Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 00:25 Raketeneinschläge bei Lwiw - möglicherweise Oreschnik-Einsatz +++

09.01.2026, 00:01 Uhr

Mehrere russische Raketen schlagen nahe der Stadt Lwiw im Westen der Ukraine ein. Gouverneur Maksym Kosyzkyj schreibt auf Telegram, es sei ein Objekt der kritischen Infrastruktur angegriffen worden. Die ukrainische Luftwaffe, die vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt hatte, hob nach dem Einschlag den Alarm wieder auf. Ukrainische Militärblogs veröffentlichen angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies würde dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik entsprechen. Auf Telegramkanälen war von Startvorbereitungen auf dem russischen Testgelände Kapustin Jar bei Astrachen berichtet worden. Offizielle Bestätigungen für den Einsatz einer Oreschnik gibt es bislang nicht.

+++ 23:31 Raketenalarm für gesamte Ukraine ausgelöst +++

In der gesamten Ukraine wird wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs Luftalarm ausgelöst. "Drohende Gefahr durch den Einsatz ballistischer Waffen", schreibt die ukrainische Luftwaffe auf ihrem Telegram-Kanal. Die russische Armee hat am späten Abend bereits mit Dutzenden Kampfdrohnen angegriffen. Über der Hauptstadt Kiew sei die Flugabwehr im Einsatz, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Üblicherweise setzt Russland später Raketen und Marschflugkörper ein. Explosionen werden aus Lwiw im Westen der Ukraine gemeldet.

+++ 22:20 Kiew ruft Luftalarm wegen Drohnenangriffen aus +++

Kiew hat am Abend wegen der Bedrohung durch russische Kampfdrohnen Luftalarm ausgerufen. Das berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Mitteilung der Kiewer Stadtverwaltung auf Telegram. "In Kiew wurde eine Luftalarmierung ausgerufen. Wir bitten alle dringend, sich in den Zivilschutzbunker zu begeben", heißt es in der Mitteilung. Die Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte habe geleldet, dass russische Drohnen aus östlicher Richtung auf Kiew zufliegen. Zuvor hatten der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj und die US-Botschaft in Kiew vor möglichen heftigen russischen Luftangriffen gewarnt (siehe auch Einträge von 121:06 und 19:18 Uhr).

++ 21:48 Ehemalige deutsche Botschafterin zum Wirtschaftsombudsmann der Ukraine ernannt +++

Die ehemalige deutsche Botschafterin Anka Feldhusen wird Anfang Februar das Amt des neuen Wirtschaftsombudsmanns der Ukraine übernehmen, nachdem sie am Mittwoch die Zustimmung des Ministerkabinetts erhalten hat. Anka Feldhusen war von 2019 bis 2023 deutsche Botschafterin in Kiew und tritt nun die Nachfolge des Kanadiers Roman Washchuk an, der den Business Ombudsman Council von Dezember 2021 bis 2025 leitete. Die Deutsche wurde im November vom Aufsichtsrat des Rates nach einem offenen Wettbewerb im vergangenen Sommer ausgewählt. Der Rat der Wirtschaftsombudsleute fungiert als Vermittler zwischen ukrainischen Unternehmen und der Regierung und geht Beschwerden von Unternehmen über staatliches Fehlverhalten oder Korruption nach.

Ambassador-Extraordinary-and-Plenipotentiary-of-the-Federal-Republic-of-Germany-to-Ukraine-Anka-Feldhusen-is-pictured-during-the-meeting-between-First-Deputy-Minister-of-Foreign-Affairs-of-Ukraine-Emine-Dzhaparova-and-Vice-President-of-the-German-Bundestag-Katrin-Goring-Eckardt-Kyiv-capital-of-Ukraine-February-1-2023-Photo-by-Yevhen-Kotenko-Ukrinform-ABACAPRESS
Anka Feldhusen während ihrer Zeit als Botschafterin in Kiew im Februar 2023. (Foto: picture alliance / abaca)

+++ 21:06 US-Botschaft warnt vor möglichem großangelegtem Luftangriff auf Ukraine +++

Die US-Botschaft in der Ukraine hat vor einem möglichen Luftangriff auf die Ukraine in den kommenden Tagen gewarnt. Die entsprechende Sicherheitswarnung ist auf der Website der Botschaft veröffentlicht. "Die US-Botschaft in Kiew hat Informationen über einen möglicherweise bedeutenden Luftangriff erhalten, der jederzeit in den nächsten Tagen erfolgen kann", heißt es in der Erklärung. Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj warnt vor noch heftigere russische Luftangriffe in der gegenwärtigen Frostperiode (siehe auch Eintrag von 19:18 Uhr).

+++ 20:23 Moskau und Paris tauschen Gefangene aus +++

Frankreich und Russland haben in einem politischen Deal Gefangene ausgetauscht. Staatspräsident Emmanuel Macron teilt auf X mit, der in Russland wegen angeblicher Spionage angeklagte französische Politologe Laurent Vinatier sei in die Heimat zurückgekehrt. Im Gegenzug wurde der russische Basketballer Daniil Kassatkin aus französischer Haft entlassen und flog zurück nach Russland, wie der Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau mitteilt. Der Zentralasien-Experte Vinatier arbeitete in Russland für die Schweizer Nichtregierungsorganisation Zentrum für humanitären Dialog, die auf Konfliktlösung spezialisiert ist. Er war 2024 festgenommen und verurteilt worden, weil er gegen die Auflagen für sogenannte ausländische Agenten verstoßen habe. 2025 kam eine Anklage wegen Spionage dazu. Der Sportler Kassatkin war 2025 in Frankreich auf Betreiben der USA festgenommen worden, weil er an Cyber-Erpressung beteiligt gewesen sein soll. Die USA hatten einen Auslieferungsantrag gestellt. Der Austausch kann als Zeichen einer gewissen Entspannung zwischen Paris und Moskau gewertet werden.

+++ 19:49 Ukraine dementiert russische Einnahme des Dorfes Andriivka +++

Die ukrainische "Kursker" Streitkräftegruppe dementiert laut Kyiv Independent die Einnahme des Dorfs Andriiva in der Oblast Sumy durch russische Truppen. Dies steht einer Meldung des ukrainischen Open-Source-Kartierungsprojekt DeepState vom Vortag entgegen. Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem russische Streitkräfte versuchen, die Kampfzone entlang der Front auf die Gebiete Sumy und Charkiw auszuweiten. Andriivka, weniger als fünf Kilometer von der russischen Grenze entfernt, stand im Juni 2025 unter russischer Kontrolle und wurde im von der Ukraine August befreit. Nach den russischen Vorstößen im Gebiet Sumy im Herbst und Winter dieses Jahres wurde das Dorf erneut angegriffen.

+++ 19:18 Selenskyj warnt vor neuen "massiven russischen Angriffen heute Nacht" +++

Die Ukraine richtet sich nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf noch heftigere russische Luftangriffe in der gegenwärtigen Frostperiode ein. "Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte", warnt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Die Bürger sollten unbedingt auf Luftalarm achten und sich in Schutzräume flüchten. "Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung und nicht auf Arbeit mit Amerika und Vereinbarungen mit Präsident (Donald) Trump", so Selenskyj. Die Temperaturen sollen in der Ukraine ab Freitag fast überall unter den Gefrierpunkt sinken. In Kiew und im nördlichen Teil des Landes werden auf Tage zehn Grad Frost und mehr herrschen.

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