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Deutschlands marode Brücken 2500 Mal die Note fünf

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Die Bundesregierung rechnet mit 9,3 Milliarden Euro Sanierungskosten bis 2030 für Brücken. Experten erwarten jedoch, dass dieser Betrag nicht ausreichen wird.

(Foto: picture alliance)

Die Brücken, über die tagtäglich der Verkehr auf den Fernstraßen rollt, sind in keinem guten Zustand. Sperrungen und damit aufwändige Umfahrungen nehmen zu. Nun liegen erstmals genaue Zahlen zum Sanierungsbedarf vor.

Die Zahlen sind bedrückend. Von insgesamt mehr als 43.747 Brücken auf den Bundesfernstraßen sind mehr als 5915 in einem kritischen Zustand. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die RTL/ntv exklusiv vorliegt.

Zu den knapp 6000 maroden Brücken zählen 2528, die das Bundesverkehrsministerium mit der schlechtesten Zustandsnote "Stufe V" bewertet. Dem stehen nur 8641 Brückenbauten gegenüber, die in ihrer Tragfähigkeit als einwandfrei ("Stufe I") gelten. Zur "Stufe II" werden 16.736 und zur "Stufe III" 12.355 Brückenobjekte gezählt.

Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic fordert daher umgehende Investitionen, denn das Problem werde stetig größer. "Die meisten Brücken stammen - gerade in Westdeutschland - aus den siebziger Jahren. Der Schwerlastverkehr hat zugenommen, und wir erleben hier schon eine Reihe an Sperrungen", so Luksic im Gespräch mit RTL/ntv.

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Die Bundesregierung rechnet mit 9,3 Milliarden Euro Sanierungskosten bis 2030. Experten erwarten jedoch, dass dieser Betrag nicht ausreichen wird. Allein die steigenden Baukosten wirken als Preistreiber.

Sorge bereitet FDP-Mann Luksic aber nicht so sehr der sich auftürmende Finanzbedarf. Das Geld sei vorhanden. "Das eigentliche Problem ist der mangelnde Abfluss. Wir haben zu wenige Ingenieure, die das Ganze umsetzen können. Wir haben vor allem auch zu lange Planungs- und Genehmigungszeiten", so Luksic. Da müsse man dringend ansetzen. Sein Fazit: "Geld ist da, wir müssen nur schneller planen und bauen in Deutschland."

Quelle: ntv.de, ako

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