Politik

Abu Sayyaf bekennt sich 14 Menschen sterben bei Anschlag in Davao

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Ermittler am Anschlagsort.

(Foto: dpa)

Mit voller Wucht schlagen Terroristen im Süden der Philippinen zu und töten bei einem Bombenanschlag 14 Menschen, über 70 werden verletzt. Präsident Duterte ruft das Militär zur Hilfe, während Islamisten mit weiteren Anschlägen drohen.

Die muslimische Terrorgruppe Abu Sayyaf hat sich nach Medienberichten zu dem Anschlag im Süden der Philippinen bekannt. Dabei waren am Freitagabend in der Stadt Davao mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen und 71 verletzt worden. Präsident Rodrigo Duterte erklärte einen "Zustand der Gesetzlosigkeit". Nach Verfassungsartikel 18 kann er damit das Militär heranziehen, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Es handele sich nicht um einen Ausnahmezustand, betonte er.

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Präsident Durtete spricht nach dem Anschlag mit Angehörigen der Opfer.

(Foto: dpa)

"Dies sind außergewöhnliche Zeiten", sagte Duterte im Morgengrauen am Anschlagsort. "Ich kann nun Soldaten einsetzen, um Durchsuchungen durchzuführen." Im ganzen Land wurden die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. An den Flughäfen und vielen Gebäuden wurden die Kontrollen verschärft. Der Sprengsatz war am Freitag um 23 Uhr (Ortszeit) am belebten Roxas-Nachtmarkt in Davao explodiert. Das ist Dutertes Heimatstadt. Er verbringt die meisten Wochenenden dort.

Abu Sayyaf droht mit weiteren Anschlägen

Der Fernsehsender ABS-CBN zitierte einen Abu Sayyaf-Sprecher mit den Worten, der Anschlag sei ein "Aufruf zur Einheit aller heiligen Krieger (Mudschahidin) im Lande". Er drohte mit weiteren Anschlägen. Die muslimischen Extremisten terrorisieren den Süden der Philippinen seit Jahren. Sie kämpfen für mehr Autonomie in dem überwiegend katholischen Land. Abu Sayyaf finanziert seinen Kampf oft mit der Entführung von Ausländern und Erpressung von Lösegeldern. Die Gruppe hat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen.

Das Militär hatte in den vergangenen Wochen auf der Insel Jolo mehrere hundert Kilometer südwestlich von Davao eine Großoffensive gegen die Terroristen gestartet. Dabei waren nach Armeeangaben 30 Extremisten und 15 Soldaten ums Leben gekommen. 

Im Fernsehen berichteten Besucher des Nachtmarktes vom Moment der Explosion. "Es war beängstigend", sagte Alan Aguilar. Die Detonation sei ohrenbetäubend gewesen, der Markt in dicke Rauchwolken gehüllt. Die Menschen seien in Panik herumgelaufen und hätten Schutz gesucht. Viele hätten um Hilfe geschrien. "Die, die nicht verletzt waren, schienen die Orientierung verloren zu haben", sagte er.

Davao ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt im Süden der Philippinen. Sie gehört zur Region Mindanao, wo Islamisten seit Jahrzehnten gegen die Regierung kämpfen. Mehr als 120.000 Menschen wurden in dem Konflikt bislang getötet.

Duterte war mehrere Jahre selbst Bürgermeister von Davao, bevor er im Mai zum Staatschef gewählt wurde. Er übernahm das Präsidentenamt mit dem Versprechen, einen gnadenlosen Feldzug gegen Drogenhändler und andere Straftäter zu führen.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa/AFP