Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:11 Ukraine beziffert Kriegskosten in diesem Jahr auf 155 Milliarden Dollar +++

30.09.2026, 00:01 Uhr

Die Kriegskosten der Ukraine belaufen sich nach Regierungsangaben in diesem Jahr auf insgesamt 155 Milliarden Dollar. Kiew arbeitet zudem daran, eine Finanzierungslücke von 27 Milliarden Dollar zu schließen. Dies soll sicherstellen, dass das Land Anfang 2027 den Kampf gegen den russischen Angriffskrieg fortführen kann, wie Ministerpräsident Serhij Korezkyj weiter mitteilt. 7 Milliarden Dollar will die Regierung durch strikte Sparmaßnahmen im Haushalt und Mittelumschichtungen decken. Über die verbleibenden 20 Milliarden Dollar verhandelt die Ukraine mit Partnern. Es ist das erste Mal, dass die Ukraine eine Schätzung ihrer jährlichen Kriegskosten veröffentlicht. Vergleichbare Zahlen für 2025 gibt es nicht.

+++ 10:44 Moskau verlängert erneut Exportverbot für Diesel +++

Russland verschärft mit der Verlängerung seines Exportverbots für Diesel die angespannte Lage auf dem globalen Energiemarkt. Das Ausfuhrverbot für Kraftstoffhersteller gelte nun bis Ende Oktober, teilte die Regierung in Moskau mit. Die Maßnahme dürfte den Druck auf den globalen Energiemarkt weiter erhöhen, der bereits durch die anhaltenden Konflikte in Nahost und Lieferengpässe belastet ist. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren habe. Ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest vorübergehend außer Betrieb. "Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden."

+++ 10:15 Ukraine senkt Wirtschaftsprognose deutlich +++

Die Ukraine senkt ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 von 2,4 Prozent auf 0,5  bis 0,6 Prozent. Dies teilt Wirtschaftsminister Oleksandr Kravtschenko mit, wie die "Kyiv Post" berichtet. Er rechnet demnach bis zum Jahresende mit Unternehmensverlusten in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar, da blockierte Exporte und Beeinträchtigungen in der Logistik die Wirtschaft belasten. 

+++ 09:44 Ukraine: Mehrere ballistische Raketen abgewehrt +++

Der ukrainischen Luftwaffe gelingt es nach eigenen Angaben, fünf ballistische Raketen verschiedener Typen abzuschießen. Militärnahe Telegramkanäle schreiben indes, die Zahl der eingesetzten Raketen sei mehr als doppelt so hoch gewesen. Nach offiziellen Angaben werden 155 von 188 anfliegenden Kampfdrohnen abgewehrt. Der Luftalarm zieht sich bis in die Vormittagsstunden.

+++ 09:10 In Polen steigen Kampfjets auf +++

Russische Angriffe auf die Ukraine versetzen auch die Nachbarländer in Alarm. In der Republik Moldau stürzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Drohne bei dem Dorf Hirbovat ab und explodiert. In Polen steigen erneut Kampfjets auf, um eventuell anfliegende Drohnen abzufangen.

+++ 08:46 Zahl der Toten in Kiew steigt +++

Die Zahl der Toten nach russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kiew steigt. In Kiew und der umliegenden Region wurden nach ukrainischen Behördenangaben drei Menschen getötet, darunter ein Kind. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. In Kiew seien Brände ausgebrochen, von denen Wohnhäuser, ein Geschäft und ein Lagerhaus betroffen seien.

+++ 08:14 Russen "sehr erfolgreich": Ukrainische Stahlindustrie liegt am Boden +++

Die ukrainische Metallindustrie und der Bergbau sind laut der BBC wegen der zuletzt massiven russischen Angriffe fast vollständig zum Erliegen gekommen. Der Beitrag des Sektors zum ukrainischen BIP liege nun "wahrscheinlich nahe Null", zitiert der Sender Oleksandr Myronenko vom Stahlwerkbetreiber Metinvest, wo erst kürzlich bei Angriffen 8 Arbeiter getötet und 31 verletzt wurden. Bis vor Kurzem war sein Unternehmen der größte Stahl- und Eisenproduzent der Ukraine, doch wegen der Attacken der Russen sind inzwischen alle seine Stahlwerke außer Betrieb. "Offensichtlich versuchen sie, die ukrainische Wirtschaft lahmzulegen und die Ukraine daran zu hindern, Einnahmen aus dem Ausland zu erzielen, Steuern und Löhne zu zahlen sowie dafür zu sorgen, dass die Städte funktionieren und die Menschen Arbeit haben", sagt Myronenko. "Ihre Bemühungen waren bisher sehr erfolgreich." Wie die BBC schreibt, machten die Metallindustrie und der Bergbau vor der Vollinvasion 2022 etwa 10 Prozent des ukrainischen BIP und ein Drittel der Exporte aus, jeder 13. Arbeitsplatz in der Ukraine stand in irgendeiner Weise mit dieser Branche in Verbindung.

+++ 07:43 Gouverneur: Ukraine rettet mehrere Kinder aus russisch besetztem Gebiet +++

Mehrere ukrainische Kinder konnten offenbar aus dem russisch besetzten Teil der Region Cherson in den freien Teil der Ukraine gebracht werden. Wie Olexander Prokudin, Leiter der ukrainischen Miliärverwaltung der Region, auf Telegram schreibt, handelt es sich bei ihnen um vier Jungen und zehn Mädchen im Alter von 6 bis 17 Jahren. "Sie alle mussten unter dem Druck des Besatzungsregimes schwere Prüfungen durchstehen", so Prokudin. Ihm zufolge war unter den nun freigekommenen Kindern auch ein 16-Jähriger, der von den Russen zum Militärdienst gezwungen worden war. Die Rettung der Kinder gelang demnach im Rahmen der Präsidialinitiative "Bring Kids Back UA" in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation "Save Ukraine".

+++ 07:15 Schwerer Angriff auf Kiew: Kind tot unter Trümmern geborgen +++

Bei dem jüngsten Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew wird nach Angaben von Behördenvertretern mindestens ein Menschen getötet und vier weitere werden verletzt. Wie "Kyiv Independent" berichtet, erschütterten kurz vor 3 Uhr morgens über ein Dutzend Explosionen die Stadt. Die Explosionen erfolgten nur wenige Minuten. Weitere Explosionen waren später gegen 3:40 Uhr Ortszeit zu hören. Unmittelbar außerhalb der Hauptstadt, im benachbarten Gebiet Kiew, wurde dem Bericht zufolge in Wyschhorod mindestens ein Kind tot unter den Trümmern eines Hauses gefunden. Ein Mann und eine Frau erlitten bei dem Angriff ebenfalls Verletzungen. 

+++ 06:44 Ukraine bekommt neue Raketen für Nasams-Luftabwehrsysteme +++

Die Ukraine hat eine neue Lieferung von Raketen für Nasams-Luftabwehrsysteme erhalten. Dies erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das Raketenpaket für das NASAMS-System soll demnach am Montag geliefert worden. "Wir sprechen mit all unseren Partnern, um sicherzustellen, dass wir auch die notwendigen Raketen für die Patriots haben", so Selenskyj weiter. Russische Raketen und Drohnen nehmen derzeit Städte in der gesamten Ukraine ins Visier, der Schaden ist immens.

+++ 06:12 Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene sind nun in Südkorea +++

Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene sind nach Angaben eines südkoreanischen Parlamentariers kürzlich aus der Ukraine in Südkorea eingetroffen. "Auch wenn ich das genaue Datum ihrer Ankunft in Südkorea nicht nennen kann, so kann ich doch bestätigen, dass die beiden Mitte September eintrafen", erklärt der Abgeordnete Youn Kun Young. Die Mitteilung erfolgt nur wenige Tage nach dem mutmaßlichen Verstoß der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung mit Südkorea über die Übergabe der beiden Männer, wegen der Seoul den ukrainischen Gesandten einbestellte.

+++ 05:41 Kiew: Moskau blockiert Schwarzmeer-Abkommen +++

Die Ukraine hat offenbar wenig Hoffnung auf ein weiteres Getreideabkommen für das Schwarze Meer. "Leider ist es schwer vorstellbar, dass es in den nächsten Monaten mögliche Lösungen für dieses Problem geben könnte", sagt der ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi in einem Interview mit Bloomberg. "Wir müssen uns wirklich darauf einstellen, dass die Lage so kritisch bleibt, wie sie derzeit ist." Laut Vysotskyi wurde die Ukraine von den Ländern, die die Gespräche vermitteln, darüber informiert, dass Russland bislang alle Vorschläge der Partner Kiews abgelehnt habe. Er fügt hinzu, dass "alle möglichen Verhandlungsrunden ausprobiert wurden, bisher jedoch keine Ergebnisse erzielt wurden". Auf Russland und die Ukraine entfallen Bloomberg zufolge zusammen etwa ein Viertel der weltweiten Getreideexporte, weshalb Störungen im Schwarzmeerraum eine die globalen Lebensmittelmärkte stark belasten. 

+++ 04:43 Berliner Flughafen BER bekommt neues System zur Drohnensichtung +++

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ein System zur Drohnenerkennung in Betrieb genommen. Damit könnten Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig entdeckt und die zuständigen Stellen über mögliche Gefährdungen für den Luftverkehr informiert werden, teilt das Bundesverkehrsministerium mit. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach von der SPD erklärt, Drohnenereignisse könnten unterschiedliche Ursachen haben. "Es ist natürlich so, dass nicht jede Drohne immer eine Gefahr ist, aber sie ist eine potenzielle Gefahr, und deswegen müssen wir sehr schnell reagieren können. Und das können wir nun mit dem neuen System gewährleisten." Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden am Flughafen BER so viele Drohnen gesichtet wie an keinem anderen deutschen Flughafen. In den sechs Monaten registrierte der Tower in Schönefeld nach DFS-Angaben 28 solcher Flugobjekte.

+++ 03:48 Explosionen in Kiew gemeldet +++

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Explosionen zu hören. Der Bürgermeister der Stadt, Witali Klitschko, teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, in einem Wohngebiet sei ein Feuer ausgebrochen. Kurz vor drei Uhr morgens Ortszeit erschüttern mehr als ein Dutzend Explosionen die Stadt, wie der "Kyiv Independent" berichtet. Die Explosionen ereigneten sich wenige Minuten, nachdem die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen Raketen gewarnt hatte, die auf die Stadt zusteuerten.

+++ 02:45 Selenskyj verspricht Abhilfe gegen russische Jetdrohnen +++

Angesichts massiver Probleme bei der Abwehr von russischen Drohnen mit Düsenantrieb stellt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine baldige Linderung in Aussicht. "Derzeit werden ukrainische Abfangraketen bereits unter Kampfbedingungen eingesetzt", sagt das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft. Die Abfangrate sei jedoch noch zu niedrig. "Doch jede Woche soll sich die Trefferquote erhöhen", versichert Selenskyj. Für den Oktober seien konkrete Produktionsraten festgelegt worden. "Das ist eine strategische Aufgabe." Nach Selenskyjs Worten wurden am Dienstag bis zum Abend von 29 russischen Drohnen mit Düsenantrieb 18 abgefangen. Diese schnellen und hochfliegenden Fluggeräte werden demnach derzeit von Kampfflugzeugen abgeschossen. Belgien hat dem Staatschef zufolge die Lieferung von drei F-16-Kampfflugzeugen bis Ende des Jahres zugesagt. 

+++ 01:10 Russischer Wirtschaftsminister kommt zu G20-Treffen +++

Der russische Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow nimmt nach Angaben aus Moskau am Treffen der G20-Handelsminister am Mittwoch und Donnerstag in den USA teil. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium. US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum nächsten G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Ob Putin die Einladung annimmt, ist noch unklar. 

+++ 23:45 Polen: Russische Angriffe in Grenzregion Dauerzustand +++

Polens Regierungschef Donald Tusk hält russische Angriffe in der ukrainischen Grenzregion zu seinem Land mittlerweile für einen Dauerzustand. Jede Nacht würden Kampfjets der polnischen Luftwaffe aufsteigen, da die Attacken Russlands in dieser Region einen "permanenten Charakter" angenommen hätten, sagt Tusk in Warschau vor einer Kabinettssitzung. Seinem Land stehen schwierige Wochen und Monate bevor. Am Montag hatte es polnischen Regierungsangaben zufolge auf ukrainischem Gebiet erneut eine Drohnenattacke unweit von dem Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn gegeben. Bei dem Angriff beschädigte die Drohne mit ihrer Druckwelle nach ukrainischen Informationen ein Gebäude der Grenzkontrollstelle. In den vergangenen zwei Wochen hatten in der Nähe des gleichen Grenzübergangs mehrfach russische Drohnen Ziele auf dem Gebiet der Ukraine attackiert. 

+++ 22:15 Russische Gleitbomben treffen Sumy - zwei Tote +++

Bei russischen Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere sechs Menschen seien verletzt worden, teilt Präsident Selenskyj bei Telegram mit. Darunter sollen sich drei Kinder befinden. Demnach schlugen vier russische Gleitbomben im Stadtzentrum ein. Es sei auch ein Schulgebäude getroffen worden. "Ich danke den Lehrern und der Schulleitung: Die Kinder und die Lehrkräfte waren im Schutzraum, insgesamt 100 Leute wurden rechtzeitig evakuiert", schreibt der Staatschef. Selenskyj zufolge bombardieren die "russischen Terroristen" und "widerwärtigen Missgeburten" Kinder, Schulen und gewöhnliche Häuser "einfach so". Er fordert "realen Druck" und nicht nur Worte von den Verbündeten in Amerika und Europa.  

+++ 21:44 Merz zu Wadephul-Lawrow-Treffen: Russland nicht an Gesprächen interessiert +++

Bundeskanzler Friedrich Merz sieht das jüngste Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Beleg für Russlands fehlende Bereitschaft zu ernsten Friedensverhandlungen. "Die anschließende Bewertung dieses Gesprächs durch Russland hat gezeigt, dass Russland offensichtlich überhaupt nicht an ernsthaften Gesprächen zum jetzigen Zeitpunkt interessiert ist", sagt Merz bei einer Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew. "Wir werden deswegen alle unsere Anstrengungen unternehmen, der Ukraine weiter behilflich zu sein, sie zu unterstützen", so der Bundeskanzler weiter. Dies gelte "nicht nur militärisch, sondern auch politisch, finanziell, ökonomisch". Wadephul und Lawrow hatten sich am Samstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen.  

+++ 21:18 Für dickes Rüstungsplus streicht Russland Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales zusammen +++

Russland plant angesichts drastisch steigender Rüstungsausgaben eine Kürzung der Sozialausgaben. Die Mittel für die Sozialpolitik, zu der unter anderem Renten, Zahlungen an Kriegsveteranen und Mutterschaftsleistungen gehören, sollen im Jahr 2027 um sieben Prozent sinken. Dies geht aus Regierungsdokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Die Budgets für Bildung und Gesundheit sollen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um 6 beziehungsweise 6,8 Prozent gekürzt werden. Die Regierung in Moskau plant für das Jahr 2027 Militärausgaben in Höhe von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro). Dies ist ein Anstieg um rund 27 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Entwurf und der höchste Wert seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022. Die steigenden Rüstungsausgaben belasten den russischen Haushalt. Wie Reuters unter Berufung auf Regierungsdokumente berichtete, verdoppelte die Regierung in Moskau ihre Prognose für das Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Russland plant zur Finanzierung des Defizits für 2027 Steuererhöhungen, darunter eine Sonderabgabe für Metall- und Bergbauunternehmen. Die Kosten für den Schuldendienst steigen zudem wegen der hohen Zinsen im Jahr 2027 voraussichtlich um 21,6 Prozent.

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