Sachsen-Anhalt-Wahl im Liveticker+++ 15:29 Polizei-Hundertschaften müssen am Wahltag bisher nicht eingreifen +++
Die Lage in Sachsen-Anhalt ist am Wahltag bislang ruhig. Das berichtet der MDR unter Verweis auf die Lagezentren der Polizei in dem Bundesland. Am Samstag hatte es noch größere Demonstrationen sowohl in Magdeburg als auch in Halle (Saale) gegeben. Um die Landtagswahl abzusichern, sind auch Hundertschaften aus anderen Bundesländern im Einsatz. Darunter Beamte aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen.
+++ 14:47 Sachsen-Anhalt: Wahlbeteiligung um 14 Uhr doppelt so hoch wie 2021 +++
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14 Uhr lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14 Uhr erst 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist noch nicht eingerechnet. Erste Prognosen gibt es mit Schließung der Wahllokale um 18 Uhr.
+++ 14:18 Rechtsextreme fordern zur Kontrolle von Auszählungen auf +++
In Sachsen-Anhalt ruft der rechtsextreme Verein "Ein Prozent" dazu auf, die Auszählung der Landtagswahl in den Wahllokalen zu kontrollieren. Man wolle "den Etablierten auf die Finger schauen", heißt es in einer Ankündigung. Auf einer entsprechenden Website wird dafür geworben, sich für einzelne Wahllokale einzutragen. Dies geschah unter anderem für Wahllokale in Behrendorf, Büttnershof, Königsmark, Meseberg, Seehausen, Geestgottberg, Gollensdorf, Aulosen, Havelberg, Tangermünde, Steinfeld, Uchtspringe, Windberge. Unabhängig von dem rechtsextremen Aufruf ist die Auszählung der Wahl für Bürger zugänglich, solange dabei der Prozess selbst nicht behindert wird.
+++ 13:44 Alexander Prinz: "Sollten Worte wie Heimat und Stolz nicht kapern lassen" +++
+++ 13:14 Hohe Nachfrage nach der Briefwahl +++
Bei der Landtagswahl stimmen viele Wahlberechtigte per Brief ab. Allein im Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben mehr als 27.000 Menschen die entsprechenden Unterlagen angefordert. Das sind nach Angaben des stellvertretenden Kreiswahlleiters rund ein Fünftel der Wahlberechtigten. Bereits vor knapp zwei Wochen seien rund 50 Prozent der Unterlagen in den Briefwahllokalen angekommen, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". In den drei Wahlbereichen 22, 23 und 28 im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind 133.482 Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen.
Programm-Tipp: RTL und ntv begleiten den Wahlabend ab 17.45 Uhr mit einer gemeinsamen Sondersendung mit Hochrechnungen, Live-Statements und Einschätzungen. ntv.de zeigt die Sendung im Livestream.
+++ 12:42 Wahlbeteiligung bis 12 Uhr deutlich höher als 2021 +++
Die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt dürfte deutlich höher ausfallen als bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren. Laut der Landeswahlleiterin gaben bis 12 Uhr bereits 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der Landtagswahl 2021 lag der Wert um 12 Uhr bei 22,4 Prozent. Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet.
Ähnlich war die Wahlbeteiligung zuletzt war beinahe 30 Jahren: 1998 lag sie bis 12 Uhr bei 35,7 Prozent. Auffällig niedrig war die Wahlbeteiligung acht Jahre später. 2006 lag sie bei nur 12,5 Prozent.
+++ 12:16 Den Grünen winkt ein Direktmandat in Halle +++
Die Grünen kämpfen bei der Landtagswahl mit der Fünf-Prozent-Hürde. Doch selbst, wenn die Partei scheitert, könnte sie im neu gewählten Landtag vertreten sein: Laut dem Wahlforschungsprojekt zweitstimme.org stehen die Chancen bei 59 Prozent, dass Wolfgang Aldag ein Direktmandat für die Grünen im Wahlkreis 37 Halle III gewinnen könnte.
Auch der CDU winkt demzufolge im Wahlkreis 11 Magdeburg II ein Direktmandat: Laut Prognose hat CDU-Kandidat Tobias Krull eine Siegwahrscheinlichkeit von 45 Prozent. Der AfD-Kandidat Hagen Kohl gewinnt den Wahlkreis zu 43 Prozent. In allen anderen Wahlkreisen liegen die AfD-Kandidaten vorn.
zweitstimme.org wertet für die Angaben aktuelle Umfragen, strukturelle Faktoren oder auch vorherige Wahlergebnisse aus und kombiniert die Daten in einem Prognosemodell - mit Punktschätzung, Unsicherheitsintervall und Szenario-Wahrscheinlichkeiten.
+++ 11:48 Magdeburger wählen auch in einer Kneipe +++
Magdeburg setzt eine langjährige Tradition fort: Wahllokal 2609 befindet sich in einer Kneipe. Die Gaststätte "Zum Lindenweiler" im Stadtteil Magdeburg-Stadtfeld-West liegt im gleichnamigen Wohngebiet und war schon mehrfach bei Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen Gastgeber für die Stimmangabe.
+++ 11:35 Schulze gibt seine Stimme ab +++
Der Ministerpräsident erfüllt seine Pflicht. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat am Vormittag in seinem Wohnort Magdeburg zusammen mit seiner Ehefrau Kati seine Stimme abgegeben - mit deutlich weniger Publikum als AfD-Spitzenkandidat Siegmund in Tangermünde. "Dann warten wir mal ab", sagte Schulze nach der Stimmabgabe kurz und knapp. Er hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung.
+++ 11:03 Diese Siegmund-Vertrauten waren in Neonazi-Gruppen aktiv +++
+++ 10:44 Wagenknecht ruft zur Abwahl von Schulze und auch Merz auf +++
Das BSW muss laut Umfragen um den Einzug in den Magdeburger Landtag bangen. Zuletzt kam die Partei auf vier Prozent der Stimmen und würde an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Parteigründerin und Namensgeberin Sahra Wagenknecht versucht auf X, versucht, die fehlenden Stimmen zu mobilisieren - mit Friedrich Merz. In einem Video spricht Wagenknecht von einem "historischen Tag". Ihr zufolge kann bei der Wahl in Sachsen-Anhalt mit einer Niederlage von Ministerpräsident Sven Schulze das Ende von Merz' Kanzlerschaft eingeleitet werden: "Damit die geplante Brandmauerkoalition von CDU bis Linke keine Mehrheit bekommt, muss das BSW in den Landtag einziehen", heißt es im Begleittext des Videos.
Wagenknecht und die Reste ihrer Partei setzen sich in Sachsen-Anhalt für einen "überparteilichen Ministerpräsidenten" ein: Sie bieten sich der AfD als Mehrheitsbeschaffer im Landtag an, sollten sie ins Parlament einziehen.
+++ 10:25 Euphorischer Siegmund gibt in Tangermünde Stimme ab +++
Ulrich Siegmund geht wählen. Der AfD-Spitzenkandidat kam um 10.22 Uhr mit seiner Ehefrau Julia auf einer blauen Schwalbe an seinem Wahllokal in Tangermünde an, um seine Stimme abzugeben. Bei seiner Ankunft begrüßte Siegmund die Menschenmenge und sprach euphorisch von seinem Weg in die Staatskanzlei. Das Interesse war nicht nur bei AfD-Anhängern enorm. Mehr als 70 Medienvertreter haben sich für den Termin angemeldet. Unter ihnen waren auch Reporter von US-Medien wie CNN.
+++ 10:13 Zu diesen Zeiten kommen die Wahlzahlen +++
Erste Wahlzahlen trudeln am Mittag ein. Die Landeswahlleitung möchte um 12, 14 und 16 Uhr die vorläufige Wahlbeteiligung bekannt geben. Die Auszählung beginnt, sobald die Wahllokale um 18 Uhr schließen. Mit ersten Zwischenergebnissen für die Wahlkreise wird ab 19 Uhr gerechnet. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis in der Nacht bzw. am frühen Montagmorgen.
Programm-Tipp: RTL und ntv begleiten den Wahlabend ab 17.45 Uhr mit einer gemeinsamen Sondersendung mit Hochrechnungen, Live-Statements und Einschätzungen. ntv.de zeigt die Sendung im Livestream.
+++ 09:31 Das sind die Machtoptionen von Schulze und Siegmund +++
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund peilt einen so deutlichen Wahlsieg an, dass er anschließend ohne Koalitionspartner regieren kann. Falls er die absolute Mehrheit verfehlt, will er sich im neuen Landtag nicht zur Wahl des Ministerpräsidenten stellen. Siegmund schließt jede Koalition mit anderen Parteien aus.
Ministerpräsident Sven Schulze wird ohne Überraschung der große Wahlverlierer des Abends sein, dennoch könnte er die nächste Regierung anführen. Sollten es die Grünen in den Magdeburger Landtag schaffen, wäre ein Dreier-Bündnis mit CDU und SPD denkbar, das von der Linken geduldet wird. Wie er für eine schwarz-rot-grüne Minderheitsregierung Mehrheiten organisieren würde, ließ Schulze offen. Er hat angekündigt, dass er auf keinen Fall Minister von AfD und Linken ins Kabinett berufen oder Koalitionen mit diesen beiden Parteien bilden werde. Hintergrund ist der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU, der eine formelle Zusammenarbeit mit AfD und Linken untersagt.
+++ 09:20 Guerilla-Aktion am Wahlmorgen: Kampagne wirbt für taktisches Wählen +++
Welche Partei sollen die Menschen wählen? Die Initiative "Taktisch Wählen" sagt: eine, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnte. Sie hat am Morgen auf der Giebichenstein-Brücke in Halle ein großes Transparent ausgerollt, um für ihr Vorhaben zu werben. Die Initiative möchte auf diese Weise eine Alleinregierung der AfD verhindern. Hintergrund ist das Wahlrecht: Die Stimmen der Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, werden bei der Sitzvergabe im Landtag nicht berücksichtigt. Sie verfallen.
+++ 09:12 Drei Szenarien für Sachsen-Anhalt, aber kein gutes +++
Welche Szenarien sind nach der Wahl denkbar? Drei, analysiert Sebastian Huld:
Sieg für Siegmund,
der Wahlverlierer regiert,
die Querfront übernimmt.
+++ 08:38 Bevölkerung schrumpft: 100.000 Wahlberechtigte weniger als 2021 +++
In Sachsen-Anhalt leben derzeit rund 2,12 Millionen Menschen, das sind 2,51 Prozent der deutschen Bevölkerung. 1,69 Millionen Wählerinnen und Wähler dürfen bei der Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Das sind rund 100.000 Menschen weniger als bei der Wahl 2021. Dieser Trend hat seit Jahren Bestand: Sachsen-Anhalt hatte nach der Wiedervereinigung mit schweren sozialen Verwerfungen zu kämpfen, die Bevölkerung schrumpft seit Jahrzehnten massiv und überaltert immer mehr.
Exemplarisch für diese Entwicklung steht der Landkreis Mansfeld-Südharz. Der Landkreis hat seit der Wende ein Drittel seiner Einwohner verloren. 2020 waren dort knapp 134.000 Menschen zu Hause, 2040 werden es Schätzungen zufolge nur noch 105.000 sein. Laut der Bertelsmann-Stiftung ist Mansfeld-Südharz der älteste Landkreis Deutschlands.
Programm-Tipp: RTL und ntv begleiten den Wahlabend ab 17.45 Uhr mit einer gemeinsamen Sondersendung mit Hochrechnungen, Live-Statements und Einschätzungen. ntv.de zeigt die Sendung im Livestream.
+++ 08:30 Video: Siegmund gibt sich im Wahlkampf-Endspurt siegessicher +++
+++ 08:20 So sah die letzte Umfrage vor der Wahl aus +++
Die besten Aussichten auf den Wahlsieg hat die AfD. Sie kam in der letzten Umfrage vor der Wahl auf 41 Prozent der Stimmen. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze lag in der ZDF-Umfrage vom Donnerstag bei 23 Prozent. Auf Platz drei folgte die Linke mit 11,5 Prozent. Auch SPD (8,5) und Grüne (6) würden den Sprung in den Landtag schaffen. Das BSW und die FDP würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Sachsen-Anhalt wird aktuell von einem Bündnis aus CDU, SPD und FDP regiert. Schulze will Ministerpräsident bleiben. Für ihn wird sich die Frage nach möglichen Partnern stellen. Die AfD um ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund hofft auf einen möglichst deutlichen Sieg, der zur absoluten Mehrheit im Magdeburger Landtag und somit zur Alleinregierung reicht.
+++ 08:00 Wahllokale öffnen: Wird Ulrich Siegmund erster AfD-Ministerpräsident? +++
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beginnt. Um 8 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger können bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die Wählerinnen und Wähler entscheiden bei der Wahl über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Magdeburg. Auf dem Stimmzettel können zwei Kreuze gesetzt werden: mit der Erststimme wird der Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Partei. Das Parlament wird später wiederum den Ministerpräsidenten wählen.


