Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:12 Selenskyjs Büroleiter: Verbündete wollen, dass wir russische Ölterminals nicht zerstören +++
Verbündete hätten die Ukraine gebeten, russische Ölterminals unbeschadet zu lassen. Dies berichtet Kyrylo Budanow, der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, auf einer Pressekonferenz. Auf die Frage, ob es stimme, dass Partner die ukrainischen Behörden gebeten hätten, russische Ölterminals nicht zu zerstören, antwortet er: "Ich kann nur allgemein sagen: Ja, das gibt es. Warum ist das so? Als intelligenter Mensch können Sie das verstehen - es ist eine Frage der Preisbildung. Aber wir haben unseren eigenen Krieg." Budanow ergänzt, dass die Ukraine während des gesamten Krieges mit solchen Forderungen konfrontiert war. Welche Verbündeten er meint, sagt er dagegen nicht. Durch zahlreiche Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien sank die Förderung teils deutlich, weil Anlagen über längere Zeit stillstanden.
+++ 21:31 Putin kündigt für orthodoxe Ostern Feuerpause in der Ukraine an +++
Der russische Präsident Wladimir Putin kündigt eine Feuerpause in der Ukraine für die orthodoxen Ostertage an. "Auf Beschluss des Oberbefehlshabers ... W. W. Putin wird im Zusammenhang mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterfest ein Waffenstillstand vom 11. April, 16 Uhr, bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 verkündet", erklärt der Kreml in einer Mitteilung.
+++ 21:20 Nachschub für Kiews Flugabwehr: Schweden sendet Tridon Mk2 +++
Schweden wird die Ukraine mit modernen Tridon Mk2-Flugabwehrsystemen beliefern, teilt das ukrainische Verteidigungsministerium auf seiner Website mit. "Schweden wird 400 Millionen Euro für die Beschaffung dieser Systeme bereitstellen, was fast einem Drittel des im Februar angekündigten neuen Militärhilfepakets in Höhe von 1,2 Milliarden Euro entspricht", heißt es dort. Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich beim Tridon Mk2 um ein mobiles Mittelstrecken-Flugabwehrsystem, das erstmals 2024 eingeführt wurde. Es kann bei allen Wetterbedingungen sowie bei Tag und Nacht eingesetzt werden. Einer seiner Vorteile sind die relativ geringen Kosten pro Schuss. Das System ist mit einer automatischen 40-mm-Kanone vom Typ Bofors 40 Mk4 ausgestattet, die Ziele in Entfernungen von bis zu 12 Kilometern bekämpfen kann und eine Feuerrate von bis zu 300 Schuss pro Minute aufweist.
+++ 20:57 Zwei Verletzte bei russischen Angriffen auf Dnipropetrowsk +++
Russische Streitkräfte haben die Region Dnipropetrowsk knapp 60 Mal mit Artillerie und Drohnen angegriffen, schreibt Gouverneur Oleksandr Hanzha. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Zum einen wird 66-jährige Frau verletzt, zum anderen ein 17-jähriger Junge. Beide befinden sich im Krankenhaus, so Hanzha auf Telegram.
+++ 20:23 Ukraine zeigt Drohnenangriff auf Tornado-Raketensystem +++
Ukrainische Einheiten sollen im Grenzgebiet bei Belgorod ein russisches Tornado-Raketensystem ausgeschaltet haben. Ein Video zeigt, wie Drohnen den Werfer am Waldrand lokalisieren, ins Visier nehmen und anschließend gezielt attackieren.
+++ 19:57 Russland den Rücken gekehrt: Moldau verlässt die GUS +++
Die moldauische Präsidentin Maia Sandu unterzeichnet Gesetze zum Austritt aus der von Russland geführten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), wie das moldauische Medienunternehmen Newsmaker berichtet. Das Gesetz tritt laut Newsmaker ab sofort in Kraft. Dieser Schritt ist Teil der Bemühungen Moldaus, sich aus dem Einflussbereich Russlands zu lösen und der Europäischen Union beizutreten. Moldau erhielt 2022 den EU-Kandidatenstatus und nahm 2024 offiziell Beitrittsverhandlungen auf. Die 1991 gegründete Gemeinschaft Unabhängiger Staaten umfasst Russland, Belarus, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan. Turkmenistan ist assoziiertes Mitglied. Georgien trat aus der GUS aus, als Russland 2008 in das Land einmarschierte. Die Ukraine hat den GUS-Vertrag nie ratifiziert, war jedoch de facto Mitglied, bis Russland 2014 seine Invasion auf der Krim und im Donbass startete. Kiew zog sich zwischen 2014 und 2018 schrittweise aus dem Bündnis zurück.
+++ 19:26 Wie Transport-Drohnen eine russische Brücke sprengten +++
Der Vorfall ist längst bekannt, doch erst jetzt wird die Methode klar: Ukrainische Einheiten nutzten 2025 spezielle Drohnen, um Sprengstoff unter einer russischen Brücke zu platzieren. Ein koordinierter Angriff führte schließlich zum Einsturz der Konstruktion.
+++ 19:01 Selenskyj: Setzen USA nach Waffenruhe im Iran Russland-Sanktionen wieder in Kraft? +++
Präsident Selenskyj fragt in einem Interview mit Radio Rai 1 nach der Zukunft der US-Sanktionen gegen Russland. Die bestehenden Beschränkungen gegen russisches Öl seien infolge des Iran-Kriegs durch Washington aufgehoben worden, sagt er. Er fragt, ob sie nun, da eine Waffenruhe bestehe, wieder verhängt würden. Die Antwort auf diese Frage werde den Grund für die ursprüngliche Aufhebung der Sanktion offenbaren, so der Präsident. Man müsste nun einfach abwarten. Aus seiner Sicht haben die Russen den amerikanischen Präsidenten ausgetrickst. Sie hätten ihre Rolle bei der Stabilisierung der Ölmärkte überzogen.
+++ 18:34 Für Russland "ist Nato heute Feind Nummer eins" +++
'Für Moskau ist die Nato längst der Hauptgegner. ntv-Korrespondent Rainer Munz erläutert, wie Propaganda und politische Brüche das Feindbild geprägt haben und warum Experten sogar mit gezielten Tests des Bündnisses rechnen - etwa durch begrenzte Provokationen im Baltikum.
+++ 18:13 Russisches Haushaltsdefizit explodiert schon im ersten Quartal +++
Das Defizit des russischen Staatshaushalts überschreitet bereits in den ersten drei Monaten das Ziel für das Gesamtjahr 2026, berichtet die "The Moscow Times". Hauptgrund sei vor allem ein deutlicher Rückgang der Energiesteuereinnahmen. Allerdings seien auch die Ausgaben massiv gestiegen. Nach Angaben des Finanzministeriums beläuft sich das Defizit im ersten Quartal auf 4,6 Billionen Rubel (51 Mrd. Euro) und übertrifft damit bereits die ursprünglich für das gesamte Jahr prognostizierte Lücke von 3,8 Billionen Rubel (42 Mrd. Euro). Das Defizit steigt damit um 2,6 Billionen Rubel gegenüber dem im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 verzeichneten Defizit. Zwischen Januar und März sinken die Gesamteinnahmen um 8,2 Prozent auf 8,3 Billionen Rubel (92 Mrd. Euro), während die Ausgaben um 17 Prozent auf 12,9 Billionen Rubel (140 Mrd. Euro) stiegen. Am stärksten zu spüren war dies im Energiesektor, wo die Einnahmen aus Öl und Gas um 45 Prozent auf 1,4 Billionen Rubel (15 Mrd. Euro) einbrechen.
+++ 17:36 Selenskyj kritisiert Vance für Aussage zu Gebietsabtretungen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt, dass der US-Vizepräsident JD Vance nicht an den Verhandlungen zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Russland teilnehme. "Der Vizepräsident nimmt, bei allem Respekt, nicht an den Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine und Russland teil. Und ich denke, wenn er zusammen mit anderen an diesen Verhandlungen beteiligten Beamten dabei wäre, würden sie wahrscheinlich besser verstehen, was ein 'Fleckchen' wirklich bedeutet, was das Territorium der Ukraine ist, das unabhängige Territorium der Ukraine", sagt Selenskyj. Er betonte, dass eines der Ziele Russlands die territoriale Besetzung sei und dass dieses Ziel in der einen oder anderen Form schon immer bestanden habe. "Die Besetzung der Ostukraine ist sozusagen ein Mittel, um einen Brückenkopf für weitere Offensivaktionen zu schaffen", erklärt der Präsident. Laut Nachrichtenagentur Ukrinform hatte Vance erklärt, die Bemühungen um eine Beendigung des Krieges würden fortgesetzt, aber "auch die Ukraine und Russland müssen sich zu einem Schritt entschließen". Laut Vance "geht es derzeit darum, um einige Quadratkilometer Territorium in die eine oder andere Richtung zu feilschen".
+++ 17:01 Schon bald: Selenskyj kündigt trilaterales Treffen zu Friedensgesprächen an +++
In naher Zukunft wird ein trilaterales Treffen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine stattfinden, berichtet UATV English. Das Format sei noch nicht eindeutig festgelegt, erklärt Präsident Selenskyj während eines Kongresses lokaler und regionaler Behörden. "Die Beendigung des Krieges und die Herstellung des Friedens in der Ukraine ist das wichtigste Thema und die wichtigste Aufgabe für mich, für unser Verhandlungsteam und für die Ukraine insgesamt. Wir befinden uns derzeit in einem trilateralen Prozess verschiedener Vereinbarungen. Aufgrund des Krieges im Nahen Osten wurden einige unserer Treffen verschoben. Das letzte fand im Videoformat statt. Es gab ein Gespräch mit Vertretern der Gruppe des Präsidenten der Vereinigten Staaten, und wir haben vereinbart, dass es in naher Zukunft ein trilaterales Treffen geben wird oder ein Format, bei dem die amerikanische Gruppe zu uns kommt und dann wahrscheinlich in Nachbarländer reist", sagt Selenskyj. Ihm zufolge wird derzeit daran gearbeitet, die Frage der Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu klären, da wichtige Fragen noch offen sind.
+++ 16:26 Polnische Kampfjets fangen russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee ab +++
Zwei polnische F-16-Kampfflugzeuge fingen am Donnerstag über der Ostsee ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20 ab, teilt das polnische Einsatzkommando der Streitkräfte mit. Nach Angaben polnischer Militärvertreter führte das russische Flugzeug eine Aufklärungsmission im internationalen Luftraum durch, ohne einen Flugplan eingereicht zu haben und mit ausgeschaltetem Transponder. Es gab allerdings keine Verletzung des polnischen Luftraums. Das Kommando weist darauf hin, dass solche Abfangmanöver keine Machtdemonstration darstellen, sondern eines der Instrumente sind, die zur Aufrechterhaltung der Kontrolle über den nationalen Luftraum eingesetzt werden. Sie gelten für Flugzeuge, die nicht auf Anrufe der Flugsicherung reagieren, die keinen erforderlichen Flugplan vorlegen oder gegen geltende Vorschriften verstoßen.
+++ 15:52 Ukraine: Russland will seine Drohnen-Streitkräfte um 60 Prozent aufstocken +++
Russland plant, seine Drohnen-Streitkräfte um etwa 60 Prozent aufzustocken und strebt bis Ende 2026 eine Gesamtstärke von 165.500 Mann an, erklärt der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi. "Der Feind steht nicht still", schreibt Syrskyi in einem Facebook-Beitrag. Russlands Streitkräfte für unbemannte Systeme (Drohnen) umfassen derzeit 101.000 Mann, so Syrskyi unter Berufung auf ukrainische Geheimdienstdaten. In der aktuellen, von Drohnen dominierten Phase des Krieges liefern sich die Ukraine und Russland ein Wettrennen um den Ausbau ihrer Streitkräfte für unbemannte Systeme, indem sie die Personalstärke erhöhen und Langstrecken-Drohnen sowie bodengestützte Robotersysteme entwickeln, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Syrskyi behauptet, dass die ukrainischen Drohnen-Einheiten zwischen Dezember 2025 und März 2026 den russischen Truppen mehr Verluste zugefügt hätten, als Moskau in seine Reihen rekrutiert habe.
+++ 15:13 Französischer Generalstabschef warnt vor russischer Bedrohung Europas +++
Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon, warnt vor einer permanenten russischen Bedrohung in Europa. Mandon spricht im Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung von einem "offenen Krieg, der mit Blick auf die Vorbereitung der Armee meine größte Sorge bleibt. Das ist auf unserem Kontinent." Seit vier Jahren würden die Ukrainer auf heldenhafte Weise durchhalten. Kremlsprecher Dmitri Peskow weist die Vorwürfe zurück, macht allerdings auch eine Einschränkung. "Russland stellt für kein Land eine Bedrohung dar, das nicht plant, zu einem Zentrum für antirussische Aktivitäten zu werden, das nicht die Vernichtung der russischsprachigen Bevölkerung plant und das nicht plant, die Sicherheit der Russischen Föderation in irgendeiner Weise zu untergraben", sagt er der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
+++ 14:41 Vermummte Sicherheitskräfte durchsuchen unabhängige russische Zeitung +++
Die Moskauer Büros der unabhängigen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" sind von maskierten Sicherheitskräften durchsucht worden. Die Zeitung teilt auf Telegram mit, der Grund für den Einsatz sei ihr nicht bekannt. Zudem sei ihren Anwälten der Zutritt zum Gebäude verweigert worden. Der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge erklären die Strafverfolgungsbehörden, die Durchsuchung stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zur illegalen Nutzung personenbezogener Daten. Die "Nowaja Gaseta" gehört zu den bekanntesten investigativen Medien Russlands. Ihr Chefredakteur Dmitri Muratow wurde 2021 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die russischen Behörden stuften ihn 2023 als "ausländischen Agenten" ein. Die russische Führung hat seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 die Zensurgesetze verschärft und den Druck auf unabhängige Medien erhöht.
+++ 14:19 Briten beobachten russische U-Boote und warnen Putin vor Angriffen auf Pipelines +++
Die Briten beobachten nach Angaben von Verteidigungsminister John Healey in den vergangenen Wochen "verstärkte russische Aktivitäten" im Nordatlantik. Gemeinsam mit Verbündeten, darunter Norwegen, habe Großbritannien ein russisches Angriffs-U-Boot und zwei Spionage-U-Boote einen Monat lang verfolgt und beobachtet, sagt Healey bei einer Pressekonferenz in Westminster. Die drei U-Boote, die den Angaben nach in der Nähe von Unterseekabeln kreisten, hätten sich inzwischen wieder zurückgezogen. Die Operation der Briten sei beendet. Die U-Boote seien verfolgt worden, um "jegliche böswillige Aktivität ihrerseits zu verhindern", erklärt Healey. Ein Kriegsschiff der Royal Navy und ein Flugzeug der Royal Air Force hätten die russischen U-Boote gemeinsam mit Verbündeten "rund um die Uhr" überwacht. Großbritannien beobachte die Aktivitäten "in der Nähe unserer Kabel und Pipelines", sagt der Brite an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet. Putin solle wissen, "dass jeder Versuch, diese zu beschädigen, nicht toleriert wird und schwerwiegende Konsequenzen haben wird".
+++ 14:00 Frankreich wirft Ungarn "Verrat" wegen Weitergabe von EU-Infos an Moskau vor +++
Nach Berichten über eine Weitergabe vertraulicher EU-Inhalte durch den ungarischen Außenminister an seinen russischen Kollegen prangert Frankreich "Verrat" an. "Es ist ein Verrat am Gebot der Solidarität, das zwischen EU-Mitgliedern gilt", sagt Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender France Inter. "Wenn wir in einer Welt, in der neue Großmächte entstehen, stark sein wollen, dann müssen wir geeint und solidarisch sein", fügt er hinzu. Mehrere Medien hatten Ende März berichtet, dass der ungarische Außenminister Peter Szijjarto, ein Vertrauter des prorussischen Regierungschefs Viktor Orban, seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow Gesprächsinhalte der EU verraten haben soll. "Es kommt vor, dass wir unterschiedlicher Meinung sind, auch in strategischen Fragen. Aber die Einheit muss Vorrang haben, sonst werden wir zu Vasallen, zu Spielbällen der Großmächte", so Barrot. Er fordert Orban auf, das Prinzip der Solidarität zu achten. Szijjarto nannte die Vorwürfe in Onlinediensten "sinnlose Verschwörungstheorien" und "Fake News". Er warf "ausländischen Geheimdiensten" vor, seine Telefonate abgehört zu haben.
+++ 13:30 Russland übergibt Leichen von 1000 Soldaten an Ukraine +++
Russland hat der Ukraine die Leichen von 1000 gefallenen Soldaten übergeben. Im Gegenzug habe Russland die Leichen von 41 eigenen Soldaten erhalten, berichtet das Nachrichtenportal RBC unter Berufung auf den Abgeordneten Schamsail Saralijew. Beide Seiten haben im Verlauf des seit mehr als vier Jahren dauernden Krieges immer wieder die Leichen von Gefallenen ausgetauscht.
+++ 13:10 "Regime fürchtet Erinnerung an Staatsterror": Russland verbietet Menschenrechtsgruppe +++
Die mit dem Friedensnobelpreis geehrte Menschenrechtsorganisation Memorial ist in Russland verboten worden. Auf Antrag des Justizministeriums stufte das Oberste Gericht Russlands die "internationale gesellschaftliche Bewegung Memorial" als extremistisch ein und erklärte ihre Tätigkeit im Land für verboten. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass aus dem Gericht in Moskau. Der Beschluss sei sofort umzusetzen. Der Prozess hatte hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Unter Kremlchef Wladimir Putin kann damit die Unterstützung für Memorial für Tausende Menschen in Russland strafbar werden - im schlimmsten Fall rückwirkend. "Mit diesem beispiellosen Schritt sollen das gesamte Memorial-Netzwerk und alle, die es unterstützen, delegitimiert und kriminalisiert werden", teilt die Exilorganisation Zukunft Memorial in Berlin mit. "Das Putin-Regime fürchtet die Erinnerung an Sowjetdiktatur und Staatsterror. Aber diese Erinnerung lässt sich nicht verbieten."
+++ 12:45 Ukraine gelingen wichtige Schläge gegen Russland +++
Russland kommt an der Front nicht voran und attackiert daher zivile Infrastruktur in der Ukraine. Die verzeichnet drei wichtige Gegenschläge. Derweil blickt man gebannt auf die Vorgänge im Iran und deren Auswirkungen auf eigene Friedensverhandlungen, berichtet Korrespondentin Nadja Kriewald.
+++ 12:00 Bis zu zwölf Jahre Lagerhaft: Sechs junge Kreml-Gegner werden hart bestraft +++
In Russland geht ein aufsehenerregender Prozess gegen sechs junge Kreml-Gegner zu Ende - mit Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren. Er soll jungen Menschen im ganzen Land signalisieren, dass selbst Proteste im Verborgenen hart bestraft werden, sagt ntv-Korrespondent Rainer Munz: "Opposition ist nicht möglich."
+++ 11:15 Bericht: Russland bietet südasiatischen Ländern sanktioniertes Gas zu Billigpreisen an +++
Russland bietet südasiatischen Ländern offenbar Flüssigerdgas (LNG) aus sanktionierten Anlagen mit einem deutlichen Rabatt auf die Spotpreise an. Laut Bloomberg verspricht Moskau dabei, Dokumente bereitzustellen, die den Eindruck erwecken, die Ladungen stammten aus nicht-russischen Quellen wie Oman oder Nigeria. Dem Bericht zufolge versucht Russland, die weltweite Knappheit bei der Erdgasversorgung zu nutzen, "um das energielastige Südasien zum Kauf von Lieferungen aus seinen von den USA sanktionierten Anlagen zu bewegen". In der vergangenen Woche seien Ladungen über wenig bekannte Zwischenfirmen mit Sitz in China und Russland zu einem Rabatt von 40 Prozent auf die Spotpreise angeboten worden. Verkäufer sollen erklärt haben, sie könnten Dokumente bereitstellen, die den Anschein erwecken, dass die Ladungen aus nicht-russischen Quellen wie Oman oder Nigeria stammen, berichten Bloomberg-Quellen. Die Schließung der Straße von Hormus und Angriffe auf die weltweit größte LNG-Exportanlage in Katar haben etwa ein Fünftel der globalen Lieferungen reduziert, den Gasmarkt gestört und die Preise in die Höhe getrieben. Katarische Lieferungen wurden gestoppt, was Kunden in Bangladesch und Indien dazu zwang, teurere Alternativen zu suchen, berichtet die Agentur. Ob die russische Taktik erfolgreich ist, ist nicht bekannt.
+++ 10:30 Selenskyj: USA ignorieren Beweise über russische Hilfe für Iran wegen Vertrauen in Putin +++
Nach Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ignorieren die Vereinigten Staaten überzeugende Beweise dafür, dass Russland dem Iran bei Angriffen auf US-Stützpunkte im Nahen Osten helfe, weil Washington dem russischen Präsidenten Wladimir Putin "vertraut". In einem Podcast sagt Selenskyj, er habe versucht, die Aufmerksamkeit der USA auf Russlands Unterstützung für den Iran zu lenken, doch diese Bemühungen seien vergeblich gewesen. Russische Militärsatelliten hätten kritisch wichtige Energieinfrastruktureinrichtungen in den Golfstaaten und in Israel sowie die Standorte amerikanischer Militärbasen in der gesamten Region fotografiert und diese Daten an den Iran für Angriffe weitergegeben. "Ich habe das öffentlich gesagt. Haben wir eine Reaktion der USA an Russland gehört, dass sie damit aufhören müssen? Das Problem ist, sie vertrauen Putin. Und das ist schade", zitiert der "Guardian" Selenskyj aus dem Podcast "The Rest Is Politics".
+++ 09:45 Moskau beschwert sich bei Japan über Abkommen mit ukrainischem Drohnenhersteller +++
Das russische Außenministerium hat den japanischen Botschafter in Moskau, Akira Muto, wegen eines Investitionsabkommens einer japanischen Drohnenfirma (Terra Drone) mit einem ukrainischen Hersteller von Angriffsdrohnen einbestellt. Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa sagte laut Nachrichtenagentur Tass, dass Moskau Protest gegen das Abkommen eingelegt habe. Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion zuletzt immer wieder erfolgreich russische Energieanlagen angegriffen. Drohnen spielen dabei eine wichtige Rolle.
+++ 09:10 Kiew: Russland greift die Ukraine mit fast 120 Drohnen an +++
Die russischen Streitkräfte haben die Ukraine in der Nacht laut Angaben aus Kiew mit 119 Drohnen angegriffen. Die Flugabwehr habe 99 der unbemannten Flugobjekte abwehren können, es seien aber Einschläge registriert worden, heißt es von der Luftwaffe. Zu den Schäden machte das Militär am Morgen keine Angaben. Demnach waren rund 70 Shahed-Drohnen bei dem Angriff im Einsatz.
+++ 08:15 Mindestens ein Toter bei russischem Angriff in der Südukraine +++
Bei einem Angriff der russischen Armee in der südukrainischen Region Saporischschja ist örtlichen Angaben zufolge mindestens ein Mensch getötet worden. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff am frühen Morgen verletzt worden, teilt der Regionalgouverneur Iwan Federow auf Telegram mit. Bei dem Angriff seien Häuser in der Stadt Balabyne zerstört worden, erklärte Federow. Die Zahl der Opfer steige weiter an.
+++ 07:30 Ukrainische Truppen zerstören Brücke in besetztem Gebiet mit 1,5 Tonnen Sprengstoff +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben in einem besetzten Teil der Region Cherson offenbar erstmals eine Brücke mit Drohnen komplett zerstört. Wie die britische Zeitung "The Telegraph" berichtet, nutzten die ukrainischen Truppen dabei im Vereinigten Königreich hergestellte Drohnen des Typ Malloy T-150 über einen Zeitraum von zwei Monaten, um die von russischen Streitkräften kontrollierte Brücke zu attackieren. Die Mission habe bereits Anfang 2025 stattgefunden, sei aber erst jetzt öffentlich gemacht worden. Demnach überquerte die Brücke einen Seitenarm des Flusses Dnepr und wurde als wichtiges Ziel angesehen. Dem Bericht zufolge hatten die ukrainischen Streitkräfte monatelang ohne Erfolg versucht, die Brücke mit Luftangriffen und HIMARS-Raketensystemen zu zerstören. Dann sei die Aufgabe dem 426. Regiment für unbemannte Systeme übertragen worden. Die Zeitung zitiert den Kommandeur des Regiments, Oberst Oleksii Bulakhov: Brücken seien "von unten relativ leicht zu zerstören, sie sind aber so konstruiert, dass sie von außen extrem robust sind". Der Durchbruch sei gelungen, nachdem ein russischer Soldat Fotos der inneren Struktur der Brücke veröffentlicht hatte. Dies ermöglichte es ukrainischen Ingenieuren demnach, verwundbare Stellen zu identifizieren und präzise Angriffe auf Schlüsselteile des Bauwerks durchzuführen. Die Einheit führte in 60 Tagen 30 Einsätze durch, setzte 1,5 Tonnen Sprengstoff ein und schwächte die strukturelle Integrität der Brücke, hieß es. Ein finaler Raketenangriff brachte sie schließlich zum Einsturz.
+++ 06:45 Selenskyj: Keine Grundlage mehr für Lockerung der Russland-Sanktionen +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in fallenden Ölpreisen auf dem Weltmarkt in Reaktion auf die Vereinbarung über eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran auch ein Signal an Russland. Es gebe nun faktisch keine Grundlage mehr dafür, den Sanktionsdruck auf Moskau zu lockern, schreibt Selenskyj auf X. "Zuvor wurde die Lockerung der Sanktionen als notwendig dargestellt, um den globalen Ölmarkt zu stabilisieren." Wenn die Straße von Hormus wieder freigemacht werde, "sollten Russlands Öleinnahmen weiter zurückgehen". Öl befeuere Russlands Krieg gegen die Ukraine, deshalb habe Moskau so stark in die Unterstützung des iranischen Regimes investiert, so Selenskyj. In Reaktion auf steigende Ölpreise wegen des Iran-Kriegs hatten die USA die Sanktionen gegen Russland vorübergehend gelockert. Der Verkauf von russischem Rohöl und russischer Erdölprodukte, die vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurden, ist demnach bis zum 11. April erlaubt. Die Ukraine und westliche Partner kritisierten den Schritt.
+++ 06:00 Bericht: Ukraine trifft russische Ölpumpstation in Krasnodar +++
Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar in der Nacht eine Ölpumpstation in der russischen Region Krasnodar (Stadt Krymsk) mit Drohnen angegriffen und getroffen. Dies berichtet laut "Kyiv Independent" der unabhängige Telegram-Kanal Astra. Eine Umspannstation auf dem Gelände der Ölpumpstation Krymskaya sei infolge des Angriffs in Brand geraten, heißt es. Demnach berichten Bewohner der Stadt, dass während des Drohnenangriffs mehrere Explosionen zu hören waren. In einem nahegelegenen Dorf wurde eine Person getötet, sagte der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew (siehe Eintrag von 02:52 Uhr). Der Zeitung zufolge melden die örtlichen Behörden nicht, dass Drohnen die Ölpumpstation getroffen hätten. Kondratjew behauptet demnach, Drohnen-Trümmer seien auf einem Feld am Stadtrand von Krymsk und auf dem Gelände eines "Unternehmens" niedergegangen.
+++ 04:52 CDU will Wehrübungen für Reservisten zur Pflicht machen +++
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp, fordert, Reservisten zu Wehrübungen zu verpflichten und in diese Pflicht ihre Arbeitgeber einzubeziehen. "Wir können uns in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage keine Reserve leisten, die nur auf freiwilliger Basis funktioniert", sagt der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wenn wir die Bundeswehr ernsthaft stärken wollen, brauchen wir mehr Verlässlichkeit und Verbindlichkeit." Die Tatsache, dass Reservisten bislang ebenso ihre Zustimmung zu einer Wehrübung geben müssen wie deren Arbeitgeber, kommentiert Röwekamp so: "Das doppelte Freiwilligkeitsprinzip führt heute dazu, dass wir im entscheidenden Moment nicht sicher planen können. Unsere Reserve muss im Ernstfall schnell verfügbar und einsatzbereit sein, dafür braucht es klare Verpflichtungen." Der Präsident des Reservistenverbandes, Patrick Sensburg, unterstützt die Forderung, mahnt aber als Bedingung einen verbesserten Kündigungsschutz an. "Es darf nicht dazu führen, dass Arbeitgeber keine Reservisten mehr einstellen oder ihnen kündigen", sagt er.
+++ 02:52 Drohnentrümmer töten Zivilisten in Krasnodar +++
Beim Abschuss einer Drohne über der südwestrussischen Region Krasnodar ist ein Mensch getötet worden. Der Mann sei von den Trümmerteilen getroffen worden, als er sich auf dem Balkon eines Wohnhauses im Dorf Sauk-Dere im Bezirk Krymsk aufgehalten habe, teilt Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew auf Telegram mit. Weitere Drohnentrümmer seien auf einem Firmengelände und "an mehreren Adressen" in der Region herabgestürzt.
+++ 01:21 Ein Toter und acht Verletzte bei russischen Angriffen +++
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine ist ukrainischen Angaben zufolge ein Mensch getötet worden. Mindestens acht weitere wurden verletzt. In der südlichen Region Odessa haben russische Drohnen zudem ein Umspannwerk, wie die Behörden mitteilen. In der südöstlichen Region Saporischschja ist ein Mann bei einem Angriff mit Gleitbomben ums Leben gekommen. Weitere Verletzte werden aus mehreren Regionen im Osten und Süden des Landes gemeldet.
+++ 23:55 Moskau bestellt Japans Botschafter ein +++
Das Investment eines japanischen Rüstungsproduzenten in einen ukrainischen Drohnenhersteller sorgt in Russland für Verdruss. Moskau hat deshalb den japanischen Botschafter einbestellt. Die Zusammenarbeit von Terra Drone aus Tokio mit dem ukrainischen Hersteller Amazing Drones markiert einen Kurswechsel Japans. Bislang hatte die Regierung von derartigen Kooperationen abgeraten. Moskau betrachtet das Investment laut eigenen Angaben als "feindselig" und spricht von einem "historischen Tiefpunkt" in den Beziehungen mit Japan.
+++ 22:02 Ukraine rückt in der Region Donezk vor +++
Ukrainische Einheiten rücken nach Angaben von Experten in der Region Donezk nahe der Stadt Jampil vor. Laut dem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) zeigen geolokalisierte Aufnahmen, dass russische Truppen ukrainische Stellungen im Zentrum von Jampil angegriffen haben.
+++ 21:07 Nobel-Komitee warnt vor Einstufung Memorials als "extremistisch" +++
Das Nobel-Komitee in Oslo warnt vor einer möglichen Einstufung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial als "extremistisch". Das Komitee sei "zutiefst beunruhigt" über den jüngsten Versuch der russischen Behörden, Memorial "zu zerstören", indem sie versuchten, eine angebliche "Internationale Memorial-Bewegung" als "extremistische Organisation" einzustufen, erklärt Nobel-Komitee-Chef Jörgen Watne Frydnes. Eine solche Organisation als extremistisch einzustufen, sei "ein Affront gegen die Grundwerte der Menschenwürde und der Meinungsfreiheit". Vor dem Obersten Gericht Russlands wird am morgigen Donnerstag ein endgültiges Verbot Memorials verhandelt.
+++ 20:18 Bericht: Profile entführter Kinder erscheinen auf russischem Adoptionsportal +++
Die Profile von Kindern, die gewaltsam aus einem Waisenhaus in Cherson verschleppt wurden, sind offenbar auf einem staatlichen russischen Adoptionsportal aufgetaucht. Das berichtet die "Kyiv Post". Laut dem ukrainischen Parlamentsbeauftragten für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, enthalten die Daten keinerlei Hinweise auf die ukrainische Herkunft der Kinder, was als gezielter Versuch gewertet werde, ihre Identität zu verschleiern und ihre Verschleppung zu "legalisieren". Dies ist laut Lubinez systematische Praxis, die von Zwangsumsiedlung über Dokumentenänderungen bis hin zu Umerziehung und Militarisierung reiche, während betroffene Kinder ihrer Sprache, Erinnerung und Identität beraubt würden. Nach Angaben des Humanitarian Research Lab der Yale-Universität wurden seit 2022 mindestens 210 Einrichtungen identifiziert, in denen ukrainische Kinder untergebracht wurden. Kiew fordert seit Langem internationale Unterstützung bei der Rückführung der Kinder.
+++ 19:26 SBU deckt russische Router-Hacking-Kampagne auf +++
Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU hat offenbar gemeinsam mit dem FBI, polnischen und EU-Behörden eine groß angelegte Cyber-Spionageoperation des russischen Militärgeheimdienstes GRU aufgedeckt. Einem Bericht des "Kyiv Independent" zufolge wurden über kompromittierte WLAN-Router Nutzer in der Ukraine, Europa und den USA ausspioniert. Hacker fingen demnach Passwörter, Authentifizierungstoken und E-Mails ab. Die gestohlenen Informationen waren laut SBU für zukünftige Cyberangriffe und Desinformationskampagnen bestimmt. Die Operation zielte demnach auf die Kommunikation von Regierungsbeamten, Militärangehörigen und Mitarbeitern des ukrainischen Verteidigungssektors ab. Mittlerweile seien Hunderte kompromittierter Server und Router blockiert, die Ermittlungen zur Identifizierung der Täter liefen weiter.
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