Politik

"Unglaubliches geleistet" AKK rechtfertigt Afghanistan-Einsatz

257669801.jpg

Merkel und Kramp-Karrenbauer würdigen Soldaten der Afghanistan-Evakuierung.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Niedersachsen würdigt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer die Soldaten der Afghanistan-Evakuierung für ihr Engagement. Auch den fast 20-jährigen Bundeswehr-Aufenthalt hält sie für richtig. Nun gehe es jedoch darum, "aus dem Afghanistan-Einsatz und seinem Ende zu lernen", betont AKK.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor Soldaten den fast 20 Jahre langen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gerechtfertigt. Zugleich müsse nach dem Ende dieses Einsatzes "offen und ehrlich" Bilanz gezogen werden, sagte die CDU-Politikerin bei einem Appell für Teilnehmer der Evakuierungsmission aus Kabul. An der Veranstaltung in der Fallschirmjägerkaserne von Seedorf in Niedersachsen nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

Kramp-Karrenbauer und Merkel würdigten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die an der Evakuierungsmission in Afghanistan teilgenommen haben. Die elftägige Operation im August über den Flughafen Kabul war die bisher größte Evakuierungsmission in der Geschichte der Bundeswehr. An ihr waren rund 600 Einsatzkräfte beteiligt, darunter auch Bundespolizisten und Diplomaten.

Bei dem Rückkehrappell in Seedorf wurden stellvertretend für alle Beteiligten einige Bundeswehr-Angehörige mit der Einsatzmedaille ausgezeichnet. "Der Einsatz in Afghanistan war richtig", sagte Kramp-Karrenbauer. "Sie haben sich in Gefahr begeben und viele Menschenleben gerettet". "Unter schwierigsten Umständen" und "großer Gefahr" hätten die Soldatinnen und Soldaten im August "Unglaubliches geleistet" und 5347 Menschen nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban über den Flughafen Kabul aus dem Land gebracht. Deutschland sei den Beteiligten "zu großem Dank verpflichtet".

"Realistische Zielsetzungen" für künftige Einsätze

Nun gehe es auch darum, "aus dem Afghanistan-Einsatz und seinem Ende zu lernen", sagte Kramp-Karrenbauer. Nötig seien dabei auch "realistische Zielsetzungen" für künftige Einsätze. Die Verteidigungsministerin betonte, dass der Evakuierungseinsatz ohne die militärischen Kapazitäten der USA wie bewaffnete Drohnen oder Luftbetankung nicht möglich gewesen wäre. "Wer will, dass wir künftig mehr selbst können, muss tief in die Tasche greifen." Ziel müsse es sein, die Bundeswehr "einsatzbereiter und fitter zu machen".

Sie verwies dabei auf eine stärkere militärische Zusammenarbeit in Europa. Die Mitgliedstaaten müssten den Willen aufbringen, der "EU echte Handlungsfähigkeit für die eigene Sicherheit verleihen zu können". Europa und der europäische Pfeiler in der NATO müsse ein Akteur werden, "der auf Augenhöhe mit anderen operiert".

Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 hatte Deutschland sich als Bündnispartner an NATO-geführten Einsätzen in Afghanistan beteiligt. Als die Amerikaner in diesem Sommer abzogen, fiel die Kontrolle über das Land aber schnell wieder an die militant-islamistischen Taliban.

Quelle: ntv.de, can/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.