Politik

Lehrer streiken seit zwei Wochen Abiturprüfungen in Polen sind in Gefahr

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Notfalls fällt das Abitur aus: In Polen sind viele Schulen seit zwei Wochen dicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Polen sind viele Schulen geschlossen, weil die Lehrer streiken. Für die Schüler in den obersten Klassen wird es langsam eng. Ihre Abiturprüfungen sind in Gefahr. Die Studienräte fordern mehr Geld, weil sie von ihrem Gehalt kaum leben können.

Seit zwei Wochen streiken in Polen zahlreiche Lehrer - jetzt schaltet sich sogar die Kirche ein. Der katholische Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz rief die Streitparteien dazu auf, das Verbindende über das Trennende zu stellen.

"Was in den letzten Tagen in den Schulen und im Bildungswesen geschieht, das ist das Kreuz der Kinder, Lehrer und Erziehungsberechtigten, das wir gemeinsam tragen müssen, statt gegeneinander aufzutreten", sagte er in einer Ansprache, die auszugsweise im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Lehrergewerkschaft ZNP hatte zuvor angekündigt, den Streik auch nach den Osterfeiertagen fortzuführen, falls die Regierung in dem Tarifkonflikt nicht einlenke.

Die Gewerkschafter fordern eine Gehaltserhöhung von 30 Prozent, da Lehrer trotz ihrer wichtigen Aufgabe weniger als die meisten anderen Berufsgruppen verdienten. Um dies durchzusetzen, werde man notfalls auch die nach Ostern anstehenden Abiturprüfungen weiter boykottieren.

Wegen des Streiks war zuletzt ein großer Teil der polnischen Schulen geschlossen. Allein in Warschau weigerten sich nach Gewerkschaftsangaben 75 der 90 Gymnasien, die Zeugnisse der Abschlussklassen zu erstellen, ohne die die Schüler nicht zum Abitur antreten können.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa