Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:11 Selenskyj deutet "wichtige Vereinbarungen" mit Merz an +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Drohnenangriff auf die Nordbrücke in Kiew am Sonntagmorgen bestätigt. Bei separaten Angriffen auf ein Arzneimittel-Lager in Sumy kam eine Person ums Leben, schreibt der ukrainische Präsident auf X. Er erklärt, dass sechs Regionen in der Ukraine über Nacht von russischen Drohnen angegriffen wurden, wobei "gewöhnliche Wohngebäude" zu den Zielen gehörten. "Es ist wichtig, dass die Ukraine gegen diesen Terror nicht allein gelassen wird", schreibt er. Mit Blick auf den Besuch von Friedrich Merz in Kiew schreibt Selenskyj: Er sei dankbar für die Unterstützung des deutschen Bundeskanzlers, gemeinsam würden sie "Entscheidungen vorbereiten, um uns in der Ukraine und ganz Europa bessere Möglichkeiten zur Selbstverteidigung zu geben". Zuletzt fügt er noch hinzu: "Es wird wichtige Vereinbarungen zwischen der Ukraine und Deutschland geben."
+++ 10:28 ntv-Reporter zeigt Trümmer nahe deutscher Botschaft in Kiew +++
Der deutsche Bundeskanzler Merz reist überraschend mit Wirtschaftsministerin Reiche und einer Delegation nach Kiew. ntv-Reporter Jürgen Weichert ist beim Empfang dabei. Inzwischen sind Russlands Angriffe sogar im bisher als sicher geltenden Zentrum Kiews präsent – unweit der deutschen Botschaft, berichtet Weichert.
+++ 09:57 Behörden: Drohnen-Angriff auf Brücke in Kiew während Merz-Besuchs +++
Während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew ist ukrainischen Angaben zufolge eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt von mindestens einer russischen Drohne angegriffen worden. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, teilt im Onlinedienst Telegram mit, "die Straße der Nordbrücke" sei getroffen worden und "Rettungsdienste sind auf dem Weg". Merz war am Morgen überraschend trotz neuer Warnungen aus Moskau zu einem Besuch in Kiew eingetroffen.
+++ 09:20 Bericht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mieter des Russischen Hauses +++
Anfang September kündigte die Bundesregierung das deutsch-russische Kulturabkommen, das auch die Aktivitäten des Russischen Hauses in Berlin regelt. Es gebe "laufende Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt bzw. Mieter des Russischen Hauses wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz", teilt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung" mit. Das Kulturzentrum an der Friedrichstraße im Zentrum der deutschen Hauptstadt wird von der staatlichen russischen Behörde Rossotrudnitschestwo betrieben. Es besitzt eine Nutzfläche von etwa 29.000 Quadratmeter. Der SZ zufolge sind die Kantine und die Buchhandlung weiterhin geöffnet. Offiziell hat sich das Haus der Förderung russischer Kultur und Sprache in Deutschland verschrieben. Schon seit Langem ist es als Instrument der Kreml-Propaganda in der Diskussion. Spätestens seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 steht es im Verdacht, dem russischen Geheimdienst als Tarnung und zu Spionage und Infiltration zu dienen. Laut SZ-Bericht wurde der Betreiber schon im Sommer 2022 auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Wirksam wird die Kündigung laut einem rbb-Bericht erst nach der geltenden Frist zum 7. Juni 2027. Bis dahin läuft der Betrieb nach den Medienberichten zufolge weiter.
+++ 08:45 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.540.700 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1750. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem 49 Artilleriesysteme, drei Flugabwehrsysteme und 1742 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 12.391 Panzer, 50.686 Artilleriesysteme, 1686 Flugabwehrsysteme und 443 Flugzeuge, 356 Hubschrauber, 546.240 Drohnen, 35 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen – wobei das auch nur Mindestwerte sind.
+++ 08:09 Russland: Luftwaffe schießt binnen einer Nacht mehr als 500 ukrainische Drohnen ab +++
In der vergangenen Nacht hat die russische Luftverteidigung 559 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten sowie über dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer abgeschossen. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Angaben des russischen Verteidigungsministeriums. Wie viele ukrainische Drohnenangriffe auf Russland es insgesamt binnen einer Nacht waren, gibt das Ministerium nicht an.
+++ 07:43 Ukraine: Erster Untergrund-Kindergarten in Saporischschja eröffnet +++
In der Stadt Saporischschja in der gleichnamigen Region im Südosten der Ukraine wurde erstmals ein Untergrund-Kindergarten eröffnet. Das berichtet die ukrainische staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform unter Berufung auf Angaben des ukrainischen Ministerpräsidenten Serhij Korezkyj. In dem „unterirdischen Kindergarten“ könnten 115 Kinder den ganzen Tag über in einer sicheren Umgebung lernen, spielen und essen, schreibt Korezkyj auf Telegram. Demnach ist der separate Strahlenschutzbunker mit einer Fläche von über 900 Quadratmetern für bis zu 140 Personen ausgelegt. „Gemeinsam mit den lokalen Behörden arbeiten wir daran, Bedingungen für ein sicheres Bildungsumfeld inmitten der anhaltenden russischen Bedrohung zu schaffen. In erster Linie in Städten und Gemeinden an der Front“, so Korezkyj. Es ist die zweite derartige Vorschuleinrichtung in der Ukraine. Der Kindergarten „Mobil“ in Pissotschyn, einem Vorort der Stadt Charkiw wurde im September 2026 eröffnet und gilt als erster vollständig unterirdischer Kindergarten der Ukraine.
+++ 07:07 IAEA: Stromversorgung des AKW Saporischschja gefährdet +++
Das Kernkraftwerk Saporischschja war in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel von Drohnenangriffen, die zu Stromausfällen führten und die nukleare Sicherheit des Kraftwerks weiter gefährdeten, teilt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in einem Beitrag auf X mit. Demnach wurde die IAEA darüber informiert, dass Ende September zudem bei Angriffen auf das nahegelegene Wärmekraftwerk Saporischschja Transformatoren beschädigt wurden, die für die externe Stromversorgung des AKW in Saporischschja von entscheidender Bedeutung sind. Das Kernkraftwerk, das sich derzeit unter russischer militärischer Kontrolle befindet, ist während des vierjährigen Krieges wiederholt von externen Stromausfällen betroffen. Um die notwendigen Reparaturen zu ermöglichen, verhandelt IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi mit beiden Seiten über einen neuen lokalen Waffenstillstand, der möglichst bald in Kraft treten soll. Es wäre der achte derartige, von der IAEA vermittelte Waffenstillstand, der dazu beitragen soll, die externe Stromversorgung für das Atomkraftwerk sicherzustellen.
+++ 06:30 ISW: Russen rücken im Südosten von Sumy weiter vor +++
Die russischen Streitkräfte sind kürzlich in der Region Sumy vorgerückt. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Russen sollen demnach Gebiete um die Siedlung Novodmytrivka im Südosten der Stadt Sumy erobert haben. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.
+++ 06:14 Merz reist zu Solidaritätsbesuch nach Kiew +++
Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Solidaritätsbesuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere konkrete Hilfe für den Abwehrkampf gegen Russland zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. "Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns", sagt der CDU-Chef bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew. Er wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merz den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern, mit denen die besonders schnellen und daher auch besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpft werden können.
+++ 05:49 Ukraine: Großbrand in Kiewer Industriegebäude nach russischem Drohnenangriff +++
Nach russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist ein Industriegebäude in Brand geraten. Das teilt die Militärverwaltung der Stadt Kiew auf ihrem Telegram-Kanal mit. Herabfallende Trümmerteile über dem Stadtteil Desnianskyi hätten das Feuer ausgelöst. Über Opfer gab es zunächst keine Informationen.
+++ 03:48 Pro-russische Partei verliert Wahl in Lettland deutlich +++
Die pro-europäische Partei des lettischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs hat die Parlamentswahl nach Teilergebnissen überraschend deutlich gewonnen. Die Vereinte Liste kam nach Auszählung von 72 Prozent der Stimmen auf 36,5 Prozent. Weit abgeschlagen folgte die populistische, pro-russische Partei "Lettland Zuerst" mit 13,0 Prozent. Die Wahl in dem an Russland grenzenden Nato-Staat stand im Schatten des Krieges in der Ukraine und der Sorge vor einer russischen Aggression. Die große russischsprachige Minderheit ist in ihrer Haltung zum Krieg gespalten. Kulbergs war erst im Mai an die Macht gekommen, nachdem die vorherige Koalition am Streit über den Umgang mit verirrten Militärdrohnen zerbrochen war.
+++ 00:04 Russland soll immer mehr Iskander-Raketenwerfer verlieren +++
Der kürzlich zurückgetretene Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, schreibt auf Telegram, Russland verliere infolge erfolgreicher Operationen der Spezialkräfte im Grenzgebiet immer mehr Iskander-Raketenwerfer. Ballistische Raketen wie die Iskander sind für die Ukraine eines der größten Probleme, weil sie nur über wenige Mittel verfügt, um diese zu eliminieren.
+++ 22:23 Ukrainische Armee: Russland warf am Samstag 166 Fliegerbomben ab und setzte 5600 Kamikaze-Drohnen ein +++
Der Generalstab der ukrainischen Armee beziffert allein für diesen Samstag die Zahl der russischen Luftangriffe mit 45. Russland habe binnen eines Tages 166 gelenkte Fliegerbomben abgeworfen und rund 5600 Kamikaze-Drohnen eingesetzt. Angriffe gab es demnach im Raum Lyman, Kupjansk, Kramatorsk und Kostiantnywka. Die Angriffe seien abgewehrt worden, zwei Gefechte bei Lyman dauerten am Abend noch an.
+++ 21:44: Russische Drohnen verfolgen Fahrzeuge und töten zwei Zivilisten +++
Bei einem Angriff russischer Drohnen in der ostukrainischen Region Charkiw sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Drohnen hätten zwei Privatautos verfolgt und getroffen, teilten die regionalen Behörden mit. Ein Beifahrer in einem der Autos sei schwer verletzt worden. Nach Angaben der Behörden sei im Tagesverlauf eine Reihe von Fahrzeugen von russischen Drohnen angegriffen und zerstört worden. Dabei sei jedoch niemand zu Schaden gekommen. Bereits am Vortag waren bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw nach offiziellen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere 32 Menschen seien durch Gleitbomben verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Synjehubow auf Telegram mit. Das russische Militär hat die Angriffe gegen ukrainische Städte in den vergangenen Wochen verstärkt. Vor allem die großen Ballungszentren wie Kiew, Charkiw oder Odessa stehen im Visier der russischen Luftwaffe und werden mit Kampfdrohnen oder ballistischen Raketen angegriffen.
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