Politik

Leidet nun das Erscheinungsbild? AKK lässt Friseure in Kasernen schließen

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Bundeswehrsoldaten eines Wachbataillons: Bundeswehrangehörige müssen nun auch auf Friseure in Kasernen verzichten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Von Soldaten wird eigentlich ein "korrektes Erscheinungsbild" gefordert - dazu gehört auch ein entsprechender Haarschnitt. Da die Bundeswehr keine eigenen Friseure hat, darf sie bisher Salons in den Kasernen nutzen. Das sorgt für Ärger. Die Verteidigungsministerin bereitet der Ausnahmeregelung nun ein Ende.

In den Kasernen der Bundeswehr dürfen Friseure wegen der Corona-Pandemie vorerst keine Haare mehr schneiden. "Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat im Laufe des Donnerstags entschieden, dass Friseursalons in Bundeswehrkasernen bis auf Weiteres geschlossen werden", sagte eine Ministeriumssprecherin der "Augsburger Allgemeinen". Entsprechende Angebote seien per Erlass untersagt worden.

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Ob damit ein korrektes Erscheinungsbild gemeint ist? Zumindest stellte man sich das so bei der NVA vor, wie das Bild aus dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden zeigt.

(Foto: imago images/Joko)

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes hätten Soldaten bislang auch in Pandemiezeiten die Dienste von Friseuren in militärischen Liegenschaften in Anspruch nehmen dürfen, so der Bericht. Nach Angaben des Ministeriums war dies etwa wegen des geforderten "korrekten Erscheinungsbilds" von Soldatinnen und Soldaten erforderlich. Es diene auch dem korrekten Sitz beispielsweise einer ABC-Maske.

Aufregung unter Friseuren wegen Ausnahmeregelung

Eigenes Personal - also Friseure unter den Soldaten - habe die Bundeswehr nicht, teilte das Ministerium der Zeitung mit. Die Ausnahmeregelung hatte für Aufregung unter Friseuren gesorgt.

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Die Geschäftsführerin des bayerischen Landesinnungsverbands des Friseurhandwerks, Doris Ortlieb, sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Es geht nicht an, dass sich Fußballer oder eben auch Soldaten professionell die Haare schneiden lassen, alle anderen dies aber nicht dürfen und ja meistens auch nicht tun." Es rufe großen Unmut hervor, wenn manche Friseure Soldaten die Haare schneiden könnten, andere aber ihre Salons geschlossen halten müssten.

Seit dem 16. Dezember 2020 sind Friseursalons wie auch andere Betriebe mit "körpernahen Dienstleistungen" wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tätowier- und Nagelstudios wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bundesweit geschlossen. In dem Zusammenhang war in den letzten Tagen wiederholt die Frage aufgekommen, warum beispielsweise viele Fußballspieler oder auch Politikerinnen und Politiker dennoch stets gut frisiert aussehen und ob sie vielleicht das Friseur-Verbot umgehen.

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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