Politik

Topterrorist und Dschihad-Veteran 9/11-Mitwisser al-Fadli stirbt bei Militärschlag

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Muhsin al-Fadhli - in einem undatierten Foto, vermutlich älteren Datums.

(Foto: REUTERS)

Der Topterrorist Muhsin al-Fadli ist bei einem Militärschlag in Syrien getötet worden. Der ehemalige Vertraute von Osama bin Laden war in einem Auto unterwegs. Er hatte mit anderen Dschihad-Veteranen Anschläge gegen den Westen geplant.

Der Chef der Terrorgruppe Chorasan, Muhsin al-Fadli, ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bei einem Militärschlag in Syrien getötet worden. Chorasan ist eine kleine, aber als hochgefährlich eingeschätzte sunnitische Terrorgruppe, die von Al-Kaida-Veteranen gegründet wurde. Sie ist eng mit der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden Al-Nusra-Front verwoben.

Al-Fadli sei am 8. Juli in einem Auto bei Sarmada unterwegs gewesen, als er getötet worden sei, berichtete der Pentagon-Sprecher Hauptmann Jeff Davis. Die US-geführte Militärkoalition habe sein Fahrzeug ins Visier genommen. Chorasan plane in Syrien Anschläge auf die USA und ihre Verbündeten. Unklar blieb, ob er von einer Drohne oder einem bemannten Flugzeug getroffen wurde. Der Extremist sei ein "langjähriger Al-Kaida-Anhänger" gewesen, erklärte der Ministeriumssprecher. Sein Tod werde die laufenden Missionen von Al-Kaida gegen die USA und ihre Verbündeten "schwächen und zerstören".

Al-Fadli sei einer der wenigen gewesen, die vorab von den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington informiert gewesen seien, sagte der Sprecher. Al-Fadli soll unter dem Dach der Chorasan Dschihad-Veteranen aus Pakistan, Afghanistan, Nordafrika und dem Jemen vereint haben. Er soll ein enger Mitarbeiter des - später von einem US-Militärkommando getöteten - Al-Kaida-Gründers Osama bin Laden gewesen sein.

In mehrere Anschläge verwickelt

Die Extremistengruppe Chorasan ist nach Überzeugung von US-Geheimdiensten ein Ableger der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden Al-Nusra-Front und unterhält Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Anders als die Al-Nusra-Front konzentrieren sich die Chorasan-Mitglieder demnach nicht auf den Kampf in Syrien, sondern auf die Planung von Terroranschlägen gegen westliche Staaten. Auch al-Fadli habe mit der Chorasan-Gruppe Anschläge geplant, erklärte das Pentagon.

Der in Kuwait geborene Extremist soll zudem in den Anschlag auf den französischen Öltanker "MV Limburg" im Golf von Aden verwickelt gewesen sein, bei dem im Oktober 2002 ein Seemann getötet worden war. Auch in den Angriff auf eine US-Militäreinheit auf der kuwaitischen Insel Failaka, bei dem im selben Monat ein US-Soldat getötet worden war, soll er involviert gewesen sein. In der Vergangenheit kämpfte er dem Außenamt zufolge zudem an der Seite der Taliban sowie von Al-Kaida in Pakistan.

Auf al-Fadhli hatte das US-Außenministerium ein Kopfgeld in Höhe von sieben Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro) ausgesetzt. Gesucht wurde er außer von den US-Behörden auch von Kuwait und Saudi-Arabien im Zusammenhang mit Terrorismus-Vorwürfen. Al-Fadli soll im September vergangenen Jahres schon einmal Ziel eines US-Luftangriffs gewesen sein - seinen Tod bestätigten die USA aber damals nicht.

Quelle: ntv.de, rpe/AFP/dpa