Politik

"Deutschlandjahr" in Bundeswehr AKK plant neuen Freiwilligendienst

Die Bundeswehr steckt in einer Dauerkrise. Das will Verteidigungsminsterin Kramp-Karrenbauer schnell ändern. Sie setzt dabei auf einen neuen Freiwilligendienst, der schon ab nächstem Jahr zur Verfügung stehen soll, lehnt aber die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat einen neuen Freiwilligendienst in der Bundeswehr angekündigt. Ab 2021 solle unter dem Titel "Dein Jahr für Deutschland" ein neuer Dienst eingeführt werden, sagte Kramp-Karrenbauer in Berlin im Rahmen einer virtuellen CDU-Veranstaltung. Jugendliche, die sich für den Dienst entscheiden, sollen in ihrer jeweiligen Heimat eine sechsmonatige militärische Grundausbildung erhalten und anschließend für sechs Monate heimatnah zu Reservediensten herangezogen werden. 2021 sollten die ersten Freiwilligen einrücken.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, das Konzept solle Ende Juli vorgestellt werden, dann solle auch eine Werbekampagne beginnen. Zuletzt habe gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig die Hilfe der Bundeswehr und ihrer Reservisten in ganz Deutschland sei. Durch den neuen Dienst wolle die Bundeswehr gleichzeitig ihre Fähigkeiten zur Landes- und Bündnisverteidigung stärken.

Kramp-Karrenbauer erneuerte außerdem die Forderung nach einem generellen "Deutschlandjahr" für junge Menschen. Außerdem hat sie sich gegen eine Rückkehr zur Wehrpflicht alter Form ausgesprochen. Kramp-Karrenbauer sagte: "Es geht nicht darum, einfach die Wehrpflicht alter Form wieder aufleben zu lassen, es geht auch nicht darum, das insbesondere zu sehen als einen Kampf gegen Rechts. Sondern es geht um die Frage, was uns in dieser Gesellschaft zusammenhält, was gekippt ist und wie wir die stärken, die für diese Gesellschaft wirklich etwas tun wollen"

Wehrbeauftragte Eva Högl hatte zuvor eine Debatte über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht angestoßen "Ich halte es für einen Riesenfehler, dass die Wehrpflicht ausgesetzt wurde", sagte Högl den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir müssen diese Entscheidung sehr kritisch analysieren."

Quelle: ntv.de, jaz/dpa