe in dem Telefonat klargestellt, dass Großbritannien "seine Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen und zusätzliche Maßnahmen ergreifen wird, um die russische Kriegsmaschinerie zu schwächen". Burnham und Selenskyj vereinbarten den Angaben zufolge auch, sich in den kommenden Tagen persönlich zu treffen.
+++ 23:44 Trumps früherer Vize Pence: Diesel-Deal mit Putin ist "Verrat" +++
Der frühere US-Vizepräsident Mike Pence hat die Vereinbarung zwischen Washington und Moskau über die Lieferung von Diesel aus Russland als sinnlos und "Verrat am Vermächtnis und an der Führungsrolle des verstorbenen Senators Lindsey Graham" bezeichnet. "Während die Ukraine um ihr Überleben kämpft, setzt Putins Kriegsmaschinerie ihren terroristischen Krieg gegen die Zivilbevölkerung fort, und jeden Tag sterben unschuldige Ukrainer", schreibt Pence auf X. "Anstatt nun die harten Sanktionen umzusetzen, für deren Verabschiedung Lindsey Graham bis zu seinem letzten Atemzug gekämpft hat, hat Präsident Trump angekündigt, dass die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen russische Energielieferungen aufheben und damit Putins Kriegsmaschinerie befeuern." Es sei an der Zeit, der russischen Aggression entschlossen entgegenzutreten, "so wie wir es während der ersten Amtszeit von Präsident Trump gemacht haben". Pence war unter Trump zwischen 2017 und 2021 Vizepräsident der USA.
+++ 22:39 Nach Diesel-Deal mit den USA: Moskau hebt Exportverbot teilweise auf +++
Nach der Diesel-Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin hat die russische Regierung das Exportverbot für Dieselkraftstoff teilweise aufgehoben. Der Beschluss, der sofort in Kraft tritt, ermöglicht es, zunächst 500.000 Tonnen auf den Weltmarkt zu bringen, berichtet die Staatsagentur Tass unter Berufung auf eine Mitteilung der Regierung in Moskau. Die russischen Ölkonzerne wurden angewiesen, zur Umsetzung des Beschlusses "unverzüglich damit zu beginnen, Verträge über die Lieferung von Dieselkraftstoff mit ausländischen Vertragspartnern abzuschließen". Russland hatte den Export von Diesel verboten, um den eigenen Markt bedienen zu können. Ukrainische Drohnenangriffe gegen Raffinerien in verschiedenen Städten Russlands hatten zeitweise für einen Engpass auf dem heimischen Markt gesorgt.
+++ 22:00 Expertin: Diesel-Deal zwischen Trump und Putin wird Preise kaum verändern +++
Die Diesel-Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin wird nach Ansicht der IW-Ökonomin Samina Sultan weder an Tankstellen in den USA noch in Deutschland zu niedrigeren Preisen führen. Die sofort zugesagte Menge von mehr als 300.000 Tonnen Diesel sei zu wenig, um einen großen Unterschied zu machen, sagt Sultan. "Der Weltmarktpreis wird sich nicht signifikant ändern", so die Expertin vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA liegt der Verbrauch von Diesel und anderen Destillat-Kraftstoffen in den USA derzeit bei durchschnittlich rund 3,77 Millionen Barrel täglich. Das entspricht umgerechnet etwa 500.000 Tonnen. Eine Menge von 300.000 Tonnen würde damit rechnerisch den US-Verbrauch für gut 14 Stunden decken. US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin eine Vereinbarung zu Lieferungen von Diesel aus Russland verkündet. Die USA wollen dafür vorübergehend Sanktionen gegen russischen Diesel aufheben. Trump steht in den USA angesichts gestiegener Spritpreise vor den wichtigen Zwischenwahlen stark unter Druck. Sultan spricht angesichts dessen von einer eher "symbolischen Handlung". Bei weiteren Lieferungen sei zudem fraglich, inwiefern Russland überhaupt liefern könne. In den vergangenen Monaten verstärkte die Ukraine ihre Angriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland. Die Folgen sind dort deutlich spürbar.
+++ 21:30 Anzahl der Getöteten nach russischem Angriff in Saporischschja steigt auf mindestens 20 +++
Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine (siehe Eintrag von 15:00 Uhr) mindestens 20 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern in der Stadt Saporischschja seien drei Minderjährige, 18 Personen seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz mit. Such- und Rettungsarbeiten dauerten am Samstagabend an. Insgesamt seien in der vergangenen Nacht 13 ukrainische Regionen attackiert und Wohnhäuser, Infrastruktur und Eisenbahneinrichtungen beschädigt worden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Die Nacht habe einmal mehr gezeigt, dass Russland nachlassenden Druck als Signal verstehe, weiter Krieg führen und Bomben auf Städte werfen zu können.
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