Politik

Hatte nicht genug Unterstützung AKK tritt ab - Appell an Geschlossenheit

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So heiter war die Zeit an der CDU-Spitze für Kramp-Karrenbauer eher selten. Zum Abschied gab es eine Manusskriptseite aus einer Rede Heiner Geißlers.

(Foto: REUTERS)

Der lange Abschied nährt sich seinem Ende: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer tritt von der Parteispitze ab. Zum Ende ruft sie die Partei auf, dem neuen Vorsitzenden zu gewähren, was ihr früh versagt wurde: Unterstützung.

In ihrer letzten Rede als Vorsitzende hat Annegret Kramp-Karrenbauer die CDU zur Einigkeit aufgerufen. In diesem Jahr gelte es, mit der Corona-Krise und der Bundestagswahl wichtige Herausforderungen zu bewältigen. "Unterstützen wir geschlossen unseren neuen Vorsitzenden der CDU. Stehen wir zusammen ein für eine moderne und offene CDU, für eine Union, die zusammenhält, für eine CDU, die so eng mit den Menschen vor Ort verbunden ist, wie keine andere Partei", sagte Kramp-Karrenbauer beim ersten digitalen Parteitag der CDU. "Arbeiten wir gemeinsam für unser Land, nicht wegen gestern, nicht wegen heute, sondern wegen morgen."

Die Partei habe sich organisatorisch und inhaltlich erneuert. Die CDU sei bereit für das Wahljahr 2021, in dem im Herbst der Bundestag neu gewählt wird.

Die CDU will am morgigen Samstag auf ihrem digitalen Parteitag über den neuen Parteivorsitzenden abstimmen. Die drei Bewerber - NRW Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz sowie der Außenpolitiker Norbert Röttgen - stellen sich dem Votum der 1001 CDU-Delegierten. Anschließend muss das Wahlergebnis noch per Briefwahl bestätigt werden. Das endgültige Ergebnis wird am 22. Januar bekannt gegeben.

Kramp-Karrenbauer hatte bereits im Februar vergangenen Jahres ihren Rückzug angekündigt. Nach der Landtagswahl in Thüringen hatte es Unstimmigkeiten innerhalb der Bundes- und Landes-CDU über den Umgang mit der AfD gegeben. Die Saarländerin sagte, die CDU habe sich damals in einer "existentiellen schwierigen Situation" befunden.

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"Es ging dabei nicht nur um eine regionale Frage. Es ging die Seele unserer Partei. Ich habe damals gespürt, dass ich als Parteivorsitzende nicht mehr genügend Autorität und Unterstützung hatte, um unserer Partei unbeschadet durch diese schwierige Phase zu bringen", sagte Kramp-Karrenbauer. Daher habe sie Weg für einen neuen Vorsitzenden frei gemacht. "Ja, dieser Schritt war schwer. Aber er war reiflich überlegt und er war richtig."

Wie schon nach dem Rücktritt von Angela Merkel von der Parteispitze vor zwei Jahren fiel auch nun dem hessischen Regierungschef Volker Bouffier die Rolle zu, im Namen der Partei der scheidenden Vorsitzenden zu danken. Dabei hob er als eine der wichtigsten Leistungen der Amtszeit die Versöhnung der CDU mit der CSU zu. Die beiden Unionsschwestern hatten sich angetrieben vom damaligen CSU-Chef Horst Seehofer im Streit über die Flüchtlingspolitik massiv entzweit.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ