Politik

Türkeis Premier in Oberhausen AKP lässt Reporter nicht zu Yildirim-Rede

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Die mehreren tausend Zuhörer in der Mehrzweckhalle schwenkten türkische Fahnen.

(Foto: dpa)

Nachdem bereits in der Türkei die Pressefreiheit leidet, haben es nun auch Reporter in Deutschland schwer, über die türkische Regierung zu berichten. Bei dem Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim wird einem der Zutritt verwehrt.

Bei der Veranstaltung des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim in Oberhausen ist einem Journalisten der Zutritt verweigert worden. Trotz Akkreditierung sei der "taz"-Journalist vom Sicherheitsdienst der türkischen Regierungspartei AKP nicht in den Saal gelassen worden, teilte die Redaktion mit. Dies sei mit Sicherheitserwägungen und einer Absprache mit der Polizei begründet worden. Eine derartige Absprache habe die Polizei aber dementiert.

"Selbstverständlich steht es Veranstaltern frei, Personen aus Sicherheitsgründen von einer Teilnahme auszuschließen", sagte Katrin Gottschalk, Mitglied der Chefredaktion der "taz". "Jedoch hat die ganz offensichtlich unbegründete Zurückweisung unseres Reporters den Geruch einer politischen Maßregelung." Diese Behinderung journalistischer Arbeit sei weder in der Türkei noch in Deutschland akzeptabel. Derzeit sorgt in der Türkei das Schicksal des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel für Aufsehen, der seit Dienstag wegen angeblicher Terrorpropaganda von der Polizei festgehalten wird.

In Oberhausen hat Yildirim zwei Monate vor dem Referendum über die umstrittene Verfassungsänderung in der Türkei bei seinem Auftritt vor tausenden Türken für das Präsidialsystem geworben. Die Veranstaltung in der König Pilsener Arena von Oberhausen, die im Vorfeld für scharfe Kritik in Deutschland gesorgt hatte, stand unter dem Motto "Wer sein Land liebt, sagt Ja". Die mehreren tausend Zuhörer in der Mehrzweckhalle schwenkten türkische Fahnen.

Gegendemo bleibt friedlich

Die Rede Yildirims wurde von mehreren Gegendemonstrationen begleitet. Die Proteste gegen den Auftritt verliefen nach Angaben der Polizei in Oberhausen zunächst friedlich. An einem Demonstrationszug zum Veranstaltungsort beteiligten sich demnach rund 750 Menschen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Yildirim hatte am Morgen am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen. Besonders bei den Grünen und der Linken war der Auftritt Yildirims wenige Wochen vor dem umstrittenen Referendum auf harsche Kritik gestoßen. Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen rief die Bundesregierung auf, Yildirims "Werbefeldzug für die Diktatur" zu verbieten.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/dpa

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