Politik

Bundesrat stimmt Verordnung zu Ab sofort Meldepflicht für infizierte Haustiere

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In Quarantäne: Auch Katzen können sich mit dem Coronavirus infizieren. Eine Übertragung von Tier zu Mensch ist aber bislang nicht erwiesen.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Noch ist die Ansteckung von Haustieren mit dem Coronavirus nicht gut erforscht. Der Bundesrat beschließt deshalb eine Meldepflicht für Hunde, Katzen oder Hamster. In den Niederlanden sollen derweil 4700 infizierte Nerze getötet werden. Hier befürchtet man ein Übertragungsrisiko von Tier zu Mensch.

Für Haustiere, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, gilt künftig eine Meldepflicht. Der Bundesrat billigte eine Regierungsverordnung, die eine Meldung über die Tierärzte bei den Veterinärbehörden vorschreibt. Ziel ist es, eine Übersicht über Vorkommen und Ausbreitung der Krankheit bei Tieren zu erhalten und weitergehende Erkenntnisse zur Epidemiologie zu gewinnen.

Bisherige Forschungen hätten ergeben, dass Hunde und Katzen, Frettchen und Goldhamster für eine Infizierung mit dem Coronavirus empfänglich sind, erklärte der Bundesrat. Dies geschehe aber in unterschiedlicher Weise. Auch die Ausprägung klinischer Symptome und die Fähigkeit der Virusvermehrung und -ausscheidung variierten.

Weitergehende Kenntnisse über Artenspektrum, Infektionswege und Interaktion zwischen Tier, Mensch und Umwelt lägen noch nicht vor. Sie seien jedoch nötig, um Risiken für die Gesundheit von Tierhaltern und Haustieren zu erkennen. Ein Zwang zum Testen für Haustiere ist allerdings nicht vorgesehen, betont die Bundesregierung. Die Verordnung soll rasch in Kraft treten, um möglichst viele Erkenntnisse während der aktuellen Pandemie zu gewinnen. Mit der Zustimmung des Bundesrates kann die Verordnung im Bundesgesetzblatt verkündet werden und damit in Kraft treten.

Corona-Ausbruch auf weiterer Nerzfarm

Die niederländischen Behörden meldeten derweil einen erneuten Corona-Ausbruch auf einer Nerzfarm. Auf der Zuchtfarm in Landhorst sei das Virus entdeckt worden, nachdem die Nerze die typischen Symptome einer Infektion gezeigt hätten, teilte das Gesundheitsministerium mit. 4300 Tiere sollen nun vorsorglich gekeult werden. Damit stieg die Zahl der Farmen mit Corona-Ausbrüchen in der Region bereits auf 18.

Erstmals in Nerz-Zuchtfarmen war ein Ausbruch im April festgestellt worden. Im Mai gaben die Behörden dann bekannt, dass zwei an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankte Mitarbeiter sich "sehr wahrscheinlich" bei den Tieren angesteckt hatten. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte es sich um die "ersten bekannten Fälle einer Übertragung" des neuartigen Coronavirus von Tier zu Mensch handeln.

In den Niederlanden ist die Zucht von Nerzen wegen ihres Fells ein umstrittenes Thema. Das oberste Gericht des Landes hatte 2016 entschieden, die Nerzzucht ab dem Jahr 2024 zu verbieten. In der vergangenen Woche stimmte das niederländische Parlament mit überwältigender Mehrheit für die Schließung der Nerzfarmen bis Ende des Jahres.

Quelle: ntv.de, mau/AFP