Aus den Reihen des GeheimdienstsChmara als neuer ukrainischer Verteidigungsminister bestätigt

Die Entlassung des Verteidigungsministers Fedorow schlug in der Ukraine hohe Wellen und ruft noch immer Unmut hervor. Nun ist der Geheimdienstler Chmara auch offiziell zu seinem Nachfolger gewählt.
In der Ukraine hat das Parlament den von Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagenen Geheimdienstler Jewhenij Chmara zum neuen Verteidigungsminister gewählt. Damit endet eine wochenlange Hängepartie, in der Chmara nur geschäftsführend tätig war und seine Wahl unsicher war. Selenskyj hatte den populären Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen und damit eine Regierungskrise sowie Proteste ausgelöst.
Fedorow selbst kritisierte immer wieder Korruption in dem Land und forderte, wieder als Verteidigungsminister eingesetzt zu werden. Er gilt als Konkurrent Selenskyjs bei einer künftig möglichen Präsidentenwahl in dem Land.
Gemäß der Verfassung hat der Präsident das Vorschlagsrecht für den Posten des Verteidigungs- und des Außenministers. Im Amt des Chefdiplomaten bestätigte die Oberste Rada in Kiew erwartungsgemäß Andrij Sybiha. Minister Chmara leitete zuvor den Geheimdienst SBU geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne.
Vorgänger Fedorow hatte das Ministerium erst im Januar übernommen. Die Entlassung des als Reformer geltenden Fedorow wurde von Protesten in Kiew und anderen Städten begleitet. Seit dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 wird der Verteidigungsminister bereits zum vierten Mal ausgewechselt.