Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 16:02 Moldaus Chefunterhändlerin: "Moskaus Angriffe sind intensiver, seit Moldau EU-Kandidat ist" +++ 

30.08.2026, 00:01 Uhr

Russland versucht nach Darstellung von Moldaus Chefunterhändlerin Cristina Gherasimov, den europäischen Kurs ihres Landes durch hybride Einflussnahme zu untergraben. "Die russischen Angriffe sind intensiver geworden, seit Moldau EU-Beitrittskandidat ist und sich im Verhandlungsprozess mit der Europäischen Union befindet", sagt Gherasimov im Interview mit ntv.de. Als Beispiele nennt sie Desinformation, illegale politische Finanzierung, Cyberangriffe und die Instrumentalisierung sozialer Unzufriedenheit angesichts steigender Preise. Ziel sei nicht nur die Beeinflussung einzelner Wahlen, sondern auch, das Vertrauen in staatliche Institutionen und in Moldaus europäischen Kurs zu schwächen.

+++ 15:23 Selenskyj zieht Wochenbilanz russischer Angriffe +++ 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet auf seinem Telegram-Account vor, warum sein Land mehr Schutz vor russischem Terror brauche. "Insgesamt haben die Russen allein in dieser Woche fast 2000 Angriffsdrohnen, über 1600 Bomben und 31 Raketen verschiedener Typen, darunter nordkoreanische ballistische Raketen, gegen unsere Bevölkerung abgefeuert." Es gebe rund um die Uhr Angriffe auf Gemeinden in Front- und Grenzgebieten. Zugleich wehrte sich die Ukraine mit neuen Gegenangriffen auf Ziele im russischen Hinterland. "Russland muss täglich spüren, dass der Krieg dorthin zurückkehrt, woher er gekommen ist", so Selenskyj. Russland müssten die Ressourcen genommen werden für den Krieg. Dafür brauche es auch weitere Sanktionen des Westens und einen Kampf gegen die Umgehung der Strafmaßnahmen.

+++ 14:36 AfD-Politiker verteidigt russische Armeetasse im Büro +++ 

Der sachsen-anhaltische AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider sieht kein Problem darin, dass in seinem Wahlkreisbüro eine Tasse der russischen Armee steht. "Es handelt sich um ein Mitbringsel von einer Russlandreise aus 2023 oder 2024, über das schon mehrfach berichtet wurde", erklärte Tillschneider. "Insofern verstehen wir die Skandalisierung nicht." Der Journalist Paul Ronzheimer hatte die schwarze Tasse mit rotem Stern und der Aufschrift Armee Russlands in kyrillischen Buchstaben bei einem Besuch in Tillschneiders Wahlkreisbüro in Querfurt entdeckt und gefragt: "Warum haben Sie eine russische Armeetasse hier stehen?" Tillschneider antwortete: "Die hat mir jemand geschenkt. Ich wollt' sie jetzt nicht wegtun." Ronzheimer wies darauf hin, dass es sich um die Armee handele, die die Ukraine angreift, die in Deutschland einen hybriden Krieg führe. "Ich verbinde damit nichts Besonderes. Es ist eine Tasse, die mir hier geschenkt wurde, die hier rumsteht", entgegnete Tillschneider, und weiter: "Es ist nicht unser Krieg." Auf eine weitere Nachfrage zu seinem Verhältnis zur russischen Armee sagte der AfD-Politiker: "Jetzt hören Sie mit dieser blöden Tasse auf, ja. Es sind sozusagen weder Feinde noch Freunde. Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen."

+++ 13:52 Mindestens ein Toter bei russischen Angriffen in südlicher Ukraine +++ 

Bei russischen Drohnen- und Luftangriffen auf den Süden der Ukraine sind mindestens ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt worden. Die "Kyiv Post" berichtet, dass unter anderem Wohngebiete und zivile Infrastruktur in den Regionen Saporischschja, Odessa und Cherson getroffen wurden. In der Region Saporischschja kam demnach eine 73-jährige Frau ums Leben, fünf Menschen wurden verletzt. In Odessa wurden Lagerhäuser mit Lebensmitteln getroffen und ein Großbrand ausgelöst.

+++ 13:04 Bericht: CIA-Chef schlägt Dreiertreffen mit Trump, Putin und Selenskyj vor +++ 

CIA-Direktor John Ratcliffe hat bei seiner Reise nach Moskau am Dienstag offenbar ein Dreiertreffen von US-Präsident Donald Trump, Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagen. Das US-Portal "Axios" berichtet unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen, Ratcliffe habe für eine Wiederaufnahme der von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine geworben. US-Beamte informierten Selenskyj am Freitag über die Gespräche. Die Idee eines trilateralen Gipfels war bereits zuvor von der Trump-Regierung ins Spiel gebracht worden, Selenskyj hatte sie unterstützt, Putin jedoch abgelehnt.

+++ 12:09 Russland verlängert Exportverbot für Treibstoff +++ 

Russland verlängert das Exportverbot für Diesel, Schiffstreibstoff und Gasöl bis zum 30. September. Die "Kyiv Post" berichtet, dass die Regierung damit den von ukrainischen Drohnenangriffen stark beeinträchtigten heimischen Treibstoffmarkt stabilisieren will. Im August wurden demnach 21 ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien registriert. Die Raffineriekapazität sank dadurch auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Inzwischen kommt es in mehreren Regionen zu Engpässen und Beschränkungen beim Verkauf von Benzin und Diesel.

+++ 11:21 Zahl der Toten nach Angriff auf Munitionslager nahe Kiew steigt +++ 

Nach den von Russland ausgelösten Explosionen in einem Munitionsdepot nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew steigt die Zahl der Toten weiter. Von nunmehr 38 Toten und noch 4 Vermissten spricht Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. In dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich von Kiew gingen die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs und die Suche nach weiteren Opfern demnach weiter. Es gebe 20 Verletzte, darunter zwei Kinder, schreibt Selenskyj." Die meisten Brände seien gelöscht. Sprengstoffexperten seien im Einsatz, um die durch die Explosionen weggeschleuderte Munition aufzuspüren. Russland hatte das Depot, wo auch Granaten und Minen gelagert waren, am Freitag angegriffen. Erst am Samstag wurde bekannt, dass das Munitionslager - entgegen den ukrainischen Vorschriften - in einem Wohngebiet operierte. 

+++ 10:45 Weichert: "Man kann nicht ausschließen, dass es Verräter gibt" +++ 

Die Explosion eines Munitionslagers in Kiew beschäftigt weiterhin die ukrainischen Behörden. ntv-Reporter Jürgen Weichert erklärt, dass die Regierung eine Kommission einberufen hat, die die Hintergründe klären soll.

+++ 10:02 Moskau: Bereiten massive Angriffe auf ukrainische Energie-Anlagen vor +++ 

Russland bereitet nach eigenen Angaben massive Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur vor. Dies sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf die zivile Infrastruktur und den Energiesektor in Russland, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zudem hätten die russischen Streitkräfte in der Nacht koordinierte Angriffe auf Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie fortgesetzt.

+++ 09:17 Kiew meldet Drohnenangriffe dritte Nacht in Folge +++ 

Russland hat in der Nacht erneut Drohnenangriffe auf Kiew geflogen - bereits die dritte Nacht in Folge. Der "Kyiv Independent" berichtet, dass die Behörden wiederholt Luftalarm auslösten und in mehreren Stadtteilen Brände nach Drohnenabstürzen gemeldet wurden. Im Bezirk Obolonskyj stürzte laut Bürgermeister Vitali Klitschko eine Drohne zwischen Wohnhäusern ab und setzte Teile eines zwölfstöckigen Gebäudes in Brand. Weitere Brände gab es demnach nach dem Absturz von Drohnentrümmern in den Bezirken Dniprovskyj und Holosiivskyj. 

+++ 08:41 Munitionslager explodiert - Selenskyj will Strafverfahren +++

In Myla westlich von Kiew explodiert nach russischem Beschuss ein Munitionslager in einem Wohngebiet. Dutzende Menschen sterben, darunter 27 Bewohner eines Altenheims. Präsident Selenskyj kündigt ein Strafverfahren an.

+++ 08:02 Royal Navy verfolgt russische Schiffe vor britischer Küste +++

Die britische Royal Navy hat vergangene Woche vier russische Schiffe 72 Stunden lang vor der britischen Küste überwacht. Die Operation wurde erst jetzt öffentlich. Unter den Schiffen waren laut "Guardian" der "Admiral Lewtschenko" sowie die sanktionierten Frachter "General Skobelew" und "Sparta", die in Richtung Dover unterwegs waren. Die Royal Navy warnte erst kürzlich vor verstärkten russischen Aktivitäten in britischen Gewässern.

+++ 07:13 Ukraines Verteidigungsminister: Eigene Methode für Kriegsführung nötig +++

Die Ukraine muss nach Ansicht von Verteidigungsminister Jewhen Chmara eine eigene Methode zur Führung militärischer Operationen entwickeln. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur "Ukrinform" unter Berufung auf US-Medien. Chmara bezeichnet diesen Ansatz demnach als "Spinnennetz". Angesichts der begrenzten Ressourcen der Ukraine könne eine kleinere Armee eine größere nicht auf herkömmliche Weise besiegen, so der Minister. Entscheidend sei deshalb, den Krieg als Gesamtsystem zu betrachten und Technologie flexibel auf dem sich schnell verändernden Schlachtfeld einzusetzen. 

+++ 06:26 Russland meldet Feuer in Ölraffinerie im Nordwesten nach Drohnen-Einschlag +++

Nach einem Drohnen-Einschlag ist in einer Ölraffinerie in der Region Leningrad im Nordwesten Russlands ein Feuer ausgebrochen. Regionalgouverneur Alexander Drosdenko schreibt bei Telegram, die Drohne sei nahe der Raffinerie im Bezirk Kirischi niedergegangen. Daraufhin sei ein Feuer ausgebrochen, die Rettungskräfte seien vor Ort. 42 Drohnen seien über der Region Leningrad abgeschossen worden, die Luftverteidigung sei weiterhin im Einsatz, schreibt Drosdenko.

+++ 05:32 Auto-Explosion in Donezk: Vize-Leiter von Strafkolonie Olenivka tot? +++

In der Nacht auf den 29. August explodierte im besetzten Donezk das Auto von Dmytro Nieielov, dem ersten stellvertretenden Leiter der berüchtigten Strafkolonie Olenivka, wie die "Ukrainska Prawda" berichtet. Nieielov soll an der Folter, Misshandlung und Demütigung ukrainischer Kriegsgefangener und Zivilisten beteiligt gewesen sein. Laut ersten Berichten war ein Sprengsatz unter dem Auto angebracht. Nieielovs Zustand ist derzeit unklar. Im Frühjahr 2026 wurde Nieielov in Abwesenheit vom Sicherheitsdienst der Ukraine und der Generalstaatsanwaltschaft eine Anklage wegen Kriegsverbrechen zugestellt. 

+++ 04:07 Kiew: Russland erwägt Offensiven in der Nordukraine +++

Die russische Militärführung arbeitet an mehreren operativen Szenarien für eine Offensive in der Nordukraine. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur Suspilne. Dabei seien Kiew und Tschernihiw als Schlüsselgebiete identifiziert worden, sagt laut dem Bericht der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Pawlo Palisa. Laut Palisa wurden die Informationen verifiziert, das Präsidialamt habe sie von mehreren Geheimdienstquellen erhalten, ohne jedoch anzugeben, ob es sich um ukrainische oder ausländische Quellen handele. "Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat mögliche Reaktionsszenarien entwickelt, einschließlich Maßnahmen zur Verteidigung, zum Schutz und zur Bekämpfung dieser Aktionen." Palisa erklärt zugleich, dass derzeit keine neuen offensiven Gruppierungen in Richtung Kiew und Tschernihiw festgestellt würden. Das Gebiet Kiew grenzt im Norden an Belarus, während das Gebiet Tschernihiw sowohl an Belarus als auch an Russland grenzt.

+++ 02:53 Stubb: Wirtschaftlicher Druck in Russland beendet Ukraine-Krieg nicht +++

Finnlands Präsident Alexander Stubb rechnet nicht damit, dass Russland wegen seiner wirtschaftlichen Probleme den Krieg in der Ukraine beenden wird. "Man sollte niemals die Fähigkeit der Russen unterschätzen, wirtschaftlich schwierige Zeiten durchzustehen", sagt Stubb der "Bild"-Zeitung. "Um das zu verstehen, müssen wir nur einen Blick zurück in die Sowjetzeit werfen." Den Krieg beenden werde weder der Kurs des Rubels noch ein Ansturm auf Banken, die Inflation oder das Zinsniveau. Stubb sagt: "Der Druck ist da, aber man muss verstehen, dass ein Land, das sich im Krieg befindet, viel mehr aushalten kann als ein Land, das sich nicht im Krieg befindet." 

+++ 01:51 Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann: Harte Reaktion auf Drohnenangriff von Leipzig ist gut +++

Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann begrüßt Pläne der Bundesregierung, auf den Drohnenangriff von Leipzig mit Strafmaßnahmen gegen Russland zu reagieren. "Endlich sollen weitere Ziele für Sanktionen geprüft werden, darunter 800 Einzelpersonen beziehungsweise Unternehmen aus Russland", sagt die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der russische Machthaber Wladimir Putin ziehe inzwischen "alle Register, um die Bürger Europas zu verunsichern, um unsere Gesellschaft zu spalten", sagt Strack-Zimmermann. Die FDP-Politikerin betont: "Jetzt müssen wir in Europa - verdammt noch mal - alle Register ziehen und uns wehren. Das ist keine Eskalation der Lage, sondern das Ende der westlichen Naivität - und der Beginn, die Bürger Europas wirkungsvoll vor Putin und seinen Handlangern zu schützen." Auch die Nutzung des eingefrorenen russischen Staatsbankvermögens müsse jetzt wieder auf die Tagesordnung.

+++ 00:23 Finnischer Präsident: Glaube nicht an russischen Angriff auf die Nato +++

Der finnische Präsident Alexander Stubb geht nach eigenen Worten nicht davon aus, dass Russland die Nato attackieren wird. Er glaube nicht, dass Russland jemals das mächtigste Militärbündnis der Welt angreifen wollen würde, sagt Stubb der "Bild"-Zeitung. Die Abschreckung der Nato sei stärker "als die jeder anderen Militärmacht irgendwo auf der Welt". Sie beruhe auf Raketen, konventionellen Streitkräften und auf Atomwaffen. Für keine Macht der Welt ergebe es Sinn, die Entschlossenheit dieses Bündnisses auf die Probe zu stellen. Russland wolle aber Angst säen. "Russland will, dass wir Europäer hier sitzen und darüber diskutieren: Wird Russland eskalieren? Wird Russland Atomwaffen einsetzen? Wird Russland die Nato und Europa angreifen?" Das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung, meint Stubb. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme.

+++ 23:13 IAEA: Akw Saporischschja seit mehr als einer Woche ohne externe Stromversorgung +++

Das russisch besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seit mehr als einer Woche von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Die Anlage werde derzeit mit Notstrom-Dieselgeneratoren versorgt, erklärt die Organisation. Der vorhandene Dieselvorrat reiche für etwa zehn Tage. Die externe Stromversorgung sei infolge militärischer Aktivitäten auf der Nordseite des Flusses Dnipro ausgefallen, berichtet die IAEA. Die Behörde bemühe sich um eine örtliche Waffenruhe, damit beschädigte Stromleitungen repariert werden könnten.

+++ 22:05 Geschasster Fedorow äußert sich zu neuem Italien-Beraterjob und Wohnort +++

Mykhailo Fedorov, der sechs Monate der Verteidigungsminister der Ukraine war, äußert erstmals Details zu seiner neuen Beraterrolle in Italien. Seine frühere Position im Kabinett hindere ihn nach eigener Aussage nicht daran, als Berater für die Regierungen anderer Länder tätig zu sein. Fedorov wolle weiterhin in der Ukraine leben. Sein Büro veröffentlichte eine Mitteilung. Darin versichert er, dass er keine Staatsgeheimnisse oder Fachinformationen weitergeben werde, die für die Entwicklung, Produktion oder Verwendung von Militärprodukten erforderlich sind.

+++ 21:25 Vermisstensuche nach Explosion eines Munitionslagers nahe Kiew +++

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten im westlich von Kiew gelegenen Myla dauern nach dem verheerenden russischen Angriff auf ein Munitionslager weiter an. Nach Angaben von Innenminister Iwan Wyhiwskyj werden in dem betroffenen Wohngebiet immer noch mindestens vier Menschen vermisst.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.