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Blutiges Drama in Bangladesch 20 Geiseln sterben bei Zugriff in Dhaka

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IS bekennt sich zu Anschlag in Dhaka. Behörden halten sich noch zurück.

(Foto: picture alliance / dpa)

Explosionen und Feuergefechte erschüttern die Hauptstadt von Bangladesch: Mehrere Angreifer stürmen ein beliebtes Restaurant im Diplomatenviertel Dhakas und nehmen Geiseln. Die Polizei riegelt großräumig ab - dann erfolgt der Zugriff. Viele Menschen sterben.

Insgesamt 28 Menschen sind bei einer Geiselnahme in der Hauptstadt von Bangladesch nach Militärangaben ums Leben gekommen. Als Sicherheitskräfte das belagerte Restaurant im Diplomatenviertel von Dhaka stürmten, wurden 20 Geiseln und sechs Geiselnehmer getötet, wie ein Militärsprecher mitteilte. Zuvor waren bereits zwei Polizisten im Kugelhagel gestorben. Alle getöteten Geiseln waren Ausländer, zehn von ihnen waren Italiener, eines der Opfer war eine Inderin.

Laut einem Kommandeur des Sondereinsatzkommandos, das das Lokal Holey Artisan Bakery gestürmt hatte, wurden 13 Geiseln gerettet. Unter ihnen seien drei Ausländer, sagte Tuhin Mohammad Masud dem indischen TV-Sender Times Now. Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina sprach von einem Terrorakt, nannte jedoch keine Namen von Organisationen: "Wir werden keinen Akt des Terrorismus in Bangladesch tolerieren."

In der Nacht hatten mindestens acht Bewaffnete das spanische Restaurant "Holey Artisan Bakery" angegriffen und sich dort verschanzt. Nach Behördenangaben befanden sich zu diesen Zeitpunkt mindestens 20 Menschen in den Restaurant, darunter auch Personal und ausländische Gäste. Unter den Geiseln seien auch sieben Italiener, berichtete die italienische Agentur Ansa. Nach Angaben aus Tokio waren möglicherweise auch Japaner betroffen. Das Auswärtige Amt hatte kurz nach dem Zugriff keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen sein könnten.

Bei dem Überfall starben zwei Polizisten, mindestens 25 Menschen wurden verletzt. Nach stundenlanger Belagerung, während der die Polizei sich mehrere Schusswechsel mit den Geiselnehmern lieferte, begann am Samstagmorgen (Ortszeit) die Erstürmung.

Nach Angaben der US-Terrorbeobachtungsstelle Site bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Angriff auf das Restaurant. Site berief sich auf Berichte der IS-nahen Nachrichtenagentur Amaq. Berichte der IS, dass bereits knapp zwei Dutzend Geiseln getötet worden seien, wurden von den örtlichen Behörden zunächst weder bestätigt noch dementiert.

Immer wieder Anschläge

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt. Zu vielen der Attentate bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind.

Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv sei und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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