Baden-Württemberg-Wahl im Liveticker+++ 10:57 SPD-Regierungschef setzt in Rheinland-Pfalz auf "Özdemir"-Effekt +++
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat sich trotz der schweren Niederlage für seine Partei in Baden-Württemberg zuversichtlich gezeigt, die Landtagswahl in seinem Bundesland zu gewinnen. Das Wahlergebnis im Nachbarland mache ihn "überhaupt nicht nervös", sagt Schweitzer im Deutschlandfunk. Die CDU habe gezeigt, dass sie mit Debatten über die Erstattung von Zahnarztbesuchen oder dem Vorwurf der "Lifestyle"-Teilzeit "die Menschen verunsichert". Er sehe im Ergebnis des grünen Wahlsiegers Cem Özdemir in Baden-Württemberg "eigentlich eine starke Ermutigung" für sich, sagt Schweitzer. Denn Özdemir habe gezeigt, "dass die Aufholjagd, wenn es um die Frage, wer regiert denn dann in diesem Land, geht, tatsächlich dann auch die CDU nicht in den Vorteil bringt." So sei es auch in Rheinland-Pfalz, wo am 22. März gewählt wird. Dies gebe ihm "Rückenwind".
+++ 10:17 Nach verlorener Wette: FDP-Politikerin kündigt Glatze an +++
FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner macht ernst und will sich nach einer verlorenen Wette zur baden-württembergischen Landtagswahl eine Glatze rasieren. "Liberale stehen zu ihrem Wort - auch in einer Niederlage. Genauso entschlossen, wie wir der Gegenentwurf zu Stillstand und Pessimismus sind, halte ich auch Wort" sagt Büttner der "Rheinischen Post". Wann und wo sie zur Tat schreiten wird, erklärte sie nicht. Büttner hatte im Januar der "Schwäbischen Zeitung" gesagt, sie liebe ihre lockigen Haare, werde sie aber abrasieren, sollte die FDP den Wiedereinzug in den Landtag von Baden-Württemberg nicht schaffen: "Alles weg. Radikal." Die FDP scheiterte bei der Wahl am Sonntag an der Fünf-Prozent-Hürde.
+++ 09:58 Özdemir kann beim Sieg auf historische Glückskrawatte setzen +++
Bei der Wahl seiner Krawatte hat sich Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir in Baden-Württemberg auf ein bewährtes Vorbild verlassen. Er wählte für den Wahlabend den grün-weiß gestreiften Schlips, den der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Wahlsieg 2011 getragen hatte. Die Krawatte habe er Özdemir geschenkt, sagt Kretschmann nach der Landtagswahl in Stuttgart. Er dürfe sie auch behalten. "DIE Krawatte trägt sich auch 15 Jahre später noch gut!", schreibt die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur auf Instagram zu zwei entsprechenden Fotos. Geht es allerdings nach seiner Parteifreundin, muss Özdemir bei künftigen Wahlen auf den Schlips in Parteifarben verzichten: "Die Krawatte nehme ich ihm an Altweiber 2027 gerne ab!", schreibt Neubaur scherzhaft weiter.
+++ 09:17 Kritik an Parteispitze: Strack-Zimmermann geht auf Distanz zum FDP-Chef +++
FDP-Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist nach dem Wahldebakel der FDP in Baden-Württemberg auf Distanz zum Parteivorsitzenden Christian Dürr gegangen. "Christian Dürr hat in schwierigster Lage Verantwortung übernommen. Personaldebatten lassen sich nach solchen Niederlagen nicht einfach wegmoderieren", sagt die Europapolitikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Partei muss offen und ernsthaft darüber sprechen, wie sie sich organisatorisch und personell aufstellt." Wichtig sei aber vor allem die inhaltliche Klärung. Strack-Zimmermann betont: "Wir müssen wieder klar zeigen, wofür wir stehen. Die Menschen erwarten Lösungen und sichtbare Politik und nicht nur Kritik an dem, was andere machen." Liberalismus bedeute wirtschaftliche Stärke, Innovation, Sicherheit und individuelle Freiheit. "Wir müssen überzeugend erklären, dass genau diese Politik Wohlstand schafft", fordert die Verteidigungspolitikerin.
+++ 08:27 Grüne und CDU holen gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag +++
Mit hauchdünnem Vorsprung vor der CDU haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Beide Parteien sicherten sich 56 Mandate im Stuttgarter Landtag. Die von Cem Özdemir angeführten Grünen konnten sich bei dem Urnengang insgesamt knapp 30.000 mehr Zweitstimmen sichern als die CDU.
+++ 07:52 Grüne tätowieren sich Brezeln zum Wahlsieg +++
Die kleinen Brezel-Tattoos auf den Oberarmen sind zierlich: Bei der Grünen-Wahlparty in Stuttgart hat ein Tätowierer unter anderem Wahlkampf-Helfer der Grünen nach dem Sieg der Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg tätowiert. "Wir haben im Team gesagt, dass wir uns ein Brezel-Tattoo stechen lassen, wenn der Wahlkampf erfolgreich ist", sagt Wahlkampf-Helferin Svenja. "Und wir haben gesagt, er war sehr erfolgreich." Ihre Kollegin Frieda Fiedler erzählte, bei jedem Termin hätten Spitzenkandidat Cem Özdemir und das Team Butterbrezeln angeboten bekommen. Die Brezel sei damit letztlich zum Wahlkampf-Symbol geworden. Zu ihrem Tattoo sagt sie: "Das wird mich immer an unseren Wahlsieg heute Abend erinnern - und an Brezeln."
+++ 07:13 Nouripour: Wahlerfolg Özdemirs "Blaupause" für grüne Bundespartei +++
Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour sieht im Wahlerfolg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg ein Vorbild für die Gesamtpartei. Die Wahl sei "eine Blaupause, wie Bündnisgrüne auch bundesweit wieder breiter mehrheitsfähig werden können", sagt Nouripour dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir müssen dabei nicht überall gleich klingen. Unterschiedliche Bundesländer, Milieus und Lebensrealitäten vertragen auch unterschiedliche Tonlagen und Schwerpunkte." Özdemir sei "ein Meisterstück gelungen", sagt Nouripour, der wie dieser dem Realo-Flügel der Grünen angehört. "Er zeigt, dass grüne Politik Mehrheiten gewinnen kann, wenn sie den Menschen zuhört, sich an ihrer Lebensrealität orientiert und den Platz in der gesellschaftlichen Mitte beansprucht."
+++ 06:36 Nach schmerzhafter Pleite: FDP-Nachwuchs geht auf Parteiführung los +++
Nach dem Debakel der FDP bei der baden-württembergischen Landtagswahl mahnt der Chef der Jungen Liberalen, Finn Flebbe, personelle Konsequenzen in der Bundespartei an. "Dieses Ergebnis illustriert einmal mehr: Nach der Bundestagswahl hat es keinen wirklichen Neuanfang gegeben, die FDP ist unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle stagniert", sagt Flebbe dem "Spiegel" . "Zur Hälfte der Amtszeit des FDP-Bundesvorstands fällt das Halbjahreszeugnis deshalb ungenügend aus." Flebbe fordert die Parteispitze auf, rasch Lehren zu ziehen: "Jetzt ist die Zeit, sich alte Zöpfe abzuschneiden. Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt." Die FDP werde nicht "durch Gewohnheit wieder stark, sondern nur durch klar gezogene Konsequenz und den Mut zur Erneuerung", sagt der Juli-Vorsitzende.
+++ 05:57 "Vollkommen absurd": Boris Palmer sieht keine Schmutzkampagne +++
Nach der Landtagswahl ist die Wut in der Südwest-CDU immer noch groß - die Christdemokraten werfen den Grünen nach der Veröffentlichung eines Videos über Spitzenkandidat Manuel Hagel eine "Schmutzkampagne" vor. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer glaubt aber nicht an eine orchestrierte Kampagne bei den Grünen. Für die Union klinge unglaubwürdig, wenn eine Bundestagsabgeordnete sage, sie habe etwas gepostet und mit niemandem gesprochen. "Das können die sich nicht vorstellen, weil es bei denen solche Abgeordnete nicht gibt", sagt Palmer. "Bei den Grünen gibt es Abgeordnete, die das tatsächlich auf eigene Rechnung machen, auch wenn man es nicht glauben kann, und es natürlich vollkommen absurd ist." Palmer war selbst lange Mitglied der grünen Partei.
+++ 05:04 Spitzengremien von Grünen und CDU beraten über Wahlausgang +++
Die Spitzengremien der Bundesparteien beraten am heutigen Montag über den Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Bei den Grünen von Wahlsieger Cem Özdemir tagt am Morgen ein Parteirat. Am Mittag will sich dann Parteichefin Franziska Brantner öffentlich äußern. Bei der zweitplatzierten CDU kommen am Vormittag Präsidium und Vorstand zusammen. Im Anschluss treten Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sowie Spitzenkandidat Manuel Hagel am Mittag vor die Presse.
+++ 03:47 Wahlbeteiligung höher als bei voriger Landtagswahl +++
Die Wahlbeteiligung liegt nach Angaben der Landeswahlleiterin bei 69,6 Prozent und damit deutlich über dem Niveau der vorausgegangenen Landtagswahl 2021. Damals hatten nur 63,8 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Die bisher höchste Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg verzeichnete das Landesamt für Statistik im Jahr 1972 mit 80,0 Prozent - die niedrigste im Jahr 2006 mit lediglich 53,4 Prozent.
+++ 02:42 Grüne und CDU erreichen jeweils 56 Mandate +++
Mit hauchdünnem Vorsprung vor der CDU haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Wie die Wahlleitung in der Nacht in Stuttgart mitteilt, erreichen die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen, während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent kommt - beide Parteien erreichen dabei jeweils 56 Mandate. Auf dem dritten Platz folgt mit 18,8 Prozent die AfD vor der SPD mit 5,5 Prozent, während die FDP und die Linke mit jeweils 4,4 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.
+++ 02:11 Özdemir erklärt sich zum Wahlsieger +++
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat sich zum Sieger der Landtagswahl in Baden-Württemberg erklärt: "Wir haben die Wahl gewonnen", sagt er am Abend auf der Wahlparty seiner Partei. Als er 2024 seinen Hut in den Ring geworfen habe, hätte nicht viele daran geglaubt, dass so ein Tag wie heute kommen könne.
+++ 01:41 "Schlicht und einfach verzählt": Schönaich verzögert amtliches Endergebnis +++
Ein Wahlbezirk der Gemeinde im Kreis Böblingen zählt mit Abstand am längsten aus und verzögert damit die Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses. Man habe sich "schlicht und einfach verzählt, auf verschiedenen Ebenen", räumt der Schönaicher Hauptamtsleiter Fabian Klaiber gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" ein. Unter anderem bei Erst- und Zweitstimmen hätten die im Wahllokal ermittelten Daten nicht gepasst. "Wir haben da für den frischen Blick noch mal ein anderes Wahlteam aus anderen Wahlvorständen zusammengestellt", sagt Klaiber über die Neuauszählung.
+++ 01:07 Schönaich verzögert vorläufiges amtliches Endergebnis +++
Auch weit nach Mitternacht wartet Baden-Württemberg auf das vorläufige amtliche Endergebnis. Offen ist ein letztes Wahlgebiet im Wahlkreis Böblingen. Dabei handelt es sich um Stimmen aus Schönaich - rund 20 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Das Statistische Landesamt und die Wahlleitung im Wahlkreis Böblingen arbeiten mit Hochdruck daran, die fehlenden Daten zu finalisieren.
+++ 23:52 Nur in Böblingen wird noch gezählt +++
Ein vorläufiges amtliches Endergebnis rückt immer näher: Mittlerweile wird nur noch in einem Wahlkreis gezählt. Offen ist laut Statistischem Landesamt ein Wahlgebiet im Wahlkreis Böblingen.
+++ 23:39 Kretschmann schenkte Özdemir grün-weiße Krawatte als Glücksbringer +++
Bei der Wahl seiner Krawatte hat sich Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir in Baden-Württemberg auf ein bewährtes Vorbild verlassen: Er wählte für den Wahlabend den grün-weiß gestreiften Schlips, den der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Wahlsieg 2011 getragen hatte. Die Krawatte habe er Özdemir geschenkt, sagte Kretschmann nach der Landtagswahl in Stuttgart. Er dürfe sie auch behalten.
+++ 23:22 Nur in Offenburg und Böblingen wird noch gezählt +++
In zwei Wahlkreisen wird noch gezählt: Offen sind laut Statistischem Landesamt je ein Wahlgebiet im Wahlkreis Offenburg und im Wahlkreis Böblingen.
+++ 22:44 BSW schafft nicht mal zwei Prozent +++
Das BSW verfehlt den Einzug in den Landtag mit großem Abstand: Nach Auszählung fast aller Wahlkreise erreicht die Partei 1,4 Prozent der Zweitstimmen. Damit liegt die Partei noch hinter den Freien Wählern, die auf 1,9 Prozent kommen. Volt liegt bei 0,9 Prozent, gleichauf mit der Tierschutzpartei.
+++ 22:35 AfD holt ein Direktmandat +++
Die AfD holt in Mannheim ein Direktmandat. Bernhard Pepperl gewinnt den Wahlkreis Mannheim 1 laut Wahlleitung für die AfD mit 22,3 der Erststimmen - knapp vor CDU-Kandidat Lennart Christ mit 21,7 Prozent. Bei den Zweitstimmen siegen die Grünen mit 27,6 Prozent, die AfD liegt hier mit 21,7 Prozent dahinter. Einen Wahlkreis nach Zweitstimmen gewann die AfD in Pforzheim - mit 26,4 Prozent. Die CDU liegt mit 25,9 Prozent dahinter.
+++ 22:31 Diese vier Wahlkreise sind noch nicht komplett ausgezählt +++
In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Landeswahlleiters alle Wahlkreise ausgezählt, nur noch sechs sogenannte Gebiete fehlen: eines im Wahlkreis Böblingen, eines im Wahlkreis Enz, eines im Wahlkreis Lahr und drei im Wahlkreis Offenburg.
+++ 22:26 Boris Palmer schließt Kabinettsposten nicht aus +++
Der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, schließt nicht aus, Minister in der künftigen Landesregierung von Baden-Württemberg zu werden. "Wenn Sie das wissen wollen, müssen Sie den Ministerpräsident fragen", sagt Palmer nach Angaben des "Spiegel". Der heute parteilose Palmer hatte die Grünen 2023 nach längerem Streit verlassen.
+++ 22:12 Auch Özdemir gewinnt seinen Wahlkreis klar +++
Grünen-Spitzenkandidat Özdemir hat sich in seinem Wahlkreis klar durchgesetzt. In seinem Wahlkreis Stuttgart II gewinnt er nach Angaben der Landeswahlleitung mit 47,9 Prozent klar vor dem CDU-Kandidaten Klaus Nopper (25,1 Prozent). Der AfD-Bewerber Steffen Degler kam mit 8,8 Prozent auf Platz drei. Auch bei den Zweitstimmen gewannen die Grünen in Özdemirs Wahlkreis klar mit 38,9 Prozent vor der CDU mit 28,1 Prozent und der AfD mit 9,4 Prozent. Die FDP kam auf 6,6 Prozent, die Linke auf 5,7 Prozent. Die SPD landete mit 5,4 Prozent auf Platz sechs. Die Wahlbeteiligung lag im Wahlkreis Stuttgart II bei 76,1 Prozent.
+++ 22:04 Innenminister Strobl holt Direktmandat in Heilbronn +++
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl von der CDU hat seinen Wahlkreis gewonnen. Strobl holte laut Wahlleitung mit 30,6 Prozent der Erststimmen das Direktmandat in Heilbronn. Er landete damit vor AfD-Kandidat Maximilian Decker, der auf 22,2 Prozent der Erststimmen kam - knapp vor der Grünen-Bewerberin Gudula Achterberg mit 21,5 Prozent. Strobl konnte damit das Direktmandat von den Grünen zurückgewinnen. Diese hatten es bei der Landtagswahl 2021 geholt. Der gebürtige Heilbronner ist seit 2016 Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident in der schwarz-grünen Landesregierung.
+++ 21:59 Seinen Wahlkreis gewinnt Hagel mit großem Abstand +++
CDU-Spitzenkandidat Hagel hat zwar das Duell gegen Özdemir (Grüne) knapp verloren, seinen Wahlkreis Ehingen aber klar gewonnen. Hagel lag hier nach vollständiger Auszählung mit 47,1 Prozent klar vor dem AfD-Bewerber Michael Scheffler mit 20,1 Prozent und Tobias Hocke-Beck von den Grünen mit 17,7 Prozent. Hagels Ergebnis bei den Erststimmen lag damit deutlich über dem Zweitstimmenanteil der CDU in dem Wahlkreis. Ehingen, wo Hagel auch geboren wurde, liegt an der Donau südöstlich von Stuttgart.
+++ 21:47 Weidel kennt Klüssendorf nicht +++
Bei einer ARD-Diskussion ist die AfD-Vorsitzende Alice Weidel gegenüber SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf persönlich geworden. Nachdem Klüssendorf der AfD, an Weidel adressiert, Vorwürfe in der Steuerpolitik gemacht hatte, sagte die aus Stuttgart ins Berliner Studio zugeschaltete Weidel zu ihm: "Sie haben ja gerade mal fünf Prozent eingefahren, Sie sind, glaube ich, von der SPD, ich habe sie noch nie gesehen. Aber ich glaube, Sie sind von der SPD, nicht wahr?" Klüssendorf reagierte mit einem Lächeln, nach etwas Gemurmel sagte Weidel: "Also von der SPD sind Sie, ja", bevor sie zur Sache weiterredete.
+++ 21:33 Türkische Gemeinde: Wahlerfolg Özdemirs zeigt "Normalisierung der Gesellschaft" +++
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschlands, Gökay Sofuoglu, sieht im Wahlerfolg von Cem Özdemir (Grüne) bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ein Zeichen für eine "Normalisierung der Gesellschaft". Özdemir verkörpere die Identifikation mit dem Land, sagte Sofuoglu dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Und so wird er unabhängig von seinen politischen Ansichten ein Vorbild für viele junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte." Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde verwies darauf, dass Özdemirs Eltern "klassische Gastarbeiter" gewesen seien. "Das ist für mich eine Normalisierung der Gesellschaft", sagte Sofuoglu.
+++ 21:21 Grüne bei Älteren stärker als bei Jüngeren +++
Das Wahlverhalten in Baden-Württemberg ist je nach Alter und Geschlecht teils sehr unterschiedlich ausgefallen. Recht gleichmäßig ist die Altersverteilung bei den Grünen, die allerdings bei Jungwählerinnen und -wählern anders als bei früheren Wahlen relativ am schwächsten abschnitten. Bei Frauen waren die Grünen laut der Analyse von infratest dimap für die ARD mit 34 Prozent deutlich stärker als bei Männern mit 27 Prozent. Die 16- bis 24-Jährigen wählten zu 28 Prozent Grün, ebenso die 25- bis 34 Jährigen. Bei den 35- bis 44-Jährigen sowie den ab 70-Jährigen waren es 30 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen 31 Prozent und bei den 60- bis 69-Jährigen sogar 34 Prozent.
+++ 21:04 Grüne nur noch 0,6 Punkte vor der CDU +++
In den Hochrechnungen von ARD und ZDF liegen die Grünen nur noch 0,6 Punkte vor der CDU. Dass beide Sender mittlerweile die gleichen Zahlen ausweisen, deutet allerdings darauf hin, dass die Werte sich stabilisieren. Größere Verschiebungen dürfte es nicht mehr geben, da laut Landeswahlleiter 11.369 von 11.570 Wahlgebieten ausgezählt sind.
+++ 20:55 Fast jeder Zweite in Heidelberg wählt Grüne +++
Der Wahlkreis Heidelberg ist komplett ausgezählt, die Grünen erreichen dort 47,4 Prozent. Die CDU liegt in diesem von der Universitätsstadt dominierten Wahlkreis bei 18,6 Prozent, die AfD bei 8 Prozent. 6 Prozent entfallen auf die SPD, 10,1 Prozent auf die Linke.
+++ 20:47 Oberbürgermeisterwahlen in Bayern: Stichwahl in den vier größten Städten +++
Heute wurde nicht nur der Landtag von Baden-Württemberg gewählt, in Bayern gab es auch Kommunalwahlen. In den vier größten Städten finden Stichwahlen statt. So muss etwa Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD in die Stichwahl. Reiter kommt kurz vor Auszählung aller Stimmbezirke auf 35,6 Prozent. Auf Platz zwei liegt Dominik Krause von den Grünen mit 29,4 Prozent. Auch in Nürnberg, Augsburg und Regensburg müssen die Kandidaten im Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters in die Stichwahl.:
In Nürnberg erreicht der amtierende Bürgermeister Marcus König (CSU) nach Auszählung fast aller Wahlgebiete 46,1 Prozent der Stimmen, er muss in zwei Wochen gegen SPD-Kandidat Nasser Ahmed (26,5 Prozent) antreten.
In Regensburg kommt die CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein auf 37,5 Prozent und muss damit gegen Helene Sigloch von den Grünen (18,9 Prozent) antreten.
In Augsburg erreicht Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) 34,0 Prozent der Stimmen und muss in die Stichwahl mit Florian Freund von der SPD (19,9 Prozent).
+++ 20:37 In Tübingen holen die Grünen deutlich über 40 Prozent +++
Nach Auszählung von 149 der 161 Wahllokale kommen die Grünen im Wahlkreis Tübingen auf 42,7 Prozent. Sie liegen damit deutlich vor der CDU, die in Tübingen 23,5 Prozent erreicht. Drittstärkste Kraft ist auch hier die AfD mit 12,3 Prozent. Der Wahlkreis Tübingen umfasst neben der Universitätsstadt auch eine Reihe kleiner Gemeinden.
+++ 20:25 Grüne verlieren Stimmen an die CDU, gewinnen aber von anderen +++
Die Grünen haben laut Nachwahlbefragungen rund 150.000 Stimmen an die CDU abgegeben. Nach einer vorläufige Analyse der Wählerwanderungen durch Infratest dimap für die ARD haben die Grünen allerdings zugleich 110.000 Stimmen von der SPD, je 15.000 von FDP und Linkspartei sowie 105.000 aus dem Lager bisheriger Nichtwähler gewonnen. 30.000 Stimmen gingen von den Grünen an die AfD.
Die CDU hatte mit minus 70.000 Stimmen ihren größten Verlust an die AfD. Von der FDP gewann sie 150.000 Stimmen, von der SPD 60.000 und 155.000 von bisherigen Nichtwählerinnen und - wählern.
+++ 20:07 Bärbel Bas hofft auf Rheinland-Pfalz +++
SPD-Chefin Bärbel Bas spricht bei ntv von einem "sehr bitteren Abend für die SPD". Ihre Partei sei mit ihren Themen nicht durchgedrungen, weil der Zweikampf zwischen Grünen und CDU im Vordergrund gestanden habe. "Wir müssen als SPD unser Profil schärfen, und auch das werden wir tun", sagt sie mit Blick auf die Bundespartei. Bas verwies darauf, dass in 14 Tagen in Rheinland-Pfalz gewählt werde; dort stellt die SPD mit Alexander Schweitzer den Ministerpräsidenten. "Da bin ich wirklich zuversichtlich, dass wir die Aufholjagd, die wir begonnen haben, da auch genauso erfolgreich bestreiten, wie die Grünen das hier in Baden-Württemberg geschafft haben." Jüngste Umfragen sehen CDU und SPD bei 28 bzw. 27 Prozent, die Grünen bei 9 Prozent.
+++ 20:04 AfD-Chef: "Wir wollen immer mehr" +++
Die AfD verdoppelt allem Anschein nach ihr Wahlergebnis in Baden-Württemberg nahezu und wird mit meilenweitem Vorsprung drittstärkste Kraft - bleibt aber hinter CDU, Grünen und den eigenen Erwartungen zurück. Bundesparteichef Tino Chrupalla ordnet das Ergebnis im ntv-Interview ein.
+++ 20:00 FDP-Landeschef Rülke kündigt Rücktritt an +++
Nach dem voraussichtlichen Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg kündigt Landeschef Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz an.
+++ 19:57 SPD noch schlechter als 2024 in Thüringen +++
Die rund 5,5 Prozent für die SPD in den Hochrechnungen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg sind das schlechteste Ergebnis, das die Partei auf Landes- oder Bundesebene in der Bundesrepublik eingefahren hat. Im Vergleich zu ihrem bisher schlechtesten Ergebnis im Südwesten (2021: 11,0 Prozent) haben sich die Sozialdemokraten fast halbiert. Die rund 5,5 Prozent in Baden-Württemberg lösen den bisherigen Negativrekord der SPD in Thüringen (6,1 Prozent im September 2024) ab.
+++ 19:36 CDU 1,6 Punkte hinter den Grünen +++
Nach einer neuen ARD-Hochrechnung liegt der Abstand zwischen CDU und Grüne bei 1,6 Prozentpunkten. Danach kommen die Grünen auf 31,3 Prozent, die CDU auf 29,7 Prozent. Die AfD erreicht 18,2 Prozent, die SPD 5,5 Prozent. Alle anderen Parteien verpassen den Einzug in den Landtag.
+++ 19:19 Linnemann sieht Rückenwind aus Berlin +++
Trotz des zweiten Platzes für Manuel Hagel lobt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann den Wahlkampf seiner Parteifreunde in Baden-Württemberg: "Natürlich stehe ich hier als Bundespolitiker und schaue mir auch als Bundespolitiker die Sache an" sagt er bei ntv. Die Schlussmobilisierung sei "richtig gut" gewesen. "Und im Bund kann man objektiv sagen, das wird Rückenwind gegeben haben."
Er halte nichts davon, das Wahlergebnis "in Grund und Boden zu reden", so Linnemann. "Das Gegenteil ist richtig. Sie erinnern sich? Letztes Jahr im Sommer der Streit um die Richterwahl, dann der Streit um die Rente. Das ist alles vorbei. Es wurde in den letzten Wochen geliefert. Beim Heizungsgesetz, beim Thema Grundsicherung, auf dem Bundesparteitag."
+++ 19:12 Grüne Jugend reagiert mit Kritik auf Özdemir auf Wahlsieg +++
Die Grüne Jugend reagiert auf den sich abzeichnenden Wahlsieg von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg mit scharfer Kritik an Spitzenkandidat Cem Özdemir. "Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden-Württemberg. Und nach den letzten Wochen mit Cem Özdemir bin ich mir nicht sicher, ob das automatisch das Gleiche heißt", sagt Luis Bogba, Co-Vorsitzender des Parteinachwuchses, zu ntv.de. Bei ihm bleibe "ein Fragezeichen hängen, ob das am Ende grüne Politik ist", so Bogba mit Blick auf Özdemirs Wahlkampfaussagen.
+++ 19:09 Hagel gratuliert Özdemir zum Wahlsieg +++
Auf die Frage, was er mit der Übernahme von Verantwortung meine, sagt Manuel Hagel: "Wir haben je nach Umfrage fünf bis sechs Prozent dazugewonnen, und doch nicht das gewonnen, was wir wollten: Wir wollten stärkste politische Kraft werden in Baden-Württemberg, wir wollten eine CDU-geführte Landesregierung bilden. Und nach allem, wonach es jetzt aussieht, ist das nicht der Fall." Hagel gratuliert Özdemir und den Grünen. Er wiederholt, dass er als Spitzenkandidat die Verantwortung für den Wahlkampf trage, sagt aber nicht, was das konkret bedeutet. Auf die Frage, ob er nun Vizeministerpräsident werde, sagt er: "Wir als CDU werden sehr sortiert mit klarem Kopf und klarem Kurs am Montag im CDU-Landvorstand und am Dienstag in der CDU-Landtagsfraktion das weitere Vorgehen beraten."
+++ 19:02 CDU liegt 1,4 Punkte hinter den Grünen +++
Neue Hochrechnung des ZDF: Danach kommen die Grünen auf 31,6 Prozent, die CDU ist mit 30,2 Prozent dahinter. Die AfD erreicht 18,1 Prozent, die SPD 5,4 Prozent. Die FDP schafft es demnach erstmals nicht in den Landtag von Baden-Württemberg, die Linken verpassen den ersten Sprung ins Stuttgarter Parlament.
+++ 18:58 Özdemir: Grüne in Baden-Württemberg "ein bisschen anders" +++
Cem Özdemir will "die erfolgreiche Koalition der letzten Jahre fortsetzen", sagt er in der ARD. Dies sei "eine Partnerschaft auf Augenhöhe". Die Grünen in Baden-Württemberg seien "ein bisschen anders", so Özdemir. "Nennen Sie es das gallische Dorf." Damit sei die Partei sehr erfolgreich gewesen.
+++ 18:54 Weidel über Frohnmaier: Er wird seine Gründe gehabt haben +++
AfD-Chefin Alice Weidel zeigt sich "zufrieden mit der Verdoppelung unseres Ergebnisses". Auf Fragen nach AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier geht Weidel indirekt auf Distanz: "Er wird schon seine Gründe dafür gehabt haben", sagt sie darüber, dass der Spitzenkandidat kurz vor der Wahl nicht in Baden-Württemberg war, sondern eine Reise in die USA unternahm. Die AfD hatte gehofft, im Südwesten mehr als 20 Prozent zu schaffen.
+++ 18:50 Klingbeil sieht Grund in "wahnsinniger Dynamik" +++
SPD-Chef Lars Klingbeil nennt als Grund für das desaströse Abschneiden seiner Partei "eine wahnsinnige Dynamik" im Wahlkampf: "Es ging nur um die Frage: Cem Özdemir oder Manuel Hagel, wer soll Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden?" Das habe die SPD Stimmen gekostet. "Das ist ein bitterer Abend." In Rheinland-Pfalz werde es eine ähnliche Zuspitzung geben, dort werde es "in zwei Wochen einen ganz anderen Wahlabend" geben.
+++ 18:45 Linken-Chef "total glücklich" über 4,5 Prozent +++
Linken-Chef Jan van Aken sagt im ZDF, er sei "total glücklich, dass wir so ein historisches Ergebnis geschafft haben". 4,5 Prozent sei "mehr, als wir jemals hier in Baden-Württemberg geschafft haben". Allerdings sahen die Umfragen vor der Wahl besser aus. Dass es nicht mehr geworden ist, habe daran gelegen, "dass dieser Manuel Hagel, der Kandidat von der CDU, eine derart jämmerliche Figur abgegeben hat", dass viele Wähler ihn als Ministerpräsidenten verhindern wollten und deshalb Grüne gewählt hätten. "Das ist dann am Ende vielleicht auf unsere Kosten gegangen."
+++ 18:40 SPD-Spitzenkandidat Stoch kündigt Rückzug als Landes- und Fraktionschef an +++
Nach dem SPD-Verlust bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg kündigt Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Das sagt SPD-Generalsekretär Sascha Binder der Deutschen Presse-Agentur. Das SPD-Ergebnis ist das schlechteste, das die Partei je bei einer Landtagswahl eingefahren hat.
+++ 18:37 Özdemir lässt sich feiern, aber "es ist noch zu früh, um final was zu sagen" +++
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir lässt sich auf der Grünen-Wahlparty in Stuttgart von jubelnden Parteifreunden feiern. "Ich hab' die Zahlen auch gesehen", witzelt er. "Aber es ist noch zu früh, um final was zu sagen." Er dankt den Wahlkämpfern, "aber dass wir heute hier stehen, hat nicht nur mit Mitgliedern der Partei zu tun, das hat mir viel mehr Menschen zu tun, die sich eingebracht haben".
+++ 18:25 Hagel übernimmt Verantwortung für das Wahlergebnis +++
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel tritt ungewöhnlich früh vor die Kameras. Auf der CDU-Wahlparty in Stuttgart verteilt er Dank. Er dankt auch seiner Frau und seiner Familie und sagt, die letzten Wochen seien für diese wie auch für ihn "eine enorme Belastung" gewesen. Für den Wahlkampf und für das Ergebnis trage er selbst die Verantwortung - was er damit meint, erklärt er nicht (häufig leitet eine solche Formulierung einen Rücktritt ein). Deutlich wird, dass Hagel die Verantwortung nicht an die Bundes-CDU und die "Lifestyle-Teilzeit"-Debatte abschiebt. Es könne ein langer Abend werden, so Hagel mit Blick auf das Wahlergebnis.
+++ 18:18 Spahn wirft Grünen "Schmutzkampagne" vor +++
Unionsfraktionschef Jens Spahn betont im ZDF, es sei ein knappes Rennen, "erfahrungsgemäß kann an einem solchen Wahlabend noch viel passieren". Klar sei, dass die CDU in Baden-Württemberg bei steigender Wahlbeteiligung dazugewonnen habe, das sei "einem starken, einem engagierten Wahlkampf mit klarem Profil" zu verdanken. Die Zuspitzung zwischen CDU und Grünen sei Cem Özdemir nur gelungen, weil er "alles, was grün an ihm ist, versteckt hat". Zudem habe es "eine Schmutzkampagne gegen den Spitzenkandidaten der CDU" gegeben.
+++ 18:14 SPD im Wahlkampf "unter die Räder gekommen" +++
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf nennt das Wahlergebnis in der ARD "sehr bitter". Die SPD sei im Zweikampf zwischen Hagel und Özdemir "unter die Räder gekommen", was man auch an den Ergebnissen der anderen Parteien sehe. "In Rheinland-Pfalz ist die Lage eine komplett andere", sagt Klüssendorf. Dort wird in zwei Wochen gewählt. "Wir hoffen, dass in Rheinland-Pfalz der Effekt wieder eintritt, dann aber zu unseren Gunsten", sagt der SPD-Generalsekretär über das Kopf-an-Kopf-Rennen im Südwesten.
+++ 18:10 Grüne jubeln über Wahlergebnis +++
Die Grünen sind begeistert: "Leute, Leute, Leute, Leute! Was für ein Start in dieses Superwahljahr 2026", freut sich Grünen-Chef Felix Banaszak in Berlin. "Was für ein toller Tag für Baden-Württemberg, was für ein toller Tag aber auch für Bündnis 90/Die Grünen."
+++ 18:00 Grüne vor CDU, SPD knapp über Fünfprozenthürde +++
Laut ARD-Prognose liegen die Grünen mit 32 Prozent deutlich vorn, die CDU kommt auf 29 Prozent. Die SPD fällt auf 5,5 Prozent. Die FDP ist der Prognose zufolge mit 4,5 Prozent erstmals nicht im Landtag von Baden-Württemberg vertreten. Die AfD erreicht 17,5 Prozent. Die Linke kommt ebenfalls nur auf 4,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt mit 71,5 Prozent deutlich über der von 2021.
Die ZDF-Prognose ist knapper: Dort kommen die Grünen auf 31,5 Prozent, die CDU auf 30,5 Prozent.
+++ 17:36 Grüne bangen und hoffen mit Brezeln +++
In der Berliner Bundesparteizentrale der Grünen haben sich Dutzende Mitglieder und Unterstützer versammelt und bangen - bei Brezeln und Getränken - den ersten Prognosen entgegen. Die Stimmung ist merklich gelöst und positiv. Als einzige Bundespartei veranstalten die Grünen einen Wahlabend, bei dem auch die Presse zugegen ist, denn: Egal ob es am Ende für Cem Özdemir reicht, der Partei winkt das beste Wahlergebnis seit fünf Jahren.
+++ 17:28 Umfragen sandten unterschiedliche Signale +++
Eine Umfrage von Infratest dimap für die ARD hatte Ende Februar ein gemischtes Bild ergeben: Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten hätten sich zu diesem Zeitpunkt 43 Prozent für den Grünen Cem Özdemir entschieden, 28 Prozent für den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Auf die Frage, welche Partei die Führung der nächsten Landesregierung übernehmen solle, sah die Stimmung in Baden-Württemberg allerdings ganz anders aus: 34 Prozent nannten auf diese Frage die Grünen, 36 Prozent die CDU.
+++ 16:53 "Viele legen sich fest: Özdemir reißt das Ruder rum" +++
Noch vor kurzem lag die CDU in Baden-Württemberg nahezu uneinholbar vorn. Heute bietet sich aber ein ganz anderes Bild: Die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir könnten gewinnen. ntv-Reporter Jakob Paßlick berichtet, wie es zu dieser Aufholjagd kam.
+++ 16:29 Muss FDP-Generalsekretärin Büttner sich eine Glatze rasieren? +++
Für die FDP geht es um viel: Schaffen sie heute die 5 Prozent nicht, dann wären sie zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik nicht im Landtag von Baden-Württemberg vertreten. Um noch mehr geht es für FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner. Sie kandidiert zwar nicht in Baden-Württemberg, aber sie hat ihre Haare auf die Wahl verwettet. "Ich rasiere mir eine Glatze, wenn wir den Einzug in den Landtag verpassen. Alles weg. Radikal", hatte sie der "Schwäbischen Zeitung" gesagt.
+++ 15:48 FDP-Chef spricht von "Mutter aller Wahlen" +++
Die FDP könnte erstmals in der Geschichte in ihrem Stammland aus dem Landtag fliegen, dem sie seit mehr als 70 Jahren angehört. Der baden-württembergische FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke spricht deshalb von der "Mutter aller Wahlen". Wenn die FDP es im Südwesten nicht schaffe, dann schaffe sie es auch anderswo nicht mehr, ist er überzeugt. Letzten Umfragen zufolge dürften die Liberalen den Einzug aber ganz knapp schaffen.
+++ 15:26 Hohe Beteiligung bei Landtagswahl bis 14 Uhr +++
Es zeichnet sich auf Landesebene eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 14 Uhr gaben 41,34 Prozent der Wahlberechtigten, die nicht Briefwahl beantragt hatten, in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiterin Cornelia Nesch mitteilt. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung der Urnenwähler zum selben Zeitpunkt nur bei 30,57 Prozent gelegen - allerdings gab es damals deutlich mehr Briefwähler. In diesem Jahr liegt die Anzahl der Briefwähler bei etwa 26 Prozent, bei der vorigen Wahl waren es 51 Prozent - die Abstimmung fiel in die Hochphase der Corona-Pandemie 2021.
+++ 15:18 Auch Tübingen meldet hohe Wahlbeteiligung +++
Nach Biberach gibt auch Tübingen einen Zwischenstand bei der Wahlbeteiligung bekannt: Ulrich Narr als lokaler Wahlorganisator sagt, dass bis 12 Uhr rund 20 Prozent der 65.000 Wahlberechtigten in den Wahllokalen waren. "Rechnet man die Briefwahlstimmen dazu, liegen wir insgesamt bei 53,5 Prozent", sagt Narr laut "Südwest Presse". Er rechnet hoch, wenn es so weiterginge bis die Lokale schließen, würde eine Wahlbeteiligung von 84 Prozent erreicht.
+++ 15:05 Erste Stadt meldet Wahlbeteiligung - auf hohem Niveau +++
Offizielle Angaben zur Wahlbeteiligung auf Landesebene stehen derzeit zwar noch aus. Die Stadt Biberach meldete jedoch auf Anfrage der "Schwäbischen Zeitung" einen ersten Zwischenstand für ihre Gemeinde: Bis 11 Uhr, also in den ersten drei Öffnungsstunden der Wahllokale, sollen bereits 39 Prozent der knapp 24.000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Der Wert versteht sich inklusive Briefwahl. Die Angabe für die Wahlbeteiligung auf Landesebene wird später am Nachmittag erwartet.
+++ 14:24 Kretschmann bleibt noch eine Weile im Amt +++
Winfried Kretschmann wird noch ein paar Wochen im Amt bleiben müssen. Erst, wenn sich eine neue Landesregierung bildet, scheidet der erste Grünen-Ministerpräsident Deutschlands aus. Dies ist erst nach Koalitionsverhandlungen und den darauf folgenden Vereidigungen im Landtag der Fall. Wann es so weit ist, ist jetzt freilich nicht abzusehen. Doch Grüne und CDU - die beiden Favoriten der heutigen Wahl - kennen sich und ihre Standpunkte bereits gut. Die Grünen sind seit 15 Jahren in der Regierung, die Union seit 10 Jahren.
+++ 13:53 Abstimmung in Gutach besonders bunt +++
In Gutach im Schwarzwald ist die Wahl besonders bunt. Mehrere Wähler kreuzen in traditioneller Tracht auf, diese besteht unter anderem aus einem knallroten Bollenhut, einem der Wahrzeichen des Schwarzwaldes. Die schrille Kopfbedeckung, die selbst heute noch oft in mühevoller Handarbeit gefertigt wird, wurde vor mehr als 220 Jahren zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Unverheiratete Frauen tragen rote Bollen auf dem Hut, verheiratete Damen tragen schwarze Bollen.
+++ 13:21 Linnemann erwartet "Kopf-an-Kopf-Rennen" +++
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rechnet mit einem knappen Wahlausgang. "Das wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen", sagt er der "Rheinischen Post". Nun komme es für die Union auf jede Stimme an, ergänzt Linnemann. "Baden-Württemberg hat mehr Gewicht auch in Berlin verdient." Mit CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel werde es zugleich einen Ministerpräsidenten geben, auf den man sich verlassen könne, "statt einer grünen Wundertüte, bei der man nicht weiß, wofür sie steht", so der CDU-Generalsekretär.
+++ 12:58 Manuel Hagel und seine Frau Franziska geben Stimmen ab +++
CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Manuel Hagel gibt seine Stimme für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ab. Der 37-Jährige kommt in Begleitung seiner Frau Franziska ins Wahllokal in Ehingen im Alb-Donau-Kreis. Hagel will Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann werden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt.
+++ 12:29 Kretschmann ist "froh, dass ich aufhöre" +++
Kurz vor der heutigen Wahl zeigt sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erleichtert. "Ich bin froh, dass ich aufhöre", sagt er kürzlich der Wochenzeitung "Die Zeit". Das Amt sei nämlich anstrengend - er schlafe oft schlecht und zu wenig, vor allem wegen "kleinem Ärger". Zum anderen sei er froh, da er "in Cem Özdemir einen begabten potenziellen Nachfolger" habe. "Da hört man einfach auch gern auf. Das ist ein sehr hartes Amt, ich bin 77, und so ein Amt ist auch eine Bürde. Es ist einfach vorbei." Jetzt freue er sich, "dass ich die Last der Verantwortung nicht mehr haben werde". Anders als sein CDU-Kollege Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt verzichtete Kretschmann aber auf einen vorzeitigen Abgang vor der Wahl.
+++ 12:05 Kandidaten zur Wahl sind zwischen 18 und 82 Jahre alt +++
Die Kandidaten der heutigen Landtagswahl in Baden-Württemberg bewegen sich in einer denkbar großen Altersspanne. Die älteste Bewerberin zur Wahl ist 73 Jahre alt und kandidiert fürs BSW, teilt Landeswahlleiterin Cornelia Nesch mit. Der älteste Kandidat ist noch einmal neun Jahre älter. Er geht fürs Bündnis C - Christen für Deutschland ins Rennen. Die jüngste Kandidatin und der jüngste Bewerber sind beide 18 Jahre alt. Die zwei stehen auf den Listen der Linken.
+++ 11:41 Zurück aus den USA: AfD-Mann Frohnmaier wählt +++
AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier wählt in Weil der Stadt. Seiner Partei werden gute Chancen ausgerechnet, drittstärkste Kraft zu werden. Alle anderen Parteien schlossen jedoch bereits aus, mit der AfD koalieren zu wollen. Frohnmaier ist Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag und gilt als enger Vertrauter von Parteichefin Alice Weidel. Er will Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden, kandidiert aber nicht für den Landtag. Im Wahlkampfendspurt machte der baden-württembergische AfD-Frontmann von sich reden, da er in dieser Woche zu einer Reise in die USA aufbrach. Er führte dort politische Gespräche mit Vertretern der regierenden Republikaner, sagte Frohnmaier am Freitag. Der Besuch sei angesichts enger Handelsbeziehungen zwischen Baden-Württemberg und den USA "wirklich wichtig" gewesen.
+++ 11:22 Cem Özdemir gibt seine Stimme ab +++
Der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, wählt in einem Wahllokal in Stuttgart. Der 60-Jährige kommt allein in die Schule, in der der Raum für die Abstimmung ist. Özdemir will Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann werden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt.
+++ 11:01 Parteien sind überwiegend männlich +++
Für die Wahl mussten die Parteien ihre Kandidaten und Kandidatinnen vorab an die Landeswahlleiterin Cornelia Nesch melden. Angesichts des heutigen Weltfrauentags blicken wir auf die Frauenquoten bei den baden-württembergischen Parteien. Für die Landeslisten (Zweitstimme) kandidieren insgesamt 657 Personen, davon sind 246 Frauen. Das ergibt eine Quote von 37,44 Prozent. Daneben stellt sich eine diverse Person zur Wahl. Im Detail sieht es wie folgt bei den Parteien aus:
Die Linke: 26 Kandidaten, darunter 15 Frauen (57,69 Prozent)
CDU: 75, darunter 38 Frauen (50,67 Prozent)
Bündnis 90/Die Grünen: 70, darunter 35 Frauen (50 Prozent)
SPD: 68, darunter 32 Frauen (47,06 Prozent)
FDP: 66, darunter 20 Frauen (30,30 Prozent)
AfD: 60, darunter 7 Frauen (11,67 Prozent)
Sonstige: 224, darunter 63 Frauen (28,13 Prozent)
Bei den Kreiswahlvorschlägen (Erststimme) sind 566 Kandidatinnen und Kandidaten von 18 Parteien gelistet. 175 Frauen finden sich unter den Vorschlägen, sie machen 30,92 Prozent aus. Dazu kandidieren zwei diverse Personen. Eine detaillierte Aufschlüsselung gibt die Landeswahlleitung jedoch nicht heraus.
+++ 10:40 Kretschmann bereits an der Wahlurne +++
Der derzeitige Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen hat seine Stimme bereits abgegeben. Er wählte am Morgen in einem Wahllokal im Ortsteil Laiz in der Stadt Sigmaringen. Kretschmann hatte seine Ehefrau Gerlinde und seinen Sohn Johannes dabei.
+++ 10:20 Zehntausende Wahlhelfer im Einsatz +++
Am heutigen Sonntag sind in den 1101 baden-württembergischen Kommunen rund 80.000 Wahlhelfer im Einsatz, um die Regelmäßigkeit der Landtagswahl sicherzustellen und im Anschluss die Stimmen auszuzählen. Je Wahllokal fertigt einer der Wahlhelfer eine sogenannte Niederschrift an, eine Art Protokoll über die Abläufe und Auszählungsergebnisse.
+++ 09:48 Für FDP, Linke und SPD geht es um alles oder nichts +++
Für die Politiker der kleineren Parteien wird es spannend. Die Fünf-Prozent-Hürde bekommt besondere Bedeutung. Die FDP könnte erstmals in ihrer Geschichte aus dem Landtag fliegen - ausgerechnet in Baden-Württemberg, ihrem Stammland, in dem sie seit mehr als 70 Jahren vertreten ist. In den Umfragen lag sie zuletzt bei etwa sechs Prozent. Die Linke wiederum könnte erstmals überhaupt den Einzug in den Landtag schaffen, muss aktuellen Umfragen zufolge aber zittern. Die AfD dürfte stärkste Oppositionskraft werden - eine Zusammenarbeit mit ihr schließen aber alle anderen Parteien aus. Und auch die SPD steht unter Druck: In den Umfragen blieb sie zuletzt konstant einstellig, jetzt droht das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte im Südwesten.
+++ 09:25 Grüner Sieg "wäre Rückschlag für Merz höchstpersönlich" +++
Klar, Landtagswahlen sind keine Bundestagswahlen. Sie sind aber meist ein Stimmungstest für die Bundesregierung. Auch deshalb schaut man heute Abend nicht nur aus Freiburg oder Mannheim auf Stuttgart - sondern auch aus Berlin. Die Christdemokraten wittern nach vielen Jahren in der Opposition und als Juniorpartner endlich ihre Chance: Sie wollen wieder den Regierungschef stellen - so, wie sie das viele Jahrzehnte im Ländle vor der Ära Kretschmann gemacht haben. Doch wenige Tage vor der Wahl holten die Grünen in mehreren Umfragen deutlich auf. Je nach Erhebung rückten sie bis auf ein, zwei oder drei Prozentpunkte an die CDU heran. In einer letzten Umfrage lagen beide Parteien sogar gleichauf bei 28 Prozent. Für die Sozialdemokraten könnte es im Ländle derweil "dramatisch" werden, sagt der Politologe Albrecht von Lucke ntv.
+++ 08:55 Noch-MP Kretschmann kritisiert CDU-Kandidat Hagel +++
Aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen hat CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Wahlkampf keine neuen Ideen für Baden-Württemberg gezeigt. Er lese in Interviews von Hagel immer lange Listen mit den Themen KI, Mobilität, Photonik, Robotik oder Verteidigung. "Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei", sagt Kretschmann. Daneben wolle Hagel einen Sicherheitsrat oder einen Sachverständigenrat für Wirtschaft einrichten. Auch das gebe es alles schon, es heiße nur anders, so Kretschmann: "Neu ist da nicht der Inhalt, nur die Überschrift." Dass aus neuen Überschriften Großartiges entstehe, sei eher selten. Die Grünen hätten dagegen mit Cem Özdemir den passenden Kandidaten für seine Nachfolge im Ministerpräsidentenamt, sagt Kretschmann: "Wir Grüne haben jemand, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt."
+++ 08:30 Neues Wahlrecht im Ländle - was Wähler beachten müssen +++
Erstmals dürfen in Baden-Württemberg 16- und 17-Jährige bei der Wahl mitstimmen. Insgesamt gut 7,7 Millionen Wahlberechtigte dürfen ihre Stimme abgeben, so viele wie nie zuvor. Hinzu kommt ein reformiertes Wahlrecht, mit neuen Spielregeln für die Mandatsverteilung. Die Wählerinnen und Wähler haben nun zwei Stimmen, ähnlich wie bei der Bundestagswahl. Mit der Erststimme wird ein Wahlkreiskandidat oder eine Wahlkreiskandidatin direkt gewählt. Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. Diese stellt dafür eine Landesliste auf, über die Kandidatinnen und Kandidaten in den Landtag einziehen können.
+++ 08:15 Lilafarbener Himmel zur Landtagswahl +++
Frühes Aufstehen hat sich für den Weg zum Wahllokal besonders gelohnt. Der Saharastaub aus Nordafrika sorgt in Baden-Württemberg zeitweise für farbige Lichtstimmungen. Hohe Bewölkung mit Saharastaub sei vor allem bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gut sichtbar, sagt ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Dann könne man "vor allem lila Farbe am Himmel" erkennen. Tagsüber bleibe der Effekt dagegen meist unauffällig. Die Temperaturen erreichen vergleichsweise hohe Werte: etwa 15 Grad in Oberschwaben und bis zu 20 Grad an Rhein und Neckar. Dazu weht nur ein schwacher Wind. Regen ist im Ländle kein Thema. Insgesamt handle es sich um ein "schönes Spaziergang-Wetter", so der Meteorologe.
+++ 08:00 Wahllokale in Baden-Württemberg geöffnet +++
Pünktlich um 8 Uhr haben die Wahllokale in Baden-Württemberg geöffnet. Bis 18 Uhr können die 7,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben, so viele wie noch nie. Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige bei der Wahl mitstimmen. Das Statistische Landesamt rechnet mit rund 650.000 Erstwahlberechtigten zwischen 16 und 22 Jahren - das entspricht 8,4 Prozent aller Wahlberechtigten. Wer auch jetzt noch nicht weiß, wo er seine maximal zwei Kreuze setzen soll, kann sich vom Wahl-O-Mat eine Entscheidungshilfe holen.
+++ 07:30 Darum geht's bei der Wahl +++
Bei der Wahl wird über die Nachfolge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen entschieden. Nach drei Amtszeiten tritt er nicht mehr an. Für die Grünen geht der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir ins Rennen, für die CDU will Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel neuer Ministerpräsident werden. Die letzte Umfrage sah beide Parteien mit 28 Prozent gleichauf.
Den Umfragen zufolge werden Grüne und CDU in Baden-Württemberg auch wieder miteinander koalieren müssen. Ein anderes Bündnis scheint rechnerisch derzeit nicht möglich. Das heißt, dass die Wahl vor allem darüber entscheiden dürfte, ob Grüne oder CDU den nächsten Ministerpräsidenten stellen.
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte zum Wahlkampfabschluss seiner Union, der ein oder andere möge darüber nachdenken, die FDP oder die AfD zu wählen. Aber: "Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen." Grünen-Landeschefin Lena Schwelling schwor wiederum die Anhänger darauf ein, im Endspurt des Wahlkampfs alles zu geben. "Wir haben die historische Chance, einen zweiten grünen Ministerpräsidenten zu haben."
Gleichzeitig finden in Bayern Kommunalwahlen statt. Alle Infos dazu finden Sie in unserem Datenartikel. Am Abend informiert Sie ntv.de natürlich auch über die Ergebnisse.