Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 20:38 Moskau erklärt Forschungsstelle Osteuropa für "unerwünscht" +++
Die russische Justiz nimmt die an der Universität Bremen angesiedelte Forschungsstelle Osteuropa (FSO) in ihre umstrittene Liste der unerwünschten Organisationen auf. Das Justizministerium erweitert damit seine Liste mit ausländischen und internationalen Einrichtungen, deren Arbeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation untersagt ist. Besondere Gründe werden nicht genannt, gelistet werden aber Organisationen, die nach Auffassung der Moskauer Behörden gegen die Interessen des russischen Staates arbeiten. In der Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter das viele Jahre in Moskau tätige Deutsche Historische Institut (DHI), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sowie zahlreiche politische Stiftungen.
+++ 19:41 Ukrainischer Rapper Kyivstoner offenbar Ziel von Anschlagsplan +++
Der ukrainische Rapper Albert Vasiliev, bekannt als Kyivstoner, ist nach Angaben des "Kyiv Independent" das mutmaßliche Ziel eines von russischen Geheimdiensten orchestrierten Anschlagsplans in Warschau gewesen. Zuvor hatte Polens Ministerpräsident Donald Tusk die Festnahme eines Russen bekanntgegeben, der im Auftrag des russischen Geheimdienstes die Ermordung eines US-amerikanisch-ukrainischen Staatsbürgers geplant haben soll. Vasiliev lebt seit Beginn des Krieges in der Ukraine in den USA und besitzt die ukrainische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Der russische Geheimdienst FSB hatte ihn im Juli beschuldigt, einen Drohnenangriff auf ein Rüstungsunternehmen in der Region Moskau organisiert zu haben. Vasiliev bestreitet die Vorwürfe.
+++ 18:59 Insider: Ölexporte aus russischem Schwarzmeerhafen Noworossijsk gestoppt +++
Die Rohölexporte aus dem russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk sind Insiderangaben zufolge nach einem Drohnenangriff ausgesetzt. Wegen des Angriffs seien die Verladungen gestoppt und die Annahme von Öl ausgesetzt worden, da die Lagertanks voll seien, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Terminal ist mit einer Kapazität von rund 700.000 Barrel pro Tag Russlands wichtigste Ölexportanlage am Schwarzen Meer. Die Stadtverwaltung von Noworossijsk rief zudem erneut Drohnenalarm für die Anwohner aus.
+++ 18:05 Selenskyj beruft Treffen zu Verteidigungsfinanzierung ein +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Stab des Oberbefehlshabers einberufen, um den Finanzierungsbedarf der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte für Herbst und Winter zu beraten. Dabei ging es unter anderem um die Beschleunigung der Waffenproduktion und die Entwicklung neuer Angriffs- und Verteidigungswaffen. Die Geheimdienste informierten über aktuelle russische Pläne. Die Ukraine bereite darauf ihre Reaktion und "asymmetrische Gegenmaßnahmen" vor, erklärt Selenskyj. Zudem wurde über gezielte Operationen gegen Kollaborateure in den besetzten Gebieten berichtet.
+++ 17:20 Russischer Kriegsgegner Schlosberg soll zwölf Jahre in Haft +++
Die russische Staatsanwaltschaft beantragt gegen den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zwölf Jahre und einen Monat Straflager. Staatsanwältin Anna Gorjatschewa fordert im Stadtgericht von Pskow die Verurteilung wegen Verunglimpfung der russischen Streitkräfte, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilt. Das Urteil gegen den Vizechef der Partei soll am Montag in Pskow um 10.30 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MESZ) verkündet werden. Russlands Oberstes Gericht hatte die Anti-Kriegspartei am vergangenen Montag von der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Jabloko legte heute Einspruch gegen das Urteil ein, das Gericht verhandelt dazu in Moskau ebenfalls am Montag (9.00 Uhr MESZ).
+++ 16:39 Liberale russische Oppositionspartei legt Berufung ein +++
Die russische Oppositionspartei Jabloko legt Berufung gegen ihren Ausschluss von der Parlamentswahl im September ein. Parteichef Nikolai Rybakow erklärt, Jabloko werde auf dem Stimmzettel stehen. Das Oberste Gericht hatte die Teilnahme der gegen den russischen Angriffskrieg auftretenden Partei auf Antrag der kremlnahen Partei Rodina untersagt. Die Berufungsverhandlung ist für kommenden Montag angesetzt. Die landesweite Parlamentswahl und die Kommunalwahlen finden vom 18. bis 20. September statt.
+++ 15:54 Deutsche Botschaft warnt Reisende in der Ukraine +++
Die deutsche Botschaft in Kiew verschärft die Reisewarnung für Deutsche in der Ukraine. Im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitstag am 24. August seien verstärkte Angriffe auf die Energieinfrastruktur und Verkehrsknotenpunkte nicht ausgeschlossen, schreibt die Botschaft in einer Mail. Gewarnt wurde vor allem vor einer Nutzung der Eisenbahn. "Die ukrainische Bahninfrastruktur sowie die Bahnbetriebe selbst sind nach wie vor Ziel russischer Luftangriffe", heißt es.
+++ 15:16 Ukraine meldet Angriffe auf 29 Energieanlagen in besetzten Gebieten +++
Ukrainische Drohnenstreitkräfte haben nach Angaben ihres Kommandeurs Robert Browdi 29 Energieanlagen in russisch besetzten Gebieten angegriffen. Betroffen seien Anlagen in den besetzten Teilen der Regionen Donezk, Luhansk und Saporischschja sowie auf der Krim gewesen. Unter den Zielen waren demnach das Wärmekraftwerk Balaklawa in Sewastopol und eine Gasverteilungsstation in Mariupol. Die Angriffe seien Teil der Operation "Krim-Schalter off". Seit dem 1. Juli seien insgesamt 240 Energieanlagen getroffen worden, erklärt Browdi.
+++ 14:39 UN: Zahl ziviler Opfer in Ukraine im Juli deutlich gestiegen +++
Die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine ist nach UN-Angaben im Juli deutlich gestiegen. Mindestens 437 Zivilisten wurden getötet und 2610 verletzt – rund 30 Prozent mehr als im Juni und so viele wie seit Mai 2022 nicht mehr. Ursache waren demnach vor allem russische Raketen- und Drohnenangriffe auf Städte weit abseits der Front. Zudem habe die Zahl der Toten und Verletzten durch Gleitbomben sowie Kurzstreckendrohnen nahe der Front stark zugenommen. Besonders schwer betroffen war Kiew mit 54 getöteten Zivilisten. Auch die Zahl der getöteten und verletzten Kinder erreichte mit 17 Toten und 166 Verletzten den höchsten Stand seit April 2022.
+++ 13:57 Polen plant keine Lieferung von Patriot-Abwehr an die Ukraine +++
Polen habe bislang keine Pläne, Patriot-Batterien an die Ukraine zu übergeben, erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk und wies gegenüber PolSat damit Behauptungen der Opposition zurück, ein solcher Schritt würde Polen verwundbar machen. Er argumentierte, dass das Abfangen russischer Raketen über der Ukraine letztlich die Sicherheit Polens stärke, und bezeichnete das gegenteilige Argument als "etwas, das sich nur ein Verrückter ausdenken würde".
+++ 13:01 Russland will Grenzzonen zu den besetzten Gebieten der Ukraine aufheben +++
Moskau wird damit beginnen, die Grenzzonen zwischen Russland und den besetzten Gebieten der Ukraine aufzuheben. Dies geht aus internen FSB-Dokumenten hervor, die dem unabhängigen russischen Medienunternehmen "Agentstvo" vorliegen. Die Grenzzonen in den Oblasten Rostow und Woronesch entlang der russischen Grenze zu den besetzten Teilen der Oblasten Luhansk und Donezk sollen aufgrund des "Abschlusses der Annexion" der Volksrepublik Luhansk und der Volksrepublik Donezk abgeschafft werden, heißt es in den Dokumenten. Die Grenzzonen zwischen der besetzten Krim und den besetzten Teilen der Oblast Cherson sollen aus demselben Grund ebenfalls abgeschafft werden. Auf der Krim wird Russland laut den Dokumenten ein Grenzregime "innerhalb der zur Russischen Föderation gehörenden Inseln im Schwarzen Meer" beibehalten.
+++ 12:27 Russland weist Idee einer Waffenruhe im Schwarzen Meer zurück +++
Russland weist die Idee einer Waffenruhe mit der Ukraine im Schwarzen Meer zurück. Es gebe keine Grundlage für "Halbheiten", die der Gegenseite nur eine Atempause verschaffen würden, sagt die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Sowohl Russland als auch die Ukraine hatten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer verstärkt. Dies trieb die weltweiten Getreidepreise in die Höhe. Die Ukraine hat einem Insider zufolge Russland über einen Dritten ein Angebot übermittelt, die Angriffe auf zivile Ziele im Schwarzen Meer auf beiden Seiten einzustellen.
+++ 11:25 Lawrow: Werden westliche Ukraine-Hilfen stärker ins Visier nehmen +++
Russland verschärft nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow seine Angriffe auf Ziele, die der Unterstützung der Ukraine durch den Westen dienen. "Wir werden unsere Methoden deutlich verschärfen, um all das zu zerstören, was Kiews Kriegsmaschinerie aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits", sagte Lawrow dem Staatsfernsehen. Einen sofortigen Stopp der Kämpfe schließe er aus: "Wir werden erst dann aufhören, wenn eine langfristige, zuverlässige und nachhaltige Einigung vorliegt."
+++ 10:38 Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet +++
Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schreibt der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Großmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien. In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde spricht von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur.
+++ 09:59 Tass: Russe zu 23 Jahren Haft wegen Spionage für Polen verurteilt +++
Ein Moskauer Gericht hat einen russischen Staatsbürger zu 23 Jahren Haft wegen Spionage für Polen verurteilt. Laut Gericht habe der Mann Polen Informationen über fortschrittliche russische Waffensysteme und Raketensysteme geliefert, die im Krieg in der Ukraine eingesetzt worden seien, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Der Nato- und EU-Staat Polen grenzt an die Ukraine.
+++ 09:27 Schutz vor russischen Drohnen: Finnland richtet Sperrzone ein +++
Nach der von Lettland abgeschossenen Drohne reagieren auch andere Länder mit Grenze zu Russland. Finnland richtete im östlichen Golf von Finnland als Vorsichtsmaßnahme vor möglichen Drohnen eine vorübergehende Sperrzone für den Luft- und Schiffsverkehr ein. Die nördlichen Nato-Nachbarn Russlands verschärfen derzeit die Sicherheitsvorkehrungen rund um Staudämme, Kraftwerke und Erdgasinfrastruktur. Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass die Regierung in Moskau einen Angriff unter falscher Flagge mit ukrainischen Drohnen auf diese Einrichtungen inszenieren könnte.
+++ 08:41 Russland: Haben Bahnhof im ukrainischen Ismajil angegriffen +++
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau den Bahnhof der ukrainischen Hafenstadt Ismajil angegriffen. Man gehe davon aus, dass er der Verladung und dem Transport von Rüstungsgütern und Treibstoff für die ukrainischen Streitkräfte diene, teilt das Ministerium mit. Ismajil liegt am Unterlauf der Donau. Zudem wurden dem Ministerium zufolge zwei Schlepper vor der Küste der ukrainischen Hafenstadt Mykolajiw am Schwarzen Meer beschossen, die Frachtschiffe in ukrainische Häfen begleitet hätten.
+++ 08:08 Bericht: Keine russischen Kampfjets mehr nahe Nato-Luftraum +++
Regelmäßig werden russische Kampfjets an der Ostflanke des Bündnisses von Nato-Maschinen abgefangen. Unter den russischen Militärflugzeugen waren Aufklärungsflugzeuge des Typs "Il-20" und Kampfflugzeuge vom Typ "Su-24", die weder ihre Flugpläne übermittelt, noch ihre Transponder eingeschaltet hätten. Anfang August meldete die Nato noch einen Anstieg von Abfang-Einsätzen ("Alpha-Starts") um 250 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nun soll Funkstille am Himmel herrschen, wie die "Bild"-Zeitung berichtet: "Nachdem die Nato-Nachricht über den drastischen Anstieg der Alarmstarts von Kampfflugzeugen, die zur Identifizierung und zum Abfang verdächtiger Luftfahrzeuge eingesetzt werden, über den eigenen WhatsApp-Kanal des Bündnisses die Runde machte, ist diese Woche nach BILD-Informationen kein einziger Putin-Flieger in den Nato-Luftraum eingedrungen."
+++ 07:04 Bericht: Ukraine bietet Russland Feuerpause für Schwarzmeerregion an +++
Die Ukraine bietet Russland eine gegenseitige Einstellung der Angriffe auf zivile Schiffe und Hafeninfrastruktur im Schwarzen Meer an und diesen Vorschlag über ein nicht namentlich genanntes Drittland übermittelt, wie Reuters berichtet. Kiew wartet auf die Antwort Moskaus. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko erklärt, Russland habe keinen offiziellen Vorschlag erhalten. Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund, dass die ukrainischen Getreideexporte im August bislang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 76 Prozent zurückgegangen sind, während Russland seine Angriffe auf Häfen und die Handelsschifffahrt verstärkt hat. Die Ukraine führte ihrerseits zuletzt einen groß angelegten, koordinierten Angriff auf Noworossijsk durch, Russlands wichtigstes Zentrum für die Marine und den Getreideexport am Schwarzen Meer. Dabei wurden alle drei Getreideterminals zur Einstellung des Betriebs gezwungen.
+++ 06:23 Russland: Drohnen beschädigen Gebiet um Ostseehafen Ust-Luga +++
Nach offiziellen Angaben Russlands ist das Gebiet um den russischen Ostseehafen Ust-Luga nach Drohnenangriffen beschädigt worden. Das teilt der regionale Gouverneur Alexander Drosdenko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ust-Luga ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Ölexport.
+++ 05:48 Russische Ölraffinerie in Orsk "vollständig stillgelegt" +++
Eine russische Ölraffinerie in der Stadt Orsk stellt nach einem kürzlich erfolgten ukrainischen Drohnenangriff auf die Anlage die Produktion "vollständig" ein. Das bestätigt der Gouverneur der Region Orenburg, Jewgeni Solntsev. Die Ukraine habe "wichtige Infrastruktur beschädigt habe, die derzeit nicht wiederhergestellt werden kann". Die Raffinerie verfügt über eine jährliche Rohölverarbeitungskapazität von rund sechs Millionen Tonnen. Der Angriff ist einer der jüngsten Langstreckenangriffe auf russische Raffineriekapazitäten tief im Inneren Russlands, deren Ausmaß und Häufigkeit im Laufe des Jahres 2026 stark zugenommen haben.
+++ 04:17 Luftalarm in Lettland: Kampfflugzeuge schießen Drohne ab +++
In Lettland haben Kampfflugzeuge offenbar eine Drohne abgeschossen. Zuvor hatten die Streitkräfte in der Nacht Luftalarm für einige seiner an Russland und Belarus grenzenden östlichen Gebiete ausgerufen. Gewarnt wurde vor einem "niedrig fliegenden und verdächtigen Objekt". Eine halbe Stunde später hieß es, die Bedrohung im Luftraum sei beendet. Die Armee sprach von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit liegt nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.
+++ 02:37 Völkerrechtler: Russland betreibt "Terrorismus im Gewand der Kriegsführung" +++
Die russische Kriegsführung in der Ukraine wird nach Einschätzung des Völkerrechtlers Helmut Aust immer rücksichtsloser. Sie sei zwar schon zu Beginn der Vollinvasion "von unfassbarer Brutalität geprägt" gewesen, sagt der Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg der "Rheinischen Post". "Wenn wir jetzt sehen, wie einzelne Zivilisten regelrecht mit einer Drohne gejagt werden, dann ist das nichts anderes als Terrorismus im Gewand der Kriegsführung. Das ist ein klarer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht, das den Schutz der Zivilbevölkerung gebietet." Die Ukraine wiederum bewege sich mit ihren Angriffen auf den Versandhändler Wildberries in Russland auf einem schmalen Grat. Die Grundregel des humanitären Völkerrechts sei eindeutig: "Angriffe sind strikt auf militärische Ziele zu beschränken - also auf Objekte, die wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren Zerstörung einen eindeutigen militärischen Vorteil bringt." Bei Wildberries-Lagerhäusern oder Ölraffinerien werde die Lage dadurch kompliziert, dass es sich um sogenannte Dual-Use-Güter handele - Objekte also, die sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken dienen können. "Wenn ein Lagerhaus nachweislich eine Rolle in der russischen Kriegslogistik spielt, darf es angegriffen werden. Wenn nicht, dann nicht."
+++ 23:59 Russischer Bombenangriff auf Kramatorsk trifft Hochhaus - mindestens ein Mensch tot +++
Bei verheerenden Luftangriffen auf Kramatorsk und ein benachbartes Dorf ist mindestens eine Person getötet worden, 15 weitere Menschen wurden verletzt. Der Gouverneur der Region schreibt auf Telegram, die russische Armee habe acht Fliegerbomben innerhalb von knapp 30 Minuten abgeworfen. Ein Mehrfamilienhaus wurde getroffen. Online kursieren Videos, die das brennende und vollständig zerstörte Hochhaus zeigen sollen.
+++ 22:36 US-Denkfabrik zeigt Entwicklung der Russland-Sanktionen im Vergleich +++
Nach Angaben der US-Denkfabrik Center for Strategic & International Studies (CSIS) erließen die USA im vergangenen Jahr keine neuen Sanktionen gegen Russland, während Großbritannien und die EU weiterhin Sanktionspakete verhängen. Laut der Denkfabrik verlieren Sanktionlisten an Wirksamkeit, wenn sie nicht mehr erweitert werden, da die Betroffenen neue Wege finden, ihre Geschäfte durchzuführen.
+++ 21:47 Kiew: Haben russisches Spionagenetzwerk zerschlagen +++
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben ein russisches Spionagenetzwerk enttarnt, das Daten über ukrainische Kampfjets der Typen F-16- und Mirage 2000 sammelte. Demnach bestand das Netzwerk aus 14 Personen aus verschiedenen Regionen der Ukraine. Der russische Geheimdienst soll einen Mann rekrutiert haben, der Fotos von ukrainischen Kampfjets in prorussischen Chatgruppen geteilt hatte. Dieser habe dann weitere Mitverschwörer rekrutiert. Sie sollen ukrainische Flugplätze, Militärflugzeuge, deren Besatzungen und technisches Personal fotografriert und auch Start- und Landezeiten erfasst haben.
+++ 20:51 Ukrainisches Skandal-Regiment wird Asow-Korps unterstellt +++
Das skandalträchtige 425. ukrainische Sturmregiment "Skelja" wird dem Kommando des 1. Asow-Korps der Nationalgarde unterstellt. Das sagt Regimentssprecher Oleksii Bratushchak gegenüber dem ukrainischen Militärblogger Jurij Butussow. Das Regiment, das mehrere tausend Soldaten umfasst, ist derzeit auf mehrere Frontgebiete verteilt. Dem Militärsprecher zufolge wird das Regiment nun wahrscheinlich zusammengeführt, um in einem Abschnitt der Front eingesetzt zu werden. Die Entscheidung soll auf den neuen Oberbefehlshaber Mychajlo Drapatyj zurückgehen. Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, nach dem beim 425. Sturmregiment innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer militärischen Grundausbildung ums Leben kamen. Diese sollen demnach verprügelt, erniedrigt und anderweitig misshandelt worden sein. Offiziell sei oft eine Lungenentzündung als Todesursache angegeben worden.
+++ 19:58 Munz: USA bitten Ukraine bei Attacken um Ausnahme +++
Während Russland ukrainische Häfen im Schwarzen Meer attackiert, greifen die Ukrainer Ölinfrastruktur der Kreml-Diktatur an. Bei letzterem haben die USA allerdings um eine Ausnahme gebeten, sagt ntv-Korrespondent Rainer Munz in Moskau. Dabei geht es um kasachisches Öl.
+++ 19:21 Estland: Grenzübergänge zu Russland nur noch tagsüber offen +++
Estland beschränkt aus Sicherheitsgründen den Betrieb der Grenzübergänge zu Russland. Die Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes entschied in der Hauptstadt Tallinn, den Betrieb an den Kontrollpunkten Narva, Luhamaa und Koidula in den Nachtstunden auf unbeschränkte Zeit auszusetzen. Tagsüber sollen die Grenzübergänge weiterhin zwölf Stunden lang von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet bleiben. Dieselben Öffnungszeiten werden auch für die Bahngrenzübergänge gelten.
+++ 18:20 Insider: Ukraine schlägt Feuerpause für zivile Ziele im Schwarzen Meer vor +++
Die Ukraine schlägt Russland Insidern zufolge einen gegenseitigen Stopp von Angriffen auf zivile Ziele im Schwarzen Meer vor. Das Angebot sei über einen Drittstaat übermittelt worden, eine Antwort liege noch nicht vor, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Beide Seiten warnten zuletzt vor den Folgen von Angriffen auf Getreidetransporte und die Hafeninfrastruktur für die weltweiten Lebensmittelpreise.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.