Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 23:30 Putin wirft Deutschland Beweisfälschung vor und nennt Sanktionen "schweren Fehler" +++

01.09.2026, 20:20 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnet die deutschen Strafmaßnahmen gegen sein Land nach dem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig als "schweren Fehler". Er wirft Deutschland vor, Beweise fingiert zu haben, um Moskau dafür verantwortlich zu machen. Mit den Vorwürfen gegen Russland versuche die Bundesregierung, von innenpolitischen Problemen und den sinkenden Umfragewerten von Bundeskanzler Friedrich Merz abzulenken, sagt Putin auf einer Pressekonferenz in Bischkek in Kirgistan.

+++ 22:43 Russischer Botschafter nennt Drohnen-Vorwürfe "absurd" +++

Russlands Botschafter Sergej Netschajew weist die Anschuldigungen Deutschlands nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Halle/Leipzig als "absurd" zurück. Berlin habe seine Vorwürfe nicht belegt, sie widersprächen auch dem gesunden Menschenverstand, so Netschajew laut einer Mitteilung der Botschaft. Er war zuvor ins Auswärtige Amt einbestellt worden. Die von deutscher Seite angekündigten Maßnahmen stellten "eine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen" dar und würden nicht ohne Folgen bleiben, so Netschajew weiter. Allein die Bundesregierung trage dafür die Verantwortung. 

+++ 22:11 Maßnahmen gegen Moskau: Deutschland ruft Nato-Rat an +++

Deutschland wird den Nato-Rat am morgigen Mittwoch mit dem gescheiterten Drohnen-Angriff auf den Leipziger Flughafen befassen. In dem Gremium, dem die Nato-Botschafter der Mitgliedstaaten angehören, werde es eine Aussprache über die wachsende hybride Bedrohung durch Russland geben, erfährt dpa aus Regierungskreisen. Artikel 4 des Nato-Vertrags will die Bundesregierung aber nicht ziehen. Der sieht Beratungen der Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat für von außen gefährdet erklärt.

+++ 21:47 Leipziger Anschlagsversuch: AfD-Spitzenkandidat Siegmund fordert Diplomatie statt Sanktionen +++

Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, hat nach dem Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig Anfang August Diplomatie statt neuer Sanktionen gegen Russland gefordert. "Diplomatie. Miteinander reden", sagt Siegmund dem Portal "The Pioneer" am Rande einer Wahlkampfveranstaltung auf die Frage, welche Maßnahmen die Bundesregierung nun gegen Russland ergreifen solle. Es müsse gefragt werden, was der bisherige Kurs des Westens gegenüber Moskau in den vergangenen Jahren gebracht habe. Siegmund äußerte Zweifel am bisherigen Umgang der Bundesregierung mit Russland. Man schicke Geld und Waffen in die Ukraine, habe Gesprächskanäle abgebrochen und Sanktionen verhängt. "Was hat das gebracht?" Der Punkt, an dem miteinander gesprochen werden müsse, sei "eigentlich überfällig".

+++ 21:19 "Himmel voller Drohnen": Selenskyj erklärt russischen Luftraum für geschlossen +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat alle Fluggesellschaften vor Flügen über Russland gewarnt. "Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher", sagt Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Ukraine drohe dabei jedoch nicht der zivilen Luftfahrt oder einzelnen Flugzeugen. "Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss", erklärt der ukrainische Staatschef. Der russische Luftraum werde "faktisch" geschlossen. Erst vergangene Woche hatte er den Einsatz von bis zu 1000 weitreichenden Drohnen täglich angedroht.

+++ 20:46 Thiele: Russland wird hybride Angriffe wohl ausweiten +++

Mit Provokationen im europäischen Raum "macht Russland das hybride Fass auf", analysiert der Militärexperte Ralph Thiele. Der Einsatz von Drohnen und Tests mit verschiedensten Techniken im Ukraine-Krieg entwickeln sich immer weiter. Für die Zukunft "schwant" dem Experten deshalb "Böses".

+++ 20:29 Putin-Sprecher: Deutschland geht Weg der Eskalation +++

Der Kreml hat Deutschland angesichts der angedrohten Sanktionen im Fall der nicht gezündeten Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle einen Eskalationskurs vorgeworfen. Es sei schwierig, die Anschuldigungen gegen Russland zu kommentieren, weil Deutschland für seine Schuldzuweisung keine Beweise vorgelegt habe, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Wenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden." Der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin wirft Deutschland vor, die Vorwürfe auch nicht durch Argumente belegt zu haben. "Dass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich", erklärt Peskow. Russland hat stets bestritten, etwas mit der Leipziger Drohne zu tun zu haben.

+++ 20:08 Wagenknecht: Merz führt uns näher an Krieg mit Russland +++

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht übt scharfe Kritik an Maßnahmen gegen Russland wegen des gescheiterten Drohnenanschlags von Leipzig. "Selbst, wenn Russland dahinterstehen sollte, ist eine Drohne, die keinerlei Schaden angerichtet hat, kein Grund, eine brandgefährliche Eskalation anzuheizen", sagt Wagenknecht. Dies könne in einem Krieg mit Russland enden. Die Russland zugeschriebenen Drohnen seien nicht explodiert, fügt sie hinzu. Die Bundesregierung habe nicht auf den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines reagiert, der von der Ukraine ausgegangen sei. Wagenknecht wirft Bundeskanzler Friedrich Merz vor, die Lage mit Russland zu eskalieren: "Merz führt uns immer näher an einen Krieg mit Russland." 

+++ 19:42 Insider zu Reaktion auf Leipzig: Deutschland wird Kiew mehr Waffen liefern +++

Die Bundesregierung wird als Reaktion auf den mutmaßlich russischen Anschlag auf den Flughafen Leipzig neben Sanktionen auch die militärische Hilfe für die Ukraine verstärken. Im September werde man der Ukraine weitere Luftabwehrraketen des Typs Iris-T sowie "zeitnah" auch mehrere tausend Angriffsdrohnen liefern, heißt es in Regierungskreisen in Berlin. Berlin werde zudem die Zusammenarbeit der Geheimdienste mit Kiew weiter verstärken. "Die Ukraine war in den letzten Monaten maßgeblich dank deutscher Hilfe militärisch sehr erfolgreich." Russland habe darauf keine strategische Antwort. Der Strategieersatz für Moskau sei Eskalation, sowohl mit militärischen Schlägen in der Ukraine als auch durch verstärkte hybride Attacken. "Wir müssen uns auf weitere, auch eskalierende hybride Angriffe Russlands einstellen." Bundeskanzler Friedrich Merz habe wegen der Tragweite des Vorgehens durchgehend eine zentrale Rolle im Prozess gespielt, den Drohnenangriff in Leipzig Russland zuzuweisen und Gegenmaßnahmen festzulegen, heißt es weiter.

+++ 19:31 Selenskyj nach russischen Luftangriffen: Europa ist leider im Urlaub +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vertreter der internationalen Partnerstaaten dafür kritisiert, dass sie Sommerurlaub machen, während sein Land ums Überleben kämpft. "Die vergangenen zwei Wochen waren Europa und die ganze Welt, die uns hilft, in den Ferien", klagt Selenskyj vor Journalisten. Russland habe die Zeit für Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur genutzt, auch um damit den landesweit begangenen Beginn des Schuljahres zu stören. Selenskyj wirft den westlichen Partnern vor, "Diplomatie nach Plan" zu betreiben. Ihre Herangehensweise sei: "Wenn Urlaub ist, dann ist eben Urlaub." Für ihn aber sei das eine "sehr unangenehme Tatsache". Er hatte in den vergangenen Wochen immer wieder die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten.

+++ 19:15 US-Finanzminister soll russischem Amtskollegen auf G20-Gipfel harte Ansage gemacht haben +++

US-Finanzminister Scott Bessent hat dem russischen Finanzminister Anton Siluanow einem Medienbericht zufolge mitgeteilt, dass eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau unmöglich bleibe, solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetze. Das berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen dem "Kyiv Independent". Die beiden Minister trafen sich am 31. August am Rande des G20-Gipfels in Asheville. Russlands Finanzminister nahm erstmals seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 persönlich an dem Treffen teil. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatte sich am Montag irritiert über Siluanows Teilnahme gezeigt. Er habe zusammen mit anderen Europäern ein Foto mit dem russischen Finanzminister boykottiert, sagte Klingbeil.

+++ 18:48 Bericht: Bundesregierung erwartet noch heute Reaktion aus Moskau +++

Die Bundesregierung rechnet damit, dass Russland noch heute auf die deutschen Maßnahmen reagiert und sie mindestens spiegelt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wird im Auswärtigen Amt damit gerechnet, dass Moskau das deutsche Generalkonsulat in Sankt Petersburg schließen könnte. Weil die dortige deutsche Vertretung kleiner ist als das nun zu schließende russische Generalkonsulat in Bonn, wird zusätzlich mit einer Reduzierung des deutschen Botschaftspersonals in Moskau gerechnet.

+++ 18:31 Moskau kündigt Vergeltung für "anti-russische Maßnahmen" Deutschlands an +++

Die Regierung in Moskau erklärt, man werde auf die "anti-russischen Maßnahmen" Deutschlands reagieren. Entsprechend äußert sich die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Agentur Interfax zufolge. Die Antwort werde "spiegelbildlich" ausfallen wie bei früheren einseitigen und ungerechten Sanktionen, sagt Sacharowa der dpa.

+++ 18:10 Nato-Generalsekretär Rutte: Die Beweise sind eindeutig +++

Die Nato will eigenen Angaben zufolge nach dem Vorfall in Leipzig ihre Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten weiter verstärken. Das Bündnis stehe nach dem hybriden Angriff Russlands solidarisch an der Seite Deutschlands, erklärt Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf der Plattform X. Rutte soll morgen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zusammenkommen, um darüber zu beraten.

+++ 18:02 Von der Leyen: "Russland will Angst säen, aber es wird scheitern" +++

Nach Drohnen-Attacke am Flughafen Leipzig sichert die EU-Kommission Deutschland ihre volle Solidarität zu. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilt auf der Plattform X nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz mit, die Staatengemeinschaft bleibe angesichts dieses eskalierenden und schwerwiegenden Vorgehens Russlands geeint. Hybride Angriffe würden nicht ohne klare Antwort bleiben. Das Thema werde morgen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte besprochen. Zudem bereiteten die Außenminister unter irischer Ratspräsidentschaft weitere Schritte vor, darunter auch zusätzliche Sanktionen. "Russland sucht danach, Misstrauen und Angst in unseren Gesellschaften zu säen. Aber es wird scheitern. Und wir werden an der Seite der Ukraine stehen, solange es dauert", schreibt von der Leyen.

+++ 17:57 Wadephul listet Strafmaßnahmen gegen Russland auf +++

Deutschland reagiert auf den mutmaßlichen russischen hybriden Angriff in Leipzig mit einer Reihe von Gegenmaßnahmen. Dazu gehören die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die Einbestellung des russischen Botschafters in Berlin, wie Außenminister Johann Wadephul am Nachmittag mitteilt. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt und die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärft. Die Bundesregierung gehe gegen Russland als Urheber des Angriffs vor, um weitere derartige Maßnahmen in Deutschland und Europa zu erschweren, sagt Wadephul. Die Einbestellung des Botschafters finde zur Stunde statt.

+++ 17:51 Dobrindt: Bundesregierung macht Russland für Anschlagversuch in Leipzig verantwortlich +++

Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen verantwortlich. "Zusammen betrachtet belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig", sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Berlin. "Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat", erklärt der CSU-Innenminister auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Außenminister Johann Wadephul. Es seien Tatmittel wie die Drohnenkonfiguration, diverse Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik verwendet worden, die aus anderen hybriden Operationen Russlands und dessen Krieg gegen die Ukraine bekannt seien, sagt der Minister. Die vor Ort festgestellte Technik und das Zusammenspiel der einzelnen Elemente müsse als professionell bezeichnet werden und lasse ein hohes Maß an technischer Expertise und erheblichen organisatorischen Aufwand bei der Tatplanung und der Tatdurchführung erkennen. "Die abschließende Ausführung des versuchten Anschlags ist dem Bereich von Low-Level-Agenten zuzuordnen", sagte er. Und: "Lassen Sie mich noch deutlich machen: Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung."

+++ 17:36 EU-Treffen: Ukraine erhält keine Zusagen für Patriot-Raketen +++

Die Ukraine hat bei einem EU-Verteidigungsministertreffen in Irland keine neuen Zusagen für die Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen zum Schutz vor russischen Angriffen bekommen. Es habe Appelle und Gespräche gegeben, sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Leider sei ein konkreter Erfolg aber ausgeblieben. Die Bemühungen würden fortgesetzt.

+++ 17:06 Kallas: EU sucht nach Abwehrmunition für Kiew +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas berichtet bei einem informellen Verteidigungsministertreffen in Irland von europäischen Bemühungen, der Ukraine zusätzliche Flugabwehr zu mobilisieren. Man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung einsetzen könne, sagt Kallas. Zudem spreche man auch Länder außerhalb der EU an und arbeite daran, gemeinsam mit der Ukraine europäische Abfangraketen zu entwickeln und herzustellen. Welche EU-Länder Abfangraketen abgeben könnten, präzisiert Kallas nicht. Nach Angaben von Diplomaten sollen es vor allem um Griechenland und Spanien gehen. 

+++ 16:34 "Hate bringt Geld": Putin-Influencer als Geschäftsmodell +++

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine gibt es zahlreiche Accounts auch von deutschen Influencern, die Russland-verherrlichende Inhalte posten. Einer der bekanntesten ist ein Mann, der sich online "Der Nemez" nennt. Investigativreporterin Angelique Geray hat unerkannt seine Seminare belegt und ihn in Russland besucht. 

+++ 16:12 Sprengstoff-Drohne: Strack-Zimmermann will Nato-Befassung +++

Die deutsche Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wirbt für eine Nato-Befassung mit dem Fall der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Artikel 4 auszulösen, mache wirklich großen Sinn, sagt die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments mit Blick auf die dort vorgesehenen Konsultationen mit Bündnispartnern im Fall einer Gefährdung. "Das ist keine Eskalation, das ist eine Deeskalation, weil wir auf alles gefasst sein müssen." Mit Blick auf die Herkunft der Drohne fordert die FDP-Politikerin Klartext von der Bundesregierung. "Ich glaube, dass das Kind beim Namen genannt werden muss, dass Russland dahintersteckt."

+++ 15:31 Russland droht mit "vernichtender" Antwort bei Eskalation in Ostseeregion +++

Russland droht mit einer "vernichtenden" Reaktion auf feindselige Handlungen in der Ostseeregion. Bei einer weiteren Eskalation der militärpolitischen Lage werde die Antwort an die Urheber "leichtsinniger antirussischer Aktionen" entschlossen ausfallen, sagt die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. "Und sie müssen wissen: Diese wird für sie vernichtend sein." Als Reaktionen auf den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen erwägt man in Brüssel EU-Sanktionen und ein noch schärferes Vorgehen gegen die russische Schattenflotte.

+++ 14:49 Fürchtet Wladimir Putin wirklich um sein Leben? +++

Die Wochenzeitung "The Economist" will aus russischen Kreisen wissen, dass Wladimir Putin den brutalen Krieg in der Ukraine auch aus Angst um sein eigenes Leben weiterführt. ntv-Reporter Rainer Munz lebt in Moskau und schätzt ein, wie plausibel diese Aussage ist.

+++ 14:22 Leipziger Anschlag "harter Tobak": Grünen-Chefin verlangt Einstufung als Staatsterrorismus +++

"Es ist harter Tobak, dass hinter dem Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen offenbar der russische Geheimdienst steckt - doch überraschen tut es niemanden", sagt Grünen-Chefin Franziska Brantner der dpa. Wenn sich das bestätige, müsse die Bundesregierung den Vorfall als einen schwerwiegenden Akt von russischem Staatsterrorismus benennen. Bei ihrer Antwort müsse sie sich eng mit europäischen Partnern und Nato-Verbündeten abstimmen. "Unsere Stärke liegt gerade darin, dass wir gemeinsam reagieren. Alles andere interpretiert Putin als Schwäche", sagt Brantner mit Blick auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

+++ 13:52 Kallas vermutet Russland hinter Leipziger Anschlagsversuch +++

Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas deutet vieles darauf hin, dass Russland etwas mit der am Leipziger Flughafen gefundenen Sprengstoff-Drohne zu tun hat. Sie stelle diese Verbindung her, aber es sei letztlich an den Deutschen zu sagen, was hinter dem Vorfall stecke, sagte sie am Rande eines EU-Verteidigungsministertreffens. Dann könne auch darüber gesprochen werden, was die EU zusätzlich tun könne. Die Bundesregierung will sich im Lauf des Tages zum Urheber des Anschlagsversuchs äußern. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge macht sie Russland verantwortlich.

+++ 13:13 Opferzahl in Kiew steigt auf zwölf Tote +++

Bei den massiven russischen Angriffen auf Kiew und die Hauptstadtregion sind zu Beginn des neuen Schuljahres nach ukrainischen Angaben zwölf Menschen getötet worden. 21 Menschen wurden demnach verletzt. Journalisten hörten am Morgen in Kiew etwa ein Dutzend laute Explosionen. Der ukrainische Präsident Selenskyj verurteilt den "russischen Terror". Unter den Getöteten sei auch ein indischer Staatsbürger.

image
Feuerwehrleute in einem getroffenen Wohnhaus. (Foto: REUTERS)

+++ 12:36 Jäger: Bundesregierung muss alte Ost-Politik überwinden +++

Nach Einschätzung von Politologe Thomas Jäger zieht die Bundesregierung zu selten klare Grenzen gegenüber Russland und seinen hybriden Angriffen. Die große Frage dabei sei, ob Deutschland in absehbarer Zeit Gespräche mit Moskau für plausibel hält: 

+++ 11:52 Wadephul unterbricht wegen Leipziger Anschlagsversuch Reise +++

Außenminister Wadephul macht auf dem Weg von Algier zum EU-Außenministertreffen in Irland vor dem Hintergrund des Leipziger Vorfalls mit einer Sprengstoff-Drohne einen Zwischenstopp in Berlin, um sich mit Innenminister Alexander Dobrindt zu beraten. Der Außenminister werde seine Weiterreise aus Algier nach Dublin "für ein dringendes Treffen" mit Innenminister Dobrindt am späten Nachmittag unterbrechen, heißt es aus Delegationskreisen. Die Bundesregierung ist überzeugt, dass Russland für den gescheiterten Anschlag vor einem Monat verantwortlich ist. Das berichten mehrere Medien unter Verweis auf Sicherheitskreise. 

+++ 11:20 Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen - Tusk mahnt +++

Polens Regierungschef Donald Tusk mahnt beim alljährlichen Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen 1939 die Solidarität des Westens mit der Ukraine an. "Heute rufen wir laut von Westerplatte aus der gesamten freien Welt zu: Seid solidarisch, wir müssen der Ukraine helfen zu überleben", sagte er am Kriegerdenkmal Westerplatte in Danzig. Die kommenden Monate, der bevorstehende Herbst und Winter, könnten entscheidend sein für die Unabhängigkeit der Ukraine, das Schicksal Polens und der freien Welt. Tusk warnt vor dem Wiederaufleben einer "braunen Welle der Aggression und Verachtung" in Europa und den USA.

+++ 10:52 Druck auf Schattenflotte als Antwort auf Leipziger Anschlagsversuch? +++

Nach dem versuchten Drohnen-Anschlag auf den Leipziger Flughafen rückt für eine Gegenreaktion die russische Schattenflotte immer stärker in den Vordergrund. Am Rande eines informellen Treffens der EU-Verteidigungsminister sagte der parlamentarische Staatssekretär Sebastian Hartmann, es müssten "alle Scheinwerfer auf die Schattenflotte" gerichtet werden. Mit den oft maroden Tankern umgehe Russland internationale Sanktionen und finanziere seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert daneben die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. Dies wäre "eine besonders wirksame und glaubwürdige Reaktion und daher dringend erforderlich", sagte er dem "Handelsblatt". 

+++ 10:12 Ukraine meldet Angriffe auf 54 Schattenflotten-Tanker in einem Monat +++

Die Ukraine hat im August nach Angaben des Kommandeurs der Streitkräfte für unbemannte Systeme 54 Schiffe von Russlands sogenannter Schattenflotte angegriffen. Unter dem Druck von Sanktionen nutzt Russland eine Flotte aus älteren Schiffen, die oft unter der Flagge anderer Staaten fahren und so ihre Herkunft verschleiern.

+++ 09:51 Russland soll hinter Anschlagsversuch von Leipzig stecken +++

Die Bundesregierung schreibt den gescheiterte Drohnen-Anschlag Anfang August am Leipziger Flughafen dem russischen Geheimdienst zu. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Verweis auf Sicherheitskreise. Kanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul wollen sich offenbar im Lauf des Tages dazu äußern. Wadephul kündigte eine ausgewogene und überlegte Reaktion auf den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne an. "Von unserer Seite gibt es keine Überreaktionen, aber Reaktionen, wenn wir angegriffen werden", sagte der CDU-Politiker am Rande seines Besuches in Algier.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 09:39 Russlands Kriegsausgaben explodieren +++

Trotz Sparvorgaben sind die russischen Militärausgaben in diesem Jahr massiv gestiegen. Nach Berechnungen des Russland-Experten Janis Kluge von der Stiftung Wissenschaft und Politik wuchsen diese im ersten Halbjahr um 30 Prozent auf 10,7 Billionen Rubel, umgerechnet 107 Milliarden Euro, wie der "Spiegel" berichtet. Damit entsprächen die Rüstungsausgaben allein bis Ende Juni 4,7 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Wirtschaftsleistung. Würde sich das Tempo fortsetzen, stünden am Jahresende neun Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts. Der Anstieg sei überraschend, sagt Kluge. "Der Krieg entwickelt sich gerade für Putin grundsätzlich in die falsche Richtung."

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 09:06 Ukraine beklagt schweren Schlag gegen Region Odessa +++

Die Hafeninfrastruktur in der südukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa ist nach Behördenangaben Ziel eines massiven russischen Angriffs geworden. Der Schlag habe auch der Energieinfrastruktur gegolten, teilt der ukrainische Rettungsdienst bei Telegram mit. Zudem sei durch den Beschuss ein Feuer in einem Wohnhaus ausgebrochen, bei dem ein Mensch verletzt worden sei.

+++ 08:37 Hybride Attacken immer offener - Vorboten für Angriff auf Nato? +++

In den europäischen Nato-Ländern kommt es zu immer mehr Vorfällen, die die Handschrift des Kreml aufweisen. Russland trägt seinen Krieg damit immer tiefer in die Unterstützerländer der Ukraine. Experten befürchten, dass ein offener Angriff auf Nato-Territorium die nächste Eskalationsstufe sein könnte:

+++ 08:00 Neun Todesopfer bei Angriff auf Kiew +++

Bei den jüngsten Angriffen auf Kiew und Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Zunächst waren vier Todesopfer gemeldet worden. Wie der Katastrophenschutz bei Telegram mitteilt, starben acht Menschen direkt in der ukrainischen Hauptstadt. Dort seien zudem fünf Personen verletzt worden, darunter drei Kinder. In der Stadt Boryspil in der Region Kiew starb den Behörden zufolge ein Mensch. Neun weitere, darunter ein Kind, seien dort verletzt worden, teilt Gouverneur Tymur Tkatschenko ebenfalls auf Telegram mit.

+++ 07:20 Russland hat Probleme bei seinem eigenen Satellitenprogramm +++

Russlands zweite Charge von "Rasswet"-Satelliten hat offensichtlich die vorgesehene Betriebshöhe nicht erreicht. Das berichtet die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) unter Verweis auf den Live-Satelliten-Tracker N2YO. Dies stelle einen weiteren Rückschlag für Moskaus Bemühungen dar, bald ein russisches Pendant zu Elon Musks Starlink zu entwickeln. Keiner der 16 am 19. Juli gestarteten Satelliten kam demnach auf 550 Kilometer Höhe - vorgesehen seien 870 Kilometer. Viele der Satelliten erreichten zwischen 300 und 400 Kilometer, mindestens zwei steuern auf den Widereintritt in die Erdatmosphäre zu. Wegen des höheren Luftwiderstands und Treibstoffverbrauchs haben Satelliten in niedrigerer Höhe eine kürzere Betriebsdauer, wie die ISW-Analysten erläutern. Auch von den im März gestarteten Satelliten schafften demnach nicht alle die vorgesehene Höhe. Bis 2027 plant Russland nach ukrainischen Angaben knapp 300 Satelliten in der Umlaufbahn.

+++ 06:39 Ukraine trifft offenbar wichtigen Öl-Exporthafen weitab der Front +++

Die Ukraine hat erneut den russischen Ostseehafen Ust-Luga bei Drohnenangriffen beschädigt. Das teilt der regionale Gouverneur Alexander Drosdenko mit, wie Kyiv Independent berichtet. Ust-Luga ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Ölexport und liegt in der Nähe von St. Petersburg, also weit entfernt von der Grenze zur Ukraine.

+++ 06:08 EU berät über ukrainische und eigene Verteidigung +++

Die Verteidigungsministerinnen und Verteidigungsminister der EU beraten am Vormittag im irischen Wicklow über die weitere Unterstützung der Ukraine. Dabei wird es unter anderem um die Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie gehen. Auch die Zukunft der EU-Mission Eumam zur Ausbildung ukrainischer Soldaten soll besprochen werden. Weiteres Thema der Gespräche in dem Küstenort südlich von Dublin wird die EU-Weltraum-Strategie für Sicherheit und Verteidigung sein. 

+++ 05:47 Gouverneur: Russland trifft mehrstöckiges Wohnhaus nahe Kiew +++

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadtregion wird in der Stadt Boryspil ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt. Das teilt der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, bei Telegram mit. 48 Menschen werden demnach in Sicherheit gebracht. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, als eine Industrieanlage in Boryspil getroffen worden sei, schreibt Tkatschenko weiter. 

+++ 04:11 Bericht: Dutzende Explosionen erschüttern Kiew - drei Menschen sterben +++

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind am frühen Morgen Dutzende Explosionen zu hören. Das berichtet das Medium Kyiv Independent. Demnach greift Russlands Militär mit ballistischen Raketen an. Es gebe drei Todesopfer. Vier weitere Menschen, darunter zwei Kinder, sind demnach verletzt. Die örtlichen Behörden rufen die Menschen auf, Schutz zu suchen. 

+++ 02:20 Gouverneur der Region Kiew rät von Einschulungsfeiern ab +++

Der Regionalgouverneur der Oblast Kiew, Tymur Tkatschenko, rät wegen anhaltender russischer Angriffe in der ukrainischen Hauptstadtregion davon ab, Einschulungsfeiern abzuhalten. In einem Beitrag in sozialen Medien schreibt er: "Heute wende ich mich an alle Eltern, Lehrkräfte und Leiter von Bildungseinrichtungen: Sicherheit muss an erster Stelle stehen." In Gebieten mit hohem Risiko solle aus diesem Grund auf große Feierlichkeiten verzichtet werden. Am 1. September beginnt in der Ukraine das neue Schuljahr. 

+++ 00:12 Bei Treffen von Putin und Xi ist der Ukraine-Krieg offenbar Nebensache +++

Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping sprechen während des Treffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgistan nur am Rande über den Ukraine-Krieg. Das teilt russischen Medienberichten zufolge Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit. Die russische Wirtschaft hängt seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine wegen der westlichen Sanktionen zunehmend von China ab. Europa hatte Peking aufgerufen, seinen Einfluss auf Moskau zu nutzen und das Land zu einer Beendigung des Kriegs zu bewegen. 

+++ 22:10 "Ende des Krieges einschlagen": Indien erhöht Druck auf Putin +++

Indiens Premierminister Narendra Modi hat bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Kirgistan die Notwendigkeit eines Kriegsendes angesprochen. Indien unterstütze alle Friedensbemühungen, sagt Modi bei dem Gespräch am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Der Weg von einem endlosen Krieg hin zum Ende des Krieges müsse eingeschlagen werden. Putin entgegnete, dass Russland angeblich auf dem Weg sei.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.