Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 09:59 Ukrainischer Verteidigungsminister sagt für heute geplanten Deutschland-Besuch ab +++
Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sagt seinen für heute geplanten Antrittsbesuch bei seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius in Berlin kurzfristig ab. Grund sei die aktuelle Lageentwicklung in der Ukraine, teilt das Verteidigungsministerium mit. Beide Seiten bemühen sich demnach um einen baldigen Ersatztermin. Bei dem Treffen sollte es um die weitere militärische Unterstützung des Landes gehen, das sich für einen weiteren Kriegswinter mit russischen Angriffen auf die Energie-Infrastruktur rüstet.
+++ 09:33 Krim hat zu wenig Strom +++
Auf der russisch besetzten Krim wird offenbar die Stromversorgung eingeschränkt. Dies berichtet der staatliche Sender Suspilne. Die Abschaltungen erfolgten je nach Lage in den einzelnen Energiebezirken. In Sewastopol wird dem Bericht zufolge der Stromverbrauch für juristische Personen bis 18 Uhr begrenzt, die Bewohner werden dringend gebeten, keine energieintensiven Elektrogeräte einzuschalten. Die Stadt führte offenbar außerdem einen Stromplan ein: zwei Stunden mit Strom, sechs Stunden ohne. Die russischen Besatzer bezeichneten die Störungen als "äußere Einflüsse" auf das Stromnetz.
+++ 09:09 Brennende Akademie der Wissenschaften empört Macron +++
Der französische Präsident Emmanuel Macron verurteilt den jüngsten russischen Beschuss der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Kiew. "Das Regime von Wladimir Putin hat die größte wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Ukraine angegriffen: die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Diese Angriffe sind ein weiterer Beweis für die feindselige Missachtung von Wissenschaft und Wahrheit durch das russische Regime", so Macron auf X. "Sie fügen sich in die Barbarei der täglichen Angriffe ein, die ukrainische Zivilisten ins Visier nehmen."
+++ 08:40 Ukrainer sorgen sich am meisten wegen der Korruption +++
Was sind die größten Sorgen der Ukrainer nach viereinhalb Jahren Vollinvasion? Eine Umfrage des Kyiv International Institute of Sociology zeigt: 50 Prozent der Befragten sorgen sich am meisten wegen der Korruption in der Regierung. Für 40 Prozent sind die massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffe ein Grund zur Sorge. Zu den weiteren Problemen, die am meisten Sorgen bereiten, gehören: Unprofessionalität und Inkompetenz der Behörden (30 Prozent) sowie niedrige Löhne und Renten (28 Prozent), die Aktivitäten der Rekrutierungszentren (24 Prozent), steigende Preise (23 Prozent) und die Lage an der Front (21 Prozent). Die Befragten konnten insgesamt drei von zwölf vorgegebenen Antwortmöglichkeiten angeben.
+++ 08:07 Kiew: Russland unterstützt den Iran bei Angriffen auf US-Streitkräfte +++
Die ukrainischen Geheimdienste wollen Informationen über die Zusammenarbeit Russlands mit dem Iran veröffentlichen. Dies kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj an, der von einem "hochgradig koordinierten militärischen Aufklärungskreislauf" spricht. Den Geheimdienstinformationen zufolge soll Moskau sein Netzwerk von Spionagesatelliten genutzt haben, um die Golfstaaten und wichtige US-Militäranlagen im Nahen Osten zu überwachen. Diese Umlaufbahnpassagen stünden in direktem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt iranischer Drohnen- und Raketenangriffe. "Seit Anfang Juli haben wir eine aktive russische Satellitenüberwachung der Golfstaaten und der dort befindlichen US-Militäreinrichtungen festgestellt. Diese Bilder tauchen anschließend im Iran auf", so Selenskyj. "Gleichzeitig besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den russischen Satellitenbildern dieser Standorte und den iranischen Angriffen – sowohl vor den Angriffen, zur Vorbereitung derselben, als auch danach, um den verursachten Schaden zu begutachten."
+++ 07:38 Ukrainischer Regierungschef: Lage der öffentlichen Finanzen schwierig +++
Wegen Verzögerungen beim Erhalt von Hilfen verschiebt die Ukraine einige Ausgaben, darunter Wiederaufbauarbeiten. Die Regierung werde diese Projekte zwar letztendlich umsetzen, "aber vorerst müssen alle Ressourcen in wichtige Bereiche fließen", erklärt Regierungschef Serhij Korezky bei Telegram. Priorität seien die Verteidigung und das Sozialwesen. Korezky bezeichnet die Lage der öffentlichen Finanzen als schwierig. "Ein Teil der geplanten internationalen Finanzmittel ist noch nicht eingegangen, was zum Teil daran liegt, dass es der Ukraine nicht gelungen ist, bestimmte gegenüber internationalen Partnern eingegangene Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen", fügt er hinzu. Ausgaben, die keine Priorität hätten, würden nun zurückgestellt. Das gelte für Neubau, Wiederaufbau oder größere Reparaturen, die nicht von entscheidender Bedeutung seien, sowie für Verbesserungen im öffentlichen Raum wie Parks und öffentliche Plätze.
+++ 07:09 Russische Soldaten fliehen offenbar mit perfider Taktik +++
Alte und Kranke mit weißer Fahne wirken wie Flüchtende - doch eine ukrainische Drohne zeigt auch junge Männer in Zivil. Kiew hält sie für russische Soldaten auf der Flucht, die die alten Leute verschleppen, um selbst weniger aufzufallen. Als Fluchtroute aus dem Kampfgebiet dient eine stillgelegte Gas-Pipeline.
+++ 06:40 Putin-Dekret: Daten zu Ölraffinerien sollen geheim bleiben +++
Kremlchef Wladimir Putin hat ein Dekret unterzeichnet, das den Zugang zu Daten über die Ölraffinerien des Landes und die Energieexporte einschränkt. Dies schreibt die Agentur Reuters. Dazu gehören Informationen über die Produktpalette der Raffinerieerzeugnisse, Exportmengen, Preisgestaltung und die Lieferkette von Verkäufern, Käufern und Zwischenhändlern sowie Transportwege, Terminals und Lagerstandorte. Der Erlass verbietet die Verbreitung der vertraulichen Informationen über die Medien oder im Internet, sofern diese nicht von dem betreffenden Unternehmen selbst veröffentlicht werden. Auch relevante Zolldaten unterliegen der Geheimhaltung. Putin setzte der russischen Regierung eine Frist von zehn Tagen, um festzulegen, welche konkreten Produkte von den Beschränkungen betroffen sein werden. Mit dem Dekret reagiert Putin offenbar auf die verschärften ukrainischen Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur.
+++ 06:13 Angriffe auf Kiew: Angehörige der deutschen Botschaft "alle unversehrt" +++
Bei einer Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wird nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen. "Derzeit versuchen die Rettungskräfte, den Brand schnellstmöglich zu löschen", schreibt Präsident Wolodymyr Selenskyj noch am Abend auf Telegram. Zu möglichen Opfern dieses Angriffs werden keine Angaben gemacht. Kurz zuvor war das Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Kiew getroffen worden. Das in der Nähe gelegene Gebäude der deutschen Botschaft bleibt unbeschädigt. "Die Angehörigen der Botschaft sind alle unversehrt geblieben", teilte die Vertretung der Bundesrepublik mit. Die Sicherheitsmaßnahmen würden jedoch insbesondere nach derartigen Treffern überprüft.
+++ 05:44 Pentagon lobt Deutschland vor US-Kongress +++
Das US-Verteidigungsministerium würdigt explizit Deutschlands Anstrengung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben vor dem US-Kongress. Nato-Verbündete wie Deutschland hätten glaubwürdige Schritte unternommen, um ihre Zusagen vom Gipfel des Verteidigungsbündnisses in Den Haag weit vor der Frist im Jahr 2035 zu erfüllen, heißt es in einem Statement von Elbridge Colby, Unterstaatssekretär im Pentagon, an den Streitkräfteausschuss des US-Senats.
+++ 04:47 Selenskyj: Nordkorea will 10.000 weitere Soldaten nach Russland schicken +++
Nordkorea bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Entsendung von weiteren 10.000 Soldaten nach Russland vor. Auf russischem Territorium befänden sich zudem bereits mehr als 8000 Soldaten aus Nordkorea, schreibt Selenskyj auf der Plattform X. Eine russische oder nordkoreanische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
+++ 03:49 Papst fordert Gespräche über Kriegsende in Ukraine +++
Papst Leo XIV. fordert neue internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. "Wir müssen die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder auffordern, sich zu treffen, sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu sprechen", sagt das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Heimflug von seiner Frankreich-Reise. Als Ziel nennt er es, "Lösungen für diese Probleme zu finden - anstatt auf Kriegen zu bestehen, die keinen Sinn mehr haben". In den vergangenen viereinhalb Jahren der Vollinvasion brachten die Vermittlungsbemühungen des Vatikans bislang keine Fortschritte.
+++ 02:42 Explosionen in Kiew: Klitschko berichtet von Schäden +++
Das russische Militär setzt seine heftigen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fort. Nach mehreren Explosionen am frühen Morgen berichtet der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram von Schäden in mehreren Teilen der Hauptstadt. Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilt Klitschko mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.
+++ 01:49 Mehrere Explosionen in Kiew - Ukrainische Luftwaffe warnt vor ballistischen Raketen +++
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist erneut Ziel russischer Raketenangriffe geworden. In Kiew sind mehrere laute Explosionen zu hören. Zuvor waren während eines Luftalarms die Luftabwehrsysteme aktiviert worden. "Neue ballistische Raketen steuern auf Kiew zu", warnt die ukrainische Luftwaffe bei Telegram. Journalisten in der ukrainischen Hauptstadt berichteten von einem Angriff mit Drohnen und Raketen.
+++ 00:44 Bericht: Russland plant mit Rekord-Militärausgaben +++
Russland will seine Militärausgaben 2027 auf einen neuen Höchststand seit Beginn des Krieges in der Ukraine anheben. Geplant seien Ausgaben von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro), wie aus Regierungsdokumenten hervorgeht. Dies entspricht einer Steigerung von rund 27 Prozent gegenüber dem ursprünglich veranschlagten Budget von 13,5 Billionen Rubel. Insgesamt sollen sich die Rüstungsausgaben in den kommenden drei Jahren auf 50 Billionen Rubel belaufen. Für 2026 waren ursprünglich 12,1 Billionen Rubel für die Verteidigung vorgesehen, die tatsächliche Summe ist jedoch als geheim eingestuft. Zudem können Teile der Militärausgaben in anderen Bereichen des Haushalts verbucht werden. Die hohen Militärausgaben belasten den Haushalt. Den Dokumenten zufolge verdoppelt die Regierung ihre Prognose für das Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Haushaltsentwurf soll dem Parlament bis zum 1. Oktober vorgelegt werden.
+++ 23:22 Nato-Kommandeur: Russlands Sabotage "immer dreister", doch sie funktioniert nicht +++
Nach den Worten des Oberbefehlshabers der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat die "russische Sabotagekampagne" in Europa für den Kreml keinen Erfolg. Die "staatlich gesteuerte Sabotage" werde zwar "immer dreister", sagt Grynkewich vor EU-Abgeordneten. Dennoch halte das die europäischen Länder nicht davon ab, die Ukraine weiter zu unterstützen. Konkret verweist Grynkewich auf den Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne auf dem Flughafen in Leipzig und den Abschuss von Leuchtraketen durch ein russisches Kriegsschiff auf einen dänischen Hubschrauber. Dies seien klare Versuche, "unsere geschlossene Unterstützung der Ukraine zu untergraben", sagt der General. Dänemark habe wenig später dennoch neue Ukraine-Hilfen auf den Weg gebracht. Eine solche Reaktion empfehle er auch anderen Regierungen.
+++ 22:15 Polen erleichtert Kampfpiloten Abschüsse +++
Die polnische Regierung lockert die Regeln für den Abschuss fremder Fluggeräte wie etwa Drohnen im polnischen Luftraum. Von nun an sei es Kampfpiloten erlaubt, "auf Grundlage von Radardaten oder anderen Informationen, die in das System eingespeist werden, die Entscheidung zu treffen, ein fremdes Fluggerät abzuschießen", sagt Verteidigungsminister Tomczyk. Bislang sei dafür eine visuelle Identifizierung erforderlich gewesen. Der Abschuss auf der Grundlage von Radardaten sei "in der Regel einem Kriegszustand oder dem Kriegsrecht vorbehalten", erklärt Tomczyk. Die Änderung sei unter anderem vorgenommen worden, weil Polen "täglich mit der Möglichkeit konfrontiert ist, dass Drohnen in sein Hoheitsgebiet eindringen". Anfang des Monats erklärte Polens Premier Tusk, "der russische Plan" umfasse nach Geheimdienstinformationen "hybride Angriffe" mit Drohnen und Raketen auf Länder, welche die Ukraine unterstützen. Zudem gibt es seit Monaten wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen Nato-Ländern, darunter Polen.
+++ 21:38 Selenskyj: Russland hat mit Mobilmachung begonnen +++
Russland hat laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. Die Zahl der Rekruten werde auf verschiedene Weisen erhöht. "Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen", fährt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache fort und beruft sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen. Russland hatte zuletzt 2022 eine "Teilmobilmachung" von Reservisten angeordnet, nachdem die russische Armee in der Ukraine militärische Rückschläge erlitten hatte. Die damalige Anordnung bezog sich laut Kreml auf rund 300.000 von insgesamt rund 140 Millionen Russen. Sie führte dazu, dass zahlreiche Männer im wehrpflichtigen Alter Russland verließen.
+++ 21:08 Berichte: Putin vergrößert Armee das vierte Mal seit Jahresbeginn +++
Russland vergrößert seine Armee um 15.500 Soldaten. Dies gehe aus einem veröffentlichten Dekret von Präsident Putin hervor, melden russische Medien, darunter die staatliche Nachrichtenagentur Tass und die unabhängige "Moscow Times". Dem Dekret zufolge beträgt die neue Personalstärke der Streitkräfte 2.441.630 Einheiten, darunter 1.550.500 Soldaten im aktiven Dienst. Den Berichten zufolge ist es die vierte Truppenaufstockung per Dekret in diesem Jahr. Demnach legte Putin die Personalstärke Ende Juli auf 2.426.130 Einheiten fest, darunter 1.535.000 Soldaten. Seit der ersten Erhöhung im März sei die Stärke um knapp 50.000 Personen erhöht worden, heißt es.
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