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"Er sagt, dass Allah ihm beistehe" Abdeslam-Anwälte legen Mandat nieder

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Der mutmaßlicheParis-Attentäter Salah Abdeslam will nicht verteidigt werden.

(Foto: AP)

Seit Monaten verweigert er jede Aussage. Nun haben seine Verteidiger die Reißleine gezogen: Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam hat keine Anwälte mehr. Und er will auch gar nicht verteidigt werden. Es heißt, er vertraue auf Gott.

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Abdeslams bisheriger Anwalt Sven Mary.

(Foto: imago/Belga)

Die beiden Anwälte des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam haben französischen Medienberichten zufolge ihr Mandat niedergelegt. Verteidiger Sven Mary aus Belgien und sein französischer Kollege Frank Berton begründeten dies demnach mit dem Schweigen ihres Mandanten. Bisher habe Abdeslam von seinem Recht Gebrauch gemacht, die Aussage zu verweigern. Offenbar will der 27-Jährige überhaupt nicht verteidigt werden. Bei der Mandatsniederlegung habe er dies auch den beiden Rechtsanwälten mitgeteilt.

"Ich möchte nicht Rechtsbeistand von jemandem sein, der entschieden hat, sich nicht zu verteidigen", erklärte Anwalt Berton der Zeitung "De Standaard". Einen Nachfolger für die beiden Anwälte wird es demnach nicht geben. Dem Untersuchungsrichter wolle Abdeslam nun schriftlich mitteilen, dass er auf sein Recht auf Verteidigung verzichte, hieß es. Laut seinen Anwälten begründet er dies mit seinem Vertrauen auf Allah.

Abdeslam gilt als der einzige überlebende Attentäter der Anschläge von Paris vom 13. November 2015 und soll eine zentrale Rolle gespielt haben. Bisher verweigerte er jede Aussage zum Geschehen. Islamistische Selbstmordattentäter hatten bei den Anschlägen in Paris 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Zu den Attentaten bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Gegen Abdeslam wird wegen Mordes und versuchten Mordes, wegen Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Pariser Konzerthalle Bataclan sowie wegen Besitzes von Sprengstoff und Waffen ermittelt. Erst nach monatelanger Fahndung war der Franzose am 18. März bei einer Razzia im Brüsseler Stadtviertel Molenbeek festgenommen worden. Gut einen Monat später wurde er an Frankreich ausgeliefert.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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