Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 19:47 Litauen schränkt Immobilienkäufe für Russen ein +++
Im Kampf gegen Spionage will die litauische Regierung Russen den Kauf von Immobilien in der Nähe strategisch wichtiger Standorte verbieten. So sollen nachrichtendienstliche Aktivitäten und "hybride Operationen", wie die Überwachung von Militärübungen oder die Verfolgung von Truppenbewegungen "signifikant reduziert" werden, heißt es in einem beschlossenen Gesetzentwurf. Dieser muss noch vom Parlament verabschiedet werden und gilt auch für Menschen aus Belarus, einem engen Verbündeten Moskaus. Das Verbot soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten und schließt auch Russen und Belarussen ein, die eine Aufenthaltserlaubnis für Litauen besitzen. In Lettland und Finnland gelten bereits ähnliche Einschränkungen. Laut Daten des litauischen Zentralregisters vom vergangenen Mai haben 5104 russische Staatsbürger und 2781 belarussische Staatsbürger mit befristeter oder unbefristeter Aufenthaltserlaubnis Immobilien in Litauen gekauft - teils in der Nähe heikler Standorte.
+++ 19:04 Russland begrenzt mitgeführtes Bargeld bei Reisenden +++
Russland führt eine neue Obergrenze von 1 Million Rubel (11.898 US-Dollar) für Bargeld ein, das Reisende in Nachbarländer mitführen dürfen. Die Obergrenze gilt für Reisen von Russland nach Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan, wobei Armenien, Weißrussland, Kasachstan und Kirgisistan Mitglieder der von Russland geführten Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) sind. Die "Moscow Times" berichtet, dass der russische Präsident Wladimir Putin den entsprechenden Erlass unterzeichnet habe.
+++ 18:14 Bulgarien fordert Gespräche mit Russland +++
Bulgarien fordert Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs mit Russland - und verweist dabei auf das nukleare Risiko, das von Moskau ausgehe. "Wir müssen anfangen mit Russland zu reden", sagt der bulgarische Regierungschef Rumen Radev in Brüssel. "Das Wichtigste ist, die Bedingungen für Frieden vorzubereiten", fügt er hinzu. Radev warnt, dass die militärische Unterstützung Kiews nicht ausreichen werde, da die Ukraine immer weniger in der Lage sei, sich vor russischen Angriffen zu schützen. "Wir sollten erkennen, dass es Grenzen dafür gibt, einfach nur Waffen zu liefern und zu unterstützen", sagt er. Frieden werde "durch Diplomatie" erreicht und "nicht durch Waffenlieferungen". Radev hatte Bulgariens militärische Unterstützung für die Ukraine nach seinem Wahlsieg im April eingestellt.
+++ 17:33 Raketenalarme kosten die Ukraine 45 Millionen Dollar pro Stunde +++
Raketenalarme kosten die Ukraine nach Angaben des Wirtschaftsministers schätzungsweise 45 Millionen Dollar pro Stunde, in der der Geschäftsbetrieb zum Erliegen kommt. Russland greift zunehmend die Infrastruktur an, auf der die ukrainische Wirtschaft basiert, und bombardiert Industrieanlagen, Lagerhäuser, Logistikzentren und Rechenzentren - was Oleksandr Kravchenko, der Minister für Wirtschaft und Umwelt, als Versuch bezeichnet, "so gut wie die gesamte Wirtschaft zu zerstören". "Was wir nicht vollständig vorausgesehen hatten, war, wie schnell Russland diese jetgetriebenen Drohnen entwickeln und sie einsetzen würde, um alles ins Visier zu nehmen", sagt er dem "Guardian" und bezog sich dabei auf den Einsatz der neuen Waffen durch Russland, die Kiew in den letzten Wochen schwer getroffen haben.
+++ 17:05 Serbien und Russland verlängern Gas-Abkommen +++
Serbien und Russland verlängern ihr Erdgas-Abkommen um drei Monate. Die Vereinbarung werde unter den gleichen "vorteilhaften Bedingungen" fortgeführt, sagt der Chef des staatlichen serbischen Gasunternehmens Srbijagas, Dusan Bajatovic, dem Sender RTS. Ohne Einigung wäre das Abkommen am Mittwoch ausgelaufen. Der serbische Staatschef Aleksandar Vucic, der am Sonntag seinen Rücktritt erklärt hatte, hatte am Samstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und anschließend seine Hoffnung auf eine Verlängerung des Erdgas-Abkommens geäußert. Vucic erklärte, Serbien könne dann weiterhin von einem "guten, niedrigen Gaspreis von 318 Euro pro 1000 Kubikmeter profitieren, anstatt den Marktpreis zu zahlen, der heute bei 868 Euro liegt". Belgrad ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Seit dem Auslaufen eines Dreijahresvertrags im Jahr 2025 hat das Land jedoch keinen langfristigen Vertrag mit Russland abschließen können. Es setzt seitdem auf kurzfristige Verlängerungen des Abkommens.
+++ 16:15 Kein "Hähnchen Kiew" mehr in russischer Staatskantine +++
In der Moskauer Parlamentsküche werden "Hähnchen Kiew" oder "Kiewer Schnitzel" nicht mehr unter diesem Namen angeboten. Wohl wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Kantine in der neu gewählten Staatsduma die panierten und mit Knoblauch-Kräuterbutter gefüllten Hühnerfilets umbenannt. Aus den "kotlety po kiewski" - auf Deutsch: Schnitzel Kiewer Art - wurden einfache "kotlety mit Butter", wie russische Medien berichten. Das berühmte slawische Gericht ist in Russland wie in der Ukraine beliebt. Kantinenmitarbeiter in der Staatsduma sagen demnach, dass die Rezeptur des sowjetischen Klassikers unverändert sei. Aber den Gästen sei der neue Name zu wenig appetitlich, sie wünschten sich etwas Attraktiveres, hieß es. In der Moskauer Imbisskette Brusnika etwa heißt das Gericht weiter "nach Kiewer Art".
+++ 15:36 Kiew: Russland startet vor Wintereinbruch neue Offensive gegen Energieinfrastruktur +++
Im Vorfeld des nahenden Wintereinbruchs hat Russland nach Angaben Kiews mit einer Offensive zur Lahmlegung der Strom- und Wärmeversorgung in der Ukraine begonnen. Einen "derart großangelegten kombinierten Angriff" auf die Energieinfrastruktur wie in der Nacht zum Mittwoch habe es seit dem Ende der letzten Heizperiode nicht mehr gegeben, erklärt Regierungschef Serhij Korezky auf Instagram. Zuvor hatte die russische Armee massive Drohnen- und Raketenangriffe in und um Kiew ausgeführt. Dabei wurden vier mindestens Menschen getötet. "Seit dem Sommer ist fast kein Tag vergangen, an dem der Feind unsere Energieinfrastruktur nicht angegriffen hat", erklärt Korezky. Bei dem Angriff in der Nacht handele es sich allerdings um den Beginn einer russischen Offensive gegen die Energiesektor vor dem Winter. Diese Taktik habe Moskau bereits in den vergangenen Jahren angewandt. Örtliche Behörden müssten nun prüfen, ob die Notstromsysteme betriebsbereit seien und die "Arbeiten an deren Installation und Anschluss so schnell wie möglich abschließen", fügte der Regierungschef hinzu.
+++ 15:08 Estland: Russland nimmt Rüstungsfirmen ins Visier +++
Russland nimmt nach Angaben des estnischen Geheimdienstes bei seinen Angriffs- oder Sabotageversuchen vermehrt Rüstungsfirmen ins Visier. "Russlands Vorgehen in Europa ist eindeutig systematisch", sagt Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson im estnischen Fernsehen. Anders als früher liege der Schwerpunkt nun nicht mehr auf symbolträchtigen Objekten, sondern auf Unternehmen der Rüstungsindustrie. Damit solle Militärhilfe für die Ukraine verhindert werden, sagt der Leiter des Inlandsgeheimdiensts des an Russland grenzenden baltischen EU- und Nato-Landes. Estland hatte Russland zuvor aufgrund von Ermittlungsergebnissen für einen Brandanschlag auf den Rüstungshersteller Milrem Robotics verantwortlich gemacht. Das Unternehmen entwickelt unbemannte Militärsysteme, die seit 2022 auch in der Ukraine eingesetzt werden. Russland wies die Vorwürfe aus Tallinn zurück.
+++ 14:34 Selenskyj: Durch Operation "Vivaldi" 125 Quadratkilometer zurückerobert +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt bei einem Besuch in der Regio Lyman, dass im Rahmen der Operation "Vivaldi" in Zusammenarbeit mit anderen Einheiten des Dritten Armeekorps mehr als 125 Quadratkilometer Gebiet aus der russischen Besatzung unter ukrainische Kontrolle zurückerobert haben. "Danke, dass ihr unseren Staat, unsere Souveränität und unsere territoriale Integrität schützt", sagt er. Die Ukraine befindet sich in der dritten Phase der Operation Vivaldi, in der ukrainischen Angaben zufolge bereits 2000 russische Soldaten getötet und 250 gefangen genommen wurden.
+++ 14:02 Kreml lehnt Trump-Deal ab: Haben keine politischen Gefangenen +++
Russland will mit den USA nicht über eine Lockerung der Sanktionen im Austausch gegen die Freilassung politischer Gefangener verhandeln. Dies erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, wie "Kyiv Independent" schreibt. "Diese Frage wurde nicht erörtert und konnte auch nicht erörtert werden, da wir die Existenz politischer Gefangener kategorisch bestreiten und der Ansicht sind, dass eine solche Darstellung der Angelegenheit völlig unangemessen ist", so Peskow. Der Kremlsprecher reagiert auf einen Bericht des "Atlantic", wonach die Trump-Regierung erwäge, Moskau zur Freilassung politischer Gefangener im Austausch gegen eine Lockerung der Sanktionen und die Wiederaufnahme einiger wirtschaftlicher Beziehungen zu drängen. Der Vorschlag wurde offenbar auch dem "Kyiv Independent" von mit der Angelegenheit vertrauten Personen bestätigt.
+++ 13:33 Russische Warnungen: Europäischer Behördenvertreter nennt Vorgang ernst +++
Der Kreml erklärt, dass Russland der Nato im Zusammenhang mit Kaliningrad eine Warnung übermittelt habe. Damit wolle man "Hitzköpfe in Europa" an die grundsätzliche Haltung Russlands in dieser Angelegenheit erinnern, sagt Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Nato-Sprecherin Allison Hart bestätigt den Erhalt des Schreibens. Das Bündnis habe darauf geantwortet und klargestellt, dass seine Aktivitäten keine Gefahr für russisches Gebiet darstellten. Zugleich verurteilt sie die Androhung von Gewalt sowie jegliche unverantwortliche nukleare Rhetorik scharf und fordert Russland auf, "seinen unprovozierten Krieg in der Ukraine zu beenden". Ein hochrangiger europäischer Behördenvertreter aus dem Verteidigungsbereich nennt den Vorgang ernst. Es sei das erste Mal seit dem Kalten Krieg, dass Russland eine derartige Drohung ausspreche. Ein Nato-Diplomat spricht von einem russischen Einschüchterungsversuch. Das Bündnis werde sich dadurch nicht von der Unterstützung der Ukraine abbringen lassen (siehe auch Eintrag um 12:27).
+++ 12:59 "Operation Vivaldi": Trick lockt Russen auf falsche Fährte +++
Im Osten der Ukraine laufen aktuell heftige Kämpfe. Die Ukraine führt in der Region Donezk eine Gegenoffensive durch. Die dritte Phase der Operation "Vivaldi" ist jetzt offenbar zu Ende gegangen - laut der Ukraine mit wichtigen Geländegewinnen.
+++ 12:27 Bei Isolation Kaliningrads: Russen drohen mit "gesamtem Arsenal" +++
Russland zieht wieder die Nuklearoption. Laut der russischen Botschaft in Irland ist Moskau bereit, Atomwaffen einzusetzen, sollten NATO-Staaten versuchen, das Gebiet Kaliningrad zu isolieren. Die Regierungen in Europa wollten alle glauben machen, dass sie Opfer der angeblichen Feindseligkeit Russlands oder Ziele einer unmittelbar bevorstehenden russischen Invasion seien, heißt es in der Erklärung. Es gebe aber keine Anhaltspunkte dafür. "Die unverantwortliche und kurzsichtige europäische politische Elite spielt ein gefährliches Spiel. " Außenminister Sergej Lawrow habe bereits erklärte, dass Russland bei einem Angriff des Westens reagieren werde, und "es wäre ein völlig anderer Krieg – und ein sehr kurzer." Weiter heißt es: "Es darf kein Zweifel bestehen: Russland wäre bereit, sein gesamtes Arsenal, einschließlich Atomwaffen, einzusetzen, um sein Territorium zu verteidigen, sollten die NATO-Staaten versuchen, die Region Kaliningrad vom Rest des Landes abzuschneiden." In einem solchen Szenario sei das Risiko einer bewaffneten Konfrontation hoch und Russland könnte bereits in der frühen Phase des Konflikts "Präventivschläge gegen Entscheidungszentren in den Bündnisländern" führen.
+++ 12:09 Kranhersteller Palfinger trennt sich von seinem Russland-Geschäft +++
Der österreichische Kranhersteller Palfinger leitet die rechtliche Trennung von seinem Russland-Geschäft ein und nimmt dafür hohe Belastungen in Kauf. Die russischen Einheiten werden künftig nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Infolgedessen werde im abgelaufenen dritten Quartal eine Wertberichtigung auf Vermögenswerte in Russland von rund 135 Millionen Euro vorgenommen.
+++ 11:37 Das kostet Putins Krieg die Russen +++
Der Kreml streicht den Staatshaushalt zusammen, damit er den Angriffskrieg in der Ukraine weiter stemmen kann. Der Leidtragende ist die eigene Bevölkerung, denn gespart wird bei Sozialausgaben, Gesundheit, Bildung und Infrastruktur, zählt Moskau-Korrespondent Rainer Munz auf.
+++ 11:11 Ukraine beziffert Kriegskosten in diesem Jahr auf 155 Milliarden Dollar +++
Die Kriegskosten der Ukraine belaufen sich nach Regierungsangaben in diesem Jahr auf insgesamt 155 Milliarden Dollar. Kiew arbeitet zudem daran, eine Finanzierungslücke von 27 Milliarden Dollar zu schließen. Dies soll sicherstellen, dass das Land Anfang 2027 den Kampf gegen den russischen Angriffskrieg fortführen kann, wie Ministerpräsident Serhij Korezkyj weiter mitteilt. 7 Milliarden Dollar will die Regierung durch strikte Sparmaßnahmen im Haushalt und Mittelumschichtungen decken. Über die verbleibenden 20 Milliarden Dollar verhandelt die Ukraine mit Partnern. Es ist das erste Mal, dass die Ukraine eine Schätzung ihrer jährlichen Kriegskosten veröffentlicht. Vergleichbare Zahlen für 2025 gibt es nicht.
+++ 10:44 Moskau verlängert erneut Exportverbot für Diesel +++
Russland verschärft mit der Verlängerung seines Exportverbots für Diesel die angespannte Lage auf dem globalen Energiemarkt. Das Ausfuhrverbot für Kraftstoffhersteller gelte nun bis Ende Oktober, teilte die Regierung in Moskau mit. Die Maßnahme dürfte den Druck auf den globalen Energiemarkt weiter erhöhen, der bereits durch die anhaltenden Konflikte in Nahost und Lieferengpässe belastet ist. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren habe. Ein großer Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest vorübergehend außer Betrieb. "Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden."
+++ 10:15 Ukraine senkt Wirtschaftsprognose deutlich +++
Die Ukraine senkt ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 von 2,4 Prozent auf 0,5 bis 0,6 Prozent. Dies teilt Wirtschaftsminister Oleksandr Kravtschenko mit, wie die "Kyiv Post" berichtet. Er rechnet demnach bis zum Jahresende mit Unternehmensverlusten in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar, da blockierte Exporte und Beeinträchtigungen in der Logistik die Wirtschaft belasten.
+++ 09:44 Ukraine: Mehrere ballistische Raketen abgewehrt +++
Der ukrainischen Luftwaffe gelingt es nach eigenen Angaben, fünf ballistische Raketen verschiedener Typen abzuschießen. Militärnahe Telegramkanäle schreiben indes, die Zahl der eingesetzten Raketen sei mehr als doppelt so hoch gewesen. Nach offiziellen Angaben werden 155 von 188 anfliegenden Kampfdrohnen abgewehrt. Der Luftalarm zieht sich bis in die Vormittagsstunden.
+++ 09:10 In Polen steigen Kampfjets auf +++
Russische Angriffe auf die Ukraine versetzen auch die Nachbarländer in Alarm. In der Republik Moldau stürzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Drohne bei dem Dorf Hirbovat ab und explodiert. In Polen steigen erneut Kampfjets auf, um eventuell anfliegende Drohnen abzufangen.
+++ 08:46 Zahl der Toten in Kiew steigt +++
Die Zahl der Toten nach russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kiew steigt. In Kiew und der umliegenden Region wurden nach ukrainischen Behördenangaben drei Menschen getötet, darunter ein Kind. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. In Kiew seien Brände ausgebrochen, von denen Wohnhäuser, ein Geschäft und ein Lagerhaus betroffen seien.
+++ 08:14 Russen "sehr erfolgreich": Ukrainische Stahlindustrie liegt am Boden +++
Die ukrainische Metallindustrie und der Bergbau sind laut der BBC wegen der zuletzt massiven russischen Angriffe fast vollständig zum Erliegen gekommen. Der Beitrag des Sektors zum ukrainischen BIP liege nun "wahrscheinlich nahe Null", zitiert der Sender Oleksandr Myronenko vom Stahlwerkbetreiber Metinvest, wo erst kürzlich bei Angriffen 8 Arbeiter getötet und 31 verletzt wurden. Bis vor Kurzem war sein Unternehmen der größte Stahl- und Eisenproduzent der Ukraine, doch wegen der Attacken der Russen sind inzwischen alle seine Stahlwerke außer Betrieb. "Offensichtlich versuchen sie, die ukrainische Wirtschaft lahmzulegen und die Ukraine daran zu hindern, Einnahmen aus dem Ausland zu erzielen, Steuern und Löhne zu zahlen sowie dafür zu sorgen, dass die Städte funktionieren und die Menschen Arbeit haben", sagt Myronenko. "Ihre Bemühungen waren bisher sehr erfolgreich." Wie die BBC schreibt, machten die Metallindustrie und der Bergbau vor der Vollinvasion 2022 etwa 10 Prozent des ukrainischen BIP und ein Drittel der Exporte aus, jeder 13. Arbeitsplatz in der Ukraine stand in irgendeiner Weise mit dieser Branche in Verbindung.
+++ 07:43 Gouverneur: Ukraine rettet mehrere Kinder aus russisch besetztem Gebiet +++
Mehrere ukrainische Kinder konnten offenbar aus dem russisch besetzten Teil der Region Cherson in den freien Teil der Ukraine gebracht werden. Wie Olexander Prokudin, Leiter der ukrainischen Miliärverwaltung der Region, auf Telegram schreibt, handelt es sich bei ihnen um vier Jungen und zehn Mädchen im Alter von 6 bis 17 Jahren. "Sie alle mussten unter dem Druck des Besatzungsregimes schwere Prüfungen durchstehen", so Prokudin. Ihm zufolge war unter den nun freigekommenen Kindern auch ein 16-Jähriger, der von den Russen zum Militärdienst gezwungen worden war. Die Rettung der Kinder gelang demnach im Rahmen der Präsidialinitiative "Bring Kids Back UA" in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation "Save Ukraine".
+++ 07:15 Schwerer Angriff auf Kiew: Kind tot unter Trümmern geborgen +++
Bei dem jüngsten Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew wird nach Angaben von Behördenvertretern mindestens ein Menschen getötet und vier weitere werden verletzt. Wie "Kyiv Independent" berichtet, erschütterten kurz vor 3 Uhr morgens über ein Dutzend Explosionen die Stadt. Die Explosionen erfolgten nur wenige Minuten. Weitere Explosionen waren später gegen 3:40 Uhr Ortszeit zu hören. Unmittelbar außerhalb der Hauptstadt, im benachbarten Gebiet Kiew, wurde dem Bericht zufolge in Wyschhorod mindestens ein Kind tot unter den Trümmern eines Hauses gefunden. Ein Mann und eine Frau erlitten bei dem Angriff ebenfalls Verletzungen.
+++ 06:44 Ukraine bekommt neue Raketen für Nasams-Luftabwehrsysteme +++
Die Ukraine hat eine neue Lieferung von Raketen für Nasams-Luftabwehrsysteme erhalten. Dies erklärt Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das Raketenpaket für das NASAMS-System soll demnach am Montag geliefert worden. "Wir sprechen mit all unseren Partnern, um sicherzustellen, dass wir auch die notwendigen Raketen für die Patriots haben", so Selenskyj weiter. Russische Raketen und Drohnen nehmen derzeit Städte in der gesamten Ukraine ins Visier, der Schaden ist immens.
+++ 06:12 Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene sind nun in Südkorea +++
Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene sind nach Angaben eines südkoreanischen Parlamentariers kürzlich aus der Ukraine in Südkorea eingetroffen. "Auch wenn ich das genaue Datum ihrer Ankunft in Südkorea nicht nennen kann, so kann ich doch bestätigen, dass die beiden Mitte September eintrafen", erklärt der Abgeordnete Youn Kun Young. Die Mitteilung erfolgt nur wenige Tage nach dem mutmaßlichen Verstoß der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung mit Südkorea über die Übergabe der beiden Männer, wegen der Seoul den ukrainischen Gesandten einbestellte.
+++ 05:41 Kiew: Moskau blockiert Schwarzmeer-Abkommen +++
Die Ukraine hat offenbar wenig Hoffnung auf ein weiteres Getreideabkommen für das Schwarze Meer. "Leider ist es schwer vorstellbar, dass es in den nächsten Monaten mögliche Lösungen für dieses Problem geben könnte", sagt der ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi in einem Interview mit Bloomberg. "Wir müssen uns wirklich darauf einstellen, dass die Lage so kritisch bleibt, wie sie derzeit ist." Laut Vysotskyi wurde die Ukraine von den Ländern, die die Gespräche vermitteln, darüber informiert, dass Russland bislang alle Vorschläge der Partner Kiews abgelehnt habe. Er fügt hinzu, dass "alle möglichen Verhandlungsrunden ausprobiert wurden, bisher jedoch keine Ergebnisse erzielt wurden". Auf Russland und die Ukraine entfallen Bloomberg zufolge zusammen etwa ein Viertel der weltweiten Getreideexporte, weshalb Störungen im Schwarzmeerraum eine die globalen Lebensmittelmärkte stark belasten.
+++ 04:43 Berliner Flughafen BER bekommt neues System zur Drohnensichtung +++
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ein System zur Drohnenerkennung in Betrieb genommen. Damit könnten Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig entdeckt und die zuständigen Stellen über mögliche Gefährdungen für den Luftverkehr informiert werden, teilt das Bundesverkehrsministerium mit. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach von der SPD erklärt, Drohnenereignisse könnten unterschiedliche Ursachen haben. "Es ist natürlich so, dass nicht jede Drohne immer eine Gefahr ist, aber sie ist eine potenzielle Gefahr, und deswegen müssen wir sehr schnell reagieren können. Und das können wir nun mit dem neuen System gewährleisten." Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden am Flughafen BER so viele Drohnen gesichtet wie an keinem anderen deutschen Flughafen. In den sechs Monaten registrierte der Tower in Schönefeld nach DFS-Angaben 28 solcher Flugobjekte.
+++ 03:48 Explosionen in Kiew gemeldet +++
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Explosionen zu hören. Der Bürgermeister der Stadt, Witali Klitschko, teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, in einem Wohngebiet sei ein Feuer ausgebrochen. Kurz vor drei Uhr morgens Ortszeit erschüttern mehr als ein Dutzend Explosionen die Stadt, wie der "Kyiv Independent" berichtet. Die Explosionen ereigneten sich wenige Minuten, nachdem die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen Raketen gewarnt hatte, die auf die Stadt zusteuerten.
+++ 02:45 Selenskyj verspricht Abhilfe gegen russische Jetdrohnen +++
Angesichts massiver Probleme bei der Abwehr von russischen Drohnen mit Düsenantrieb stellt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine baldige Linderung in Aussicht. "Derzeit werden ukrainische Abfangraketen bereits unter Kampfbedingungen eingesetzt", sagt das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft. Die Abfangrate sei jedoch noch zu niedrig. "Doch jede Woche soll sich die Trefferquote erhöhen", versichert Selenskyj. Für den Oktober seien konkrete Produktionsraten festgelegt worden. "Das ist eine strategische Aufgabe." Nach Selenskyjs Worten wurden am Dienstag bis zum Abend von 29 russischen Drohnen mit Düsenantrieb 18 abgefangen. Diese schnellen und hochfliegenden Fluggeräte werden demnach derzeit von Kampfflugzeugen abgeschossen. Belgien hat dem Staatschef zufolge die Lieferung von drei F-16-Kampfflugzeugen bis Ende des Jahres zugesagt.
+++ 01:10 Russischer Wirtschaftsminister kommt zu G20-Treffen +++
Der russische Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow nimmt nach Angaben aus Moskau am Treffen der G20-Handelsminister am Mittwoch und Donnerstag in den USA teil. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium. US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum nächsten G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Ob Putin die Einladung annimmt, ist noch unklar.
+++ 23:45 Polen: Russische Angriffe in Grenzregion Dauerzustand +++
Polens Regierungschef Donald Tusk hält russische Angriffe in der ukrainischen Grenzregion zu seinem Land mittlerweile für einen Dauerzustand. Jede Nacht würden Kampfjets der polnischen Luftwaffe aufsteigen, da die Attacken Russlands in dieser Region einen "permanenten Charakter" angenommen hätten, sagt Tusk in Warschau vor einer Kabinettssitzung. Seinem Land stehen schwierige Wochen und Monate bevor. Am Montag hatte es polnischen Regierungsangaben zufolge auf ukrainischem Gebiet erneut eine Drohnenattacke unweit von dem Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn gegeben. Bei dem Angriff beschädigte die Drohne mit ihrer Druckwelle nach ukrainischen Informationen ein Gebäude der Grenzkontrollstelle. In den vergangenen zwei Wochen hatten in der Nähe des gleichen Grenzübergangs mehrfach russische Drohnen Ziele auf dem Gebiet der Ukraine attackiert.
+++ 22:15 Russische Gleitbomben treffen Sumy - zwei Tote +++
Bei russischen Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere sechs Menschen seien verletzt worden, teilt Präsident Selenskyj bei Telegram mit. Darunter sollen sich drei Kinder befinden. Demnach schlugen vier russische Gleitbomben im Stadtzentrum ein. Es sei auch ein Schulgebäude getroffen worden. "Ich danke den Lehrern und der Schulleitung: Die Kinder und die Lehrkräfte waren im Schutzraum, insgesamt 100 Leute wurden rechtzeitig evakuiert", schreibt der Staatschef. Selenskyj zufolge bombardieren die "russischen Terroristen" und "widerwärtigen Missgeburten" Kinder, Schulen und gewöhnliche Häuser "einfach so". Er fordert "realen Druck" und nicht nur Worte von den Verbündeten in Amerika und Europa.
+++ 21:44 Merz zu Wadephul-Lawrow-Treffen: Russland nicht an Gesprächen interessiert +++
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht das jüngste Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Beleg für Russlands fehlende Bereitschaft zu ernsten Friedensverhandlungen. "Die anschließende Bewertung dieses Gesprächs durch Russland hat gezeigt, dass Russland offensichtlich überhaupt nicht an ernsthaften Gesprächen zum jetzigen Zeitpunkt interessiert ist", sagt Merz bei einer Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew. "Wir werden deswegen alle unsere Anstrengungen unternehmen, der Ukraine weiter behilflich zu sein, sie zu unterstützen", so der Bundeskanzler weiter. Dies gelte "nicht nur militärisch, sondern auch politisch, finanziell, ökonomisch". Wadephul und Lawrow hatten sich am Samstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen.
+++ 21:18 Für dickes Rüstungsplus streicht Russland Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales zusammen +++
Russland plant angesichts drastisch steigender Rüstungsausgaben eine Kürzung der Sozialausgaben. Die Mittel für die Sozialpolitik, zu der unter anderem Renten, Zahlungen an Kriegsveteranen und Mutterschaftsleistungen gehören, sollen im Jahr 2027 um sieben Prozent sinken. Dies geht aus Regierungsdokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Die Budgets für Bildung und Gesundheit sollen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um 6 beziehungsweise 6,8 Prozent gekürzt werden. Die Regierung in Moskau plant für das Jahr 2027 Militärausgaben in Höhe von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro). Dies ist ein Anstieg um rund 27 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Entwurf und der höchste Wert seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022. Die steigenden Rüstungsausgaben belasten den russischen Haushalt. Wie Reuters unter Berufung auf Regierungsdokumente berichtete, verdoppelte die Regierung in Moskau ihre Prognose für das Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Russland plant zur Finanzierung des Defizits für 2027 Steuererhöhungen, darunter eine Sonderabgabe für Metall- und Bergbauunternehmen. Die Kosten für den Schuldendienst steigen zudem wegen der hohen Zinsen im Jahr 2027 voraussichtlich um 21,6 Prozent.
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