Politik

Fünf Männer festgenommenErmittler heben Schmuggel-Netzwerk für Russland aus

02.02.2026, 10:57 Uhr
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Der Generalbundesanwalt wirft den Männern Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz vor. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach Beginn der Vollinvasion in der Ukraine erlassen viele EU-Staaten Sanktionen gegen Russland. Fünf Männer in Deutschland umgehen diese und liefern Zehntausende Produkte. Dazu nutzen sie ein geheimes Netzwerk, das nun aber auffliegt. Die Verdächtigen werden festgenommen.

Weil sie konspirativ Güter für die russische Industrie beschafft und trotz eines Embargos nach Russland exportiert haben sollen, sind in Schleswig-Holstein fünf Männer festgenommen worden. Sie sollen mithilfe einer Firma in Lübeck rund 16.000 Lieferungen nach Russland veranlasst haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Auch Rüstungsunternehmen gehörten demnach zu den Abnehmern.

Laut Mitteilung handelt es sich bei den Festgenommenen um zwei deutsche Staatsbürger, einen Deutsch-Ukrainer sowie zwei Deutsch-Russen. Die Festnahmen erfolgten demnach in Lübeck und dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Zudem hätten Durchsuchungen in Frankfurt am Main, im Landkreis Nordwestmecklenburg, in Nürnberg und im Kreis Ostholstein begonnen. Die Beschuldigten sind dringend verdächtig, als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung gewerbs- und bandenmäßig gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben.

Nikita S. ist der Mitteilung zufolge Geschäftsführer eines in Lübeck ansässigen Handelsunternehmens. Spätestens seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 sollen er und die übrigen Beschuldigten das Unternehmen benutzt haben, um Güter für die russische Industrie zu beschaffen und nach Russland auszuführen. Zur Verschleierung der Geschäfte sollen sich die Beschuldigten mindestens einer weiteren Scheinfirma in Lübeck, Scheinabnehmern in und außerhalb der Europäischen Union sowie eines russischen Unternehmens als Empfänger bedient haben.

Ziel des Vorgehens sei die Umgehung von Embargobestimmungen der Europäischen Union (Russland-Embargo-Verordnungen). Hinter dem Beschaffungsnetzwerk hätten auf russischer Seite mutmaßlich staatliche Stellen gestanden. Zu den Endabnehmern der ausgeführten Güter sollen mindestens 24 gelistete Rüstungsunternehmen in Russland gehört haben. Der Gesamtwert der Lieferungen soll sich laut Generalbundesanwaltschaft auf etwa 30 Millionen Euro belaufen.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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