Politik

Auf Bundestagsreise in Südafrika AfD-Abgeordneter übt Schießen mit Rassisten

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Bystron, hier mit der stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden Beatrix von Storch im Bundestag.

picture alliance / Ralf Hirschbe

Die "Suidlanders" sind eine Gruppe weißer Südafrikaner, die sich für einen "Rassenkrieg" gegen die schwarze Bevölkerungsmehrheit im Land rüstet. Ein AfD-Abgeordneter besucht die Extremisten nicht nur, sondern nimmt auch am Schießtrainig teil - während einer Bundestagsdienstreise.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron soll auf einer vom Bundestag bezahlten Dienstreise nach Südafrika am Schießtraining einer rechtsextremen Organisation teilgenommen haben. Wie das ARD-Magazin "Report Mainz" vorab berichtete, bestätigte der AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags das Treffen mit der Gruppe "Suidlanders". Diese steht "Report Mainz" zufolge ausschließlich weißen Südafrikanern offen und pflegt eine rassistisch-völkische Ideologie.

"Ich habe das so empfunden, dass das eine Organisation ist von überwiegend weißen Farmern, die Angst haben um ihr Leben und die sich organisieren, um zu überleben, sollte es zum schlimmsten Fall kommen", sagte Bystron dem TV-Magazin. Bystron bestätigte den Reportern, auch selbst geschossen zu haben. "Ja, natürlich. Ich bin Jäger", sagte Bystron demnach.

Die "Suidlanders" bereiten sich offen auf einen "Krieg" mit der schwarzen Bevölkerungsmehrheit im Land vor und halten paramilitärische Übungen ab. "Wir glauben, es wird einen Rassenkrieg geben in Südafrika. Das ist nicht zu vermeiden", sagte Simon Roche, der Sprecher der "Suidlanders dem ARD-Magazin. "Man kann Öl und Wasser nicht mischen. Unter den jetzigen Umständen kann man in Südafrika keine Zivilisation erbauen."

Nach eigener Darstellung traf Bystron auf seiner Südafrikareise auch Vertreter der Regierungspartei ANC sowie von Nichtregierungsorganisationen. Ziel seiner Reise sei gewesen, auf "Morde an weißen Farmern aufmerksam zu machen", schrieb Bystron in einer Stellungnahme auf Facebook. Den Report-Bericht bezeichnete er als "allzu durchsichtigen Versuch, vom Thema abzulenken".

Bystron, der ehemalige Landeschef der AfD in Bayern, wird dem rechten Flügel der Partei zugerechnet. Er wurde vom Verfassungsschutz unter anderem wegen seiner mutmaßlichen Nähe zur rechtsextremistischen Identitären Bewegung beobachtet. Wegen seiner Wahl in den Bundestg 2017 wurde die Beobachtung eingestellt.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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