Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:29 Kiew: Angriffe haben Russlands Raffinerie-Kapazitäten halbiert +++
Die Angriffe auf russische Ölraffinerien haben nach Einschätzung der ukrainischen Nachrichtendienste, der Armee und des Verteidigungsministeriums die russischen Raffinerie-Kapazitäten halbiert. "Dies ist das Ergebnis sorgfältig geplanter, systematischer und koordinierter Maßnahmen, die darauf abzielen, die russische Kriegsmaschinerie lahmzulegen und ihr militärisch-wirtschaftliches Potenzial zu zerstören", erklärte Verteidigungsminister Jewhenij Chmara in einer von seinem Ministerium via Telegram verbreiteten Meldung. "51 Prozent der Ölraffinerie-Kapazitäten wurden getroffen - ein erheblicher Schlag gegen die Wirtschaft des Feindes, gegen seine Fähigkeit, Aggressionen durchzuführen, und gegen die Unterstützung seiner Truppenstationierungen."
+++ 20:34 Mindestens drei Menschen von russischen Drohnen getötet +++
Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Regionen Saporischschja und Dnipro sind mindestens drei Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten wurde von offizieller Seite mit mindestens sechs angegeben. In der Oblast Saporischschja war demnach eine Drohne in einer Gartenanlage explodiert, eine weitere Drohne traf einen Lastwagen. Bei beiden Angriffen starb den regionalen Militärverwaltungen zufolge jeweils ein Mensch. Details zu dem Angriff in Dnipro wurden nicht genannt.
+++ 19:53 Ukraine versorgt besetztes Oleschky aus der Luft +++
Die Ukraine versorgt nach eigenen Angaben die russisch besetzte Stadt Oleschky im Süden des Landes erneut per Drohne mit Hilfsgütern. In knapp 400 Paketen habe das Militär fast vier Tonnen Lebensmittel und Medikamente geliefert, teilt Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. Die Frontstadt am Dnipro ist seit 2022 von Russland besetzt. Der Kreml räumt Versorgungsengpässe in Oleschky ein, an deren Lösung das russische Militär arbeite.
+++ 18:49 AfD-Chefin Weidel kritisiert Merz' Kiew-Reise: "AfD wird das beenden" +++
Die AfD übt schwere Kritik am Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew. "Die Ablehnung der Bürger für die Milliarden-Hilfe an die Ukraine steigt immer weiter. Trotzdem reist Merz erneut nach Kiew und verteilt weiter deutsches Steuergeld", schreibt AfD-Partei und -Fraktionschefin Alice Weidel auf X. Sie kündigt an: "Die AfD wird das beenden und dafür sorgen, dass Deutschland nicht Kriegspartei wird!" Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Markus Frohnmaier, kritisierte zudem den Zeitpunkt der Reise, weil Merz sich bereits am Samstag, dem Feiertag zur Deutschen Einheit, auf den Weg gemacht hatte. "Tribute für Kiew kennen keinen Feiertag. Deshalb hat sich Friedrich Merz bereits gestern auf den Weg nach Kiew gemacht. Man muss schließlich Prioritäten setzen", schreibt Frohnmaier ebenfalls auf X und wirft der CDU vor, sie sei "vaterlandslos". Der AfD-Politiker hatte in der Vergangenheit wiederholt die Nähe zu Russland und russischen Unternehmen gesucht. Seine Partei will ungeachtet des russischen Krieges gegen die Ukraine wieder uneingeschränkte Wirtschaftsbeziehungen zu Russland und auch wieder Gas und Erdöl beziehen.
+++ 18:25 "Niemals aufgeben": Selenskyj hofft weiter auf deutsche Marschflugkörper +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wünscht sich von Deutschland weiter den Marschflugkörper Taurus, der Ziele in 500 Kilometern Entfernung präzise treffen kann. Nach seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew sagte er auf die Frage, ob er nach all den Jahren der vergeblichen Bitten weiter Hoffnung auf den Taurus habe: "Natürlich. Niemals aufgeben." Die Ukraine hatte die Bundesregierung im Mai 2023 offiziell um die Lieferung der wegen ihrer Treffsicherheit und hohen Durchschlagskraft besonders begehrten Marschflugkörper gebeten. Der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz lehnte dies ab, auch weil er eine weitere Eskalation des Kriegs befürchtete. Merz hatte dagegen noch im Wahlkampf 2025 Sympathien für eine Lieferung erkennen lassen - bei einer europäischen Abstimmung.
+++ 17:48 Selenskyj: Zusätzliche Geschütztürme sollen Kiew verteidigen +++
Die ukrainische Hauptstadt erfährt seit Tagen noch einmal intensivierte russische Luftangriffe. Neue russische Drohnen mit Jet-Antrieb, die Modelle Geran-4 und Geran-5, stellen die ukrainische Flugabwehr vor besonders große Probleme. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte den verstärkten Einsatz von schweren Maschinengewehren an: "Wir haben mit der Installation der Geschütztürme begonnen", sagte Selenskyj auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz. "In der Hauptstadt wurden bereits mehr als zwölf aufgestellt, und derzeit werden weitere acht Einheiten im Kaliber .50 für die Oblast Kiew eingerichtet." Die Kalibergröße kommt auch bei der Bundeswehr zum Einsatz. Die Gewehre vom Typ Browning M2 sind rund 40 Kilogramm schwer, weshalb die schweren Maschinengewehre auf drehbaren Geschütztürmen montiert sind.
+++ 17:11 Drohnen und Luftabwehr: Ukraine bestellt für Milliarden Euro in Deutschland +++
Deutsche und ukrainische Firmen haben am Rande des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew mehr als ein Dutzend Kooperationsdokumente unterzeichnet. Unter anderem vereinbarte das ukrainische Verteidigungsministerium mit der Firma Diehl die Lieferung von Tausenden Iris-T-Luftabwehrraketen sowie weiteren Abschusseinrichtungen, teilte die ukrainische Regierung mit. Mit der Firma Hensoldt sei ein Vertrag über Satellitentechnik vereinbart worden. Die Firma Quantum soll für das Verteidigungsministerium Abfangdrohnen für die schnellen russischen Jet-Drohnen weiterentwickeln und produzieren. Diese sollen nach Unternehmensangaben in der Ukraine gebaut werden und im Winter 2026/27 zur Verfügung stehen. Das Gesamtvolumen aller Absichtserklärungen bezifferte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf 8,5 Milliarden Euro. In deutschen Regierungskreisen war von 6,5 Milliarden Euro die Rede. Kanzler Merz hatte angekündigt, dass die Bundesregierung eine weitere Milliarde Euro an Militärhilfe und 350 Millionen Euro für das durch russische Angriffe beschädigte Energiesystem freigegeben hat.
+++ 16:56 Geheimdienst: Ukrainische Drohnen treffen 500 Kilometer entfernte Kampfflugzeuge +++
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben bei einem Drohnenangriff zwei russische Kampfflugzeuge getroffen. Der Darstellung zufolge richtete sich der Angriff gegen den in rund 500 Kilometern Entfernung gelegenen Militärflughafen Tschanskaja, gelegen zwischen Asowschem Meer und der Schwarzmeer-Metropole Sotschi. Getroffen wurden laut SBU ein Mehrzweckjäger vom Typ Suchoi SU-35 und ein Jagdbomber vom Typ Suchoi SU-34 sowie ein Munitionsdepot. Beide Flugzeugtypen werden von Russland unter anderem für den Abwurf von Gleitbomben genutzt, mit denen Russland die Front attackiert, aber auch ganze Städte in Schutt und Asche legt. Das genaue Ausmaß der Schäden an den teuren und modernen Suchoi-Maschinen gab der SBU nicht bekannt.
+++ 16:19 Selenskyj bestätigt Verhandlungen mit Russland und USA noch diesen Monat +++
Die USA planen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukraine-Krieges. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten bis Ende Oktober stattfinden, bestätigte Selenskyj schon kursierende Berichte über eine neue Verhandlungsrunde. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt. Selenskyj sagte, er habe am Samstag mit US-Vertretern gesprochen und ihnen bestätigt, "dass unsere Seite bereit ist, diesen Zeitplan zu unterstützen". Es gehe um ein Treffen auf Experten-Ebene, fügte er hinzu. Der ukrainische Präsident machte keine Angaben zum Ort der geplanten Gespräche. Die Ukraine sei allerdings offen für die Vereinigten Arabischen Emirate "oder ein anderes Land, das die US-Seite vorschlägt", sagte Selenskyj.
+++ 15:49 Merz: "Lasse mich nicht beeindrucken" von Russlands Drohungen +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich bei seinem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt unbeirrt in seiner Unterstützung des Landes gezeigt. Er sei "trotz der Drohungen aus Moskau gekommen", sagte Merz bei einer Pressekonferenz zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Wir lassen uns auch nicht einschüchtern durch einen Drohnenangriff." Während des Besuchs von Merz gab es mehrfach Luftalarm und eine Drohne schlug auf einer Brücke in Kiew ein. Russland hatte zuvor ausländische Diplomaten und Politiker vor Besuchen in Kiew gewarnt. Der Kanzler betonte: "Ich weiß nicht, ob die Drohung auf meinen Besuch bezogen war - und wenn sie es ist, dann lasse ich mich davon auch nicht beeindrucken." Es habe während seines Besuchs in Kiew drei Mal Drohnenalarm gegeben. Er habe aber nicht in einen Bunker flüchten müssen.
+++ 15:13 Medwedew droht USA mit Abschuss von Starlink-Satelliten +++
Dmitri Medwedew, Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, warnt mit Blick auf Moskaus neuen Satelliten-Internetdienst Rasswet vor einem Krieg im Weltall. Die Forderung der Ukraine, das russische Satellitenkommunikationssystem Rasswet (auf Deutsch: Morgengrauen oder Sonnenaufgang) zu blockieren, könne zu einem großangelegten Krieg im Weltraum führen, teilte Medwedew bei Telegram mit. Er hoffe, dass die Amerikaner das verstünden, weil ansonsten die Satelliten des US-Systems Starlink "wie der Schmuck eines vertrockneten Weihnachtsbaums" herunterfallen könnten. Es gelte, im "sehr engen" Weltraum gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen, mahnte Medwedew. Russland hatte im März und im Juli das Rasswet-System in eine Erdumlaufbahn in 800 Kilometern Höhe gebracht. Kremlchef Wladimir Putin behauptete, dass Rasswet dem System Starlink des Tech-Milliardärs Elon Musk, das der ukrainischen Armee im Abwehrkampf gegen Russland wichtige Vorteile verschafft, technisch in nichts nachstehe. Das Satellitennetz für Hochgeschwindigkeitsinternet soll im nächsten Jahr in Betrieb gehen.
+++ 14:57 Sicherheitsexperte Umbach: "Nato bereitet sich auf Worst-Case-Szenario vor" +++
Auf seiner Kiew-Reise sagt Bundeskanzler Merz, Russlands Kriegsmaschinerie werde sich früher oder später auch gegen Deutschland richten, wenn Putin nicht gestoppt wird. Sicherheitsexperte Frank Umbach ordnet diese Aussage im Gespräch mit ntv näher ein.
+++ 14:37 "Mutig": Selenskyj lobt Merz für Kiew-Visite während Luftalarms +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bundeskanzler Friedrich Merz die von Russland zerstörte Akademie der Wissenschaften gezeigt. Bei dem gezielten Raketeneinschlag wurden vergangene Woche zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt. "Wir wissen es sehr zu schätzen, dass Friedrich Merz heute trotz des Luftangriffsalarms und unserer absolut barbarischen Nachbarn - den Russen, die die Stadt seit dem frühen Morgen angreifen - hier bei uns war", erklärte Selenskyj. "Das ist ein dringend benötigtes und mutiges Signal seitens des Bundeskanzlers persönlich und seitens ganz Deutschlands. Vielen Dank, Friedrich."
+++ 14:18 "Amen - wir bleiben": Deutsche Botschaft pfeift auf Russlands Drohungen +++
Nach einer wiederholten russischen Warnung haben die Botschafter Deutschlands und der Europäischen Union demonstrativ verkündet, nicht aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew wegzugehen. "Amen - wir bleiben", schrieb der deutsche Botschafter Boris Ruge auf der Plattform X. Er antwortete damit auf einen Beitrag der EU-Botschafterin Katarina Mathernova. Diese hatte ebenso bekräftigt, trotz der Gefahr in der Dreimillionenstadt bleiben zu wollen. "Drohungen werden die Unterstützung Europas für die Ukraine nicht aufhalten. Sie erinnern uns nur daran, warum diese Unterstützung so wichtig ist!", schrieb die Diplomatin.
+++ 13:57 Strack-Zimmermann fordert Taurus-Lieferung +++
Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat angesichts des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in der Ukraine die Lieferung der deutschen Marschflugkörper Taurus gefordert. "Es ist extrem wichtig, jetzt in die Ukraine zu reisen, zumal Wladimir Putin das ja durch die Angriffe auf die Schieneninfrastruktur verhindern möchte. Dass der Kanzler sich auf diesen Weg gemacht hat, ist deshalb umso bemerkenswerter", sagt die FDP-Politikerin der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Spätestens jetzt, Herr Bundeskanzler, wäre es der Moment, angesichts des grausamen Vernichtungswillens von Wladimir Putin der Ukraine den Taurus zu liefern, um die russischen militärischen Abschussbasen, von denen jeden Tag Raketen, Marschflugkörper und Drohnen Richtung Ukraine abgefeuert werden, zu zerstören", fordert Strack-Zimmermann vom Bundeskanzler.
+++ 13:32 Merz-Appell in Kiew: "Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf" +++
Luftalarm während des Kanzler-Besuchs: Als Merz die ukrainische Hauptstadt bereist, geht auf einmal der Luftalarm los. Russland setzt seine Angriffe unvermindert fort und bombardiert eine Brücke in Kiew. In einem Statement verurteilt Merz die "barbarischen Angriffe" und richtet sich direkt an Putin.
+++ 13:13 Klitschko: Zwei Verletzte nach russischem Angriff auf Nordbrücke in Kiew +++
Bei dem erneuten russischen Drohnenangriff auf die Nordbrücke über den Fluss Dnipro in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind zwei Menschen verletzt worden. Das teilt Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, auf Telegram mit. Ein Verletzter wurde von Sanitätern ins Krankenhaus gebracht. Dem anderen wurde vor Ort Hilfe geleistet, so Klitschko. Seit Donnerstag greift Russland wiederholt Brücken in Kiew an, dabei wurden mehrere Menschen verletzt.
+++ 12:40 Video zeigt Drohnenexplosion an Brücke während Merz-Besuch +++
Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Solidaritätsbesuch zu Gast in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Während seines Aufenthalts schlägt eine russische Drohne an einer Brücke in Kiew ein. Videos zeigen den Moment der Explosion.
+++ 12:18 Kiesewetter wirft Schröder "Verrat an Europa und am eigenen Land" vor +++
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter kommentiert die Berufung von Altkanzler Gerhard Schröder in den Aufsichtsrat der russischen Supermarktkette Hyperglobus. "Das ist Verrat an Europa und am eigenen Land", schreibt Kiesewetter in einem Post auf X. "Wer Schröder öffentlich und demonstrativ die Hand schüttelt, will damit ein Statement setzen." Die russische Zeitung "RBK" berichtete am Freitag unter Berufung auf das Unternehmen, der 82-Jährige solle das Unternehmen, das zuvor zur deutschen Globus-Gruppe gehörte, strategisch beraten. Immer wieder gerät Schröder wegen seiner Nähe zu Russland in die Kritik.
+++ 11:42 Merz fordert von Putin: "Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!" +++
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin von Kiew aus zu einem Ende der Angriffe und Verhandlungsbereitschaft aufgefordert. "Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander zu sprechen über das Ende dieses Krieges. Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören", sagt der CDU-Politiker. Während des Besuchs in Kiew nimmt er die bei einem Drohnenangriff getroffenen Akademie der Wissenschaften in Augenschein. Währenddessen lösten russische Angriffe mehrfach Drohnenalarm aus. Merz sagt an der Ruine: "Ein Angriff auf die Akademie der Wissenschaften in Kiew, mitten in der Stadt, übrigens wenige 100 Meter von der deutschen Botschaft entfernt. Und heute Morgen an einem friedlichen Sonntag Luftalarm in Kiew. Das sind tägliche Kriegsverbrechen, die hier verübt werden."
+++ 11:11 Selenskyj deutet "wichtige Vereinbarungen" mit Merz an +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Drohnenangriff auf die Nordbrücke in Kiew am Sonntagmorgen bestätigt. Bei separaten Angriffen auf ein Arzneimittel-Lager in Sumy kam eine Person ums Leben, schreibt der ukrainische Präsident auf X. Er erklärt, dass sechs Regionen in der Ukraine über Nacht von russischen Drohnen angegriffen wurden, wobei "gewöhnliche Wohngebäude" zu den Zielen gehörten. "Es ist wichtig, dass die Ukraine gegen diesen Terror nicht allein gelassen wird", schreibt er. Mit Blick auf den Besuch von Friedrich Merz in Kiew schreibt Selenskyj: Er sei dankbar für die Unterstützung des deutschen Bundeskanzlers, gemeinsam würden sie "Entscheidungen vorbereiten, um uns in der Ukraine und ganz Europa bessere Möglichkeiten zur Selbstverteidigung zu geben". Zuletzt fügt er noch hinzu: "Es wird wichtige Vereinbarungen zwischen der Ukraine und Deutschland geben."
+++ 10:28 ntv-Reporter zeigt Trümmer nahe deutscher Botschaft in Kiew +++
Der deutsche Bundeskanzler Merz reist überraschend mit Wirtschaftsministerin Reiche und einer Delegation nach Kiew. ntv-Reporter Jürgen Weichert ist beim Empfang dabei. Inzwischen sind Russlands Angriffe sogar im bisher als sicher geltenden Zentrum Kiews präsent – unweit der deutschen Botschaft, berichtet Weichert.
+++ 09:57 Behörden: Drohnen-Angriff auf Brücke in Kiew während Merz-Besuchs +++
Während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew ist ukrainischen Angaben zufolge eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt von mindestens einer russischen Drohne angegriffen worden. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, teilt im Onlinedienst Telegram mit, "die Straße der Nordbrücke" sei getroffen worden und "Rettungsdienste sind auf dem Weg". Merz war am Morgen überraschend trotz neuer Warnungen aus Moskau zu einem Besuch in Kiew eingetroffen.
+++ 09:20 Bericht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mieter des Russischen Hauses +++
Anfang September kündigte die Bundesregierung das deutsch-russische Kulturabkommen, das auch die Aktivitäten des Russischen Hauses in Berlin regelt. Es gebe "laufende Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt bzw. Mieter des Russischen Hauses wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz", teilt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung" mit. Das Kulturzentrum an der Friedrichstraße im Zentrum der deutschen Hauptstadt wird von der staatlichen russischen Behörde Rossotrudnitschestwo betrieben. Es besitzt eine Nutzfläche von etwa 29.000 Quadratmeter. Der SZ zufolge sind die Kantine und die Buchhandlung weiterhin geöffnet. Offiziell hat sich das Haus der Förderung russischer Kultur und Sprache in Deutschland verschrieben. Schon seit Langem ist es als Instrument der Kreml-Propaganda in der Diskussion. Spätestens seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 steht es im Verdacht, dem russischen Geheimdienst als Tarnung und zu Spionage und Infiltration zu dienen. Laut SZ-Bericht wurde der Betreiber schon im Sommer 2022 auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Wirksam wird die Kündigung laut einem rbb-Bericht erst nach der geltenden Frist zum 7. Juni 2027. Bis dahin läuft der Betrieb nach den Medienberichten zufolge weiter.
+++ 08:45 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.540.700 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1750. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem 49 Artilleriesysteme, drei Flugabwehrsysteme und 1742 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 12.391 Panzer, 50.686 Artilleriesysteme, 1686 Flugabwehrsysteme und 443 Flugzeuge, 356 Hubschrauber, 546.240 Drohnen, 35 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen – wobei das auch nur Mindestwerte sind.
+++ 08:09 Russland: Luftwaffe schießt binnen einer Nacht mehr als 500 ukrainische Drohnen ab +++
In der vergangenen Nacht hat die russische Luftverteidigung 559 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten sowie über dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer abgeschossen. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums. Wie viele ukrainische Drohnenangriffe auf Russland es insgesamt binnen einer Nacht waren, gibt das Ministerium nicht an.
+++ 07:43 Ukraine: Erster Untergrund-Kindergarten in Saporischschja eröffnet +++
In der Stadt Saporischschja in der gleichnamigen Region im Südosten der Ukraine wurde erstmals ein Untergrund-Kindergarten eröffnet. Das berichtet die ukrainische staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj. In dem „unterirdischen Kindergarten“ könnten 115 Kinder den ganzen Tag über in einer sicheren Umgebung lernen, spielen und essen, schreibt Korezkyj auf Telegram. Demnach ist der separate Strahlenschutzbunker mit einer Fläche von über 900 Quadratmetern für bis zu 140 Personen ausgelegt. „Gemeinsam mit den lokalen Behörden arbeiten wir daran, Bedingungen für ein sicheres Bildungsumfeld inmitten der anhaltenden russischen Bedrohung zu schaffen. In erster Linie in Städten und Gemeinden an der Front“, so Korezkyj. Es ist die zweite derartige Vorschuleinrichtung in der Ukraine. Der Kindergarten „Mobil“ in Pissotschyn, einem Vorort der Stadt Charkiw wurde im September 2026 eröffnet und gilt als erster vollständig unterirdischer Kindergarten der Ukraine.
+++ 07:07 IAEA: Stromversorgung des AKW Saporischschja gefährdet +++
Das Kernkraftwerk Saporischschja war in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel von Drohnenangriffen, die zu Stromausfällen führten und die nukleare Sicherheit des Kraftwerks weiter gefährdeten, teilt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in einem Beitrag auf X mit. Demnach wurde die IAEA darüber informiert, dass Ende September zudem bei Angriffen auf das nahegelegene Wärmekraftwerk Saporischschja Transformatoren beschädigt wurden, die für die externe Stromversorgung des AKW in Saporischschja von entscheidender Bedeutung sind. Das Kernkraftwerk, das sich derzeit unter russischer militärischer Kontrolle befindet, ist während des vierjährigen Krieges wiederholt von externen Stromausfällen betroffen. Um die notwendigen Reparaturen zu ermöglichen, verhandelt IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi mit beiden Seiten über einen neuen lokalen Waffenstillstand, der möglichst bald in Kraft treten soll. Es wäre der achte derartige, von der IAEA vermittelte Waffenstillstand, der dazu beitragen soll, die externe Stromversorgung für das Atomkraftwerk sicherzustellen.
+++ 06:30 ISW: Russen rücken im Südosten von Sumy weiter vor +++
Die russischen Streitkräfte sind kürzlich in der Region Sumy vorgerückt. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Russen sollen demnach Gebiete um die Siedlung Novodmytrivka im Südosten der Stadt Sumy erobert haben. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.
+++ 06:14 Merz reist zu Solidaritätsbesuch nach Kiew +++
Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Solidaritätsbesuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere konkrete Hilfe für den Abwehrkampf gegen Russland zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. "Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns", sagt der CDU-Chef bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew. Er wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merz den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern, mit denen die besonders schnellen und daher auch besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpft werden können.
+++ 05:49 Ukraine: Großbrand in Kiewer Industriegebäude nach russischem Drohnenangriff +++
Nach russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist ein Industriegebäude in Brand geraten. Das teilt die Militärverwaltung der Stadt Kiew auf ihrem Telegram-Kanal mit. Herabfallende Trümmerteile über dem Stadtteil Desnianskyi hätten das Feuer ausgelöst. Über Opfer gab es zunächst keine Informationen.
+++ 03:48 Pro-russische Partei verliert Wahl in Lettland deutlich +++
Die pro-europäische Partei des lettischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs hat die Parlamentswahl nach Teilergebnissen überraschend deutlich gewonnen. Die Vereinte Liste kam nach Auszählung von 72 Prozent der Stimmen auf 36,5 Prozent. Weit abgeschlagen folgte die populistische, pro-russische Partei "Lettland Zuerst" mit 13,0 Prozent. Die Wahl in dem an Russland grenzenden Nato-Staat stand im Schatten des Krieges in der Ukraine und der Sorge vor einer russischen Aggression. Die große russischsprachige Minderheit ist in ihrer Haltung zum Krieg gespalten. Kulbergs war erst im Mai an die Macht gekommen, nachdem die vorherige Koalition am Streit über den Umgang mit verirrten Militärdrohnen zerbrochen war.
+++ 00:04 Russland soll immer mehr Iskander-Raketenwerfer verlieren +++
Der kürzlich zurückgetretene Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, schreibt auf Telegram, Russland verliere infolge erfolgreicher Operationen der Spezialkräfte im Grenzgebiet immer mehr Iskander-Raketenwerfer. Ballistische Raketen wie die Iskander sind für die Ukraine eines der größten Probleme, weil sie nur über wenige Mittel verfügt, um diese zu eliminieren.
+++ 22:23 Ukrainische Armee: Russland warf am Samstag 166 Fliegerbomben ab und setzte 5600 Kamikaze-Drohnen ein +++
Der Generalstab der ukrainischen Armee beziffert allein für diesen Samstag die Zahl der russischen Luftangriffe mit 45. Russland habe binnen eines Tages 166 gelenkte Fliegerbomben abgeworfen und rund 5600 Kamikaze-Drohnen eingesetzt. Angriffe gab es demnach im Raum Lyman, Kupjansk, Kramatorsk und Kostiantnywka. Die Angriffe seien abgewehrt worden, zwei Gefechte bei Lyman dauerten am Abend noch an.
+++ 21:44: Russische Drohnen verfolgen Fahrzeuge und töten zwei Zivilisten +++
Bei einem Angriff russischer Drohnen in der ostukrainischen Region Charkiw sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Drohnen hätten zwei Privatautos verfolgt und getroffen, teilten die regionalen Behörden mit. Ein Beifahrer in einem der Autos sei schwer verletzt worden. Nach Angaben der Behörden sei im Tagesverlauf eine Reihe von Fahrzeugen von russischen Drohnen angegriffen und zerstört worden. Dabei sei jedoch niemand zu Schaden gekommen. Bereits am Vortag waren bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw nach offiziellen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere 32 Menschen seien durch Gleitbomben verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Synjehubow auf Telegram mit. Das russische Militär hat die Angriffe gegen ukrainische Städte in den vergangenen Wochen verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie Kiew, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe und werden mit Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen angegriffen.
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