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Parteichefin zu CDU-Wahlschlappe AKK räumt "eigene Fehler" ein

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"Zu diesem Ergebnis haben zuallerletzt eigene Fehler geführt" - CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

(Foto: REUTERS)

Von "Wahlsieger"-Stimmung kann keine Rede mehr sein. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erkennt an, dass ihre Partei ein schlechtes Ergebnis eingefahren hat und kündigt Konsequenzen an.

Nach dem miserablen Europawahl-Ergebnis ihrer Partei hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eigene Versäumnisse eingeräumt. "Zu diesem Ergebnis haben zuallerletzt eigene Fehler geführt", sagte Kramp-Karrenbauer nach einer Sitzung der Parteigremien in Berlin. Es sei der Union nicht gelungen, in der Wahlkampagne eigene Kompetenzthemen in den Mittelpunkt zu stellen. Darüber hinaus habe man die Debatte zum Thema Klimaschutz nicht aus einer Offensivposition heraus führen können. Kramp-Karrenbauer kritisierte zudem, im vergangenen Jahr sei die Regierungsarbeit durch den unionsinternen Streit, in diesem Jahr durch Konflikte mit der SPD überlagert worden.

Kramp-Karrenbauer sagte, man habe sich nun einen Zeitrahmen von rund eineinhalb Jahren gesetzt, in dem sich die CDU verbessern müsse. "Wir werden daraus unsere Schlüsse ziehen." Beim Bundesparteitag im Spätherbst 2020 solle das Grundsatzprogramm neu erstellt und die Frage der Kanzlerkandidatur geklärt werden. Die CDU-Chefin sagte, es habe sich ein Image der CDU verfestigt, nach dem ihr ein Rechtsruck attestiert worden sei. Hintergrund dafür seien Aussagen von Junger Union, Werte-Union und eigene Interview-Äußerungen gewesen. Es gebe jedoch keinen Rechtsruck in der CDU. Auch bei der Jungen Union gebe es einen solchen "an keiner Stelle".

In einer Wahlanalyse, die von der Bundesgeschäftsstelle in der Wahlnacht an Mitglieder des Bundesvorstands versandt wurde und n-tv vorliegt, heißt es: "Die Serie der Unentschlossenheit im Umgang mit Phänomenen wie 'Fridays for Future' und plötzlich politisch aktivierten Youtubern sowie vor allem der vorübergehende tiefe Einschnitt in der Wahrnehmung der CDU bei jüngeren Zielgruppen durch die Debatten zu den 'Uploadfiltern', einem vermeintlichen 'Rechtsruck' bei der JU sowohl die medial sehr präsente, sogenannte 'Werte-Union' führten gleichzeitig zu einer deutlichen Abkehr unter 30-jähriger Wählerinnen und Wähler."

Zur Bürgerschaftswahl in Bremen sagte sie, das Ergebnis sei ein "uneingeschränkt positives". Dass die CDU dort besser abgeschnitten hat als die SPD, bezeichnete sie als "historisch". Damit sei der "Grundstein für einen möglichen Regierungswechsel" geschaffen. Zu verdanken sei dies einer "sehr ungewöhnlichen, sehr authentischen" Kampagne des dortigen Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP

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