Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 18:15 Nato beginnt mit Planungen für Arktis-Mission +++

03.02.2026, 00:01 Uhr

Die Nato hat mit der militärischen Planung für die Mission "Arctic Sentry" ("Wächter der Arktis") begonnen. Die Vorbereitungen für eine verstärkte Überwachungsaktivität seien im Gange, sagt ein Sprecher des militärischen Hauptquartiers der Nato (Shape). Er bestätigt damit einen Bericht des Magazins "Spiegels". Weitere Einzelheiten nennt der Sprecher nicht, da die Planung gerade erst begonnen habe. Die Idee für die Mission "Arctic Sentry" war entstanden, um US-Präsident Donald Trump zu besänftigen. Trump hatte gefordert, die USA müssten Grönland übernehmen, da er nur so für die Sicherheit in der Arktis-Region sorgen könne. Bei seinen Drohungen, Grönland zur Not auch mit Gewalt zu übernehmen, hatte er immer wieder die Nato kritisiert, da sich das Bündnis nicht um die Sicherheit in der geostrategisch wichtigen Region kümmere.

+++ 17:46 Deutschland will 100-Satelliten-Netz zum Schutz vor Russland und China aufbauen +++

Deutschland will in den kommenden Jahren ein militärisches Netz mit mehr als 100 Satelliten aufbauen. Das Vorhaben ist Teil des 35 Milliarden Euro schweren Rüstungsprogramms, mit dem Deutschland auf wachsende Bedrohungen durch Russland und China im Weltraum reagieren will, wie der Befehlshaber des Weltraumkommandos der Bundeswehr, Generalmajor Michael Traut, in einem Reuters-Interview sagt. Geplant sind Investitionen in Spionagesatelliten, Weltraumgleiter und Laserwaffen. Anlass für die Pläne sei das seit der russischen Invasion der Ukraine deutlich umkämpftere Umfeld im Weltraum. "Wir müssen unsere Abschreckungsposition im Weltraum verbessern, da der Weltraum zu einem Operations- oder sogar Kriegsschauplatz geworden ist", sagt Traut am Rande eines Kongresses in Singapur.

+++ 17:21 Macron meldet Vorbereitung für neuen Dialog mit Moskau +++

Eine Wiederaufnahme direkter Gespräche zwischen Europa und Moskau wird nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorbereitet. Es gebe auf technischer Ebene Unterhaltungen, sagt Macron. Der französische Staatschef betonte zwar, dass die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine keine wahre Bereitschaft zeigten, über Frieden zu verhandeln. Doch man bereite den Dialog für den Tag danach vor. "In diesem Rahmen ist es tatsächlich wichtig, dass die Europäer ihre eigenen Gesprächskanäle wiederherstellen. Das wird aus technischer Sicht vorbereitet." Macron hatte im Dezember gesagt, dass es nützlich sein könnte für Europa und die Ukraine, wieder mit Kremlchef Wladimir Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion beteiligt zu sein.

+++ 16:59 Von der Leyen plant Ukraine-Besuch zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls +++

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen plant zum vierten Jahrestag der russischen Invasion einen Besuch in der Ukraine. Von der Leyen habe eine entsprechende Einladung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angenommen, sagt ihre Sprecherin Paula Pinho in Brüssel. Die Details des Besuchs würden noch erörtert, fügt sie hinzu.

+++ 16:40 Russland und Myanmar schließen neuen Pakt für Militärkooperation +++

Russland und Myanmar haben sich auf eine neue Militärkooperation geeinigt. Der neue Pakt gelte für fünf Jahre bis 2030, teilt das russische Verteidigungsministerium nach Informationen der Nachrichtenagentur Tass mit. Zuvor hatte der ehemalige russische Verteidigungsminister und heutige Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Sergej Schoigu, das Bürgerkriegsland besucht. Auch Staatsmedien in Myanmar berichten, dass mit Russland ein Abkommen zur "Stärkung der Verteidigungskooperation" geschlossen worden sei. Nähere Angaben wurden zu dem Abkommen bisher nicht gemacht. Das Militär in Myanmar hatte sich im Februar 2021 an die Macht geputscht, was einen Bürgerkrieg zur Folge hatte. Um ihre Macht zu erhalten, ist die Junta Beobachtern zufolge auf die Unterstützung Moskaus angewiesen. Durch Luftangriffe mit russischen Kampfflugzeugen sind in der Vergangenheit aufständische Gruppen in Schach gehalten worden.

+++ 16:09 Ukraine schaltet erstmals russisches TOS-1-System aus +++

Kamikazedrohnen zerstören ukrainischen Angaben zufolge ein russisches TOS-1-Waffensystem in der Region Belgorod. Es ist das erste Mal, dass ein solches System auf russischem Boden getroffen wird. Das Verteidigungsministerium veröffentlicht Aufnahmen - unabhängig überprüfen lassen sie sich nicht.

+++ 15:40 Rutte bezweifelt in Kiew Friedenswillen Moskaus +++

Bei einem überraschenden Solidaritätsbesuch in der Ukraine hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte Russland angesichts neuer heftiger Angriffe den Willen zum Friedensschluss abgesprochen. Während seines Aufenthaltes in Kiew wurde für die Hauptstadt erneut Luftalarm ausgelöst. Die vorherigen nächtlichen Angriffe hätten explizit auf die Energieversorgung gezielt und seien die "schwersten seit Jahresbeginn", erklärt das ukrainische Energieunternehmen DTEK. Hunderttausende Familien waren demnach bei Temperaturen um die minus 20 Grad ohne Strom und Heizung. Es seien zwar inzwischen direkte Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien im Gange, was "ein wichtiger Schritt nach vorn" sei, sagt Rutte in einer Rede vor dem ukrainischen Parlament. "Aber russische Angriffe wie die von vergangener Nacht zeugen nicht von einem wirklichen Friedenswillen." Zugleich führt der Nato-Generalsekretär aus: "Die Ukraine ist und bleibt von entscheidender Bedeutung für unsere Sicherheit. Unser Engagement für die Ukraine ist ungebrochen." Er forderte die Unterstützer Kiews zu weiteren Waffenlieferungen auf.

+++ 15:17 Menschenrechtsgericht verurteilt Russland wegen Inhaftierung Nawalnys +++

Zwei Jahre nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in einem russischen Straflager hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Russland wegen "rechtswidriger Inhaftierung" und "unmenschlicher Behandlung" verurteilt. Die Straßburger Richter verurteilten Russland zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 26.000 Euro, was voraussichtlich keine Folgen haben wird, da Russland Entscheidungen des Gerichts ignoriert. Nawalny war am 16. Februar 2024 im Alter von 47 Jahren unter ungeklärten Umständen in einem entlegenen Straflager am Polarkreis gestorben. Der EGMR hatte Russland bereits im Dezember wegen der Unterdrückung von Organisationen im Umfeld Nawalnys verurteilt. Russland war nach dem Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren aus dem Europarat ausgeschlossen worden, zu dem der EGMR gehört. Das Gericht befasst sich jedoch weiter mit den bis dahin eingereichten Fällen.

+++ 14:58 Selenskyj fordert nach neuen Angriffen US-Konsequenzen gegen Moskau +++

Nach den neuen russischen Angriffen auf die Energieversorgung der Ukraine fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj Konsequenzen der USA mit Blick auf die anstehenden Friedensgespräche. Er werde Kontakt mit US-Vertretern aufnehmen, weil die Regierung in Moskau mit ihren Handlungen auch die laufenden Vermittlungsbemühungen von Präsident Donald Trump torpediere, sagt Selenskyj in Kiew. Am Mittwoch sollen die Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi in eine neue Runde gehen. In der Nacht zum Dienstag überzog Russland die Ukraine mit neuen massiven Luftangriffen und nahm dabei wieder gezielt die Energieinfrastruktur des Landes ins Visier. Im Zentrum der russischen Angriffe standen die Hauptstadt Kiew, die zweitgrößte Stadt Charkiw und weitere Regionen.

+++ 14:35 Luftalarm während Besuches von Nato-Generalsekretär Rutte in Kiew +++

Während des Besuches von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew ist für die ukrainische Hauptstadt Luftalarm wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs ausgelöst worden. Dies berichten Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP. Während die Sirenen heulten, warnte die Armee vor der "Gefahr einer ballistischen" Rakete. Rutte war am Vormittag überraschend in Kiew eingetroffen (siehe Eintrag 10:59 Uhr).

+++ 13:57 Nach Festnahmen in Norddeutschland: Fünf Verdächtige in Untersuchungshaft +++

Einen Tag nach der Razzia bei einem mutmaßlichen Beschaffungs-Netzwerk für Russland sind die fünf festgenommenen Verdächtigen in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe setzte die Haftbefehle gegen die Männer in Vollzug, wie eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft mitteilt. Die Behörde hatte die Beschuldigten am Montag in und um Lübeck festnehmen lassen. Die Bundesanwaltschaft wirft den Männern vor, über eine Scheinfirma Güter besorgt und nach Russland exportiert zu haben, um Embargo-Bestimmungen der Europäischen Union (EU) zu umgehen. Ausfuhrbeschränkungen sind ein elementarer Bestandteil der Sanktionen, mit denen die EU auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert. Sie sehen vor, dass europäische Unternehmen bestimmte Erzeugnisse nicht mehr nach Russland verkaufen dürfen.

Update: In einer früheren Meldung waren zunächst nur zwei Männer in U-Haft genommen worden.

+++ 13:29 Düsterer Ausblick für Kiew: Wetterbericht verheißt nichts Gutes +++

Einwohner in Kiew können weiterhin nicht auf Temperaturen im Plusbereich hoffen. Stattdessen sollen diese in den nächsten Tagen weiterhin im Minusbereich liegen, in der kommenden Nacht könnten es wieder bis zu -20 Grad werden. Und auch für die nächste Woche gehen die Prognosen bislang von Minustemperaturen aus, die immer wieder zweistellig ausfallen können. "Über 1100 Wohngebäude in den Bezirken Darnytskyi und Dniprovskyi sind nach einem massiven Angriff des Feindes auf die kritische Infrastruktur der Hauptstadt ohne Heizung", teilt Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. "Die Infrastruktur, die diese Häuser mit Wärme versorgt, wurde heute Nacht stark beschädigt."

+++ 12:50 Stoppt Indien wirklich Ölkäufe in Russland? Moskau äußert sich +++

Der Kreml hat nach eigenen Angaben keine Informationen darüber, dass Indien den Kauf von russischem Öl einstellen will. Man habe keine entsprechenden Erklärungen aus Neu-Delhi vernommen, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Russland schätze die Beziehungen zu Indien und wolle die strategische Partnerschaft ausbauen. US-Präsident Donald Trump hatte ein Handelsabkommen angekündigt, wonach die USA ihre Zölle auf indische Waren im Gegenzug für einen Stopp der Ölimporte aus Russland von 50 auf 18 Prozent senken.

+++ 12:22 Munz zum Atomvertrag "New Start": "Wenn Abkommen abläuft, gibt es neue Atomrüstungsspirale" +++

Am Donnerstag läuft das zwischen den USA und Russland bestehende Abrüstungsabkommen "New Start" aus. Der Vertrag regelt die Anzahl von einsatzbereiten Atomsprengköpfen und Trägersystemen der Länder. Russlandkorrespondent Rainer Munz fürchtet eine Rüstungsspirale, sollte es nicht verlängert werden:

+++ 11:53 Berüchtigte russische Waffe getroffen: Ukraine meldet erfolgreiche Angriffe +++

Der Generalstab der ukrainischen Armee berichtet von Angriffen auf russische Ziele. Getroffen worden sollen dabei:

  • In der Region Saporischschja, in der Nähe der Ortschaft Komysch-Zoria, ein Ausbildungszentrum für Piloten und zur Produktion von FPV-Drohnen.

  • Ebenfalls in Saporischschja, in der Nähe der Ortschaft Chliborobne, eine Konzentration von russischen Soldaten.

  • Eine weitere Konzentration von Soldaten in der Nähe der Ortschaft Terebreno in der Region Belgorod in Russland.

  • In der Region Donezk ein Posten der elektronischen Kriegsführung.

  • Ein schweres Flammenwerfersystem TOS-1A "Solntsepok" in der Region Belgorod.

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TOS-1A-Raketenwerfer sind berüchtigt, weil sie Raketen mit thermobaren Sprengköpfen abfeuern können. (Foto: picture alliance/dpa/TASS)

+++ 11:25 Selenskyj: Terror für Russland wichtiger als Diplomatie - Ukraine braucht mehr Flugabwehr +++

Vor einer neuen Verhandlungsrunde für ein Ende des Ukraine-Kriegs hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj neue russische Angriffe auf Energieobjekte beklagt. Für Russland sei es wichtiger, die kältesten Tage des Winters zu nutzen, um Menschen zu terrorisieren, als sich der Diplomatie zuzuwenden, schreibt Selenskyj in sozialen Medien. Neun Menschen wurden seinen Angaben nach bei den Angriffen verletzt. Er forderte abermals Druck auf Russland und eine rechtzeitige Lieferung von Raketen für Flugabwehrsysteme.

+++ 10:59 Nato-Chef Mark Rutte ist in Kiew +++

Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Wie ein von Selenskyj veröffentlichtes Video zeigt, legen Rutte und Selenskyj Blumen an einem Mahnmal in Kiew nieder, das an die während des russischen Angriffskrieges getöteten ukrainischen Soldaten erinnert:

+++ 10:21 Putin beleidigt wegen entfernter Sowjet-Symbole? Riesiges Mahnmal attackiert +++

Bei einem nächtlichen russischen Angriff ist nach ukrainischen Angaben ein monumentales Weltkriegs-Mahnmal beschädigt worden. Kulturministerin Tetjana Bereschna bezeichnet die Beschädigung der "Mutter-Heimat"-Statue in Onlinenetzwerken als "symbolisch und zynisch". Die 62 Meter hohe Stahl-Statue einer Frau, die ein Schwert und einen Schild in die Höhe reckt, war 1981 zur Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg eingeweiht worden. Sie ist Teil des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg. 2023 wurden Hammer und Sichel von der kolossalen Statue als Teil einer Kampagne entfernt, Sowjetsymbole und russische Kultur aus dem öffentlichen Raum der Ukraine zu verbannen. Russlands Invasion im Februar 2022 hatte diesen Prozess sehr zum Missfallen Moskaus beschleunigt.

+++ 09:47 Russland greift mit 450 Drohnen und mehr als 60 Raketen an - ukrainische Luftwaffe informiert über Abschüsse +++

Das russische Militär hat nach Angaben der ukrainischen Regierung in der Nacht mit 450 Drohnen angegriffen. Zudem seien mehr als 60 Raketen abgefeuert worden, teilt Außenminister Andrij Sybiha auf X mit. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden 38 Raketen und 412 Drohnen eliminiert. Darunter vier Raketen vom Typ Zirkon/Onyx, elf ballistische Raketen vom Typ Iskander M/S-300, drei Marschflugkörper vom Typ X-22/X-32 und 20 Marschflugkörper vom Typ X-101/Iskander-K. Mindestens 27 Raketentreffer und 31 Drohnenangriffe an 27 Standorten sowie der Absturz von Trümmerteilen an 17 Standorten seien registriert worden. Der russische Präsident Wladimir Putin habe auf sinkende Temperaturen gewartet, um das ukrainische Energiesystem anzugreifen, erklärt Sybiha. "Weder die erwarteten diplomatischen Bemühungen in Abu Dhabi in dieser Woche noch seine Versprechen gegenüber den Vereinigten Staaten haben ihn davon abgehalten, den Terror gegen die Zivilbevölkerung im härtesten Winter fortzusetzen."

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Große Schäden an einem Wohnhaus in Kiew. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)
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Menschen suchen Schutz in einer U-Bahn. (Foto: dpa)

+++ 09:15 Zu Kriegsbeginn noch abgewehrt: "Russen rücken auf 'Heldenstadt' vor" +++

Die ganze Nacht hindurch ist in Kiew lautes Knallen der Luftabwehr zu hören, wie ntv-Reporterin Nadja Kriewald aus der ukrainischen Hauptstadt berichtet. Noch schlimmer allerdings sei die Lage in Charkiw. Russland macht Druck auf die Millionenstadt im Nordosten, deren Einnahme zu Kriegsbeginn noch abgewehrt wurde:

+++ 08:51 Shmyhal über russische Angriffe: "Versuch des Völkermords im Winter" +++

Laut dem ukrainischen Energieminister Denys Shmyhal wurden acht Regionen der Ukraine angegriffen. "Dies war ein weiteres Verbrechen Russlands gegen die Menschlichkeit – ein Versuch des Völkermords im Winter. Russland setzte ballistische Raketen und Marschflugkörper sowie Drohnen ein, um Hochhäuser, Wärmekraftwerke und Heizkraftwerke anzugreifen, die ausschließlich dazu dienten, Gemeinden in Kiew, Charkiw und Dnipro mit Wärme zu versorgen", schreibt Shmyhal auf X. "Dies waren keine militärischen Ziele. Es handelte sich um rein zivile Ziele. Hunderttausende Familien, darunter auch Kinder, wurden während der härtesten Winterbedingungen mit Temperaturen von bis zu −25 Grad absichtlich ohne Heizung gelassen."

+++ 08:18 "Interesse an konstruktiven Gesprächen gleich null" - Russland kommt nicht zu Sicherheitskonferenz +++

Die russische Regierung hat nach Angaben der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) bisher kein Interesse signalisiert, an dem Treffen von Spitzenpolitikern und Experten in der kommenden Woche teilzunehmen. "Vonseiten der russischen Botschaft, die vor 2022 regelmäßig Einladungswünsche präsentierte, gab es keinerlei Kontaktaufnahme", sagt der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger. "Das zeigt mir: Das Interesse an konstruktiven Gesprächen ist gleich null." Ischinger rechnet aber damit, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wie in den vergangenen beiden Jahren nach München kommt. "Davon gehe ich fest aus." Die Konferenz findet vom 13. bis 15. Februar im Hotel Bayerischer Hof statt und gilt als wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik weltweit.

+++ 07:45 Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - 1170 Wohngebäude ohne Heizung +++

Dem staatlichen Rettungsdienst der Ukraine zufolge wurden drei Menschen bei den nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew verletzt. Die Bezirke Dniprovskyi, Desnianskyi, Darnytskyi, Pecherskyi und Shevchenkivskyi seien ins Visier genommen worden und alle Brände gelöscht. "Die Informationen über die Opfer werden noch präzisiert. Rettungskräfte und entsprechende Dienste sind vor Ort im Einsatz." Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge sind 1170 Wohngebäude ohne Heizung. Das russische Militär habe die Energieinfrastruktur angegriffen.

+++ 07:08 Bericht: Ukraine, Europäer und USA einig über militärische Reaktion bei Bruch von möglicher Waffenruhe +++

Die Ukraine hat sich einem Medienbericht zufolge mit westlichen Partnern auf eine koordinierte militärische Reaktion für den Fall verständigt, dass Russland ein künftiges Waffenstillstandsabkommen dauerhaft verletzen sollte. Dies berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Der Plan sei bei mehreren Gelegenheiten im Dezember und Januar zwischen ukrainischen, europäischen und US-Vertretern besprochen worden und sehe eine mehrstufige Reaktion vor. Demnach soll auf jeden russischen Bruch eines Waffenstillstands innerhalb von 24 Stunden reagiert werden, beginnend mit einer diplomatischen Warnung und notfalls einem Einsatz der ukrainischen Armee. Sollten die Kampfhandlungen andauern, kämen in einer zweiten Phase Kräfte einer "Koalition der Willigen" zum Einsatz, zu der viele EU-Mitglieder, Großbritannien, Norwegen, Island und die Türkei gehörten. Bei einem ausgeweiteten Angriff solle 72 Stunden nach dem ursprünglichen Bruch eine koordinierte Reaktion unter Einbeziehung des US-Militärs erfolgen.

+++ 06:32 Schwere russische Luftangriffe auf die Ukraine laufen - Kampfjets in Polen aufgestiegen +++

Auf dem Telegram-Kanal der ukrainischen Luftwaffe werden im Takt von wenigen Minuten Warnungen herausgegeben. Den Mitteilungen zufolge sind immer noch diverse russische Raketen und Drohnen in Teilen des Landes unterwegs. Auch Apps, die vor Luftangriffen warnen, zeigen alle Regionen der Ukraine in Rot – das heißt, es sind überall Einschläge möglich. Laut dem Medium Kyiv Independent teilte die polnische Luftwaffe in der Nacht mit, dass sie angesichts des großangelegten Angriffs Kampfflugzeuge zum Schutz des polnischen Luftraums eingesetzt habe.

+++ 06:07 Russland terrorisiert Kiew - Flammen schlagen aus Hochhaus +++

Nach einem kurzen Verzicht auf Angriffe auf Energieanlagen terrorisiert Russland Kiew erneut. Einwohner zeigen Bilder eines Hochhauses, in dem Wohnungen in Flammen stehen. Mehrere weitere Gebäude sollen ebenfalls getroffen worden sein. Nach unbestätigten Medienberichten wurden zudem zwei Wärmekraftwerke angegriffen. In Kiew liegen die Temperaturen aktuell bei -20 Grad.

+++ 05:35 Karnevalswagen-Bauer Tilly will trotz russischer Drohung "business as usual" machen +++

Bildhauer und Karnevalist Jacques Tilly lässt sich von Russlands Justiz nicht einschüchtern. "Wir machen natürlich business as usual. Auch die Russen müssen begreifen, dass es uns nicht nur um Putin geht", sagt er dem Portal "Web.de News". Tilly hatte zuvor Karnevalswagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug mit Karikaturen von Kremlchef Putin gebaut. Laut Gericht muss er sich unter anderem wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane verantworten.

+++ 04:53 Raketen treffen in der Nacht Großstadt Charkiw +++

Die Großstadt Charkiw im Nordosten der Ukraine steht unter Beschuss, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilt. In der Region Saporischschja ist die Flugabwehr im Einsatz. Nach unbestätigten Medienberichten werden auch zwei Wärmekraftwerke angegriffen.

+++ 03:43 Nächtlicher Raketenangriff in Kiew +++

Russische Streitkräfte greifen die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Städte des Landes mit Raketen und Drohnen an. In Kiew werden nach Angaben der Militärverwaltung mehrere Wohnhäuser, eine Bildungseinrichtung und ein Geschäftsgebäude beschädigt. Bürgermeister Vitali Klitschko entsendet Rettungskräfte in die betroffenen Stadtteile.

+++ 02:56 Wadephul kontert Vorwürfe aus Moskau +++

Der Kreml wirft Deutschland vor, mit der Unterstützung der Ukraine Revanche für frühere Kriegsniederlagen zu nehmen. "Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands", kontert Außenminister Johann Wadephul bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters. Wadephul fügt hinzu, Deutschland habe "überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten".

+++ 02:01 Selenskyj spricht mit US-Vertretern über Sicherheitsgarantien +++

Selenskyj kündigt mit Blick auf die geplanten Friedensverhandlungen in Abu Dhabi auch weitere bilaterale Gespräche mit den USA über Sicherheitsgarantien für die Ukraine an. Es sei wichtig, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten, damit es zu einer diplomatischen Lösung komme, mahnt Selenskyj.

+++ 00:19 Selenskyj meldet weniger russische Angriffe auf Infrastruktur +++

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Zahl der russischen Angriffe auf Energieanlagen in seinem Land zurückgegangen. Zwar seien in frontnahen Gebieten erneut Infrastrukturobjekte durch Beschuss getroffen worden, darunter auch lokale Energieerzeuger. Doch es habe im Tagesverlauf keine Angriffe mit Raketen und Shahed-Kampfdrohnen gegeben, sagt er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er führt das auf US-amerikanischen Druck auf Moskau zurück. "Das zeigt, dass wenn in Amerika die Motivation da ist, die Lage zu ändern, dann kann sich die Lage auch ändern," sagt Selenskyj.

+++ 22:30 Moskau: Ausländische Streitkräfte in der Ukraine sind "legitime Ziele" +++

Moskau hat den Verbündeten der Ukraine einmal mehr gedroht. Russland würde den Einsatz ausländischer Streitkräfte oder Infrastruktur in der Ukraine als ausländische Intervention betrachten, erklärte Außenminister Sergej Lawrow laut seinem Ministerium, wie Reuters berichtet. Ausländische Streitkräfte würden als legitime Ziele behandelt. In der Stellungnahme lobte das Ministerium auch die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um eine Lösung des Konflikts.

+++ 22:02 Russland wieder auf Fußball-Bühne? Kiew zieht Vergleich zu Olympia 1936 +++

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiga reagiert empört auf den Vorstoß von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Russland möglicherweise wieder an internationalen Fußballwettbewerben teilnehmen zu lassen. "679 ukrainische Mädchen und Jungen werden nie wieder Fußball spielen können - Russland hat sie getötet", schreibt Sybiga auf X. Während Russland "weiterhin noch mehr Menschen tötet", würden "moralisch degenerierte Menschen vorschlagen, die Verbote aufzuheben, obwohl Russland sich weigert, den Krieg zu beenden", heißt es in dem Post weiter. "Zukünftige Generationen werden dies als Schande empfinden, die an die Olympischen Spiele 1936 erinnert."

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